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Grund für Blocksatz im Buchdruck


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vor 3 Stunden schrieb Martin Z. Schröder:

R::bert, es wäre nett gewesen, wenn du deine Auffassung begründet hättest, dann hätte ich darüber nachgedacht.

Pardon, Martin! Ich kenne es so, dass derjenige, der eine These formuliert, zunächst auch die Argumente dafür vorträgt. (Ich hätte das mit meiner Auffassung auch weglassen können, aber dann vielleicht auch nicht eine so ausführliche und differenziertere Antwort hervorgerufen.;-))

Außerdem hast Du sicher schon einige Jahre und Projekte mehr Erfahrungen im Schriftsatz sammeln können als ich. Daher gehe ich trotz mancher Meinungsverschiedenheit immer wieder neu davon aus noch etwas von Dir zu lernen. Ich muss es eben nur nachvollziehen können.

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vor 4 Stunden schrieb Martin Z. Schröder:

Nun wüßte ich gern, wie du zu der Erfahrung kommen konntest, daß Flattersatz für dich leichter zu lesen ist, …

Gern, wenn wir hierbei auch den Rausatz einbeziehen können. Zunächsteinmal würde ich folgende Dinge unterscheiden und nicht vermischen:

  1. Wie ist die Form und Ästhetik des Textblockes und dessen Wirkung im Gesamtlayout
  2. Platzverhältnisse (Einzüge versus Leerzeilen)
  3. Wie einfach und schnell ist Lesebewegung, Texterfassung und Orientierung für die Augen (Lesbarkeit des Textes)
  4. Lesegewohnheit

 

Mir ging es in erster Linie um den dritten Aspekt. Meine Erfahrung ist, dass dem Auge bei gleichlangen Zeilen weniger Orientierungsmöglichkeit bleibt (welche Zeile habe ich eben gelesen und wo geht es weiter). Auch wenn der Vergleich ein wenig hinkt – ich muss dabei immer ans Bergsteigen denken: An einer glatten Felswand kann man sich schlechter festhalten und kommt schwieriger voran. »Auffälligkeiten« wie Du es nennst, würde ich also eher als hilfreich und nicht als hinderlich für das Lesen werten. Außerdem bin ich durch unterschiedliche Wortabstände oder gar Löcher im Blocksatz eher versucht aus dem Leserhythmus zu kommen. 

Kollegen und Auftraggeber haben diese Beobachtungen in der Regel bestätigt, auch wenn das jetzt sicher nicht als »repräsentatives Argument« zählen kann. 

 

Wenn ich natürlich ein geübter und Blocksatz gewohnter Leser bin (Punkt 4), habe ich damit auch weniger Schwierigkeiten, das mag sein.

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vor 4 Stunden schrieb crB:

Dies deutet ziemlich deutlich auf das Ziel hin, die Zeilen auch bündig schließen zu lassen

Und auch wenn man ich mir die Wortabstände ansehe, bekomme ich diesen Eindruck.

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vor 10 Stunden schrieb R::bert:

Meine Erfahrung ist, dass dem Auge bei gleichlangen Zeilen weniger Orientierungsmöglichkeit bleibt (welche Zeile habe ich eben gelesen und wo geht es weiter). (...) Außerdem bin ich durch unterschiedliche Wortabstände oder gar Löcher im Blocksatz eher versucht aus dem Leserhythmus zu kommen. 

Das kann ich nicht recht nachvollziehen. Wenn der Blick am Ende einer Zeile angekommen ist, rechts, muß er ganz nach links zum Anfang der Zeile. Was hat dieser Zeilenanfang mit den unterschiedlichen Enden aller Zeilen zu tun? Mir fiel das gerade auf, da ich einen zu breiten Flattersatztext auf dem Bildschirm gelesen und habe und mehrmals die nächste Zeile nicht gleich traf. Ist es nicht unerheblich, wie das Ende der Zeile aussieht, wenn ich den nächsten Anfang finden muß?

Schlechter Blocksatz ist gewiß weniger gut zu lesen, das betrifft aber auch schlechten Flattersatz. Ich würde bei einem Vergleich davon ausgehen, daß beides gut gesetzt ist.

Möglicherweise sind beide Formen bei gleicher Satzbreite absolut gleich gut lesbar. Dann spricht für den Blocksatz im Buch die Symmetrie der Doppelseite, die Geschlossenheit der Kolumnen, die bildliche Konzentration. Und das sind ja gewichtige Argumente.


