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Wort oder Bildmarke im Modebereich

Hervorgehobene Antworten

Hallo zusammen,

 

ein paar Freunde und ich wollen ein neues Fashionlabel gründen. WIr stellen uns zur Zeit die Frage, ob wir anstelle einer BIldmarke auch eine Wortmarke nehmen können.

 

Wir haben schon relativ viel gegoogelt und nur einige wenige Infos erhalten. Was wir gelesen haben ist, dass abercrombie and fitch z.b. ihren Elch als Logo nicht mehr verwenden und nur noch ihre Wortmarke auf ihre Kleidungsstücke bedrucken.

 

Wir stellen uns daher die Frage, ob wir ebenfalls nur eine Wortmarke nehmen können und denoch einen hohen Widererkennungswert haben. In unserem Markt benutzen die meisten Konkurrenten eine Bildmarke. Wir haben uns daher auch überlegt, ob es nicht gerade aus diesem Grund sinnvoll erscheinen könnte nur auf eine Wortmarke zusetzten, um uns von den Konkurrenten abzuheben?

 

Ist dies für ein junges Modelabel empfehlenswert bzw. geht der Trend von einer Bildmarke zu einer Wortmarke über?

 

 

 

 

 

Ich glaube, dass ist eine Detailfrage, die – ein stimmiges und gutes Markenkonzept vorausgesetzt – keine so besonders große Rolle spielt. Zumal die Leute eure Klamotten letztlich ja kaufen sollen, weil sie schön aussehen und nicht weil euer Logo drauf gedruckt ist ;-)

 

Ich empfehle dringen, sich mit all solchen Fragen an eine (Branding-)Agentur zu wenden, die für euch ein entsprechendes Konzept ausarbeitet!

Also ob der Trend von der Bildmarke zur Wortmarke im Modebereich geht, bin ich nicht sicher ob die Frage im richtigen Forum gestellt wird ;-) … gibt Lacoste jetzt auch das Krokodil auf? Aber ganz generell ist der Schritt zur reinen Wortmarke bestimmt kein falscher, es gibt in dem Bereich sicher auch ein paar prominente gelungene Beispiele (mir als consumer fällt als erstes ESPRIT ein) … das hängt natürlich auch vom Namen ab, den man lancieren will. Aber sonst: ja doch, go for it (und ansonsten s. Tobis Beitrag)

Natürlich könnt ihr eine Wortmarke nehmen, es gibt ja genügend funktionierende Beispiele dafür. Wer ist denn "euer Markt", in dem die meisten Konkurrenten eine Bildmarke verwenden? Mir fallen nämlich spontan wesentlich mehr reine Wortmarken als reine Bildmarken ein. Und oft stellen die Anfangsbuchstaben den Bild-Bestandteil des Logo dar … LV, H&M, GD usw.

Der Name ist wahrscheinlich sogar wichtiger als ein Bild. Ihr wollt ja nicht "die mit dem Ritter" werden, sondern "Burberry", um nur ein Beispiel zu nennen.

Zumal die Leute eure Klamotten letztlich ja kaufen sollen, weil sie schön aussehen und nicht weil euer Logo drauf gedruckt ist ;-)

 

Ich empfehle dringen, sich mit all solchen Fragen an eine (Branding-)Agentur zu wenden, die für euch ein entsprechendes Konzept ausarbeitet!

Ob jemand A&F kauft, weil die Klamotten gut aussehen? Ich weiß ja nicht …

Dem Rat, erst mal ein fundiertes Konzept vorzubereiten und das mit einer branchenerfahrenen Brandingagentur auszuarbeiten, kann ich mich nur anschließen. Alles andere ist rausgeschmissenes Geld. Wie viel Branchenerfahrung habt ihr denn selbst?

Sogenannte Wortmarken aus Satzschriften sind verwechselbar und sind gleichförmiger als Bilder. Jeder kann sie machen, man braucht keine Feder und Tusche, nur einen Laptop. Es gibt sie heute vor allem deshalb, weil die meisten Grafikdesigner nicht gebrauchsgrafisch zeichnen können. Ich würde immer zur Bildmarke raten oder eine Marke aus Schrift von einem Kalligrafen zeichnen lassen. Je grafischer, desto individueller.

