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Download-Tipp: Wiener Norm

Ralf Herrmann

Der österreichische Designer Rudolf Horaczek hat sich der Schrift der Wiener Straßenschilder angenommen und diese digitalisiert und weiterentwickelt. Das Ergebnis steht und Creative-Commons-Lizenz zum kostenlosen Download bereit.

 

Im Zuge des Wachstums der Stadt Wien an der Wende vom 12. zum 13. Jahrhundert wurde es notwendig, innerhalb der Straßenzüge eine Orientierungshilfe zu schaffen. Man bediente sich dabei entweder der Namen von Hausbesitzern, oder verwendete Hauszeichen. Die an sich naheliegende Methode, die Häuser durchzunummerieren, wurde erstmals im 16. Jahrhundert aufgegriffen.

 

Da man sich in der Regel keiner Tafeln bediente, sondern die Nummern einfach auf die Hauswände malte, wurden die Kennzeichnungen durch Witterungseinflüsse oder Übermalungen bald unleserlich. Ein großer Fortschritt war die Verordnung aus dem Jahr 1782, nach der auch die Straßennamen mit schwarzer Schrift auf den Mauern angebracht werden sollten; in der Wiener Blutgasse ist eine solche Straßenkennzeichnung noch heute zu sehen. Im Jahr 1860 hat der Gemeinderat beschlossen, die Häuser in allen Bezirken nach Straßen und Gassen durchzunummerieren und bei gleichnamigen Verkehrsflächen – eine Folge der Eingemeindung – entsprechende Namensänderungen vorzunehmen. Die niederösterreichische Statthalterei als übergeordnete Instanz stimmte unter der Auflage zu, dass die Tafeln auch die Nummer des Bezirks beinhalten sollten. Für die Straßentafeln wurde an der bisher gebräuchlichen Frakturschrift festgehalten. Die Tafeln der inneren Bezirke sollten aus Zinkguss, jene der äußeren Bezirke jedoch aus Zinkblech hergestellt werden und in Form, Farbe und Erscheinungsbild gleichartig aussehen.

 

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Im Zusammenhang mit den politischen Veränderungen nach dem Ersten Weltkrieg führte der Stadtrat zahlreiche Umbenennungen durch. Vor allem jene Verkehrsflächen und Parkanlagen, die an die Monarchie erinnerten, wurden umbenannt.

Im Zuge dieser Umbenennungen wurde 1923 eine entscheidende Maßnahme zum Aussehen der Straßenschilder in Wien getroffen. Die nun stahlblau (RAL 5011) emaillierten Tafeln tragen weiße und – anstelle der bisherigen üblichen Fraktur Schriftzeichen – lateinische Schriftzeichen, die von einer weißen Umrandung gerahmt werden. Die im ersten Beschluss festgelegte gleichförmige rechteckige Form der Tafeln, änderte man drei Jahre später dahingehend, dass zwar die beschlossene rechteckige Form erhalten blieb, man jedoch in den Bezirken 2 bis 21 für die Längsstraßen und die Plätze die länglich-viereckige, für die Querstraßen die an den Ecken halbkreisförmig abgerundete Form wählte.

 

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Im Jahre 1944 entschied man sich für die Herstellung von einheitlich rechteckigen Tafeln, womit die Unterscheidung zwischen Längs- und Querstraßen aufgegeben wurde. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg hielt man daran vor allem deshalb fest, weil die Anschaffung verschiedenartiger Tafeln Mehrkosten verursacht hätte und der Großteil der Wiener Bevölkerung diese Unterscheidung kaum wahrnahm.


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[headline=3]Entstehung der Schriftart Wiener Norm[/headline]Das Projekt der Digitalisierung begann im Jahr 2004, mit der Absicht, die Originalschrift des Jahres 1923 digital zu rekonstruieren. Nach den ersten Entwürfen stellte sich aber heraus, dass mit den vektorisierten Originalmatrizzen, die bei der Magistratsabteilung 48 einsehbar sind und ursprünglich von Technikern konstruiert wurden, kein harmonisches Schriftbild zu erreichen war.


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Die Schrift wurde den modernen Anforderung des elektronischen Schriftsatzes angepasst, im Zeichenumfang stark erweitert und als OpenType Font unter der Creative-Commons-Lizenz (CC BY-NC-ND 3.0) veröffentlicht. Wiener Norm ist als Display-Schrift konzipiert und eignet sich besonders für Schriftgrößen ab einer »Konkordanz« (48 Punkt).

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Von der Monotype zum Mac

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