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📸🗂️📅 – Sind Icons die neue Sprache? Typografische Klarheit vs. visuelle Kürze

Hervorgehobene Antworten

Liebe virtuelle Kollegen,

ich beschäftige mich aktuell intensiv mit der typografischen Verwendung von Icons und Emojis in strukturierten Texten und Metadaten. Dabei stellt sich mir eine zentrale Frage:

👉 Sind Icons und Emojis tatsächlich selbsterklärend genug, um Text zu ersetzen – oder zumindest zu verkürzen?

Ein Beispiel zur Veranschaulichung:

 

R: 📸 UNKNOWN  
🎨 COLOR BY DEAN EAU  
🗂️ PRIVATE ARCHIVE  
👶 CHILDS  
📍 BERLIN  
📅 1869  
⚖️ PRIVAT 👨‍👩‍👧‍ REINHOLD BURGER (R 3Y) AND SISTER ALMA (L)

L: 📸 UNKNOWN 🎨 COLOR BY NAME  
🗂️ © BUNTESARCHIV 👶 CHILDS  
📍 N/A 📅 N/A ⚖️ PRIVAT  
👨‍👩‍👧‍ BOY & GIRL
 

Ich nutze Icons bewusst, um Text zu sparen und Inhalte visuell zu strukturieren. Doch ich frage mich:

Versteht der Leser intuitiv, was gemeint ist? Oder braucht es eine Legende?

Gibt es typografische Empfehlungen zur Platzierung und Formatierung (z. B. Leerzeichen nach dem Icon)?

Wie steht es um die semantische Tiefe – sind Emojis nur Schmuck oder dürfen sie als echte Informationsträger gelten?

Gibt es Unterschiede in der Wahrnehmung je nach Medium (Web, Print, Social Media)?

Und wie weit darf man gehen, ohne die Lesbarkeit oder Ernsthaftigkeit zu gefährden?

Ich freue mich auf eure Einschätzungen, Erfahrungen und typografischen Meinungen – gern auch mit Beispielen aus der Praxis.

Visuelle Grüße

Bleibt alle gesund und kreativ. 

Dean – aus Berlin’s schönster Ecke… im Kiez. 

vor 54 Minuten schrieb deaneau:

Sind Icons und Emojis tatsächlich selbsterklärend genug, um Text zu ersetzen – oder zumindest zu verkürzen?

Meinen Erfahrungen mit älteren Menschen nach sind jene Zeichen nicht barrierefrei. Telephon, Fax und Globus sind noch verständlich, alles andere nicht mehr. 

vor 30 Minuten schrieb Phoibos:

Erfahrungen mit älteren Menschen

Selbst bei den jüngeren denkt nicht jeder bei der Aubergine an einen Penis. 

Jedes Icon (bis auf die gelernten Telefon, Fax, Globus, Briefumschlag) wird von jedem Betrachter in zumindest Nuancen anderes gelesen, jedes Emoji sowieso. Einige Emojis, meist Gesichter, werden je nach Betrachter sogar mit komplett unterschiedlichen Inhalten aufgeladen.

Beispiel: »👨‍👩‍👧‍ BOY & GIRL« sagt mir überhaupt nicht, was es bedeuten soll. Das Icon würde ich als 3 Personen identifizieren, könnte aber auch ein Fernglas sein. Beides (3 Personen und Fernglas) haben aber mit Boy & Girl nichts zu tun.

Beispiel: »📍 N/A 📅 N/A ⚖️ PRIVAT« sagt mir ebenfalls nichts. Könnte »Wohnort unbekannt« sein, was aber »Kalender unbekannt« und »Gerechtigkeit privat« oder »juristischer Fachausdruck privat« bedeuten soll, erschließt sich mir nicht.

dann kommt noch dazu, dass auf verschiedenen Systemen, Unicode-Standards und Emoji-Fonts die Zeichen anders aussehen (teils signifikant anders) oder sich unterschiedlich (aber nicht bei jedem Empfänger gesichert) zu neuen Varianten zusammensetzen (lassen), z.B. Person + Hautfarbe, Geschlecht, Frisur, Gruppengröße, etc. etc. - neben kulturellen lauern also auch formal und technisch bedingte Missverständnisse.

Und dann kommt Google und macht auf Android einen AI-gestützten Emoji-Mixer, der aus z.B. einem schwitzenden Smiley und einer Schildkröte eine schwitzende Schildkröte erzeugt, die so "echt" aussieht, als gäbe es dieses Unicode-Zeichen wirklich und jemand hätte das gestaltet.

 

Für mich sind Emojis derzeit vor allem noch für eines nützlich: ich sehe praktisch sofort, dass mir jemand einen AI-generierten Text vorsetzt - die setzt ja sehr gerne die Symbole ein, um irgend eine inhaltliche Struktur vorzugaukeln. Mein Bemühen, den Text dann ernsthaft verstehen zu wollen, sinkt dann von 💯 in Richtung 0️⃣.