Das sind aber arg gewagte Theorien aus einer lange vergangenen Zeit. Die tägliche Praxis zeigt mir ein komplett anderes Bild.

Es gibt sie heute vor allem deshalb, weil die meisten Grafikdesigner nicht gebrauchsgrafisch zeichnen können. 

 

Eieiei! Damit der Newcomer das nicht ungeprüft für bare Münze nimmt, werfe ich mal ein, dass ich dem absolut nicht zustimme. Eine Diskussion darüber sollte aber gegebenenfalls in einem anderen Strang erfolgen. 

Das kann man doch alles so pauschal immer nicht sagen. Man muss ein Konzept erstellen und daran ein Design entwickeln. Da könnte man das eine wie das andere Argumentieren und abgleichen, was es sein soll. Reine Satzschrift-Wortmarken können mit einer guten Schrift gutgemacht genauso überzeugen, wie eine frei gezeichnete Wortmarke oder so ein Cutting-Edge-Versuch. Vielleicht kommt in dem Zuge aber auch heraus, dass ein bestimmtes Signet euch auch gut darstellen kann. Das ganze ist ein Prozess, der sich entwickeln muss.

  • Ersteller

Uns geht es darum, dass wir uns von den Mitbewerbern abheben möchten, daher war unser Gedanken, dass wir keine Bildmarke verwenden, sondern eine Wortmarke. Da die meinsten jedoch eine Bildmarke verwenden, könnte die strategie natürlich nach hintenlosgehen oder?

 

Wir sind auch gerade dabei ein Konzept zu Entwerfen. Kennt jemand von euch eine gute Quelle, in der Erläutert wird, wie man ein Konzept aufstellt. Waren bei google leider nicht sonderlich erfolgreich!

Sich von Mitbewerbern abzuheben, ist kein Konzept. Das ist für alle selbstverständlich, daran muß man überhaupt nicht denken. Die Marke muß vom Innenleben des Unternehmens her gedacht und entwickelt werden, hinsichtlich ihres Namens und ihres Bildes. Ob Schrift zur Marke wird oder ein Bild, hängt von den Vorstellungen über das eigene Unternehmen ab, auch vom Namen.

Wenn ihr kein Geld habt für eine Beratung, dann würde ich empfehlen, keine Marke zu installieren, sondern mit einem Schriftzug den Namen des Unternehmens abzubilden. Und solange es kein Konzept gibt, sollte dieser Schriftzug sich nicht an einer Mode oder klar identifizierbaren Stilrichtung orientieren, also keine Schreibschrift zeigen, beispielsweise, sondern klassisch wirken. Kurze Wörter in gut gesetzten Versalien aus gewöhnlicher Garamond beispielsweise. Das ist nie falsch. Und wenn Geld und Zeit für Markenbildung vorhanden sind, kann man den unauffälligen Schriftsatz wie einen Vorhang zur Seite schieben und mit dem Markenbild erscheinen. Ohne Plan und Bewußtsein vom eigenen Produkt und Tun irgend eine hübsch gezeichnete Maus oder eine fette Serifenlose als Marke aufzustellen, wird in kurzer Zeit unbefriedigend sein.

  • Ersteller

Was meinst du mit Schreibschrift. Weiss leider nicht ganz, welche Stilrichtung du damit meinst!

Alle Schriften mit verbundenen Buchstaben. Sie lassen sich stilistisch auch für Laien klarer zuordnen. Klassische Schreibschriften im Sinne von unauffälliger Zeitlosigkeit gibt es nicht, dafür sind sie nicht alt genug. Jede Schreibschrift würde ein Statement in irgend eine Richtung sein, das sollte man ohne durchdachtes Selbstbild und ohne Plan nicht als Provisorium in Erwägung ziehen. Ihr könnt provisorisch auch mit Zunftzeichen arbeiten.

… Da die meisten jedoch eine Bildmarke verwenden, könnte die Strategie natürlich nach hinten losgehen oder?…

Könnte, ja. Oder auch nicht. Hängt vom Konzept ab. Zwischenfrage: Habt ihr denn eure Mitbewerber überhaupt mal analysiert? Die Aussage, dass die meisten eine Bildmarke verwenden, halte ich für falsch. Zeig doch mal ein paar Beispiele für Mitbewerber-Bildmarken, die du meinst.

