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Fette Fraktur - Restaurantflyer ?


KOHLi

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Norbert P

Der "Standard" ist doch "Zur Post" mit rundem s. Gibt's hier im Münchner Umland zu Hunderten. Wenn dann noch "Gasthaus" davor steht, ist immer hin wenigstens eins von drei s richtig ...

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Blackletter

Übrigens: Es sind ja nicht nur die Leser, die mit Farktur nicht umzugehen wissen. Bei oder in Wurzen passiert man einen verfallenen Gasthof, der an der Façade mit der Frakturschrift »Zux Waage« wirbt. Habe leider jetzt kein Photo davon auf meiner Festplatte gefunden.

Manchmal ist es besser man fragt nach! Hattest Du beim vorbeifahren auch genügend Zeit um genau hinzusehen, handelt es sich wirklich um ein X, und nicht um ein rundes R ?

2715_post_1.jpg

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Pachulke
Manchmal ist es besser man fragt nach! Hattest Du beim vorbeifahren auch genügend Zeit um genau hinzusehen, handelt es sich wirklich um ein X, und nicht um ein rundes R ?

Da gibt es nichts mehr nachzufragen. Das Haus ist ruiniert. Vielleicht war ja die Küche wie die Beschriftung… Jedenfalls kehre ich in solchen Häusern möglichst nicht ein, weil genau dies meine Befürchtung ist. Wer ein Schluß-s in Gasthof akzeptiert, hat wahrscheinlich auch kein Problem mit Küchenschaben.

Jedenfalls steht dort wirklich:

3124_zuxwaage_1.jpg

Ich bin schon mehrmals dort vorbeigefahren und fahre extra jedesmal langsam, weil ich es nicht fassen kann. Wahrscheinlich hat man den unteren Haken für ein Ornament am r gehalten.

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Flosemann
Manchmal ist es besser man fragt nach! Hattest Du beim vorbeifahren auch genügend Zeit um genau hinzusehen, handelt es sich wirklich um ein X, und nicht um ein rundes R ?

Aber das wäre nach dem u doch auch falsch! Und mal ehrlich, welcher Schildermaler kennt das runde r?

Flosemann

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Flosemann

Die Verwechselung von x und r hatten wir hier im Forum auch schon mal (Leider weiß ich im Moment nicht mehr genau wo) Es gab da nämlich einen Laden für Damen und Hexxen-Mode.

Flosemann

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Pachulke

Es ist unglaublich! Ich dachte, ich hätte da mal einen ganz originären Fehler aufgetan, aber der Wahnsinn scheint ja Methode zu haben. Jetzt stellt sich mir die Frage: Wie kann es eigentlich zu so einem Fehler kommen? In meinem Beispiel waren das Holzbuchstaben. Da vermute ich mal, daß der Schreiner, der die ausgesägt hat, ein Schriftmusterblatt hatte, und dann hat er sich halt das »schönere r mit dem Extraschnörkel« herausgesucht und der Kneiper hats ihm abgekauft. Aber der Hexxenfriseur: Stinknormale Folieschrift, am Rechner gesetzt – da muß man doch nicht nur keine Ahnung haben, sondern auch noch die x-Taste drücken, die ja nun mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht in Fraktur, sondern in Grotesk beschriftet ist. Wie kann das passieren?

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Blackletter
Es ist unglaublich! Ich dachte, ich hätte da mal einen ganz originären Fehler aufgetan, aber der Wahnsinn scheint ja Methode zu haben.

...

Aber der Hexxenfriseur: Stinknormale Folieschrift, am Rechner gesetzt – da muß man doch nicht nur keine Ahnung haben, sondern auch noch die x-Taste drücken, die ja nun mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht in Fraktur, sondern in Grotesk beschriftet ist. Wie kann das passieren?

Wohl aus dem selben Grund weshalb manche anstatt dem langen-S das schluß-S setzen, sie gehen davon aus, der Lesende sei dumm und man müsse ihm daher entgegenkommen (Bevormundung).

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Flosemann
Wohl aus dem selben Grund weshalb manche anstatt dem langen-S das schluß-S setzen, sie gehen davon aus, der Lesende sei dumm und man müsse ihm daher entgegenkommen (Bevormundung).

Das verstehe ich nicht. Das x für r ist doch kein Entgegenkommen dem Leser gegenüber (weil er das ſ nicht kennt); es ist schlicht und einfach falsch.

Wie es zur Verwechselung kommen kann ist mir nicht erfindlich. Ich vermute aber, daß die Schrift nicht am Computer gesetzt wurde sondern irgendwie doch per Hand. Oder der Entwerfer hat sich den gesamten Buchstabenbestand angeschaut und das „wunderbar verzierte r“ entdeckt.

Flosemann

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Bleisetzer

Irgendwo ist es doch nur logisch, wenn Deutsche von Heute z.B. das Lang-s als Gemeines-l interpretieren. Man kann doch nicht ignorieren, daß die Zeit, in der das Lang-s verwendet wurde, mindestens 60 Jahre her ist.

Und so kommt es dann halt bei der Interpretation alter Bücher zu solchen Beschreibungen wie:

"Papier: Zerkall-Bütten der Papierfabrik Zerkall Renker & Söhne, Zerkall über Düren

Jellenschrift der Schriftgießerei Gebr. Klingspor, Offenbach a.M."

