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Decodeunicode


Ralf Herrmann

Das Buch Decodeunicode geht auf das gleichnamige Online-Projekt zurück, das an der Fachhochschule Mainz unter der Leitung von Professor Johannes Bergerhausen zusammen mit der Diplom-Designerin Siri Poarangan konzipiert und entwickelt wurde. Seit 2005 werden hier in Wiki-Form Informationen zu allen Unicode-Zeichen gesammelt.

Das 656 Seite starke Buch druckt nun tatsächlich alle 109.242 Schriftzeichen des aktuell gültigen Unicode-Standards 6.0 ab und reichert die Abbildungen mit umfassendem Hintergrundwissen zu Unicode an. Insbesondere die ersten 60 Seiten des Buches sollten zukünftig als Pflichtlektüre der digitalen Typografie gelten. Dieser Teil schlägt in die gleiche Kerbe, die ich mit meinem Zeichen-setzen-Buch und vielen Artikeln hier auf Typografie. info verfolge. Schriftsatz ist heute digital und das Verständnis von Zeichenkodierungen und den Eingabemöglichkeiten am Rechner sind somit essentiell. Viele Typografie-Bücher unterschlagen dies auch heute noch und beschränken sich auf die Vermittlung von typografischem Wissen aus der vordigitalen Zeit. Das Decodeunicode-Buch erklärt diese Grundlagen in sehr einfacher und übersichtlicher Weise und jeder, der mit Schrift professionell am Rechner arbeitet, sollte über dieses Wissen verfügen.

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Der größte Teil des Buches widmet sich dann der Abbildung aller heute gültigen Unicode-Zeichen auf 434 Seiten. Ausgewählte Zeichen werden auf 96 Seiten einzeln und mit zusätzlichen Erklärungen separat vorgestellt. Im Prinzip hat ja jeder Computer-Nutzer schon einen »Unicode-Browser« auf seinem Rechner. Am Mac heißt er Zeichenpalette und am PC Zeichentabelle. Aber nur die Buchform von Decodeunicode lädt wirklich zum Stöbern, Blättern und Schmökern ein. Hier beweist das Buch auch in der digitalen Welt noch einmal seine volle Stärke.

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Im Anhang des Buches folgt dann noch eine Übersicht der Schriftsysteme der Welt, einschließlich solcher, die noch nicht im Unicode enthalten sind. Dieser (zu unrecht etwas unscheinbar im Anhang versteckte) Teil geht auf ein Forschungsprojekt an der University of California, Berkley zurück und ist in dieser übersichtlichen, leicht zugänglichen Weise zumindest in Deutsch sicherlich auch einmalig.

Fazit: Bücher zum Thema Unicode gibt es bereits einige. Meist sind sie nur in Englisch verfügbar und richten sich vor allem an Software-Entwickler. Decodeunicode bietet dagegen einen typografischen und visuellen Zugang zum größten Zeichensatz der Welt. Und dies macht das Buch gleichermaßen einzigartig und nützlich. Wünschen würde ich mir jedoch auch wieder einen »digitalen« Zugang zu den 434 Code-Seiten. Zum Beispiel eine Online-Suchfunktion, die mir über eine Volltextsuche nach Unicode-Name die Seite im Buch ausgibt.

Insbesondere die begleitenden Texte im Buch machen es aber besonders wertvoll und empfehlenswert. Insofern schließe ich mir gern Jürgen Sieberts Meinung an: »Dieses Buch ist der Hammer«.

(Ralf Herrmann)

bearbeitet von Ralf Herrmann


Untertitel: Die Schriftzeichen der Welt

Autor(en): Johannes Bergerhausen, Siri Poarangan

veröffentlicht: 2011

Verlag: Verlag Hermann Schmidt Mainz

Sprache: deutsch

ISBN: 978-3874398138


Für Fragen und Anregungen zu diesem und weiteren Typografie-Büchern benutze bitte das Forum.



<p>Die neue Fachbibliothek für Schrift und Typografie in Weimar</p>
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