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Alte Verkehrsschilderfotos aus der DDR


Ralf Herrmann

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Dieses Bild ist doch für die Zeit bis 1940 viel zu neu. Eisenhüttenstadt wurde erst später als Vereinigung von Stalinstadt und Fürstenberg gegründet, also zu Zeiten der DDR.

Das hatte mit dem ursprünglichen Thema nix zu tun. Hab mich nur über die historischen Verkehrsschilder unter dem angegebenen Link gefreut. Deshalb schrieb ich, dass da auch was FÜR MICH dabei ist.

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Auch was für mich dabei!

Sehr schön! Ich wusste gar nicht, dass DDR-Ortsschilder mal so aussahen. Wenn du mehr in der Richtung hast, immer her damit! :cheer:

Das Fotos des Eisenhüttenstadtschilds ist ja geradezu subversiv. Herrlich! (Da die Übermalung so offensichtlich ist, springt einen der frühere Stadtname Stalinstadt geradezu an. Das erinnert mich an das Propagandagedicht »Die ewige Inschrift«, das in DDR-Lesebüchern stand.)

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… das Propagandagedicht »Die ewige Inschrift«, das in DDR-Lesebüchern stand.

Kenne ich gar nicht. Das muß vor meiner Zeit gewesen sein. Ober nach meiner (Schul)zeit. Nicht mal Google scheint das Gedicht zu kennen.

Der Standard seit den 1970ern war eine Gill Sans …

Es war nicht alles schlecht. :|

Aber im Ernst: Die Gill für Straßenschilder war zumindest ästhetisch eine überzeugende Lösung. Vermutlich sind modernere Schriften besser lesbar, auch ist Gill schmal problematisch, aber alles in allem macht sie einen freundlicheren Eindruck. Da fährt man gleich viel gelassener. :D

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»Er?tes ?oziali?ti?ches Dorf« in »Schaftstiefelgrotesk« — da werden einge Leute mal wieder ihre Vorurteile an der Realität überprüfen können. :wink:

Siehe dazu auch dieses Foto :D Danke nochmal an Thorsten für den Tip – riesengroß sind die Bilder nicht, aber es sind einige echt schöne dabei, auch genau solche die ich gesucht habe :D Bin immer noch dabei, mich da durch zu arbeiten, bevor ich mich den anderen Links zuwende jump.gif

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Auch was für mich dabei!

Hier ist noch eins ...

00088145.jpg

:) schön ... zufällig auf Anhieb erkannt: das ist etwa 20km von wo ich lebe, in Feldkirch, die Brücke über die Ill.

Sieht heute ganz anders aus - vor allem hätten die Linksalternativen aus dem Jugendclub gleich nach der Brücke das "Reichsgrenze" längst typografisch neu gestaltet.

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Sehr schön! Ich wusste gar nicht, dass DDR-Ortsschilder mal so aussahen.

Nicht offiziell. Der Standard seit den 1970ern war eine Gill Sans[/quote:2lshthws]

An den erinnere ich mich natürlich. Gab’s dann vor 1970 keinen Standard?

Es überlebte aber auch jede Menge (alte) DIN bis zur Wende

Waren die blauen Autobahnschilder nicht generell in DIN, zumindest an den Transitautobahnen? (Wurde das hier schon mal diskutiert?) In meiner Erinnerung waren die blauen Schilder am Berliner Ring und der Strecke Richtung Marienborn (für Wessis: der heutigen A2), auf der der elterliche Trabi oft unterwegs war, jedenfalls nie in Gill Sans. Sollten die 1990 schon alle über 20 Jahre alt gewesen sein?

Ich lasse mich natürlich gern eines besseren belehren. Leider konnte ich keine DDR-Fotos finden, auf denen die blauen Schilder zu sehen waren. Als Ersatz vielleicht das hier (Mischung DIN, Gill Sans?):

(der interessante Teil wird nach einem Klick auf das Bild sichtbar)

00052906.jpg

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Gab’s dann vor 1970 keinen Standard?

Vorher gab’s auch DIN und natürlich viel Schildermaler-mäßiges, wie man ja in den Abbildungen oben sieht.

Waren die blauen Autobahnschilder nicht generell in DIN, zumindest an den Transitautobahnen?

Offenbar, obwohl sie in der StVO in Gill Sans abgebildet waren. Warum, konnte ich bisher auch nicht rausbekommen.

3068525030_cb057203f0.jpg

Michendorf, Berliner Ring: (steht immer noch)

2545241195_860212b362.jpg

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Offenbar, obwohl sie in der StVO in Gill Sans abgebildet waren. Warum, konnte ich bisher auch nicht rausbekommen.

Ich hätte gedacht, ich hätte hier (oder doch woanders?) mal was davon gelesen, dass es mit der westdeutschen Finanzierung der Transitstrecken zu tun gehabt haben könnte. :?

Michendorf, Berliner Ring: (steht immer noch)

2545241195_860212b362.jpg

Das kann kein altes Schild sein. (Der Berliner Ring ist erst seit der Vereinigung BAB »10«. Dass die »10« nachträglich angebracht wurde, erscheint unwahrscheinlich.)

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»Er?tes ?oziali?ti?ches Dorf« in »Schaftstiefelgrotesk« — da werden einge Leute mal wieder ihre Vorurteile an der Realität überprüfen können. :wink:

:? Behauptet hier wirklich jemand ernsthaft, dass diese Schriften nur in Nazideutschland (bis 1941) verwendet wurden? Würdest du andererseits bestreiten wollen, dass Tannenberg & Co. heutzutage bei den meisten Deutschen Assoziationen wecken dürften, die mit den Nazis zu tun haben?

… das Propagandagedicht »Die ewige Inschrift«, das in DDR-Lesebüchern stand.