Flattersatzseiten, wie man an den Fotos oben sieht, ergeben keine Symmetrie im Buch, sondern sehen aus wie eben zwei nach links flatternde Flächen ohne Zusammenhang. In anderen Anwendungen wird sicherlich ein Flattersatz oder Rauhsatz besser aussehen. Hier ging es allerdings um Bücher.

 

Problematisch ist oft der unklare Satzspiegel heutiger Bücher, weil in den Verlagen die Kompetenz für schöne Bücher eingespart wurde. Daß es keine Grafiker oder Menschen mit Buchkunstwissen mehr in den Verlagen gibt, sieht man vielen Büchern leider an.

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Zitat

Wenn ich natürlich ein geübter und Blocksatz gewohnter Leser bin (Punkt 4), habe ich damit auch weniger Schwierigkeiten, das mag sein.

Hm, ich glaube, was die richtig langen Texte angeht – speziell Bücher, sind wir alle ziemlich stark geprägt durch das häufige Lesen von Blocksatzseiten, oder? Es stimmt schon – auch ich finde in meinen Regalen auf die Schnelle kein einziges Buch in Flattersatz. Mangels Vergleich können wir also vermutlich nicht abschließend klären, was sich besser, schneller, müheloser liest. Wir alle haben dazu nur ein persönliches Empfinden. Im Magazinbereich, für den ich oft gestalte, gibt es beides, Blocksatz und Flattersatz, je nach Titel. Und ich gebe Martin recht was die Zeilenbreiten angeht – Blocksatz bei schmalen Spalten (z. B. 35 mm) ist grausam zu setzen. Die Löcher tun wirklich weh.

 

Kurzer Exkurs: Ein Sonderbereich beim Textsatz ist das Umfließen von Freistellern – eine absolut fieselige Handarbeit! – wenn man es schön und gut leserlich machen will. Meist hat man hier einen Blocksatz zu setzen, der durch den Freisteller auf einer Seite zu individueller Variation der Zeilenbreiten gezwungen wird. Und auch da wird an den schmalsten Stellen die Luft für den Gestalter ausgesprochen dünn. Gut zu erkennen, was passiert, wenn man da nicht per Hand nacharbeitet, sind manche Tageszeitungen, die dazu übergegangen sind, diesen eher magazinartigen Stil zu übernehmen, um ihr Layout aufzulockern. Speziell das Hamburger Abendblatt nach seiner Layoutumstellung vor ein paar Jahren ist mir im Gedächtnis geblieben, wo der – meiner Vermutung nach – vollkommen unkorrigierte Blocksatz um die Freisteller herum böse Löcher gerissen hat, das sah schrecklich aus (zumindest zu Beginn, das mag heute besser sein). Und teilweise wusste man gar nicht, wo der Text bei all den Lücken überhaupt weitergehen sollte. Andere, wie DIE ZEIT machen sich da deutlich mehr Arbeit und die Ergebnisse können sich absolut sehen lassen. Bei manchen kritischen Fällen setze ich den Text um den Freisteller herum auf Flattersatz und bilde den Umfluss dann per Hand Zeile für Zeile durch behutsames Anpassen von Buchstaben- und Wortabständen. Aufwändig ist das – aber auch ganz meditativ. Die so gewonnene Entspannung ist aber schlagartig wieder dahin, wenn der Kunde im Anschluss den Text nochmals ändern möchte. :oops:

 

In Magazinen, mit ihren im Vergleich zu Büchern generell schmaleren Textspalten empfinde ich den Flattersatz/Rausatz oftmals als die bessere Lösung, weil automatischer Blocksatz oft durch arge Spationierungen das Lesen erschwert. Und es sieht auch nicht gut aus, wenn der Grauwert flackert. Und noch ein Punkt spricht hier für Flattersatz – dass Namen nicht getrennt werden dürfen! Im Buch mit seinen breiten Spalten lässt sich das besser bewerkstelligen als in schmaleren Magazinspalten. Der schlechte Blocksatz ist dann gerade in Königs- und Gesellschaftsblättern mit jeder Menge Namedropping vorprogrammiert. 

 

Es ist aber auch alles nicht immer nur schwarz und weiß – hier im Forum zum Beispiel liest sich der Flattersatz völlig problemlos. 

