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«FAZ» erwägt Abschied von Frakturschrift

Hervorgehobene Antworten

Natürlich ist jede Form an sich unpolitisch.

Meiner Meinung nach ist die Vereinfachung nicht besonders gelungen.

Die "alten Gebrochenen" wirken nicht so brutal und haben einfach mehr Formqualität.

Ach so, das ist nun aber wirklich ein wichtiger Hinweis.

Der OP ist möglicherweise davon ausgegangen, daß der verlinkte Artikel auch gelesen wird :wink: . Dessen erster Satz:

Die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» (FAZ) erwägt den Abschied von der Frakturschrift über ihren Kommentaren.
Dann wäre es aber interessant zu erfahren, weshalb man ursprünglich bei den Kommentaren die Fraktur als Überschrift beließ: Hat man dies damals etwa als ›persönlich‹ empfunden? oder als besonders auffällig?

Vermutlich letzteres. Ursprung war auf jeden Fall, daß man nach dem »Dritten Reich« höchste Priorität auf die Unterscheidbarkeit zwischen Nachricht und Meinung legte.

PS: Und hier die Tannenberg, plump, ohne Formqualität, beänstigend zum Davonlaufen ...:

1259_edel_oder_ekel_1.jpg

(nur die Arial Black strahlt noch mehr Brutalität aus :wink:)

3:2 für die Tannenberg, nach Tor von poms in der 90 Minute.

Eine klasse Schrift*, Punkt.

Im mageren Schnitt wohltuend klar und (immer noch) modern. Ich mag natürlich auch die "Go for it"-Tannenberg Fett. Eine prima Werbeschrift mit "Biss".

*abgesehen von z.B. Schattierungen, Outlines die Phillip in einem miesen RGB-Blau bringt.

Natürlich ist jede Form an sich unpolitisch.

Meiner Meinung nach ist die Vereinfachung nicht besonders gelungen.

Die "alten Gebrochenen" wirken nicht so brutal und haben einfach mehr Formqualität.

Ich empfinde die Tannenberg nicht als brutal.

Eher als sehr kraftvoll.

So wie jemand, der aufrecht steht und Dir geradeaus mit berechtigtem Selbstbewußtsein direkt in die Augen schaut.

Über den Mißbrauch dieser Schriften gibt es hier ellenlange Diskussionen, die Du leicht finden kannst. U.a. auch Ausrisse aus den Typographischen Nachrichten von 1934, dem Erstguß-Jahr der Tannenberg durch die Stempel AG. Es ist sehr interessant, wie die Schriftgießerei selbst die Schrift interpretiert.

Georg

PS: Und hier die Tannenberg, plump, ohne Formqualität, beänstigend zum Davonlaufen ...:

1259_edel_oder_ekel_1.jpg

(nur die Arial Black strahlt noch mehr Brutalität aus :wink:)

Das ist ja gar keine Tannenberg.

Was Du da zeigst, ist eine digitale Outline-Version eines digitalen Free Font Tannenberg-Verschnittes, richtig? Von Steffmann?

Eine Tannenberg Licht gab es nie.

Dein Beispiel ist also schon allein deshalb unzulässig.

Schau Dir die magere Version doch an.

Sie muß einem ja nicht gefallen. Aber was ist daran eklig?

Georg

abgesehen von z.B. Schattierungen, Outlines die Phillip in einem miesen RGB-Blau bringt.

Och, verzeih' mir, wenn ich Dein ästhetisches Empfinden so drastisch beleidigt habe! Wird alles wieder gut. Allein: in schwarz und fett wird die Mehrheit die Schrift immer von Naziassoziationen vernebelt wahrnehmen -- Du konntest es hier lesen. In Babyblau und durch die Schattierung aufgelockert unterstellt niemand den gleichen Formen etwas Brutales -- ohne daß die Linienführung etwas von ihrer angeblichen Härte verloren hätte! Daher mag ich auch Steffmanns schattierten Schnitt: er führt vor Augen, daß uns hier die antrainierten Assoziationen einen Streich spielen.

