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Schmallaufende römische Ziffern


Eckhard

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Meint ihr mit der Verzerrung wegen der Froschpersektive diesen Gedanken, den ich hier mal nach Albrecht Dürer zitiere:

 

Es begibt sich oft das man schrift an die seulen / thürn / oder an hohen maueren macht /darumb welicher an ein an ein thuren schreyben will das man die oberst zeyl der buchstaben als wol gesech zu lesen als vnderst / der mach sie oben größer dann vnden / durch ein solichen weg / stell dein gesicht so weyt von dem thurn / vnd in der hoch wie du wild / diß sey ein punct.c.vnn nym für dich den weg des dryangels.a.b.c.der.16.figur des lini büchleins / vnn las das.a.b.sein die thuren höhe oder want darauf du schreyben wild. Nun teyl in das cirkeldrum.b.e.mit puncten gleych weyten der zeylen Darein du schreyben wild / vnnd als dann far auß des gesichtz puncten.c.mit geraden linien durch all puncten des circeldrums.b.e.biß an die aufrecht thuree höhe oder want.a.b. Darnach far mit parlinien auß disen puncten auf des thurns want vber zwerch. Zwischee die selben linien must du dein schrift setzen / da wirdt dir anzeygt wie vill die öberen bustaben grösser werden dann die vnderen / vnnd so du aber ein kurtze lini nach der langen.a.b. gleychmesig wild teylen / so reyß all linien gerad in den punctee.c.vnd schneid sie mite iner aufrechten parlini.f.g.gehen dem puncten.c.ab.so wird.f.g. gleych geteylt wie.a.b. mit der sie ein parallel ist. Diß ist zubrauchen im für oder hindersetzee zu ergrössen oder kleiner machen. Also sind all lini nach anderen zu teylen in gleychen oder vngleychen dingen / vnd in den teylen die man nit nenne kan / vnn soliche teylung hat nit allein stat in den pustabe / sondern in allen andere dingen / vnn in sonders so man einen hohen thuren in allen gaden nit bildwercken ziree will / also dz die oberen bild gleych den vnderen scheynen kan durch disen weg geschehen / wie das hernach aufgerissen ist.

 

post-22079-0-59947400-1407199038_thumb.p

 

(wenn ich das jetzt auf aktuelles Hochdeutsch übersetzen soll, bitte sagen)

 

PS: Zudem hat sich mir jetzt geklärt, was es mit den in eiem anderen Strang mit den Punkten vor und nach Zahlen auf sich hat: Es war damals praktisch eine Art Klammer um die Zahl - bzw hier im Text um die Bezeichnung der Punkte.

 

Statt wie wie heute schreiben würden „das Dreick (a b c))“ schrieb man damals „das dryangel.a.b.c.“

 

 

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Ja, so ungefähr, obwohl es bei Dürer ja mehr um einen Größenausgleich von Zeichen in unterschiedlicher Höhe geht, und Kathrin wohl eher eine perspektivische Verzerrung meinte.

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ich würde lediglich die Füße edr Is in VII einen Hauch an das V ziehen, evtl auch bei VIII

 

 

Ein Hauch geht immer.

 

 

Ich vermute, daß die Abstände zwischen den I ( in II, III, IIII, VII, VIII und XII) zu eng sind und bei dem großen Betrachtungsabstand einer Turmuhr nicht funktionieren. Das war zwar beim Original auch nicht besser und man könnte das auch mit dem Argument ignorieren, daß bei einer Uhr ohnehin jeder weiß, welche Ziffer wo steht, aber ich würde die Abstände noch ein bißchen aufbohren.

 

Ich suche eben den Kompromiss. Mache ich den Abstand zwischen Is größer wird die Zahl breiter, wir die Verzerrung größer.

Und: ja, man schaut sich die Zahlen eigentlich nicht an. Mir ist erst jetzt, wo ich das Ziffernblatt in Händen hielt, aufgefallen, dass die Vier als IIII und nicht als IV geschrieben wurde, obwohl ich seit Jahren an dem Turm vorbeigehe und auf die Uhr schaue.

 

Ich fand auch dieses Blatt hier. Dort wurde die Zentrierung drastisch gelöst:

zentriert 1

Ab 7 Uhr gibt es nur noch eine große Zahl

 

zentriert2

Auch ’ne Art der Verzerrung

 

zentriert3

Es gibt die Zentrierung wohl auch bei Turmuhren …

 

zentriert4

… und bei Bahnhofsuhren

 

Dem Parallax-Effekt kann man bei Turmuhren nicht entgegenwirken, weil es ja nicht den einen Betrachtungswinkel gibt. In diesem Falle gibt es Positionen im Städtchen, wo man auf einer Höhe mit der Turmuhr steht.

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  • 2 Monate später...

Ich wollte doch noch schnell das Ergebnis zeigen, auch wenn die sache schon etwas älter ist. Vom Boden aus erkennt man kaum Details, man kann fast noch nicht einmal die Ziffern an sich unterscheiden. Dazu ist das Zifferblatt zu klein. Das Teleobjektiv täuscht hier mehr Details vor.

