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GENDERTYPO

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Gast

Gerade heute beklagt sich eine Leserin des Deutschen Ärzteblattes (das ich wie alle deutschen Ärzte zwangsbeziehe) darüber, daß kochende Menschen zwar Koch, mordende Menschen Mörder, studierende Menschen aber "Studierende" genannt werden (ich war ja noch Student).

Mir ist das gekünstelte "Studierende" immer noch lieber als das krampfige Binnen-I. Aber ich pflege Vorträgen gerne den Hinweis voranzustellen, daß ich immer beide Geschlechter meine, also Patienten und Patientinnen, Ärztinnen und Ärzte. Und dann füge ich an, daß ich mit "Aschenbecher" auch selbstverständlich Aschenbecherinnen meine, mit "Parkplatz" auch Parkplätzinnen und dann wird allen klar, wie albern ich den Kotau vor der angenommenen öffentlichen Meinung finde.

In den VSvA wird das noch krasser betrieben, da gibt es einen Verein, der spricht nur von den verdienten "chairpersons", obwohl nachweislich alle bisherigen Vorsitzenden Männer waren, mithin "chairmen" keine Frau ausschließen würde. Soweit kommt's hier noch.....

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Christoph Schumacher

Liebe Typografinnen und -aussen!

Während meiner Zeit als Studi an der Uni waren es vor allem Feministinnen und Feministen – ja, von denen gabs auch einige … (sind das jetzt eigentlich Feminisierende?), welche das Binnen-I mit Verve verteidigten. Nur die männliche Form zu benützen, war schon beinahe Selbstmord. Die Leitung der Uni hat dann irgendeinmal beschlossen, die Form «Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter» etc. zu verwenden. Das Binnen-I darf nicht verwendet werden. Ich persönlich verwende je nach Kontext entweder die geschlechtsneutrale Form oder dann aber einfach die männliche Form.

Es scheint mir, dass die gegenwärtige Generation der Studierenden die Gender-Diskussion mitlerweile etwas satt hat.

Christoph

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Bleisetzer
Liebe Typografinnen und -aussen!

Während meiner Zeit als Studi an der Uni waren es vor allem Feministinnen und Feministen – ja, von denen gabs auch einige … (sind das jetzt eigentlich Feminisierende?), welche das Binnen-I mit Verve verteidigten. Nur die männliche Form zu benützen, war schon beinahe Selbstmord. Die Leitung der Uni hat dann irgendeinmal beschlossen, die Form «Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter» etc. zu verwenden. Das Binnen-I darf nicht verwendet werden. Ich persönlich verwende je nach Kontext entweder die geschlechtsneutrale Form oder dann aber einfach die männliche Form.

Es scheint mir, dass die gegenwärtige Generation der Studierenden die Gender-Diskussion mitlerweile etwas satt hat.

Christoph

Ich, ne... also ich habe drei Schwestern. Zwei älter, eine jünger. Alles tatsächlich starke Persönlichkeiten und, selbstverständlich, völlig emanzipiert. Sie kommen da ganz auf unsere Mutter. (Meine alte Dame hat das Bundesverdienstkreuz für ihr soziales Engaschemang und so bekommen.).

Wenn wir Großfamilientag haben (Mutters Geburtstag oder Mutter-bekommt-nun-auch-noch-die-Willy-Brand-Medaille-Komma-die-wurde-in-diesem-Jahr-in-Düsseldorf-nur-zweimal-verliehen) dann kommen natürlich auch Tanten, Nichten, Schwager - die ganze Sippschaft.

Wenn's langweilig wird, fange ich immer gern ein Gespräch mit meiner zweitältesten Schwester an - die ist zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit des Frauenbüros der Stadt Düsseldorf. Ich liebe sie wie alle meine Schwestern. "Schon gehört? Bei der Bundeswehr sollen jetzt auch Frauen zur kämpfenden Truppe kommandiert werden dürfen. Und Schminkzeug können sie auch mitnehmen..." Kuchen mampf...

He, heee... 5 Minuten und dann geht's bei uns zur Sache, daß die Fetzen fliegen... Und ich habe nichts gemacht! Ach, ich liebe meine Großfamilie :D

Georg

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Flosemann
In den 60er Jahren schrieben die Friseure ihre Firmenschilder hier im Rheinland häufig "Frisör". Tatsache. Dann galt das als kleinstädtisch, wurde zum Friseur, dann zum Coifeur und heute sind es Hair-Stylisten.

Georg

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Flosemann
In den 60er Jahren schrieben die Friseure ihre Firmenschilder hier im Rheinland häufig "Frisör". Tatsache. Dann galt das als kleinstädtisch, wurde zum Friseur, dann zum Coifeur und heute sind es Hair-Stylisten.

Georg

An einem Laden in Hamburg habe ich auch „Kuaför“ gefunden, aber das ist türkisch und heißt da tatsächlich so.

Flosemann

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  • 2 Wochen später...
Markus Stoll

Hallo Kollegen,

Hallo,

Ich habe eine Profitypofrage:

Geht es typografisch klar dass man: StudentInnen oder oder MitarbeiterInnen schreibt?

(Ich finde es sieht furchtbar aus. Hat jemand eine elegantere typografisch einwandfreie Lösung ?)

