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Roſwitha oder Roswitha?

Hervorgehobene Antworten

Kurze Frage zwischendurch: Heißt es nun Roswitha (analog zu Rosbuſch) oder Roſwitha? Bei Eigennamen bin ich da mitunter etwas am schwimmen.

  • Ersteller

:tuschel: Ich glaube, Freund Pachulke hat eine neue Brieffreundin!  ;-)

 

Was Du schon wieder von mir denkst. Die Dame ist verstorben und mit Verstorbenen pflege ich nicht zu correspondieren. Schon wegen des §E™. Denen setze ich aber mitunter Traueranzeigen. Wenn nötig auch in Tannenberg Klingspor-Gotisch.

 

Ich habe gerade eine Cross-media-Recherche gemacht, und zwar erst in der Wikipädie nach Roswithen allerart gesucht, daselbst eine frühmittelalterliche Roswitha von Gandersheim ausfindig gemacht und diese dann im Brockhaus (Fraktur! Papier zentnerweis!) aufgeblättert. Dieser verwendet ein Schluß-s und ich nehme das jetzt mal als richtig und gegeben hin. So!

Kurze Frage zwischendurch: Heißt es nun Roswitha (analog zu Rosbuſch) oder Roſwitha? Bei Eigennamen bin ich da mitunter etwas am schwimmen.

Hach, wie einfach ist das Leben ohne lang-s – macht es doch mehr Mühe als Nutzen ...  :tuschel:  :hammer:

  • Ersteller

Mein Frakturduden von 1926 schreibt Roswitha mit rundem s. Einen Frakturduden kann ich nur empfehlen für solcherley Fragen.

 

Einen Frakturduden habe ich auch, bin bloß nicht davon ausgegangen, daß alle möglichen Vornamen im Duden stünden. Deshalb der Umweg über Wikipädie / Brockhaus.

 

 

Hach, wie einfach ist das Leben ohne lang-s – macht es doch mehr Mühe als Nutzen ...  :tuschel:  :hammer:

 

Du machst den Kardinalfehler, vom Schreiber auszugehen und nicht vom Leser.

Kurze Frage zwischendurch: Heißt es nun Roswitha (analog zu Rosbuſch) oder Roſwitha? Bei Eigennamen bin ich da mitunter etwas am schwimmen.

Anscheinend auch früher schon nicht so ganz klar:

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  • Ersteller

Tja. Ich biete das dem Kunden im Korrekturgang jetzt als Roswitha an und überlasse es ihm*, da noch nach Herzenslust drin herumzukorrigieren.

 

 

 

 

*de facto wohl eher der geballten paläo-orthographischen Kompetenz des Bestattungshauses

Was Du schon wieder von mir denkst. Die Dame ist verstorben und mit Verstorbenen pflege ich nicht zu correspondieren. Schon wegen des §E™. Denen setze ich aber mitunter Traueranzeigen. Wenn nötig auch in Tannenberg Klingspor-Gotisch.

 

Ich habe gerade eine Cross-media-Recherche gemacht, und zwar erst in der Wikipädie nach Roswithen allerart gesucht, daselbst eine frühmittelalterliche Roswitha von Gandersheim ausfindig gemacht und diese dann im Brockhaus (Fraktur! Papier zentnerweis!) aufgeblättert. Dieser verwendet ein Schluß-s und ich nehme das jetzt mal als richtig und gegeben hin. So!

 

Wenn ich das lese, erscheint mir irgendwie der wunderbare Herr Malmsheimer vorm geistigen Auge …  ;-)

Du machst den Kardinalfehler, vom Schreiber auszugehen und nicht vom Leser.

Das meinst du. Ich sehe das eher als Gesamtrechnung: Du hast die Mühe ohne, dass es irgendwem was bringt …

U+05E9, kannst du bitte noch sagen, woher die Scans stammen, also die Quellen benennen. Danke!

Ich habe einfach bei Google Books nach "Roswitha" (bzw. "Rofwitha") gesucht (eingeschränkt auf die Zeit bis ca. 1900) und dann screenshots von den erstbesten Ergebnissen gemacht.

Wikipedia sagt zumindest, es kommt nicht von Rose, sondern vom ahd. hroud und swiths. Das würde die Verwendung des langen s nahelegen.

Nur wusste man das damals schon?

Roswitha ist auf jeden Fall ein interessanter Fall, da in der Herkunft zwar irgendwann mal eine Morphemgrenze vor dem s stand, diese dem geneigten Schreiben aber vermutlich noch weniger gegenwärtig ist als diejenige in Aſbeſt (hinter dem A).

Durch die Beispiele habe ich doch noch etwas lernen können, was die Lang-s-Schreibung betrifft: ein Wort mehr für die Kategorie uneinheitlich.

Die gute Dame bekommt hier in den FAQ ein rundes s  …

http://www.typografie.info/3/page/FAQ.htm/_/wie-setzt-man-das-lange-s-im-klassischen-fraktursatz-r12

Vielleicht sollte die Kategorie "uneinheitlich" den FAQ noch hinzugefügt werden.

Ich habe sowieso eine Neustrukturierung der Regeln in Arbeit. Fürs Erste habe ich sie rausgenommen.

  • Ersteller

Roswitha ist auf jeden Fall ein interessanter Fall, da in der Herkunft zwar irgendwann mal eine Morphemgrenze vor dem s stand, diese dem geneigten Schreiben aber vermutlich noch weniger gegenwärtig ist als diejenige in Aſbeſt (hinter dem A).

 

Einer der Vorteile der Verwendung des ſ ist, daß man Anlaß hat, über solche Fragen überhaupt nachzudenken.

eine Morphemgrenze vor dem s

Mal davon abgesehen, dass die folgende Frage hier nicht relevant ist:

Ist "Morphem" überhaupt der richtige Begriff bzgl. langem s?

Weil nach Wikipedia ist ja auch der Plural und Beugungen etc. ein eigenes Morphem nach dem Wortstamm. Diese Morphemgrenze hat aber keinen Einfluss auf das lange s ...

Ist "Morphem" überhaupt der richtige Begriff bzgl. langem s?

Weil nach Wikipedia ist ja auch der Plural und Beugungen etc. ein eigenes Morphem nach dem Wortstamm. Diese Morphemgrenze hat aber keinen Einfluss auf das lange s ...

Nein, ist es nicht. Streng genommen ist es Morpheme ohne Flexionsmorpheme. Das Detail habe ich hier der Einfachkeit halber ausgelassen.

Mich wundert halt, dass es dafür noch keinen Fachbegriff gibt, wo es ansonsten im Umfeld des Morphems nur so von Fachbegriffen wimmelt ...

  • Ersteller

Eigentlich hatte ich ja befürchtet, daß von Dir eine »Ah, Du sagst jetzt schon Rosi zu ihr«-Bemerkung kommt. :huhu:

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