Aber bitte was hat das eigentlich mit der FAZ zu tun? Deren Fraktur (ich kann sie leider nicht benennen) hat hiermit ja wohl herzlich wenig zu tun?!

Sie muß einem ja nicht gefallen. Aber was ist daran eklig?

Du hast mich mißverstanden! Eklig sind sie Assoziationen, die die Menschen großenteils dabei haben und dann allzuoft versuchen, den Grund dafür in der Gestaltung der Schrift zu finden. Was Steffmann m.E. gekonnt widerlegt, indem er hier der Form die Assoziation raubt.

Gruß, Philipp.

Wenn ich das hier richtig verfolge, erscheint es mir doch so, daß es einen "ideologischen" Hintergrund im Zusammenhang mit dem erstarktem Interesse für Fraktur- oder Gotikschriften gibt.

Kokettiererei mit scheinbar Verbotenem hat – meiner Ansicht nach – vor allen Dingen in den letzten Jahren für ein Revival dieser Schriften gesorgt. Besserwisser erzählen einem dann auch gleich noch die Geschichte von den "Judenlettern" hintendran. Die ist aber – so richtig sie auch sein mag – inwzischen schrecklich langweilig geworden und rechtfertigt diesen "ästhetischen GAU" überhaupt nicht.

Eigentlich sollte dieser "abgestorbene Ast" der Schriftentwicklung nur noch für Historiker interessant sein. Aber hier wird ein Riesen-Theater darum gemacht.

Wenn ich die Geschichte ändern könnte: "Bleisetzer" wäre Erbe einer kompletten Setzerei mit französischen und italienischen Satzschriften aus dem 17. oder 18. Jahrhundert geworden. Wieviel Aufregung wäre mir erspart geblieben, wieviel Spaß könnten wir haben ... ;)

Gruß, Sharif

  • Ersteller

Lieber Herr Sharif, da machst du so schöne T-Shirts, und dann bist du so eigensinnig. Lass doch andern ihre Liebe zu andern Schriften. Danke Phillip für das was du geschrieben hast und für deine Sachlichkeit. Ich finde komisch, wenn immer wieder diese Tannenberg diskutiert werden muss und glaube, damit wollen manche bloss provozieren, aber den Versuch von dir ist nett. Ich finde die Tanneberg trotzdem sehr krass und finde die verschnörkelten Typen viel hübscher. Danke auch Felixlechat für deine Meinung dazu. Die Fraktur ist so selten zu sehen, auf so seltenen Pflänzchen sollte man nicht noch rumtrampeln. Herr Sharif, geh bitte nicht auf den Rasen, lass die alten, seltenen Blumen einfach stehen, geh einfach weiter und erfreue dich an etwas anderem und mach noch mehr so tolle Shirts!

So, hier gibt's Kinderkrach. Männer kriegen das alleine einfach nicht hin.

Liebe Grüsse und einen schönen Tag!

Sandra

Aber bitte was hat das eigentlich mit der FAZ zu tun? Deren Fraktur (ich kann sie leider nicht benennen) hat hiermit ja wohl herzlich wenig zu tun?!

Naja, aber Du hast doch mit diesem Stiefelknecht-Gedöns angefangen.

Da kannst Du schlecht nun abwinken "Themenabweichung".

Das verstehe, wer will.

Ist ja auch nicht wichtig.

Mir persönlich gefällt die Fraktur bei der FAZ. Aber ob sie die nun beibehält oder nicht, wird man sehen.

  • Ersteller
Naja, aber Du hast doch mit diesem Stiefelknecht-Gedöns angefangen.

