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Welche Schrift für welchen Zweck?

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Ingo Preuss

Hallo allerseits,

ich denke ihr werdet an meinen Fragen erkennen, dass ich nicht der bin, welcher jenes hier ins Leben gerufen hat :wink:

Ich sitze grad an einem Logo-Entwurf für eine Design-Firma. Einer Firma, die sich mit Design an sich beschäftigt. Ist fuer's Studium. Gibt es Regeln, an denen ich Grundsätzliches für die Auswahl des Schrifttyps festmache?

Grüße, INgo

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Markus Wäger
Ich sitze grad an einem Logo-Entwurf für eine Design-Firma. Einer Firma, die sich mit Design an sich beschäftigt. Ist fuer's Studium. Gibt es Regeln, an denen ich Grundsätzliches für die Auswahl des Schrifttyps festmache?

Schriftwahl hat immer auch mit etwas zu tun, was man nicht so ohne Weiteres und schon gar nicht in Ferndiagnose erbringt: Gefühl.

Um etwas mehr sagen zu können, wäre es natürlich interessant mehr über die Designfirma zu erfahren. Geht es um Produktdesign? Welche Art Produkte? Progressiv, konservativ? Eine neue Firma oder ein Unternehmen mit einer Tradition? Ist ihr Design reduziert (wie ›mono‹) oder verspielt (›Alessi‹, ›Ritzenhoff‹ [oder wie hieß noch mal die Firma mit den schrecklichen und schrecklich teuren Gläsern])?

Wahrscheinlich wird es etwas streng formales sein müssen. Wahrscheinlich keine Serif. Der Klassiker wäre wohl ›Univers‹. Designers Liebling vielleicht ›Frutiger‹. Aber wenn man mehr wüsste, ließe sich vielleicht ein weniger verbreiteter Kandidat ausfindig machen.

Liebe Grüße. Markus.

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Markus Wäger
Design-Firma

Ach ja: bei manch Einem würde das jetzt wohl den sogenannten Rotis-Reflex auslösen.

:twisted:

Markus

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TYPOGRAFSKI

eine design firma die von sich was hällt sollte sich ein individuelles schritzug erstellen lassen und nicht das nehmen was »jeder« nehmen kann.

regeln würde auf eine reduzieren

es sollte passend sein und mit dem image im einklang sein.

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Markus Wäger
eine design firma die von sich was hällt sollte sich ein individuelles schritzug erstellen lassen und nicht das nehmen was »jeder« nehmen kann.

regeln würde auf eine reduzieren

es sollte passend sein und mit dem image im einklang sein.

Nu, ja. Ich habe einfach in die Fähigkeit zur perfekten Zeichenform mehr Vertrauen in den guten Adrian als in meine eigenes, bescheidenes schriftgestalterisches Talent. Deshalb würde ich zunächst schon den Markt nach einer passenden Type abklappern.

Außerdem trifft das mit der Individualität ja auf jedes Unternehmen zu. Da müsste man ja für jedes Logo immer etwas eigenes entwerfen (Auweia, das wäre schlimm, wenn sich plötzlich alle Grafiker als Typedesigner fühlen würden; die visuelle Umweltbelastung würde dramatisch steigen – schlecht für die Augen!)

Das Argument mit der eigenständigen Identität zieht ohnehin nur dann, wenn ich eine sehr eigenwillige Type zeichne. Und zu eigenwillige Typen sind zwar in der Werbung gut, im Corporate Design würde ich aber davon absehen. Die Gefahr ist groß, dass das in zwei Jahren keiner mehr sehen will und es in fünf Jahren nach ›vor fünf Jahren‹ aussieht.

Liebe Grüße. Markus.

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TYPOGRAFSKI

markus, sehe das nicht komplizierter als es ist, klar wollen alle was individuelles und nicht jedes logo kann/muss/sollte so aufwendig gemacht werden. man muss das rad auch nicht neu erfinden.

ich hatte gerade so ein fall, eine fette grotesk wurde gewünscht und bei den zeichen kombinationen die, die firma in ihren namen hat, bin ich mit allen die ich probiert habe unzufrieden gewesen, also habe ich die sechs zeichen gezeichnet, der laie würde sagen – es ist doch eine »normale« schrift, die kleinen unterschiede in den proportionen machen sich aber bemerkbar.

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Markus Wäger

ich hatte gerade so ein fall, eine fette grotesk wurde gewünscht und bei den zeichen kombinationen die, die firma in ihren namen hat, bin ich mit allen die ich probiert habe unzufrieden gewesen, also habe ich die sechs zeichen gezeichnet, der laie würde sagen – es ist doch eine »normale« schrift, die kleinen unterschiede in den proportionen machen sich aber bemerkbar.

