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Bauhaustypo


Gast KesM

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Gast KesM

Nachdem ich nun einges an Literatur gewälzt, aber nichts gefunden habe, wollte ich auf diesem Weg fragen, ob jemand eine Seite im Internet oder ein Buch kennt in dem die Entwerfer von Schriftarten genannt werden.

In meinem konkreten Fall suche ich den Typograph der Bauhausschrift.

Über Hilfe bin ich sehr dankbar :)

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Auf Seiten wie MyFonts.com kannst du zehntausende Schriften anschauen und der Entwerfer ist immer mit angegeben. Zur Schrift ITC Bauhaus wäre das z.B. Ed Benguiat.

Mit dem »echten« Bauhaus hat das natürlich wenig zu tun.

Eine echte Bauhaus-Schrift ist z.B. die Universalschrift von Herbert Bayer

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Gast KesM

Danke für die schnelle Antwort.

Auf Bayer war ich auch in meiner Literatur über das Bauhaus schon gestoßen, es wurden aber auch immer wieder andere Namen genannt so daß ich mir letztendlich doch nicht ganz sicher war.

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Danke für die schnelle Antwort.

Auf Bayer war ich auch in meiner Literatur über das Bauhaus schon gestoßen, es wurden aber auch immer wieder andere Namen genannt so daß ich mir letztendlich doch nicht ganz sicher war.

Du schreibst:

"..., es wurden aber auch immer wieder andere Namen genannt, ..."

Welche?

Georg

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Gast KesM

Es geht um ein Referat zum Bauhaus. Und ich wollte eben u.a. kurz die Typographie des Bauhauses ansprechen.

Aber die wohl bekannteste Schrift des Bauhaus scheint die Universal zu sein, dann werde ich auf die exemplarisch eingehen. Hatte überlegt auf diese von Word etc. vorinstallierte "Bauhaus93" einzugehen, aber die scheint nicht wirklich vom Bauhaus selber entworfen zu sein. Zumindest finde ich zu dieser Schrift gar nichts...

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Ich würde anrufen, bzw. mailen:

http://www.bauhaus-dessau.de/de/index.asp

Vergiss mir mal das Bauhaus Weimar nich, sonst bin ich beleidigt!

Es geht um ein Referat zum Bauhaus. Und ich wollte eben u.a. kurz die Typographie des Bauhauses ansprechen.

Okay. Ja, dann wäre die Universalschrift gut. Überraschenderweise hat das Bauhaus nur sehr wenig Schriftdesigns hervorgebracht. Das haben dann andere außerhalb des Bauhauses gemacht, etwa Paul Renner mit seiner Futura.

Aber in Sachen Typografie hat das Bauhaus natürlich Zeichen gesetzt. Im meinem Flickr-Account sind ein paar schöne Beispiele aus der Weimar-Zeit. Die Bilder kann ich auch gerne in guter Auflösung zur Verfügung stellen.

Hatte überlegt auf diese von Word etc. vorinstallierte "Bauhaus93" einzugehen, aber die scheint nicht wirklich vom Bauhaus selber entworfen zu sein.

Korrekt!

Sehr ärgerlich, dass die dann immer als Schrift benutzt wird, wenn es ums Bauhaus geht. :evil:

Ralf

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Gast KesM

Natürlich vergess ich das Bauhaus Weimar nicht ;) Da hat doch alles angefangen!

Die Futura hab ich im Referat auch für die Überschriften benutzt, weil mir die noch "näher" am Bauhaus vorkam als die Bauhaus93.

Hab mir die Fotos mal angeschaut, vielen Dank für das Angebot, aber Bildmaterial habe ich doch schon einiges und mein Referat darf die 15 Minuten auch nicht überschreiten, das wird sonst alles ein bisschen viel. Das Bild vom Bauhaus in Weimar könnte ich aber noch gut gebrauchen/einbinden. Wäre nett wenn du mir das zur Verfügung stellen könntest.

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In den setzkästen der bauhaus druckerei lag vor allem die Scheltersche Grotesk. Die Futura kam ja erst 1928 auf den markt, zu spät fürs bauhaus. Diese Scheltersche Grotesk war die vorlage für die FF Bau http://www.christianschwartz.com/bau.shtml, von Christian Schwartz nach alten schriftproben aus meinem schrank digitalisiert und neu interpretiert. Keine der schriften, die von bauhauslehrern entworfen wurden, hatte praktischen nutzen. Die universal von Bayer gab es nur als zeichnung, nicht als satzschrift.

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In den setzkästen der bauhaus druckerei lag vor allem die Scheltersche Grotesk. Die Futura kam ja erst 1928 auf den markt, zu spät fürs bauhaus. Diese Scheltersche Grotesk war die vorlage für die FF Bau http://www.christianschwartz.com/bau.shtml, von Christian Schwartz nach alten schriftproben aus meinem schrank digitalisiert und neu interpretiert. Keine der schriften, die von bauhauslehrern entworfen wurden, hatte praktischen nutzen. Die universal von Bayer gab es nur als zeichnung, nicht als satzschrift.

Also ist es richtig, wenn man...

- ...Renners Futura eben nicht dem Bauhaus zuordnet?

- ...weiß, daß das Bauhaus sehr große Wirkung auf die Typographie hatte, aber keine eigenen Schriften hervorbrachte.

Richtig verstanden?

Mich verunsichert es manchmal, wenn ich in den diversen Foren Aussagen zum Bauhaus, zur Futura und zu "Bauhaus-Schriften" lese und eben diese dort in den Raum gestellten Zusammenhänge gar nicht sehen kann.

Georg

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- ...Renners Futura eben nicht dem Bauhaus zuordnet?

