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Typografie ganz einfach

Hervorgehobene Antworten

Da fällt mir noch als Anregung ein: Quenaus Exercises de Style, typographisch

inszeniert von Massin: In dem Buch wird ein und dieselbe Geschichte in zig Stilen erzählt – und jedesmal typographisch entsprechend umgesetzt. Ganz große Klasse!

Grüße

FlorianG

Wirkt es? Wieviel Prozent könnt Ihr Profis denn davon zuordnen?

Ich als Laie erkenne nur sieben, obwohl ja viel mehr als nur Schrift zum Wiedererkennen angeboten wird. Ist Werbung vielleicht doch nur eine Veranstaltung von Experten für Experten und für das gemeine Volk ist das alles austauschbar?

mercedes

sixt

lucky strike

arcor

-

-

-

post

-

-

-

jever

-

mini?

becks

eon

tequila

opel

o2

telekom

irgend eine bauspar was weiss ich versicherung (name entfallen)

debitel

eplus

-

ebay

-

-

-

dove

arte

-

-

-

krombacher

-

edeka

-

ohne auf die bildnamen zu schauen bzw. die bilder zu vergrößern.

Schau einfach mal in die Browserzeile*) oben, wenn du ein Sujet öffnest, dann hast du den Rest der noch fehlenden Antworten.

8)

*) ich meine da die Adressleiste oder wie die heißt, also wo du die URL eingibst.

Jaja, als Südbewohner hat man da aber nur wenig Chancen gegenüber euch Nordheimern. Weil ich ja – Gozeidank – net gar so oft zum Zahnarzt muss, um mir die bundesdeutschen Illustrierten durchzublättern. Und die ewiggleichen österreichischen Werbefenster in den TV-Programmen gehen mir auch echt AM SENDER!

Heißt: ich kenne die Kampagnen der deutschen Unternehmen nur am Rande.

*murmelmurmel* … könnte sich ja ab und zu den Spiegel kaufen oder die Gala oder die Bunte…

Jaja.

NEIN!

Interessant wäre aber für mich, ob ich nur anhand der Sujets, Farben und Schriften die Branchen erkennen würde. Muss ich mir amal, wenn ich Zeit hab, geben.

Ich muss hier mal kurz einen Satz von Seite 1 zitieren:

Herr Gerstenberg ist der einzige noch aktive Schriftengießer-Meister in Deutschland.

Das stimmt meines Wissens nach nicht, gibt es doch hier in Leipzig einen Herrn Hubert Krause, der ebenfalls Meister und nach wie vor ativ ist. Leider findet man im Netz nichts, außer dieser Seite aus einer Filmdokumentation: Link.

Ich muss hier mal kurz einen Satz von Seite 1 zitieren:
Herr Gerstenberg ist der einzige noch aktive Schriftengießer-Meister in Deutschland.

Das stimmt meines Wissens nach nicht, gibt es doch hier in Leipzig einen Herrn Hubert Krause, der ebenfalls Meister und nach wie vor ativ ist. Leider findet man im Netz nichts, außer dieser Seite aus einer Filmdokumentation: Link.

Doch, das stimmt schon.

Ich hätte das Wort "professionell" ergänzen sollen.

Ich meinte damit, daß Herr Gerstenbergs Unternehmen die einzige noch aktive Schriftgießerei ist. Und der Vollständigkeit halber sei auch noch der Herr Hartmann von Bauer types in Barcelona erwähnt, dem Nachfolge-Unternehmen der Bauerschen Gießerei.

In Leipzig wird wohl nicht gewerblich gegossen, sondern in einer Art Kollegenkreis mit Öffnung zum allgemein interessierten Publikum. Eine ganz sicher löbliche Dauerveranstaltung.

Daß ich sie nicht erwähnte, liegt vermutlich an meiner West-Prägung.

Irgendwie tief verankert in mir "vergesse" ich oft die Kollegen in Mitteldeutschland. Mea culpa.

Georg

Ergänzung: Und ganz herzlichen Dank für den Verweis.

Den kannte ich bisher noch nicht.

Daß ich sie nicht erwähnte, liegt vermutlich an meiner West-Prägung.

Ach, was! Du hast einfach etwas gegen »Krauses«! :wink:

Daß ich sie nicht erwähnte, liegt vermutlich an meiner West-Prägung.

Ach, was! Du hast einfach etwas gegen »Krauses«! :wink:

Naja, Krauses, Kruses und so Leute sind zwar Abweichler von der wahren Lehre derer von Kraus, aber sie gehören dennoch zum Stamm. Wir sehen das recht nonchalant.