Sich als Typograph heute darüber aufzuregen, ist eher snobistisch.

Gesehen bei Ebay:

http://cgi.ebay.de/Oberkommando-der-Weh ... dZViewItem

Georg

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Pachulke
Sich als Typograph heute darüber aufzuregen, ist eher snobistisch.
Da bin ich doch gern mal ein Snob.

Aber jetzt irritierst Du mich:

Irgendwo ist es doch nur logisch, wenn Deutsche von Heute z.B. das Lang-s als Gemeines-l interpretieren.…Und so kommt es dann halt bei der Interpretation alter Bücher zu solchen Beschreibungen wie:

"Papier: Zerkall-Bütten der Papierfabrik Zerkall Renker & Söhne, Zerkall über Düren…

Was stimmt daran nicht? Die Papierfabrik bezeichnet sich doch selbst so: http://www.zerkall.de/Deutsch/Index.Deutsch.html

Ich habe das Zerkall-Logo noch nie in gebrochener Schrift gesehen, aber in Antiqua sieht das Wasserzeichen so aus:

3124_zerkall_1.jpg

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Bleisetzer
Es ging ja doch wohl mehr um die »Jessen«-Schrift …

Natürlich richtig, Florian.

Entschuldige Pachulke, jetzt habe ich mich tatsächlich selbst snobistisch benommen, denn ich ging davon aus, daß das jedem klar sei :twisted:

Georg

1012_1_181.jpg

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Tholan

Hallo miteinander,

also ich finde die Diskussion um die Nichtlesbarkeit des Lang-s sehr übertrieben, vielleicht auch wenn man zuspitzen würde, provokant gegenüber den „dummen“ Lesern. Das sind doch alles nur Vermutungen.

Bei Eigennamen oder nicht alltäglich verwendeten Wörtern kann ich einer Verwechslungsgefahr zustimmen, aber Mittagessen als Mittagellen oder Mittageffen zu lesen, wenn dann die Gerichte aufgeführt werden, ist doch sehr unwahrscheinlich, man muss doch auch immer den Zusammenhang mit berücksichtigen.

Und ein Rund-s mit seiner großen Breite sieht doch in der Wortmitte doch sehr unschön in einer Fraktur aus.

Also für mich hätte ein Fließtext in einer Speisekarte Stil und würde sich vom Einheitsbrei abheben, das hätte nichts snobistisches an sich.

Mit bestem Gruß

Thomas

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Pachulke

Ich halte die beiden s-Formen sogar für ein Plus in Sachen Lesbarkeit einer Schrift, da man die Wortfugen viel schneller erfaßt. Würden Antiqua- und Groteskschriften wieder mit beiden s-Formen gesetzt, wäre das ein funktionaler Fortschritt – zumindest für den Leser.

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Bleisetzer

Meine Kindheit liegt ja bekanntlich schon einige Jahre zurück, ich bin Jahrgang 1955.

Anfang der 60er Jahre habe ich auf völlig natürlichem Wege gelernt, Gebrochene Schriften zu lesen. Ich komme aus einer Arbeiterfamilie und alle haben dort immer viel gelesen.

In Düsseldorf gab und gibt es das Moderne Antiquariat vom Stern-Verlag. Da durfte ich mit meiner Mutter einmal im Monat hin zum Stöbern. In den ersten Jahren hat sie mir irgendwelche Kinderbücher ausgesucht, aber spätestens mit 10 Jahren durfte ich lesen, was immer ich wollte. So bin ich in die Welt von Jules Verne, Mark Twain, Karl May, C.S. Forester eintauchte und darin für jeweils Wochen verschwand.

Der Großteil der Bücher war in Gebrochenen Schriften gesetzt, die Hornblower-Romane von Forester, glaube ich, in Antiqua. Ich bin also damit aufgewachsen und habe schlicht nie wirklich nachvollziehen können, was anderen damals und heute daran schwierig erschien. Aber es ist ja offensichtlich so. Ich sehe das an meinen (fast) erwachsenen Kindern.

Die Große liest Gebrochene Schriften fast so flüssig wie ich. Mein Junior dagegen hat da eine Blockade. Ich will ihm nun einen Roman über die Samurai besorgen,das in Gebrochener Schrift gesetzt ist. Falls es das gibt. Er ist dermaßen heiß auf alles, was mit Japan zusammenhängt, daß das ausreichen wird, denke ich. Immerhin hat er auch Ich-weiß-nicht-wieviele-es-gibt japanische Schriftzeichen auswendig gelernt.

Was ich sagen will, ist:

Wir Deutsche sind in weiten Teilen ohne geschichtliches Bewußtsein. Mir selbst erscheinen die Gebrochenen Schriften bewahrenswert. Nicht als Standard-Schrift, aber in hohem Maße bewahrenswert. Also versuche ich, im Kleinen dieses Wissen weiterzugeben. Einfach als Gegenpol zu Multikultopia.

Georg

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Andreas Banholzer

Passt irgendwie hier her. Das ist mir neulich aufgefallen. Die Brauerei

meinte wohl, der Namenszug sei nicht mehr angesagt und hat ihn einfach

einer kleinen Schönheits-OP unterzogen. :wink:

vorher:

2120_fuerstenberg_vorher_1.jpg

nacher:

2120_fuerstenberg_nacher_1.jpg

Gruß Andreas

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