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Anfängerfrage: Roman-Buch (12,5x19 cm) mit LaTeX schreiben?

Hervorgehobene Antworten

Guten Tag,

Ich schreibe aktuell an einem Mathe-Abenteuerkomödien-Roman. Da ich mein Studium beendet habe, läuft meine Word-Lizenz in einigen Tagen aus. Daher möchte ich gerne umsatteln auf ein neues Programm. Auch glaube ich, dass für mein spezifisches Vorhaben Word eh nicht das best geeigneteste ist. Dazu gleich mehr.

Ich habe mir heute Nacht die 9 GB TeX Live heruntergeladen und LyX installiert. Bei LyX konnte ich aber keinen LaTeX-Code (im typischen Format wie bei Overleaf: "\documentclass[.......") eingeben, sondern anscheinend soll man da gar nicht im Code-Format schreiben. Code macht mir aber nichts aus, das wäre für mich in Ordnung - dann vielleicht ein anderer Editor?

Nun zu meinem eigentlichen Schreibvorhaben:

  • Meine Seitenzahlen müssen manuell so programmiert sein, dass sie nicht 1,2,3,4,..... fortlaufend sind, sondern dass sie die jeweilige Primfaktorzerlegung der Seitenzahl darstellen. In Word konnte ich einen Schnellbaustein einrichten, der mir an geeignete Stelle ein Textfeld mit entsprechendem Text setzt, den ich dann manuell umschreiben kann. Das hätte ich ganz am Ende gemacht. Aber wehe, wenn mir da dann im Nachhinein eine Änderung einfällt und ich alles neu machen muss... in LibreOffice weiß ich gar nicht, ob es so eine Möglichkeit gibt, vermutlich schon. Jedenfalls ließ sich das ganze nicht via Makro lösen (zumindest scheiterte ChatGPT hierbei).

  • Ich muss an ein paar Stellen Bilder und Text auf sehr spezifische Weise miteinander verbinden (siehe Bild, als vorläufige Skizze in Word) :grafik.png

Dies habe ich in Word gemacht, indem ich mir die spezifischen Fonts der Marken runtergeladen (bzw. ähnliche Varianten davon), sie mit Farbpicker-Tool im exakt selben Hex-Code eingefärbt und ggf. mit Hintergrundmarkierung versehen habe. Das müsste ich also in LaTeX irgendwie machen können. Ich hab damals meine Bachelorarbeit in LaTeX geschrieben und weiß noch, dass mir die Bilder sehr unkontrolliert herumgeschoben wurden, daher meine Befürchtung, dass LaTeX doch nicht das richtige ist?

  • Ich wechsle, wie schon angedeutet, zwischen vielen verschiedenen Fonts hin und her. Das dürfte aber kein Problem mit LaTeX sein, oder?

  • Seitenränder, gegenüberliegende Seiten mit Innen- und Außenabstand, Zeilenabstände usw. kann man doch bestimmt gut manuell einstellen, oder?

Meine konkreten Fragen also:

  1. Haltet ihr mein Vorhaben mit LaTeX für möglich?

  2. Falls bei Frage 1 "Ja": Welchen Editor empfehlt ihr mir? (Ich mag Code-Darstellung, dann ist LyX vermutlich zu unpräzise, oder?)

  3. Könnt ihr mir fertige Roman-Vorlagen empfehlen oder sagt ihr, dass kann ich mir auch selber einfach programmieren ?

Ich würde mich sehr über eure Meinungen/Ratschläge freuen! -)

Hallo,

Das sieht nach einem sehr speziellen Projekt aus. Eine kleine LaTeX-Weisheit ist, dass mit LaTeX mehr oder weniger alles geht, was einen Sinn ergibt. Für mich ergibt Deine Idee einen Sinn, aber ich weiß nicht, ob das aus er Sicht der LaTeX-Community auch so ist. Dort herrschen oft sehr genaue, strenge Vorstellungen davon, wie etwas zu sein hat.

Zu Deinen Punkten: Seitenzahlen manuell zu setzen funktioniert bestimmt, ich weiß ad hoc aber nicht wie. Das müsste sich googeln lassen. Ob man LaTeX beibrechen kann, eine Seitenzahl in ihre Primfaktoren zu zerlegen, weiß ich nicht, ich gehe aber nicht davon aus. Das müsste man dann wirklich komplett von Hand machen. Eventuell bietet LuaLaTeX eine Möglichkeit dafür indem man dafür Lua-Code einbaut.

Was Du mit den Fonts gemacht hast, müsste mit LaTeX gehen, allerdings würde ich dann dringend zu LuaLaTeX raten. Das kann ganz normale Font-Dateien einlesen. Farben und Hintergrundfarben definieren kann man mit LaTeX auch.