Aber ich habe ihn jetzt einmal aufgenommen:

http://www.bleisetzer.de/cms/front_content.php?idcat=40

Georg

Um noch mal auf die erste Anfangsfrage zurückzukommen, wie man junge Menschen auf spielerische Art an die Typographie heranführen kann. Nach meinen unmaßgeblichen Erfahrungen ist tatsächlich Bleisatz was wunderbares, allerdings sollte man auch selber Ahnung davon haben und das nötige Equipment dafür haben. Stockpressen halte ich z.b. für ganz ungeeignet dafür, eine Nudel oder Andruckpresse sollte schon sein. Kleine Bleisatzschriften sind nicht der Bringer, Holzschriften sind besser geeignet - weil größer und leichter handhabbar. (Leider werden diese aber immer seltener, u.a. weil es Mitmenschen gibt, die diese Lettern durch das Verbauen in zweifelhafte "Collagen" den noch druckenden Anwendern entziehen.)

Was auch sehr schön geht ist: mit Schriftschablonen, Abreibebuchstaben, selbst ausgeschnittenen Papier- oder Kartonbuchstaben (meinetwegen vorher auf dem Rechner gesetzt und ausgedruckt) und vor allem mit Schrift-Stempeln zu arbeiten. Gute Erfahrungen habe ich mit dem typografischen Inszenieren von Wörtern oder Sätzen gemacht. Es gab mal u.a. bei der Büchergilde Gutenberg und im hamburger Museum der Arbeit eine Kassette mit Postkarten: Die hundert Wörter des Jahrhunderts - typografisch gestaltet. Das war bei Workshops als Anreger für die Kids immer ein Renner…

An der Kunsthochschule war die erste typographische Aufgabe in der Bleisatzwerkstatt das Setzen und Gestalten eines Schriftmusterblattes einer Schrift: das gab die Möglichkeit zu Geschichte und Entwerfer forschen zu müssen und daraus eine gestalterische Spielerei zu entwickeln. Da sind manchmal recht spannende Sachen entstanden …

Gleich am Computer anzufangen finde ich als Traditionalist didaktisch unklug, ist wohl aber heutzutage leider die Regel. Beim "händischen" arbeiten merken die jungen Leute eher, wie Schriftgestaltung funktionieren kann: weil es gleichzeitig mehr Beschränkung (nur eine oder zumindest wenige Schriftarten und Größen, die man benutzen kann, keine Manipulationsmöglichkeit an der Letterform selbst etc) und doch weniger Beschränkung gibt (wie kriege ich denn jetzt die Zeile gebogen, warum paßt das nicht in den Rahmen etc - die technischen Möglichkeiten des Computers müssen ja erstmal erlernt werden, ehe ich mit der Typo spielen kann. Das hat zur Folge, das am Computer eigentlich erstmal Computer gelernt und gespielt wird und nicht Typo).

Holzschriften sind besser geeignet - weil größer und leichter handhabbar. (Leider werden diese aber immer seltener, u.a. weil es Mitmenschen gibt, die diese Lettern durch das Verbauen in zweifelhafte "Collagen" den noch druckenden Anwendern entziehen.)

Oh, ja... oh, jaa...

Holzlettern-Collagen bauen is' wie wennze fliech's, Mann:

http://www.bleisetzer.de/cms/front_content.php?idcat=42

:twisted:

Georg

Apropos "Mit Holzlettern drucken":

Holzlettern kann man nicht auf Abziehpressen und auch nicht auf "normalen" Andruckpressen drucken. Weil eben der Druck viel zu gering ist. Außer, man nimmt eine richtige Andruckmaschine, also z.B. eine FAG oder Korrex. Aber dann muß man jeden Letter einzeln zurichten. Sicher für die Arbeit mit Laien, gerade (ungeduldigen) Kindern und jugendlichen, eher kontra-produktiv.

Bleisetzer

[...] vor allem mit Schrift-Stempeln zu arbeiten. [...]

Jetzt kommt mir eine Kindheitserinnerung hoch: einen Stempel aus Leerzeilen, in die man kleine Gummibuchstaben klemmen konnte. Das haben wir geliebt! Ist wohl verloren gegangen -- gibt es so etwas heute noch/wieder?

Jetzt kommt mir eine Kindheitserinnerung hoch: einen Stempel aus Leerzeilen, in die man kleine Gummibuchstaben klemmen konnte. Das haben wir geliebt!

Au ja! Da kommen mir sofort seelige Kindheitserinnerungen hoch – womöglich meine erste ›haptische‹ Erfahrungen mit Typographie (nach der bei uns tatsächlich gerne servierten Buchstabensuppe).

Gruß

FlorianG

Es gibt genügend Leute, die es können. Und das in der Praxis beweisen.

Aber natürlich gibt es immer auch welche, die es nicht können.

Oh, ja... oh, jaa...

Holzlettern-Collagen bauen is' wie wennze fliech's, Mann:

So eine Collage habe ich vor Jahren von fachfremden Freunden

So eine Collage habe ich vor Jahren von fachfremden Freunden ?geschenkt bekommen (»Du machst doch was mit Schriften...«). Schöner Staubfänger. Sind die Dinger wirklich was wert?

Walter

5 … 4 … 3 …

Oh, ja... oh, jaa...

Holzlettern-Collagen bauen is' wie wennze fliech's, Mann:

So eine Collage habe ich vor Jahren von fachfremden Freunden

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