Wir sind auch gerade dabei ein Konzept zu Entwerfen. Kennt jemand von euch eine gute Quelle, in der Erläutert wird, wie man ein Konzept aufstellt. Waren bei google leider nicht sonderlich erfolgreich!

 

Für Designer hat das IDZ Berlin in einer kleinen Publikation ein paar Tips zur Positionierung entwickelt, der Satz Gerade im kreativen Bereich ist es oft schwierig, klar zu beschreiben, was man eigentlich anbietet (das Heft versucht Designern da methodisch weiterzuhelfen) scheint ja vielleicht auch auf eure Situation zuzutreffen. Geht zwar nicht im engen Sinne um Markenbildung Mode, aber die Methodik lässt sich bestimmt übertragen, Stichwort Konzeptentwicklung http://www.idz.de/de/sites/3063.html

Da die meinsten jedoch eine Bildmarke verwenden

Also hier sehe ich schon mal sehr viel Text. An welches Segment denkt ihr denn?

Sogenannte Wortmarken aus Satzschriften sind verwechselbar

 

Bsp: American Apparel

Wortmarke in Helvetica — verkauft simple Klamotten ohne Aufdruck und sichtbarem Markennamen und doch erkennt man Werbung dank Bildsprache und Produkt sofort. Ein markenstarker Auftritt hängt nicht allein vom Logo ab.

Ich empfehle dringen, sich mit all solchen Fragen an eine (Branding-)Agentur zu wenden, die für euch ein entsprechendes Konzept ausarbeitet!

 

Falls die Konzeptbildung doch nicht per DIY entstehen soll und die Aufgabe noch akut ist, rate ich sich mal an Bender + Büwendt in Berlin zu wenden. Nette kleine Agentur, hilft bestimmt auch gern beim Konzept …

Bsp: American Apparel

Wortmarke in Helvetica — verkauft simple Klamotten ohne Aufdruck und sichtbarem Markennamen und doch erkennt man Werbung dank Bildsprache und Produkt sofort. Ein markenstarker Auftritt hängt nicht allein vom Logo ab.

Zumal wenn man mit American Airlines schon ein eingeführtes Schriftbild hat, an das man sich nur anhängen muß. American Apparel ist American Airlines in schwarz-weiß, der Unterschied besteht nicht in der »Wortmarke«, sondern in der Umgebung selbiger. Also schwarz-weiße Wäsche statt bunter Flugzeuge, schwarz-weiße Haut statt blauer Himmel. Das ist als Marke ziemlich beliebig, hier liegt die Wiedererkennung in der Produktfotografie. Ob die Firma nun auch auf ihren Briefbogen leichtbekleidet posierende Jugendliche abbildet? Natürlich kommt es darauf an, was man mit der Marke machen will. Wenn sie nie allein für sich stehen muß, dann hat sie auch nur wenig Arbeit und kann auf grafische Ideen verzichten.

… Natürlich kommt es darauf an, was man mit der Marke machen will. Wenn sie nie allein für sich stehen muß, dann hat sie auch nur wenig Arbeit und kann auf grafische Ideen verzichten.

Wobei du hier "Marke" schreibst und "Logo" meinst. Zu einer Marke gehört ja noch wesentlich mehr – eine Bildsprache, Formen, Farben und so weiter. Das alles zusammen ergibt die Marke und ist schlussendlich eindeutig wiedererkennbar (oder eben nicht …)

Ich meinte Marke, wo ich Marke schrieb, nur hat das Wort mehrere Bedeutungen, und ich gebrauche sicherlich nicht das neueste Marketingdeutsch. Das von mir verwendete Zeichen mit dem Bären ist eine Druckermarke, wie sie im Spätmittelalter von Druckern verwendet wurde. Marke also synonym zu Signet oder Logo.

Wir schreiben aber 2015, und sowohl Sprache als auch Inhalte haben sich weiterentwickelt. Die Tradition in Ehren, aber ein Text der 2015 verfasst wird sollte sich der Sprache von 2015 bedienen, wenn nicht ausdrücklich etwas anderes vereinbart wurde.

Logo!

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