Sie ist sicherlich vom Geist des Bauhaus beinflusst (besonders die Originalentwürfe), aber nicht dort entstanden. (Und auch nicht dort eingesetzt worden, wie Erik ja schon bemerkt hat.)

Futura_Muster_web.jpg

- ...weiß, daß das Bauhaus sehr große Wirkung auf die Typographie hatte, aber keine eigenen Schriften hervorbrachte.

Typische »Bauhaus-Schrift« brachte es schon hervor, aber eben keine Satzschriften, sondern nur gezeichnet, gemalt, konstruiert etc.

Ralf

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Hier ein sehr schlechtes repro des bauhaus briefbogens von 1928. Ich habe leider hier in SF nichts besseres zur verfügung. Die worte „bauhaus dessau” oben rechts sind aus der fetten Schelterschen Grotesk gesetzt, die anderen angaben aus der normalen version. Nix Futura, obwohl sie zu dem zeitpunkt erhältlich gewesen wäre. Schrift war damals teurer als heute und nicht über nacht verfügbar.

839_bauhaus_bb28_4.jpg

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Hier noch als Ergänzung ein Zitat aus dem Buch:

Bauhaus: Drucksachen, Typografie, Reklame. Hrsg. von Gerd Fleischmann. – Stuttgart: Oktagon, 1995.

Die Entscheidungen für bestimmte Schriften in den Drucksachen waren zunächst abhängig von dem Angebot der gerade beauftragten Druckerei. Erst in Dessau wird eine bestimmte Schriftfamilie als “Hausschrift” favorisiert: Die Breite fette und die Breite halbfette Grotesk der Schriftgießerei J.G. Schelter & Giesecke, Leipzig, gelegentlich wird auch die zugehörige Breite magere Grotesk verwendet. Diese Schriften sind anonyme, klassische Groteskschriften (richtig: serifenlose Linearantiquas), die ähnlich auch von anderen Schriftgießereien angeboten wurden. Sie sind erschienen 1870 (Breite magere), 1890 (Breite halbfette) und 1902 (Breite fette). Weitere verwendete Groteskschriften sind u.a. die Venus-Grotesk der Bauscherschen Gießerei (Frankfurt a.M. mit den Schnitten halbfett (1907), dreiviertelfett (1911), fett (1910–11) und breit mager (1911), Ideal-Grotesk und Industria der Schriftgießerei H. Berthold A.-G., Berlin, die neue moderne magere Grotesk von Ludwig Wagner A.-G., Leipzig und schließlich die Futura von Paul Renner (Bauersche Gießerei, Frankfurt a.M.) als allgemein akzeptierte “Schrift ihre Zeit“.

Die übrigen Schriften, insbesondere die verwendeten Mediäval- und Antiquaschriften, sind wohl eher Notlösungen als Entscheidungen gewesen: u.a. Flinsch-Mediäval (Schriftgießerei Flinsch, Frankfurt a.M. und St. Petersburg), Genzsch-Antiqua (Genzsch & Heyse A.-G., Hamburg, 1907 und Intertype Setzmaschinen GmbH, Berlin), Moderne fette Antiqua (J.G. Schelter & Giesecke, Leipzig), Ohio (Schriftguß A.-G. vorm. Brüder Butter, Dresden und J.D. Trennert & Sohn, Altona-Elbe, 1912). Eine Ausnahme ist die Behrens-Mediäval (Gebr. Klingspor, Offenbach a.M., 1914) in den frühen Weimarer Drucksachen.

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Danke für das zitat. Das buch von Gerd Fleischmann ist das beste zum thema. Kann sein, dass mein repro des briefbogens ein scan aus dem buch ist – ich weiss es nicht mehr. Gerd hat eine grosse sammlung von originalen aus der Bauhaus druckerei, und ich habe auch einige.

Das kleine bild des autoren links kommt mir bekannt vor ;-)

Aus dem Typografischen Roman?

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Ja, das Zitat ist sehr aufschlußreich. Das Buch werde ich mir besorgen. Danke dafür.

Was mich bisher zum Thema Bauhaus - das ich liebe - immer leicht verunsichert hat, war das selbstbewußte Auftreten diverser Forum-Mitglieder im Weltnetz, die dem Bauhaus zuschrieben, was - wie ich nun gelernt habe - gar nicht dazu gehörte. Ich las immer von "Bauhaus-Schriften", suchte die im Bleisatz auch immer wieder und wurde nicht fündig. Nun weiß ich, warum. Und eine ganze Reihe der erwähnten Schriften habe ich. Das ist sehr schön.

Als Fazit kann man doch formulieren:

Diese Bauhaus-Bewegung, die ja bis heute starke Auswirkungen auf die Typographie hat, definierte sich nicht über neu entwickelte Schriften. Sofern konstruiert, hätten es so zielmlich alle damalig bekannten Groteske sein können. Das Hauptaugenmerk lag eindeutig auf der neuen Typographie. Das ist richtig, ja?

Das hier war/ist eine tolle Diskussion.

Vielen Dank nochmals.

Georg

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Danke! Ist das denn nicht auch die Schrift, mit der am Bauhausgebäude in Dessau "Bauhaus" geschrieben ist?

nein, der schriftzug wurde extra gezeichnet.

ich habe schon einige sachen für das heutige bauhaus in dessau gestaltet und nie die futura genommen, es gibt kollegen die es machen aber ich finde nicht, dass sie richtig wäre abgesehn von den geschichtlichen aspekten.

das bauhaus dessau selbst nutzt auch vorwiegend die akzidenz grotesk.

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überlege ob ich nicht die gotham nehme.

Hallo! Da könntest du eher sowas wie die Erbar oder Nobel oder Neuzeit oder FF Super nehmen. Die sehen aus wie die Gotham, sind aber frühe Groteskschriften aus den 20ern.

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