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♯ und ♭ im Fließtext

Hervorgehobene Antworten

  • 4 Jahre später...
  • Ersteller

Heute ist mir eine neue Schrift in den Adobe Fonts aufgefallen: die Merwede von Titus Schulz (Bold Monday, 2024).

Die beide gesuchten Glyphen sind enthalten, auch mit alternativer Zurichtung für die Akkord-Schreibweise.

https://boldmonday.com/typeface/merwede/

  • Ersteller
Zeit: 9.1.2022 um 17:53, Ralf Herrmann schrieb:

Als Schriftgestalter ist man mit einem Unicode-Vorrat von über 100.000 Zeichen konfrontiert. Da muss man sich klare Grenzen stecken, zum Beispiel Standardzeichensätze (wie Latin 1) oder Sprachräume, die dann auch gern nochmal nach Nähe eingegrenzt werden. Damit deckt man dann z.B. Europa mit lateinischer Schrift komplett ab, aber womöglich nicht das »ferne« Vietnamesisch, denn das weltweite Lateinisch wäre schon wieder ein Fass ohne Boden. 

Für alles, was darüber hinaus geht, gilt das natürlich genauso. Für normale kommerzielle Schriften zur allgemeinen Anwendung wäre es reine Willkür, jetzt zum Beispiel Musikzeichen einzubauen und es gäbe buchstäblich tausende andere Zeichen, die einzelne Anwender genauso dringend bräuchten. Daher wird sowas nicht abgedeckt und die Anwender greifen dann entweder Themen-Spezial-Fonts oder aber zu Fonts, wo Zeichenvorrat vor gestalterischer Eigenheit und Vielseitigkeit (z.B. in Bezug auf Schnitte) geht. Darunter fällt dann sowas wie Arial Unicode MS. 

Da möchte ich mal ein Zitat aus Robert Bringhursts The Elements of Typografic Style gegen werfen:

»Three elementary musical symbols – ♭ ♯ ♮, the flat, sharp and natural – are needed for setting normal texts that make reference to standard European musical pitches and keys. […] These characters are, however, missing from most text fonts.«

  • Ersteller

Ich hatte zwischenzeitlich ein Gespräch mit einem Dr. der Musikwissenschaft, der auch als Autor und Übersetzer für uns tätig ist. Er meinte, dass die Verwendung von ♭ und ♯ wie eine Abkürzung ist, die bei Platzmangel eingesetzt wird.

  • Ersteller
  • Lösung

Als praktikable Lösung hat sich inzwischen Noto Sans Symbols durchgesetzt. Die Zeichen ♭ und ♯ stehen akzeptabel zur Grundschrift und es gibt verschiedene Gewichte für z. B. fette Überschriften. Das ♭ erscheint etwas magerer als das ♯. Auch das lässt sich mit den zur Verfügung stehenden Schriftschnitten ausgleichen.

Als Google-Font ist die Schrift einfach für alle Beteiligten verfügbar.

Es gibt auch noch Noto Music mit vielen weiteren Musiksymbolen, die aber wieder als deutliche Fremdkörper im Text stehen.

Bearbeitet ( von Lothar B.)

Zeit: 9.1.2022 um 18:52, Norbert P schrieb:

Damit habe ich mich beispielsweise hier beholfen … nicht optimal, aber akzeptabel …

 

bkreuz.jpg

Diese Schreibweise empfinde ich als sehr irreführend, vor allem im didaktischem Umfeld. Von entscheidender Bedeutung ist ja, vor welcher Note, also auf welcher Position in der Notenzeile die Kreuze stehen. Hier kann man nicht erkennen, dass der Spieler bei Fis-Dur auch an Ais und Eis zu denken hat. Die Position in der Versetzungszeichen Zeile hingegen ist doch OK.

Zeit: 15.1.2022 um 06:11, Thomas Kunz schrieb:

Ich habe mal eine Zusammenstellung der Schriften auf meinem Rechner gemacht, die ♭ und ♯ enthalten. So hat man ein Muster, wenn man mal eine ähnliche Aufgabe wie @Lothar B. lösen und nach einer passenden Schrift suchen muss: Versetzungszeichen (pdf-Datei; 3,8 MB).

Das ist ja mal der Hammer, vielen Dank für deine Mühe.

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