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Oktober-Umfrage: Nutzt du schon neue OpenType-Fonttechnologien?

Nutzt du schon die neuen OpenType-Fonttechnologien? (Oktober-Umfrage) 35 Mitglieder haben abgestimmt

  1. 1. Hast du schon einmal variable Fonts benutzt?

    • nein
      50%
      20
    • ja (digital)
      12%
      5
    • ja (Print)
      37%
      15
  2. 2. Hast du schon einmal farbige OpenType-Schriften (COLR/OpenType SVG etc.) benutzt?

    • nein
      80%
      28
    • ja (digital)
      14%
      5
    • ja (Print)
      5%
      2

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Hervorgehobene Antworten

vor 27 Minuten schrieb Ralf Herrmann:

Und wenn nein, was hält dich bisher vom Einsatz ab?

Mangelnde Unterstützung der Anwendungen.
Softmaker verspricht seit ca. zwölf Jahren, die Unterstützung für Opentype-Features zu implementieren, aber rührt sich bisher null. Das hat null Priorität für die, trotz der groß angepriesenen Kompatibilität zu MS Office, für das es DirectWrite gibt.
Und die restliche von mir nutzbare bzw. genutzte Software ist zu alt... 😞

Die Helvetica Now Variable führt beim Druck zu Fehlern bei den Buchstabenabständen (so dass ich einen umfangreichen vhs-Katalog in Pfade gewandelt in Druck geben musste) und sie erzeugt Pfade, die sich nicht plotten lassen.

Über die g’schlamperten Vektoren gibt’s doch irgendwo im Forum einen thread … früher™ war mehr Sorgfalt ;-) 

Wobei: Wenn ich mir andere Beispiele von variablen Fonts anschau, unten die "Zeitung Variable", tauchen da ähnliche Ungereimtheiten auf. Frage an die Wissenden: Kann es sein, dass diese Art des Vektoraufbaus notwendig ist für die Variabilität?

bildschirmfoto2022-10aeie2.png

Gerne würde ich Color Fonts herstellen. Leider ist die Unterstützung, und vor allem der Bedarf, nicht gegeben. Sogar meine technisch versierten Klienten, denen ich die Sache schmackhaft machen will, gehen lieber auf den kleinsten Nenner, denn die Schriften müssen auch für grafische Fußgänger zugänglich sein. "Tu was Du willst", heißt es da "solange es in PowerPoint funktioniert". 

Leider wird sich da ohne Unterstützung von Microsoft et al nichts ändern. Und in Word muß man ja sogar Kerning immer noch manuell anschalten. 

Ich hab noch keine wirkliche Anwendung für Color Fonts gefunden. Die erste Frage, die ich mir gestellt hab, war "was soll ich mit einer Schrift, deren Farbe ich nicht ändern kann?". Als CI-Schrift braucht es dann eine zweite, andersfarbige dazu für den Einsatz auf dunklem Hintergrund und eine dritte für z.B. Auszeichnungen …

 

Wo würdet ihr denn einen sinnvollen Einsatz sehen?

vor 1 Stunde schrieb Diwarnai:

Wo würdet ihr denn einen sinnvollen Einsatz sehen?

Ich könnte sie mir gut vorstellen in einem Umfeld von Corporate-Schriften. Logo und Farben können damit im Font hinterlegt werden, so dass die Anwender, entsprechende Programme vorausgesetzt, sich damit nicht mehr auseinandersetzen müssen.
 

 

vor 1 Stunde schrieb Diwarnai:

Als CI-Schrift braucht es dann eine zweite, andersfarbige dazu für den Einsatz auf dunklem Hintergrund und eine dritte für z.B. Auszeichnungen …

Wenn ich das hier richtig verstanden habe, kann all das in einem Font hinterlegt sein und dann via Stylistic Sets angesteuert werden. Findige CI-Designer könnten damit Templates schaffen, die schriftmäßig dem CD entsprechen, ohne dass sich ein User damit auseinandersetzen muss. So brauchst Du nur, wenn Du die Font-Familie verlässt, zusätzliche Schriften. Wobei selbst Serif/Sans in einem Variable Font implementiert werden kann (das haben die Menschen bei der Beyond Type, auf der die Hausschrift der Peter-Schmidt-Group vorgestellt wurde, als Zukunftsvision demonstriert). Wie groß dann die Fontdatei wird, weiß ich jedoch nicht. Und ob das jemals bis zu den Anwender*innen durchgereicht wird, glaube ich nicht so schnell. Selbst allerweltliche Opentype-Features werden ja noch nicht global unterstützt...

vor 30 Minuten schrieb Phoibos:

Findige CI-Designer könnten damit Templates schaffen, die schriftmäßig dem CD entsprechen, ohne dass sich ein User damit auseinandersetzen muss.

Das mag in der Theorie funktionieren. Aber nur dort.

