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Die schöne Schrift

Ralf Herrmann

František Muzika (1900–1974) war ein multidisziplinärer tschechischer Künstler. Aus seinem langjährigen Interesse an Schrift entstand das zweibändige Werk Die schöne Schrift (im tschechischen Original: Krásne písmo ve vývoji latinky I, II 1958/1963), eine beispiellose Darstellung der Entwicklung der lateinischen Schrift.

In Wort und Bild werden, von den sumerischen und ägyptischen Anfängen ausgehend, die mannigfaltigen Schriftsysteme, die schließlich zur Entwicklung des lateinischen Alphabets führten, besprochen und abgebildet. Auf die vielen Darstellungen der lateinischen Monumentalschrift folgen Quadrata, Rustika, Unziale und Halbunziale bis zur karolingischen Minuskel. Ein Kapitel ist der römischen Kursiv in ihren mannigfachen Spielarten gewidmet. Im zweiten Teil des ersten Bandes kommen die gebrochenen Schriften in drei ausführlichen Kapiteln zur Darstellung.

Der zweite Band ist ausschließlich der Antiqua vorbehalten und bespricht die Schriftentwicklung von der Renaissance bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts. Allein vier Kapitel befassen sich mit den Schriften aus der Zeit der Renaissance. Eingehend werden die Antiqua-Buchstabenkonstruktionen der Schreibmeister und Künstler (wie Dürer) behandelt. Danach folgen je ein Kapitel über die Entwicklung der Handschriften, der Druckschriften und der ornamentierten Schriften dieser Epoche. Fünf Kapitel sind anschließend den barocken und klassizistischen Schriften eingeräumt. Der fünfte Teil dieses großangelegten Werkes ist der Entwicklung im 19. und 20. Jahrhundert gewidmet.

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Die Anlage der beiden Bände zeugt von tiefem Verständnis für die geschichtlichen und (dies macht das Buch so einzigartig) die gestalterischen Zusammenhänge. Max Caflisch sagte 1960, das Werk »zählt zum Besten, was wir an grundlegenden Werken über die abendländische Schriftkunst besitzen«. Auch 50 Jahre später hat sich daran nichts geändert.

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Autor(en): František Muzika

veröffentlicht: 1965

Verlag: Verlag Werner Dausien, Hanau/Main

Sprache: , deutsch,

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<p>Iwan Reschniev — nach einer Schrift von Jan Tschichold</p>
<p>Iwan Reschniev — nach einer Schrift von Jan Tschichold</p>
<p>Iwan Reschniev — nach einer Schrift von Jan Tschichold</p>
<p>Iwan Reschniev — nach einer Schrift von Jan Tschichold</p>
<p>Iwan Reschniev — nach einer Schrift von Jan Tschichold</p>
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