 

 

 

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Ich zeige hier mal einen Scan meiner Ausgabe von Douglas Adams’ »Anhalter« (Rogner und Berhard/Zweitausendeins) von 1981. Es ist so ziemlich alles anders, als wir es schätzen: Der Seitenspiegel ist unproportioniert, die Schrift ist eine Grotesk, die Druckfarbe ist weinrot (und nicht schwarz), die Pagina steht links außen, aber rechts innen (also immer an der gleichen Stelle) – und es gibt auch keinen Blocksatz, nicht mal ordentlichen Flattersatz (die Silbentrennungen sind durchgängig Mist). Mit anderen Worten: Es sieht aus, als sei es in WordPerfect (kennt das noch jemand?) gesetzt worden.

Das Interessante daran: Als Teenager habe ich die Form zwar als ungewohnt und ungewöhnlich wahrgenommen, aber das hat mich bestenfalls anfänglich irritiert* (der Inhalt war wichtiger). Heute finde ich das grauenhaft**. 

 

*) Als ich später den letzten Band (»Rupert«) dann in einer »korrekteren« Heyne-Ausgabe las, fehlte mir witzigerweise zunächst die schräge, rebellische Optik ... :-?

 

**) Es hat aber trotzdem einen gewissen Reiz. Vielleicht leigt es daran, dass nichts so ist, wie es sein soll. Also: Wenn schon, denn schon!?

 

hitchhiker.jpg

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Noch ein kleiner Exkurs zur Gewöhnung (u.a. an gute Typografie): Ich hatte vor ein paar Wochen noch einmal angefangen, den »Anhalter« zu lesen, schaffte aber immer nur ein paar Seiten am Stück. Als junger Mensch hatte ich das in einem Rutsch gelesen. Die Leseermüdungen kamen aber nicht, weil ich den Inhalt schon kannte, sondern waren rein formal bedingt, d.h. ich habe das Buch zur Seite gelegt, obwohl ich gerne weitergelesen hätte.

Ähnlich geht es mir, wenn ich Bücher aus meiner Kinderzeit in die Hände bekomme, die oft technisch hinter dem, was man heute so bekommt, zurückbleiben. Damals begeistert und ohne Pause verschlungen, heute eher mit Mühe betrachtet.

Vielleicht liegt es am Alter und der Gewöhnung an bessere Standards: Mit Anfang zwanzig hatte ich auch kein Problem damit, in einem Mehrbettzimmer (inkl. Ratten) im Hostel in Shanghai zu übernachten – heute ruft man aber doch schon mal nach dem Housekeeping, weil der Wasserhahn tropft.

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Im Buch De Handen van de Zeven Zusters von Gerrit Noordzij (2000)
wird Rausatz nicht nur verwendet, sondern auch beargumentiert (S.61-64).

 

Kurz gesagt hat er zwei Argumente: Erstens,  die Wortzwischenräume
haben überall dieselbe Bedeutung, und sollen darum überall dieselbe
Form und Größe haben.  Zweitens, eine feste Wortzwischenraum
resultiert in den größtmöglichen Kontrast zwischen Text und
Zeilenzwischenraum.

 

 

ZevenZusters2.jpg

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Die Zeile wird schöner, aber das Buch verliert an Schönheit und sieht liederlich aus. Angefressen und angenagt. Um damit eine Symmetrie der Doppelseite annähernd herzustellen, müßte man den Satzspiegel sehr klein und die Ränder sehr breit machen. Und selbst dann würde der Eindruck der Unordnung bleiben.

Das Argument der Bedeutung für den Wortzwischenraum halte ich für falsch. Ein Wortzwischenraum hat keine »Bedeutung«, sondern eine Funktion. Er soll die Bedeutungsträger (Wörter) trennen und zugleich verbinden (zu einer Zeile), er bedeutet selbst nichts. Das leichte Schwanken seiner Breite beeinflußt die Funktion nicht. Erst im sehr schlechten Blocksatz wird die Funktion beeinträchtigt, weil die Zeile undeutlich wird.

    Das zweite Argument überzeugt mich auch nicht. Wenn man grundsätzlich eher eng setzt, bleibt die Bandwirkung der Zeile ebenso erhalten; dazu braucht man keinen immer identischen »größtmöglichen Kontrast«, womit wohl gemeint ist, daß der Wortzwischenraum stets kleiner sein soll als der Durchschuß. Natürlich soll er das auch im Blocksatz. Und im Buch ist das fast immer sehr gut zu machen.