Ja. Das kenne ich. Und ich stimme dir auch zu.

Allerdings kann ich deiner Aussage ›es geht um eine Designfirma, also muss es was eigens Entwickeltes sein‹ nicht zustimmen.

Ich halte es auch für keine angebrachte Antwort, wenn ein Student um einen Tipp für eine Type bittet.

Wir hatten ja vor längerer Zeit schon einmal Kontakt und ich weiss, dass du jemand bist der sich sehr intensiv mit Schrift auseinander setzt, und dass du selber Typen zeichnest. Ich denke aber der überwiegende Teil der Leute die Grafikdesign machen haben nicht deinen Schriftgestalterischen Background. Und da halte ich die gute Wahl einer bestehenden Schrift für besser, als es ›schlecht‹ selbst zu ›versuchen‹.

Und es gibt ja immer noch den Weg einer bestehenden Schrift durch Modifikation einen individuellen Touch zu geben.

Liebe Grüße. Markus.

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TYPOGRAFSKI

ich habe ihm doch eine antwort was die regeln betrifft und wie ich es shehe gesagt.

du hast es ausführlicher gemacht aber auch festgestellt, dass es immer noch viele fragen gibt.

einfach mal eine schrfit nennen kann ich in so einem fall nicht.

natürlich sollten nicht alle grafiker selbst buchstaben zeichnen, das wäre nicht gut.

ich würde es auch begrüßen, dass leute die in der asubildung sind oder studieren immer ein beispiel zeigen, genauer beschreiben, dann möchte man auch gerne helfen, aber die meisten erwarten eine pauschal antwort die wunder bewirken sollte, am besten noch mit einem link dazu.

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Markus Wäger

ich würde es auch begrüßen, dass leute die in der asubildung sind oder studieren immer ein beispiel zeigen, genauer beschreiben, dann möchte man auch gerne helfen, aber die meisten erwarten eine pauschal antwort die wunder bewirken sollte, am besten noch mit einem link dazu.

Ja. Das stimmt. Und dann muss man sich auch noch anpöbeln lassen, wie der arme Fabio. Allerdings hab ich bei einem wahrscheinlich recht betuchten Piloten etwas größere Bedenken als bei einem Studenten.

Also, lieber Ingo. Verrat uns etwas mehr. Am Besten geht es vielleicht so: Du beschreibst die Firma etwas und stellst bisherige Ergebnisse online. Dann wissen wir etwas besser um was es geht und müssen nicht ins blaue hinein Ratschläge verpulvern die vielleicht doch nicht passen.

Liebe Grüße. Markus.

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Ingo Preuss

Hallo liebe Leute,

erstmal Danke für eure umfassenden statements. In meiner Fiktion existiert die Design-Firma in den 60ern des letzten Jahrhunderts und befasst sich mit Produktdesign. Dabei geht es um verschiedene Dinge, wie die folgenden Bilder zeigen.

http://prodigitales.de/pics/ClimbTool.jpg

http://prodigitales.de/pics/NiceCar.jpg

http://prodigitales.de/pics/HausInDenBergen.jpg

Für meinen Geschmack sollte die Schrift zeitgemäß sein. Etwas verspielt und doch grazil. Die Schrift soll in Schriftgröße 40 nicht zu schwer wirken und in Schriftgröße 20-24 gut lesbar sein. Ich hoffe jetzt etwas klarer rüberzukommen.

Grüße aus Berlin, Ingo

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RobertMichael

ich stimme heinrich zu.

eine design-firma sollte ihr logo selbst entwerfen können,

obwohl 1. design ein dehnbarer begriff ist 2. man in vielen

portfolios von agenturen andere agentur logos findet. ein

schönes beispiel ist hesse design für nowakteufelknyrim.

3. es für ein studium ist, die firma kann also auch fiktiv sein.

regel nummer (1):

nutze keine systemschriften.

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RobertMichael

... ah. in deiner fiktion es gab sie also nicht?

wo kommen dann die bilder her?

aus den 60ern ... soso, dann würde ich schon

in der zeit bleiben. zeitgemäß, zeitgemäß für

die 60er ... schau doch mal nach, da gibt es

eine menge fonts.

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RobertMichael

och menno – heinrich.

ich wollte extra mal nichts vorschlagen, damit die studenten auch

mal auf paar ideen kommen. vorsagen ist doch einfach, vorallem hier.

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Markus Wäger

eine design-firma sollte ihr logo selbst entwerfen können

Ja, dann werde ich mein nächstes Auto auch selbst entwerfen und mein Haus planen.

