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Schrift aus Bauhausbücher 12, 1930


Esther2020

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Kann mir jemand sagen was dies für eine Grundschrift ist? und ob diese evtl. digitalisiert wurde?

ist aus dem Buch: «Bauhausbücher 12: Walter Gropius, bauhausbauten Dessau»

gedruckt: 1930
erschienen im Verlag: Albert Langen Verlag München

druck: Hesse & Becker, Leipzig

 

Danke für eure Hilfe!

Liebe Grüsse,  Esther

 

 

BHB12_Seite193.jpg

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Ich kann leider nicht sagen welche Schrift es ist aber es ist mit Sicherheit nicht die Akzidenz Grotesk. Allein das »g« passt schon nicht – von den Strichstärkenunterschieden bei etlichen anderen Lettern (a, b, c, …) ganz zu schweigen.

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Diese Schrift war eine sehr gängige »anonyme« Schrift zu der Zeit. Die wurde vermutlich in den 1870er Jahren aus Großbritannien importiert. Bei mehreren deutschen Schriftgießereien hieß die Schrift Breite Grotesk. Aber nicht alle Schriften aus der Zeit, die Breite Grotesk hießen, ließen sich auf diesem Entwurf zurückgehen. In etwas zwei Stunden poste ich eine Liste von den Schriftgießereien, die diese Schriften im Angebot hatten. Vielleicht könntet ihr dann eine Probe im Netz finden. Eine digitale Version dieses Entwurfs (anders als die andere breite Groteskschriften von Schelter & Giesecke) gibt es leider nicht.

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Die Schrift aus dem Bauhaus-Buch ist dieselbe (oder eine nahezu identische Kopie für eine Satzmaschine) wie die Schrift, in dem Peter Behrens’ Buch Feste des Lebens und der Kunst: eine Betrachtung des Theaters als höchsten Kultursymbols (Darmstadt, 1900). Anbei ein weniger-tolles Foto von ein paar Zeilen aus Behrens’ Buch.

 

Meine Vermutung ist, dass Ludwig & Mayer in Frankfurt die erste deutsche Gießerei war, die diese Schrift in Deutschland anbot (sie entwarf die jedoch nicht). Sie nannte die Schrift Breite Grotesque. Wilhelm Woellmer’s Schriftgießerei in Berlin hatte das Design auch (unter der Name Breite Grotesk). Woellmer war jedoch aber nicht die Firma, die sie ursprünglich herstellte. Wie oben geschrieben vermute ich, dass die Schrift in Großbritannien »geboren« worden ist; deutsche Gießereien hätten Matrizen davon bekommen, entweder in dem sie Matrizen von denen gekauft haben oder sie über die Galvanoplastik geklauten. Es kann sein, dass die genaue Situation von Firma zu Firma sich unterschied.

 

Als Quelle Tippe ich auf Miller & Richard (also ihre Grotesque, No. 1), wobei die Gothic No. 9 von der Cincinnati Type Foundry in den USA sehr ähnlich aussieht und ich habe keinen grundlegenden Vergleich gemacht. Vielleicht kam sie von Cincinnati an Miller & Richard oder anders herum.

 

Woellmer machten sogar weitere Schriften, die im selben Designstil waren. Also bauten sie daraus eine kleine »Familie« mit halbfett, eine schattierte Version, die schattierte Version für dem zweifarbigen Druck usw. (einige Bilder davon kommen in meinem Vortrag hier auf; ansonsten hat Ralf vielleicht Proben von diesen Schriften in Weimar).

 

Ansonsten in Deutschland boten Brüder Butter in Dresden sowie J. John Söhne in Hamburg die ursprüngliche Schrift an. Beide Firmen verkauften sie ebenfalls als Breite Grotesk. Monotype machte das Design auch für ihren Setzmaschinen (als Monotype Grotesque 51 bzw. Series 51, leider nicht mit den anderen Monotype Grotesque varianten digitalisiert). Ich habe dunkel in Erinnerung, dass die deutsche Tochtergesellschaft der Mergenthaler Linotype Co. die Schrift in den Jahrzehnten vor dem 2. Weltkrieg ebenfalls für ihre Maschinen angeboten hat. Vielleicht sogar Intertype under anderen Setzmaschinen-Firmen aus dem frühen 20. Jahrhundert.

Bildschirmfoto 2020-10-22 um 18.23.26.png

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vor 15 Stunden schrieb Norbert P:

das a finde ich allerdings ein bisschen zu "swiss".

Dann werfe ich mal noch diese beiden in die Runde – da ist das a weniger geschlossen, dafür passen dann aber viele andere Merkmale (z.B. die Strichstärken-Dynamik) weniger gut:

 

 

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  • 3 Wochen später...

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