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Ich glaube, daß Noordzij hier mit `Bedeutung' eher Wichtigkeit, Wert  meint als Sinn. (Er schreibt natürlich

`betekenis', auf Niederländisch,  welches Wort aber auch diese verschiedene Bedeutungen (Sinne) hat.)

 

 

 

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Ist doch irgendwie schon fast ironisch, dass ausgerechnet das Wort kwaliteitsbesef* so miserabel getrennt ist. Da hat man wirklich eher den Eindruck eines angefressenen Blocksatzes als den eines Flattersatzes.

 

*) li. Seite 4. Abs. letzte Zeile.

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vor 5 Minuten schrieb Norbert P:

Da hat man wirklich eher den Eindruck eines angefressenen Blocksatzes als den eines Flattersatzes.

Ja, ein guter Flattersatz sieht anders aus, das war auch mein erster Gedanke.

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Mir kommt gerade der Gedanke, dass Blocksatz eventuell vor allem bei leicht durchscheinendem Papier die bessere Alternative ist, denn selbst bei der »altmodischen« Verschiebung des Registers um eine halbe Zeile nach oben bzw. unten von Schön- zu Widerdruck bleiben die linken Kanten so insgesamt stets bündig (also auch die »Geisterzeilen« der Rückseite).

 

(Terminologisch ist das sicher nicht korrekt ausgedrückt, aber ich hoffe, man versteht, worauf ich hinaus will.)

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vor 4 Minuten schrieb Andrea Preiss:

 

Ist ja auch Rausatz und kein Flattersatz

 

Stimmt. Hatte ich verdrängt. Wahrscheinlich weil mir das so abwegig erschien als Empfehlung für Buchsatz ...

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vor 5 Stunden schrieb Martin Z. Schröder:

Das Argument der Bedeutung für den Wortzwischenraum halte ich für falsch. Ein Wortzwischenraum hat keine »Bedeutung«, sondern eine Funktion. Er soll die Bedeutungsträger (Wörter) trennen und zugleich verbinden (zu einer Zeile), er bedeutet selbst nichts.

Dieser Argumentation würde ich nicht folgen, weil da bei mir trotzdem sofort die Frage entsteht, warum dieselbe Funktion sich in der einen Zeile breiter, in der anderen Zeile schmaler darstellt. Aber vermutlich habe ich hier nur ein Problem mit der Differenzierung von Funktion und Bedeutung. Ich nehme das Satzbild mit den Leerzeichen Buchstaben mit Zeilenabstand, Einrückungen usw. als Ganzes wahr, denke mir also nicht »das eine ist jetzt Funktion, das andere ist Bedeutungsträger«.Wäre der Wortabstand nur Funktion, sollten mich auch größere Löcher im Satz eigentlich nicht besonders stören.

Nein, ich würde anders argumentieren, nämlich dass es zwar vom Grundsatz her unschön sein mag, wenn die Wortabstände ungleich sind, dass es aber angesichts der von Dir ja treffend benannten sonstigen Gründe meistens das kleinere Übel ist.

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Die Zeilen von Noordzijs Rauhsatz sind annähernd gleich lang und die Vergrößerung bzw. Verkleinerung der Wortabstände im Blocksatz wäre hier minimal und wohl kaum wahrnehmbar.

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Davon abgesehen spielen beim Blocksatz in InDesign neben dem Wortabstand auch der Zeichenabstand und die Schriftgröße eine Rolle bzw. können diese für den Blocksatz verändert werden. Kombiniert mit einer robusten und für den Blocksatz optimierten Schrift und einer guten Spaltenbreite bekommt man relativ schnell einen schönen Blocksatz.

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Wie werden denn Schriften für den Blocksatz optimiert? Also schon beim Gestalten meinst Du? Sind das Schriften, die besonders robust auf Spationierungen reagieren? Manche Schriften sind da ja durchaus zimperlich …

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vor 14 Stunden schrieb Norbert P:

Mir kommt gerade der Gedanke, dass Blocksatz eventuell vor allem bei leicht durchscheinendem Papier die bessere Alternative ist, denn selbst bei der »altmodischen« Verschiebung des Registers um eine halbe Zeile nach oben bzw. unten von Schön- zu Widerdruck bleiben die linken Kanten so insgesamt stets bündig (also auch die »Geisterzeilen« der Rückseite).

Na, das ist endlich ein interessanter Gedankengang, auf meine Frage wirklich einzugehen. Bisher drehte sich die ganze, trotzdem interessante Diskussion, eher um den Teil, den ich in meiner Frage bereits klar ausgegrenzt habe. Die rein visuelle Bewertung. Hier hätten wir einen technischen Grund, den (visuellen) Nachteil von transluzenten Papier so zu minimieren.