Nein, danke. Ich überlass das lieber dem Spezialisten. Nach meiner Erfahrung muss ein guter (Grafik) Designer noch lange kein guter Typograf, geschweige denn Schriftgestalter sein (und umgekehrt).

Ich bin überzeugter Anhänger des Fachidiotentums. ;-)

Meine Wohnungseinrichung habe ich einem Innenarchitekten übergeben. Der hat das besser und preiswerter gemacht als ich das in 10 Jahren könnte. Aber schau dir seinen (selbstentworfenen) Briefkopf an! Eine Typografie, dass es einer Sau graust.

Greetinx. Markus.

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Markus Wäger

An House Ind. habe ich auch gleich gedacht, bei den Bildern. Die Neutra weist mir allerdings etwas zu sehr Richtung Bauhaus.

Ich könnte mir auch die Knockout gut vorstellen.

Weniger Sixties, aber modern, eigenständig und doch mit dem notwendigen Understatement: die Neo Sans.

Greetinx. Markus.

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RobertMichael

@ designworker.

das zitat stammt von heinrich. allerdings sehe ich es ähnlich.

aber ich sagte ja, design ist ein dehnbarer begriff. ein innenausstatter

muss kein guter typograf sein und in dem beispiel hier geht es ja auch

um produktdesign. das sind 2 paar schuhe.

trotzdem hingt dein vergleich.

wenn du innenausstatter wärst, würdest du doch deine wohnung auch

selbst ausstatten - oder?

bin ich auf grafikdesign spezialisiert, sollte es doch möglich sein

mein eigenes logo zu entwerfen. darum verstehe ich nicht ganz warum

hesse design das logo für ntk entworfen hat.

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Markus Wäger

wenn du innenausstatter wärst, würdest du doch deine wohnung auch

selbst ausstatten - oder?

Zunächst einmal würde ich einen Innenarchitekten nicht als Innenausstatter bezeichnen – ich denke, das sind doch zwei verschiedene Levels.

Du hast natürlich recht: wenn er Grafikdesigner ist, dann sollte er seine Logotype schon selbst gestalten können.

Aber unter Designfirma verstehe ich eher Produktdesign. Davon bin ich auch ausgegangen, wenn er Ingo damit beauftragt (auch wenn es nun ein fiktives Projekt ist).

Greetinx. Markus.

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Ingo Preuss

Vielen Dank für die rege Anteilnahme.

Markus' Empfehlung hat's getroffen: Neutraface Thin :-)

Grazil, verspielt und dennoch ... Klasse!

Was mach ich denn jetzt aber mit den unglaublichen $249 ??

Ich mach mich derweil auf die Suche. Anhaltspunkte hab' ich ja dank eurer Hilfe bekommen.

Beste Grüße und bis später, INgo

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Markus Wäger

Markus' Empfehlung hat's getroffen: Neutraface Thin :-)

Fremde Federn? Nein, danke. Der Tipp kam von Typografski. Ich find die Neutraface zwar (noch) passend zur Kirche, weniger aber zur Skulptur und zum Futurama-Auto.

Aber Hauptsache du bist Glücklich damit. :D

Greetinx. Markus.

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Bleisetzer

Sind 60er Jahre-Schriften Schriften, die in den 60er Jahren angewandt wurden? Oder sind 60er Jahre-Schriften Schriften von heute, die nach Meinung der heutigen Typographen zu den 60er Jahren passen?

Ist meine Frage verständlich?

Ich weiß nicht, ob ich es richtig ausdrücken kann.

Ich meine: Ist etwas aus einer Epoche, wenn es aus dieser Epoche stammt? Oder ist es aus der Epoche, weil man heute glaubt, es passe zu dieser?

Ähnlich wie mit den Wild West-Filmen. Ich bezweifle eher, daß es im Wilden Westen wirklich so aussah wie in "Spiel mir das Lied vom Tod". Aber die Prägung durch solche Filme ist dermaßen stark, daß die Fiktion mittleweile zur Realität geworden ist.

Georg

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Bleisetzer

Da stellen sich natürlich dann auch wieder neue Fragen:

Unterstellt, daß die fiktiven 60er Jahre-Schriften die gewünschte Wirkung eher erfüllen als die realen 60er Jahre-Schriften, wäre es aus Sicht des Auftraggebers logischerweise sinnvoller, die fiktiven 60er Jahre-Schriften zu verwenden. Sie erfüllen den Zweck besser.

Womit sich der Kreis schließt: Was ist real? Was ist Fiktion?

Georg

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