Komisch, bei meinen drei, die sehr lebhaft sind, hat's es DAS "Argument" nie gegeben. Ich hab auch nie gefragt, wer angefangen hat. Also musste ich mir das "Die da hat ..." oder "Der da hat ..." auch nie anhören. Aber es gibt wohl Erwachsene, die davon nicht loskommen :wink:

Wenn ich die Geschichte ändern könnte: "Bleisetzer" wäre Erbe einer kompletten Setzerei mit französischen und italienischen Satzschriften aus dem 17. oder 18. Jahrhundert geworden. Wieviel Aufregung wäre mir erspart geblieben, wieviel Spaß könnten wir haben ... ;)

Gruß, Sharif

Ach, den "Kacke-Bleisatz" habe ich Dir doch längst verziehen :?

Egal, um welche Schrift es geht, ich kann sie nie ohne ihren historischen Zusammenhang sehen. Das schwingt doch auch in der gesamten Außenwirkung einer Schrift unbewußt mit - wenn man die Historie nicht kennt. Und gibt so dem Anwender, der sie kennt, eine gute Gelegenheit, Einfluß zu nehmen.

Georg

Naja, aber Du hast doch mit diesem Stiefelknecht-Gedöns angefangen.

Dann lies einfach noch einmal, wer was geschrieben hat. Verwechselst Du mich mit »Herrn Sharif«? Oder mit »Felixlechat«? Sei es drum: ich bin in meinem »PS« auf die leidige Diskussion aufgesprungen und das war wohl ein Fehler. Nur unterstelle mir bitte nicht das Gegenteil von dem, was ich schreibe.

Gegen die Diskussion selbst habe ich übrigens gar nichts, nur dagegen, daß sie immer wieder das eigentliche Thema zuschüttet.

Mir persönlich gefällt die Fraktur bei der FAZ. Aber ob sie die nun beibehält oder nicht, wird man sehen.

Und gegen was würde man sie dann wohl ersetzen? Wie sieht denn die ideale, »moderne« Schrift aus, die auf passende Weise Kommentare kenntlich macht?

(Jetzt warte ich auf die Antwort »Comic Sans, die ist modern und so persönlich, daß gleich klar ist, daß es sich hier um keinen objektiven redaktionellen Inhalt handelt.« ... und schon haben wir die nächste ergebnislose Diskussion :wink: )

  • Ersteller

Überlegungen zur "Altertümlichkeit" der gebrochenen Schriften wirken heute, als habe man den Zug der Zeit verpasst und sitze seit zehn Jahren im Bahnhofsrestaurant. Im Radio miauen Sarah Brightman und Andrea Bocelli: "Time to say good bye".

Hihihi. Die Berliner Zeitung hat einen langen Bericht über diese Diskussion. Eben habe ich den Link geschickt bekommen:

:idea: :arrow: http://www.berlinonline.de/berliner-zei ... 47661.html

Überlegungen zur "Altertümlichkeit" der gebrochenen Schriften wirken heute, als habe man den Zug der Zeit verpasst und sitze seit zehn Jahren im Bahnhofsrestaurant. Im Radio miauen Sarah Brightman und Andrea Bocelli: "Time to say good bye".

Hihihi. Die Berliner Zeitung hat einen langen Bericht über diese Diskussion. Eben habe ich den Link geschickt bekommen:

:idea: :arrow: http://www.berlinonline.de/berliner-zei ... 47661.html

MZS hat zugeschlagen.

Gut hat er das geschrieben, nicht?

Georg

[

Gut hat er das geschrieben, nicht?

Hast du denn nicht gesehen, dass er aus den Nationalsozialisten "nationale Sozialisten" gemacht hat? :shock:

[

Gut hat er das geschrieben, nicht?

Hast du denn nicht gesehen, dass er aus den Nationalsozialisten "nationale Sozialisten" gemacht hat? :shock:

Schreib' doch 'nen Leserbrief.

Wußtest Du, daß AH Vegetarier war?

Aus diesem Grunde - völlig nachvollziehbar - stehen bis heute alle Vegetarier-Organisationen unter Beobachtung des Verfassungsschutzes.

Georg

Entnazifiziert die Sprache!

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