Danke für Eure Mithilfe.

 

post-19297-0-22686300-1414514520_thumb.j

post-19297-0-25236100-1414514533_thumb.j

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Noch ’ne Geschichte dazu:

Der Uhrmacher hat die Uhr erst kurz vor Abbau des Gerüstes angebracht, obwohl schon längst alles hätte hängen können. Der Grund dazu: Es werden bei solchen Gelegenheiten regelmäßig Uhrzeiger geklaut. Was macht man mit den Uhrzeigern einer Kirchturmuhr?

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Es werden bei solchen Gelegenheiten regelmäßig Uhrzeiger geklaut. Was macht man mit den Uhrzeigern einer Kirchturmuhr?

 

Klingt für mich auch nicht kurioser als das in dieser Szene existierende Interesse an alten Schriftmusterbüchern, Holzbuchstaben, Schriftschablonen, Fotosatz-Scheiben, Leuchtreklame-Buchstaben und so weiter und so fort. 

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Nun ja, alte Schriftmusterbücher hätten in meinem Fall ja  noch einen praktischen Nutzen. Zeiger dagegen sind dann höchstens Dekorativ, es sei denn, man hat selbst einer Turmuhr, die dringend mal einen neuen Zeiger braucht.

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Ihr denkt viel zu conservativ. Als obrigkeitlich anerkannter Hacker™ muß ich sagen: So ein großer Zeiger ist ein erstklassiger Bidenhänder, der kleine ein brauchbarer Gladius, und solche kann man in unruhigen Zeiten schließlich immer mal gebrauchen.

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Was macht man mit den Uhrzeigern einer Kirchturmuhr?

Na an die Wand hängen, würde ich mal vermuten. :-?

 

Ist übrigens schön geworden, dein Zifferblatt! :biglove:

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  • 7 Jahre später...
Am 4.8.2014 um 16:49 schrieb Eckhard:

Ich hab mal versucht, etwas systematischer an das Ziffernbalt heranzugehen. (Als ich den Job angenommen hatte, war ich von "schnell mal ein paar Zahlen in den Kreis setzen" ausgegangen)

Wenn die Anpassung an die Rundung vorgenommen wird (und das muss sie ja), dann muss ich mit Verzerrungen leben.

Sieht man sich andere Ziffernblätter an, so erscheint die Verzerrung weniger aufzufallen, wenn:

1) die Ziffern nicht so breit sind. Ist ja klar, dann kommen sie nicht so weit weg von der eigentlichen Mitte der Zahl. Bei Taschenuhren wird das bisweilen sehr extrem gemacht, wie auch bei dem Bildchen von catfonts. Bei einer Turmuhr, so sehe ich das, darf es nicht zu eng werden. Ich blicke auch immer mit einem Auge auf die alte Vorlage.

2) die Serifen kleiner sind.

3) die äußeren Serifen größer als die Inneren sind.

4) es zu keiner Verdrehung von ursprünglichen Paralleleln kommt. Die Is in IIII bleiben parallel

 

Also habe ich alle Serifen weniger dick gemacht, die Zeichen noch enger gesetzt, die Ligaturen auch, um schmale Zahen zu bekommen.

Was die Neigung und Zentrierung zur Mitte angeht, so habe ich habe nur zwischen V und I, sowie zwischen X un I leicht gedreht.

Dann habe ich die Serifen am Fuß ein wenig kleiner gemacht und zwar je kleiner, desto weiter weg vom Zentrum. Die äußeren Serifen habe ich breiter gemacht und zwar je breiter, desto weiter weg vom Zentrum.

 

Meine Sorgenkinder sind die 6 und 7, was wohl auch daran liegt, dass sie am Kopf stehen, aber das lässt sich nunmal gar nicht ändern. Und mit diesem Ergebnis muss die Stadt wohl die nächsten Jahre leben. Ich danke für die vielen guten Ratschläge.

 

post-19297-0-42762500-1407163521_thumb.j

Guten Tag,

 

ich bin neu hier und finde keine andere Möglichkeit Sie persönlich zu erreichen.

Ich würde gerne das Ziffernblatt in dieser Art, da mir die Ausführung sehr gut gefällt, für ein Projekt

verwenden.

Gibt es eine Vektor- Datei von dem Zifferblatt, die Sie zur Verfügung stellen würden?

Danke im voraus. Gruß Sichael

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vor 4 Stunden schrieb Sichael:

Guten Tag,

 

ich bin neu hier und finde keine andere Möglichkeit Sie persönlich zu erreichen.

Ich würde gerne das Ziffernblatt in dieser Art, da mir die Ausführung sehr gut gefällt, für ein Projekt

verwenden.

Gibt es eine Vektor- Datei von dem Zifferblatt, die Sie zur Verfügung stellen würden?

Danke im voraus. Gruß Sichael

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