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Anleitung zum Zeichnen des Versal-Eszetts

Hervorgehobene Antworten

vor 9 Minuten schrieb Diwarnai:

das ist auf der Website aber eben nicht geschehen

Ab einem gewissen Punkt ist das doch gar nicht mehr objektivierbar, da Ästhetik ein individuelles Empfinden ist. Deswegen schreibt Christian ja auch (Quelle s.o.)
 

Zitat

These are my subjective opinions, to be taken with a grain of salt


Ich wünschte mir, mehr Schriftenkünstler*innen würden ähnliche Listen erstellen mit ihren Vorstellungen. Gerade die Meinung von Menschen, die die Glyphe an sich ablehnen, fände ich faszinierend, wie sie die reine Ästhetik, die Harmonie eines Versal-Eszetts innerhalb einer Schrift beurteilen.

vor 3 Stunden schrieb Diwarnai:

Daher halte ich deine Einteilung in great, problematic und unusable etwas vermessen. Wer sich mangels Ahnung dem Thema Versal-ß nähern möchte und auf deine Website stößt, wird dort in die Irre geleitet, weil nicht klar ist, dass deine Ergebnisse kein Konsens sind.

So erfrischend pointiert wie das formuliert ist geht für mich schon hervor, dass der Autor seine Anschauungen nicht für wissenschaftlich-objektiv(ierbar) hält.  Und drüber steht ja eh

Zitat

entirely subjective

 

Was man sich noch ansehen könnte: Was passiert bei der Rectangular Form und Serifenschriften links oben (so man annimmt, dass diese zwei Aspekte zusammenpassen könnten)?

  • Ist da links oben nur eine Ecke ohne Serife und "geht das" (ähnlich aber nicht genau so wie beim N rechts unten)?
  • Eine volle Serife nach links, wie beim R?
  • Ein Federansatz, so wie bei manchen Flare-Serif-Schriften im N die Schräge links über die Senkrechte überschießt, ohne dass das gleich eine vollwertige Serife ist?

Ich denke zwar, dass sich für die allermeisten Serifenschriften bzw. die mit sichtbarem Strichstärkenkontrast eine Domed-Form wesentlich mehr anbietet, um eben die nötige Dynamik ins Zeichen zu bekommen ...

Aber z.B. die Roboto Slab geht diesen Weg mit Serife (subjektiv: naaaja ...).

Die Minion 3 macht minimale Anstalten eines Federansatzes (eine deutlicheres Beispiel will mir gerade nicht einfallen), man könnte aber auch sagen es ist einfach nur eine Ecke. Ich finde das geht sogar, die eigentliche Katastrophe passiert dann rechts ...

 

Unabhängig davon könnte man bei der Ecke rechts oben noch erforschen, ob die Domed-Form nach dem Zug nach unten noch einen Schlenker nach oben macht / machen sollte, oder nicht.

Interessanterweise wird das offenbar gerne bei Serifenschriften gemacht (auch dann, wenn dann kein "Sporn-Ansatz" von unten kommend folgt) während die Serifenlosen eher rund nach unten ziehen.

Es hilft vielleicht, dem Zeichen nochmal Stärke zu geben bzw. die Grenze nach rechts abzustecken (was beim runden S die Serife erledigt?)

 

Ganz generell: ich denke, der Betrachtung würde es helfen, wenn in den Beispielen auch die Formen von

  • U (Dynamik und Form des Bogen unten bzw. dann oben)
  • N (Vergleich des Ansatz der Diagonalen zu den Senkrechten mit Serife/Halbserife, Federansatz oder nur Ecke)
  • G (Ansatz des Sporns unten rechts als Übergang zwischen Runde und Senkrechte, und ebenfalls eine sehr ungewöhnliche Form im Alphabet)

zu sehen wären. Daraus lässt sich ableiten ob die Umsetzung des ẞ stilistisch mit den anderen Buchstaben mithalten kann und sich einfügt.

Das Wort BROẞSEE ist schon nicht ganz verkehrt – das B brauchen wir zur formalen Abgrenzung, das R ist super wegen links unten Stamm/Serife, O ist halt ein formaler Klassiker (dann würde ich noch ein H und ein A haben wollen für Rechtecke und Dreiecke), S ist auch logisch. Ein E ist gut weil es die "Serife" (eigentlich den Strichabschluss) an der Horizontalen zeigt die wir unten-mitte brauchen, das zweite E macht halt nur noch Geräusch.

Bearbeitet ( von Sebastian Nagel)

  • Ersteller

Um Anglizismen vorzubeugen: Ich würde die drei Dachtypen auf Deutsch als rechtwinklig, halbgewölbt und gewölbt bezeichnen.

Bei Rechtwinkligen kann ich mir oben links nichts Anderes als eine Serife vorstellen (analog beim E oder F). Bei N kommt ja eine Diagonale mit dem Stamm zusammen, das ist was Anderes. Ich finde das bei der Minion 3 dementsprechend unnatürlich (wenn auch nicht das einzige Problem).

Der Aufschwung des Dachs bei Canapé et al. ist wirklich interessant; ich frage mich schon, ob das jetzt unter gewölbt oder halbgewölbt gehen soll, oder ob man vielleicht noch einen vierten Dachtyp (gewellt?) einführen soll... wohl eher nicht?

Was BROẞSEE angeht: Ich hab mir schon überlegt, auf BÜẞEST umzusteigen, aber hatte keine Lust, all meine Grafiken neu zu machen.

Bearbeitet ( von CatharsisFonts)

  • Ersteller
vor 9 Stunden schrieb Diwarnai:

Nun gut, eine komplette Website ist durch 2 kleine Wörter ausreichend erklärt und das ist für jeden auch sofort klar erkennbar. Wieder was gelernt.

Ich glaube, wenn jemand eine Webseite so oberflächlich liest, dass ihm/ihr die mehrfachen Subjektivitätswarnungen und der augenzwinkernde Ton durch die Lappen geht, und dann auch noch keine der weiteren Webseiten zu dem Thema besuchen geht, dann ist nicht die Webseite schuld. Das ist z.B. bei Ilya Rudermans Bewertung von Kyrillischen Schriften nicht anders, wie überhaupt bei den meisten von Einzelpersonen kuratierten Bewertungswebseiten auf der Welt.

Aus deiner Sicht ist das sicher richtig.

Die vielen, die keine Profis sind und die sich dem Thema erst nähern, können das aber mangels Erfahrung oder Hintergrund nicht einordnen und nehmen das für bare Münze. Da finde ich es schade, dass sie Gefahr laufen, in die Irre geleitet zu werden.

vor 14 Stunden schrieb Diwarnai:

nicht einordnen und nehmen das für bare Münze

Meiner Meinung darfst Du Menschen im Allgemeinen und insbesondere Glyphen-Interessierten durchaus mehr Medienkompetenz zubilligen.

Das tu ich ja jetzt:

Zitat

Nun gut, eine komplette Website ist durch 2 kleine Wörter ausreichend erklärt und das ist für jeden auch sofort klar erkennbar. Wieder was gelernt.

 

Das wird vermutlich eine händisch angepasste Variante sein. Der Gute hatte wohl genug, immer mit Preub angesprochen zu werden. Mein Nachname endet ebenfalls auf "ß", daher kann ich das gut nachvollziehen.

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