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Zur originellen Frage, `ob es einen bekannten historischen, technischen oder kaufmännischen Grund gibt, warum die allermeisten Bücher mit Blocksatz gesetzt werden', gibt es dieser reiche Aufsatz:

 

Frans A. Janssen (2010). `The Rectangle in Typography.' Quaerendo, Volume 40, Issue 1, pages 1–25.
DOI: 10.1163/001495210X12561886980310
ISSN: 0014-9527
E-ISSN: 1570-0690


Abstract

 

One of the features of the early printed book compared with its manuscript forerunner, the codex, is that all its lines are the same length, giving the text on the page the shape of a perfect rectangle.

 

Yet in the history of typography that perfection has more than once been eroded. Three factors have been responsible for this: first, the shape and position of a word-break character (the hyphen) at the end of the line; second, the rise of the modern paragraph in the sixteenth century, leading to white space to the right of the last line and also to the left of the first line of a paragraph; and third, the arrival of unjustified typesetting in the second half of the twentieth century.

 

Das ursprüngliche Manuskript, auf Niederländisch, steht hier zur Verfügung :

https://www.academia.edu/27361850/Rectangle

 

Janssen gibt viele historische und bibliographische Details, und denkt daß im Grunde genommen der Blocksatz immer so beliebt gewesen ist weil er Autorität und Status ausstrahlt.

 

Am Ende (jedenfalls der Manuskriptversion) verweist er  noch insbesondere auf diesen Artikel, den ich nicht selbst gesehen habe:

Hans Andree (2008).  `Das letzte Relikt Gutenbergs', in: Der maschinelle Bleisatz. Ed. Silvia Werfel. Bischofszell: Ottmar. Vielleicht kennt jemand hier das?

 

 

 

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vor 15 Stunden schrieb Norbert P:

Ist doch irgendwie schon fast ironisch, dass ausgerechnet das Wort kwaliteitsbesef* so miserabel getrennt ist. Da hat man wirklich eher den Eindruck eines angefressenen Blocksatzes als den eines Flattersatzes.

 

*) li. Seite 4. Abs. letzte Zeile.

Vgl. S.299 instrumenta-rium.

 

Andere Absätze die mit einer Trennung abschließen (ohne Vollständigkeitsanspruch):

S.48 moei-lijk

S.95 heb-ben

S.97 Ne-derlands

S.152 vi-sie

S.240 bren-gen

S.269 gevon-den

 

Ein Preis den er akzeptiert, so kommt es mir vor: Der Verlag, Van Oorschot, hat ihm für die Gestaltung dieses Buches völlig freie Hand gelassen.

 

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vor 13 Minuten schrieb mvatten:

Ein Preis den er akzeptiert,

Aber zu welchem Nutzen?* Ich finde die Gestaltung unschön (gewiss, über Geschmack lässt sich nicht streiten) und gut lesbar geht für mich auch anders.

 

*)Das alles nur wegen der Wortzwischenräume? Wobei diese, wenn sie von Zeile zu Zeile ein wenig unterschiedlich sind, mir persönlich irgendwie zu helfen scheinen, Zeilen zu »identifizieren«, damit ich sie beim Vorspringen zum linken Rand nicht ein zweites Mal lese ...

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Ein bekannteres (und mindestens in seiner Präsentation etwas sozusagen ökumenischeres) Plädoyer für den Rausatz in Bücher ist Kap.6, `The Procrustean Bed', in Eric Gills Essay on Typography. (Auch Janssen bespricht das.)

 

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vor 13 Stunden schrieb Kathrinvdm:

Wie werden denn Schriften für den Blocksatz optimiert? Also schon beim Gestalten meinst Du? Sind das Schriften, die besonders robust auf Spationierungen reagieren? Manche Schriften sind da ja durchaus zimperlich …

Gerard Unger hat sich intensiv mit Zeitungsdruck und Blocksatz beschäftigt und einige seiner Schriften für diese Einsatzzwecke optimiert. Er selbst sagt, dass es kein Problem ist wenn diese Schriften weiter oder enger gesetzt oder gar etwas gequetscht werden. Ansonsten gibt es wahrscheinlich eher Schriften die für den Blocksatz ungeeignet sind - weil sie beispielsweise zu grazilen Details haben oder vertikal betont sind.

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