DANKE SEHR

Die Frage kann wohl als unbeantwortet gelten. Generell ist es Aufgabe der Typografie, zwischen Inhalt und Lesepublikum zu vermitteln. Ersteres bestimmt der Autor, letzteres ggf. ein Verlag. Ohne zu wissen, in welchem Arbeitszusammenhang der Thread gestartet wurde, muss an dieser Stelle mal daran erinnert werden, dass dort, wo ein typo- oder orthotypografisches Problem besteht, eine typografische Loesung gefunden werden muss OHNE dass die Intention des Autors damit veraendert wird. Die hier im Forum geaeusserten Ansichten gehoeren an einen (anderen) Stammtisch.

Ob es typografisch "klar" geht, beantwortet nicht die Frage, wer so etwas zu entscheiden hat. Gerade weil der Setzer grosse Macht hat, muss er sich zurueckhalten.

Zum versalen Binnen-I: Das ist ein politisch motivierter Regelverstoss. Die Intention der Verfechter dieser Schreibweise ist es, den Lesefluss zu unterbrechen und zu verstoeren - fuer Satzhersteller vielleicht ein Horror.

In Publikationen wie Zeitschriften etc. kann ein Kompromiss darin bestehen, das Binnen-I einen halben Grad kleiner als die Grundschrift zu setzen, so dass es unwesentlich magerer, dafuer aber niedriger als die normale Versalhohe ist. Der Vorteil besteht in einem leicht ruhigeren Gesamtbild. Kapitaelchen hingegen an diese Stelle zu setzen waere unzulaessig.

Der Aufwand beim Suchen/ersetzen ist allerdings nicht zu unterschaetzen. Hier muesste mit einem Script gearbeitet werden.

gruss

Markus

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Gast njr
Hallo Kollegen,
Hallo,

Ich habe eine Profitypofrage:

Geht es typografisch klar dass man: StudentInnen oder oder MitarbeiterInnen schreibt?

(Ich finde es sieht furchtbar aus. Hat jemand eine elegantere typografisch einwandfreie Lösung ?)

DANKE SEHR

Die Frage kann wohl als unbeantwortet gelten. Generell ist es Aufgabe der Typografie, zwischen Inhalt und Lesepublikum zu vermitteln. Ersteres bestimmt der Autor, letzteres ggf. ein Verlag. Ohne zu wissen, in welchem Arbeitszusammenhang der Thread gestartet wurde, muss an dieser Stelle mal daran erinnert werden, dass dort, wo ein typo- oder orthotypografisches Problem besteht, eine typografische Loesung gefunden werden muss OHNE dass die Intention des Autors damit veraendert wird. Die hier im Forum geaeusserten Ansichten gehoeren an einen (anderen) Stammtisch.

Ob es typografisch "klar" geht, beantwortet nicht die Frage, wer so etwas zu entscheiden hat. Gerade weil der Setzer grosse Macht hat, muss er sich zurueckhalten.

Zum versalen Binnen-I: Das ist ein politisch motivierter Regelverstoss. Die Intention der Verfechter dieser Schreibweise ist es, den Lesefluss zu unterbrechen und zu verstoeren - fuer Satzhersteller vielleicht ein Horror.

In Publikationen wie Zeitschriften etc. kann ein Kompromiss darin bestehen, das Binnen-I einen halben Grad kleiner als die Grundschrift zu setzen, so dass es unwesentlich magerer, dafuer aber niedriger als die normale Versalhohe ist. Der Vorteil besteht in einem leicht ruhigeren Gesamtbild. Kapitaelchen hingegen an diese Stelle zu setzen waere unzulaessig.

Der Aufwand beim Suchen/ersetzen ist allerdings nicht zu unterschaetzen. Hier muesste mit einem Script gearbeitet werden.

gruss

Markus[/quote:3t0neeoy]

Doch, lieber Markus, die Frage kann sehr wohl als beantwortet gelten – wenn man denn alles liest; vor allem auch dieses "Augsburger Manifest", welches uns der Psocopterus weiter oben ans Herz legte.

Kürzer und verständlicher – für mich unbedarften Leser auf alle Fälle! – ist nachstehendes Zitat aus dem Duden-Newsletter vom 26. Januar 2001:

Die große „Fusionitis” in der Wirtschaft scheint auf die Woerter uebergegriffen zu haben: Der Fusion der Firmen folgt heute nicht selten die Fusion ihrer Namen. So geschehen bei DaimlerChrysler, doch nicht nur dort. Auch wer mit der BahnCard faehrt oder mit der EuroCard einkauft, begegnet der Großschreibung im Wortinnern. Auffaellig sollen diese Namen sein, sich abheben von den Namen der Konkurrenz. Dabei verstoßen sie aber gegen die fuer das Deutsche geltende Regel, dass es Großschreibung nur am Wortanfang (eines Substantivs) geben kann, aber nicht im Wortinnern. Mit diesem Manko sind auch die beliebten - weil so kurzen und deshalb praktischen - Verschmelzungen maennlicher und weiblicher Personenbezeichnungen behaftet, wie etwa StudentInnen, BuergerInnen, LehrerInnen. Dabei muessen Sie auf rechtschreibliche Korrektheit gar nicht verzichten, wenn Sie Frauen und Maenner in der Sprache gleich behandeln moechten:

Wenn Sie Klammern setzen - „Student(inn)en” - oder einen Schraegstrich - „Buerger/-innen” - oder ganz hoeflich die Vollformen ausschreiben - „Lehrer und Lehrerinnen” -, liegen Sie in jedem Falle richtig.

Beste Grüße,

Norbert Riedi

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