Das Hin- und Herschieben von Bildern ist in der Tat ein Problem, setzt aber voraus, dass das Bild in einer Figure-Umgebung eingebunden ist. Dann wir diese Umgebung als »Float« hin und her geschoben. Wenn man das Bild einfach mit \includegraphics einbinden, passiert das m.W. nicht. Aber ich glaube, die Lösung, das Ganze mit unterschiedlichen Fonts zu machen, ist eleganter.

Seiten- und Zeilenabstände lassen sich in jedem Fall einstellen.

Da Du TexLive runtergeladen hast, nutzt Du offensichtlich Linux. Dort schwöre ich als Editor auf kate (in KDE-Distributionen enthalten). Viele nutzen auch gern den speziell für LaTeX gemachten kile, aber das war bei mir nie nötig.

Eine Romanvorlage in dem besagten Format habe ich tatsächlich mal erstellt. Mit anderen Worten: Sowas kann man selbst machen. Aber ich kann Dir die auch gerne geben - da sollten wir uns aber mal per PM kurzschließen.

  • Ersteller

Hey, vielen Dank für deine Antwort! Tatsächlich nutze ich Windows 11. Vorhin habe ich ziemlich viel rumprobiert mit ChatGPT und irgendwelchen Templates, sogar noch Scribus runtergeladen, und dabei so viele Fehlermeldungen und so wenig Erfolgserlebnisse erlebt, dass ich mich nun doch, ehrlich gesagt, für den einfachsten Weg entschieden habe, und einfach alles in LibreOffice mache.... die Seitenzahlen mache ich dann entweder ganz zum Schluss manuell oder als irgendein Skript, das mir die Seitenzahlen z.B. als Bilder erstellt und auf die PDF obendrauf setzt. Das lässt sich sicherlich auch mit Python einfach programmieren, denke ich. (Nooootfalls jede PDF-Seite als JPG extrahieren und dann weiß ich sogar selbst wie das geht...)

Und das mit den Bildern: Das Hin- und Herschieben wird bestimmt nicht so leicht in LaTeX. Daher mach ich das einfach in LibreOffice. Nur Konturen gehen da nicht so direkt, dafür muss man wohl erst irgendwelche Kurven zeichnen, scheint aber laut Forum auch möglich zu sein.

Bearbeitet ( von SchmingSchmängerl)

Hast Du Dir schon mal die Software Affinity von Canva angesehen? Seit ein paar Monaten ist sie kostenlos verfügbar. Darin ist ein Layout-Programm integriert, das auch von Profis genutzt wird. Hier bei typografie.info gibt es auch ein separates Forum zu Affinity. Bei Affinity kannst Du problemlos zwischen Layout und Bildbearbeitung hin- und herwechseln.

Laß Dich nicht irritieren davon, daß das Programm kostenlos ist. Bis vor kurzem wurden die Programm-Teile einzeln vermarktet. Ich habe Affinity als kostengünstige Alternative zu Adobe kennengelernt. Die jetzt kostenlose Variante hat, soweit ich es erkennen kann, mindestens den gleichen Funktionsumfang wie die frühere kostenpflichtige Software.

Bevor Du Dich mit LibreOffice oder Scribus herumschlägst, würde ich an Deiner Stelle Affinity eine Chance geben. Es lohnt sich.

Davon abgesehen, fände ich Deine Anwendung schon interessant - wenn man vieeel Zeit hat. Wie @gyps_ruepelli schon geschrieben hat, wäre LuaLaTeX die beste Wahl. Vor allem weil dahinter die Programmiersprache Lua steckt, mit der Du sowas wie die Primzahlzerlegung bestimmt hinbekämest. Aber ob sich der Aufwand lohnt?

  • Ersteller

Hey, vielen Dank auch für deine Antwort! Zum letzten Punkt, ob sich der Aufwand lohne: Das ist wohl der Knackpunkt. Ich mag es zu Programmieren, wenn es dabei ums Logische geht, aber wenn ich mich 99% der Zeit nur mit Syntax-Problemen rumschlage, ist das sehr entmutigend für mich und da möchte ich mich dann lieber auf das Schreiben meines Büchelchens konzentrieren.

Mir ist übrigens heute eingefallen, dass es doch 1000x einfacher ist, wenn ich mir die Text-Bild-Kombinationen einfach in GIMP vorfertige. Denn Zeilenumbruch darf da so oder so nicht sein.

Ich werde mir trotzdem spaßeshalber das Programm mal runterladen! Aber erstmal schreib ich das Buch jetzt in LibreOffice fertig. :)

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