Ich mache des öfteren Schriften bei denen die Buchstaben aus Elementen in verschiedenen Farben bestehen. Hierzu muß ich den Buchstaben in seine Teile zerlegen, und für Elemente gleicher Farbe ein separates Stylistic Set, oder gleich einen separaten Font anlegen. Wenn das einmal gemacht is wird jede Änderung in der Zurichtung eine Heidenarbeit. Viel lieber wäre es mir da, alles aus einem Guß zu schaffen. Aber wie gesagt, "color fonts can do anything, except leave the lab". 

vor einer Stunde schrieb Oliver Weiß:

color fonts can do anything, except leave the lab

IMG_2011.jpeg.af28deee04b379cda63830b76fe00a5a.jpeg

Also bei mir in der Nachbarschaft bekommen schon die Schulanfänger Colour-Fonts hin ...

 

:party:

vor 20 Minuten schrieb Microboy:

Also bei mir in der Nachbarschaft bekommen schon die Schulanfänger Colour-Fonts hin ...

Ja, aber die Zurichtung lässt zu wünschen übrig. :lol:

vor 39 Minuten schrieb Thomas Kunz:

Ja, aber die Zurichtung lässt zu wünschen übrig.

Das kommt dann in der zweiten und dritten Klasse ...

Variable fonts – prinzipiell sehr gerne, damit kann man sein Typografie wirklich optimieren.

Wermutstropfen ist, dass die Schriften noch rar gesäht sind, d.h. entweder gibt's keinen Font für das bestehende CI, oder man wählt eine CI-Schrift aus einem limitierten Angebot.

Und es ist mit der Qualität halt wirklich noch so eine Sache, gerade wenn es um mehr als 1-2 Achsen geht (Sinnhaftigkeit davon mal außen vor) ... da spielen so viele automatisierte Faktoren rein und überlagern sich, dass die Ausgabequalität nicht selten leidet. Der Gestalter/Font-Techniker hat's natürlich nicht leicht, alle Fälle zu sehen und immer eine hochwertige Lösung zu finden, die nicht wieder andere Fälle ungewollt beeinflusst – früher hat man die einzelnen Gewichte, selbst wenn sie interpoliert erzeugt wurden, noch einzeln kontrolliert und nachkorrigiert, das geht jetzt nicht mehr.

Weiters beeinflusst so eine Technik auch die möglichen Entwürfe – Schriftfamilien, die nicht von thin bis black interpolierbar sind, sind so gut wie ausgestorben, das steigert die Konsistenz, aber es geht natürlich auch Charme verloren (aber das hat nicht direkt was mit variable fonts zu tun, im font-editor interpoliert wird ja schon sehr viel länger).

Zu den Vektor-Überlagerungen wie oben zu sehen: dagegen hätte ich gar nichts einzuwenden, das hätte ich mir immer gewünscht dass man Formen nicht im Mastering "reduzieren" muss ... leider gibt es halt immer irgend ein Programm oder RIP, das eim Rendern davon schlampt und man erhält Negativ-Formen etc. ... zu viele Datenintereter im Spiel, um da nicht auf Nummer sicher zu gehen. Und selbst wenn es mit der Darstellung klappt ... ich wollte gerade letzthin die Roboto Flex animierterweise mit CSS-Outlines darstellen (statt gefüllt). Was passiert: der Browser liniert brav auch die überlappenden Teilformen ... unbrauchbar.

 

Color-Fonts ... einmal gedacht "jetzt würde die Adobe Trajan als Colorfont wirklich gut passen" ... ungläubig festgestellt dass man die Farben nicht anpassen kann ... das wars.

vor 10 Minuten schrieb Sebastian Nagel:

Zu den Vektor-Überlagerungen wie oben zu sehen: dagegen hätte ich gar nichts einzuwenden, das hätte ich mir immer gewünscht dass man Formen nicht im Mastering "reduzieren" muss ...

Ja, das machen dann die Reinzeichner mühsam von Hand und jedes Mal aufs Neue, wenn es um Beschriftung, Messebau etc. geht. Unnötig wie ein Kropf.

vor 34 Minuten schrieb Diwarnai:

Ja, das machen dann die Reinzeichner mühsam von Hand und jedes Mal aufs Neue, wenn es um Beschriftung, Messebau etc. geht. Unnötig wie ein Kropf.

Dafür gäbe es ja in Postscript eine Pfad-Laufrichtung, mit der das klar geregelt wäre – ein Klick und man hätte seine durchgehende Außenform, wenn eben diesebenötigt wird. In der Fontdaten- und Software-Praxis ist das leider nicht sauber so gehandhabt, somit immer wieder ein Ärgernis ...

Am 6.10.2022 um 16:11 schrieb Ralf Herrmann:

Und wenn nein, was hält dich bisher vom Einsatz ab?

Irgendwie komme ich nie dazu, mich damit näher zu befassen. Ich habe immer genug andere Dinge, die mich vorrangig beschäftigen.

Interessant fände ich gerade bei Variable Fonts die Möglichkeit, Schriftstärken z.B. in einem Logoschriftzug ideal aufeinander anzupassen. Ob das praktisch gut machbar ist, weiß ich nicht. Oder gelegentlich auch für kleine Grade oder Displaygrößen Feinjustierungen zu machen. Oder in bildhaften Typogestaltungen die richtigen Schriftgrade hinzubekommen.

Der Artikel hat mich jetzt aber wieder neugierig gemacht.  Also kommt es jetzt mal wieder auf meine Liste.
 

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