Bearbeitet ( von Sebastian Nagel)

  • Ersteller

@Phoibos Oh ja – wenn dann die Frage kommt: „Junger Mann, können Sie mir mal das Symbol erklären?“, weiß man nicht, ob man lachen oder weinen soll. Wer schon einmal die Noto Color Icons durchforstet hat, weiß: Es ist ein endloses Scrollen, bis man das richtige Symbol endlich gefunden hat.

@Diwarnai Ja, mir geht es ähnlich – jedes Icon und Emoji muss man erst lernen. Beispiel: 📸 = Fotograf (also: wer das Bild gemacht hat) 🎨 = Farbe oder Kolorierung durch 🗂️ = Quelle, z. B. Archiv 📍 = Berlin – vermutlich eindeutig, auch wenn das „spitze Osterei“ aus Google Maps fehlt 📅 = 1869 – Kalendersymbol ⚖️ = Privat – hier stellt sich die Rechtsfrage: CC0 oder wer besitzt die Bildrechte?

👨‍👩‍👧‍ = Reinhold Burger (R 3Y) und Schwester Alma Alternativ hätte man auch folgende Emojis verwenden können:

👨👧 – Vater mit Tochter

👩👦 – Mutter mit Sohn

👨‍👩‍👧‍👦 – Familie mit Junge und Mädchen

🧑‍🤝‍🧑 – Zwei Personen nebeneinander (neutral)

👬 / 👭 – Zwei Jungen oder zwei Mädchen

(L) Wer wird abgebildet?


@Sebastian Nagel Oh ja Oder Tofu []

Ich denke mal wenn der Kontext klar ist sind einige Symbole selbsterklärend. Andere sind oft mehrdeutig. Wenn man etwas erklären muss ist es nicht gut genug.
Traurige Wahrheit im 21. Jahrhundert.
AI -generierter Text . Jein. ich frage AI nach den Symbolen, texten kann ich noch selbst, Gott sei Dank. Was man eventuell machen kann mit AI/KI, dass sie noch 'mal rüberschauen, ob es in der Formulierung passt.
 

 

Bearbeitet ( von deaneau)

vor 15 Stunden schrieb deaneau:

Ich denke mal wenn der Kontext klar ist sind einige Symbole selbsterklärend. Andere sind oft mehrdeutig. Wenn man etwas erklären muss ist es nicht gut genug.

Es hat seinen Grund, warum der Mensch Alphabete entwickelt hat, die sich recht schnell durchsetzten gegenüber bildbasierten Überlieferungsmethoden um Wissen zu konservieren. 26 »Bilder« (cave, Eurozentrismus), also unsere Buchstaben, reichen aus, um so gut wie jegliche Information zu transportieren.

vor 16 Minuten schrieb Phoibos:

Es hat seinen Grund, warum der Mensch Alphabete entwickelt hat,

Selbst unter den ca. 50.000 Chinesischen Zeichen gibt es heute nur seeehr wenige Pikto- oder Ideogramme. 

vor 4 Minuten schrieb Norbert P:

Selbst unter den ca. 50.000 Chinesischen Zeichen gibt es heute nur seeehr wenige Pikto- oder Ideogramme. 

Danke für den Hinweis! 

  • Ersteller
vor 8 Stunden schrieb Phoibos:

... also unsere Buchstaben, ... meine Buchstaben , deine Buchstaben... Buchstaben sind für alle da. :-)Für mich persönlich gibt's kein "Unser" im Sinne uns Deutschen. Würden wir dann sagen, unsere Wörter, könnten Andere sagen "Ohne Lehnwörter wäre die Sparche auch nicht gerade reich" . Aber ich verstehe deine Kernaussage. 

Nun, bei Der Gestaltung von Logos nehmen einige auch 
Ξ vs E oder Ш, Я vs R etc. da werden sicher einige hier Fundstücke in Massen finden :-)

 

  • Ersteller
vor 8 Stunden schrieb Norbert P:

Selbst unter den ca. 50.000 Chinesischen Zeichen gibt es heute nur seeehr wenige Pikto- oder Ideogramme. 

Die Kinder in China tun mir echt Leid. Habe mal Doku gesehen wie hart sie lernen und unsere Kinder schon beim Deutschen ABC stolpern. Anderes Beispiel wäre Süd-Korea. Was sie in frühen Jahren schon für Belastungen ertragen müssen ist schon bemerkenswert.;-) 

Bearbeitet ( von deaneau)

vor 1 Stunde schrieb deaneau:

Buchstaben sind für alle da.

Der Bezug des »unser« war die Menschheit, die eine Bildsprache entwickelt hat, die wir (Menschen) heute Buchstaben nennen.

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