Kenne ich gar nicht. Das muß vor meiner Zeit gewesen sein. Ober nach meiner (Schul)zeit. Nicht mal Google scheint das Gedicht zu kennen.

Kleine Korrektur: das Machwerk war wohl eine Kurzgeschichte, kein Gedicht. Der Titel kann auch »Die unsterbliche Inschrift« gewesen sein (obwohl Google auch dazu keine Ergebnisse liefert). Ich frage bei nächster Gelegenheit mal ein paar verwandte (DDR-)Deutschlehrer.

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Ich hätte gedacht, ich hätte hier (oder doch woanders?) mal was davon gelesen, dass es mit der westdeutschen Finanzierung der Transitstrecken zu tun gehabt haben könnte. :?

Das hatten wir im Thread Verkehrsschriften-Wiki-Artikel als Vermutung geäußert.

Dass die »10« nachträglich angebracht wurde, erscheint unwahrscheinlich.)

Ist aber so. Hab noch mehr dieser DDR-Holz-Schilder auf Rastplätzen gefunden. Da schien man es mit den Normen nicht ganz so genau zu nehmen und hat wohl aus Kostengründen einfach die DDR-Varianten (modifiziert) übernommen.

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Hab noch mehr dieser DDR-Holz-Schilder auf Rastplätzen gefunden. Da schien man es mit den Normen nicht ganz so genau zu nehmen und hat wohl aus Kostengründen einfach die DDR-Varianten (modifiziert) übernommen.

Du meinst also, dass auf dem abgebildeten Schild schon zu DDR-Zeiten das Autobahnsymbol und der Schriftzug »Frankfurt/O.« genau so standen, rechts an den Rand gequetscht mit einer großen Lücke links, in die dann die Autobahnnummer »10« wunderbar hinein gepasst hat? Kann es nicht sein, dass das alte Holzschild komplett neu beschichtet und beschriftet wurde?

P.S. Ich dächte, im Café gäbe es kein OT?

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»Er?tes ?oziali?ti?ches Dorf« in »Schaftstiefelgrotesk« — da werden einge Leute mal wieder ihre Vorurteile an der Realität überprüfen können. :wink:

:? Behauptet hier wirklich jemand ernsthaft, dass diese Schriften nur in Nazideutschland (bis 1941) verwendet wurden? Würdest du andererseits bestreiten wollen, dass Tannenberg & Co. heutzutage bei den meisten Deutschen Assoziationen wecken dürften, die mit den Nazis zu tun haben?

Ob nun hier oder anderswo: Jedenfalls gibt es genug Leute, die diese Schriften einseitig ideologisch zuordnen, was in der Folge dazu geführt hat, daß inzwischen die genannten Assoziationen mehrheitlich vorhanden sind. Und das ist schade, denn für ideologiefreie gebrochene Groteskschriften gäbe es durchaus einen Platz. Schriftgeschichtlich war das ja durchaus ein interessanter Punkt der Entwicklung. Deswegen freue ich mich immer über solche Bilder, die diese Assoziationen relativieren.

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Und das ist schade, denn für ideologiefreie gebrochene Groteskschriften gäbe es durchaus einen Platz. Schriftgeschichtlich war das ja durchaus ein interessanter Punkt der Entwicklung.

:gimmifive:

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Das kann kein altes Schild sein. (Der Berliner Ring ist erst seit der Vereinigung BAB »10«.

Keine Ahnung, was da durch die 10 ersetzt wurde. Es kann aber auch kein neues Schild. Nix würde passen: weder das Schild, noch das Spacing, noch die Schrift, noch das Autobahnsymbol. Nichts davon entspricht einer Fertigung nach 1989. Damals wurden ja alle Schilder neu gemacht. Warum sollte man ausnahmsweise ein einzelnes Schild nach veralteten Spezifikationen neu setzen?

Kann es mir in 2 Wochen nochmal genauer anschauen.

Sehr genau angeschaut hatte ich mir die hier an der A4 (Hörselberge)

2238989087_c8ede17904.jpg

Genau das gleiche Prinzip: Holzschild, gleiche/alte DIN, keine RAL- oder Herstellervermerke. Lediglich die Nummer könnte neu sein.

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Nichts davon entspricht einer Fertigung nach 1989.

Aber die »10« kann nun einmal auch nicht von vor 1990 stammen. Der Berliner Ring lag in seiner Gesamtheit auf DDR-Territorium und war zu DDR-Zeiten nicht (so) nummeriert. Selbst in Vorwegweisern (also z.B. Richtung Westen kurz vor Marienborn) kamen die BAB-Nummern nicht vor. Deshalb ist selbst die »4« auf dem Hörselberger Schild sehr wahrscheinlich aus der Zeit frühestens nach der Grenzöffnung. (Ich bin mir auch nicht sicher, ob zu DDR-Zeiten [vor der Maueröffnung] dort Frankfurt/M. statt nur Wartha/Transit BRD gestanden hätte.)

Ich glaube dir natürlich, was die anderen Parameter angeht, die für eine DDR-Herstellung sprechen. Ich tippe bei beiden Schildern auf die Übergangszeit 1990/91. Es hat ja eine Weile gedauert, bis alles umgestellt war. DDR-Kennzeichen (Muster IAB 1-23) wurden ja auch noch bis irgenwann 1991 ausgegeben (oft aber schon in DIN-Schrift).

Noch ein paar Fundstücke von der DDR-Seite der Grenze:

Grenz%C3%BCbergangsstelle_Marienborn_3_%28G._Mach%29.jpg

800px-De_Transit_Drewitz_1986.jpg

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<p>Wayfinding Sans Pro – die ultimative Beschilderungsschrift</p>
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