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Hervorgehobene Antworten

Neben dem allseits bekannten Deppenapostroph, sehe ich zunehmend auch das Deppenkomma (als Beispiel in diesem Satz). Woher kommt das Verlangen, da ein Komma zu setzen? Ist es wieder das Englische?

Gelöst von Phoibos

Oder es sind genau die Kommata, die bei Messengern und Co. nebst Satzpunkten und Gedöns in den letzten Jahren radikal aussortiert wurden. Nun reichern sie mehr oder weniger perfide den Grauwert wehrloser Mehrwortsätze an, da die Verklappung auf offener See in Zeiten kollektiven Umweltbewusstseins keine praktikable Option mehr ist. :-?

Da mir diese Art von Kommata hauptsächlich in den Kommentaren in »Medien« auffällt, vermute ich vielmehr, dass sie die Aufforderung »hier atmen!« ersetzen. Es steht nämlich zu befürchten, dass der oder die eine oder andere dies sonst ob der eigenen Echauffiertheit vergisst.

vor einer Stunde schrieb Norbert P:

ob der eigenen Echauffiertheit

Nämliche Echauffiertheit scheint mir aber in der Gestalterszene grad bei der Jagd nach Deppenwasweißichwas auch keine Seltenheit. (Puh, hoffentlich fehlt da jetzt nicht irgendwo ein Komma. Obwohl: so eine Dafehlteinkommadeppen- Kategorie fehlt eh noch.)

Interessante Lektüre zum Thema (zusätzlich lernt man etwas über wissenschaftliche Arbeit, statistische Methodik und fehlgeleitetes Vorgehen an deutschen Schulen):

Fürstenberg, Maurice (2023). Kommagebrauch im Deutschen. Eine empirische Untersuchung zur Kommasetzung beim Schreiben und Einsetzen. Berlin, Boston: de Gruyter, 2023. (= RGL 332; zgl. Diss. LMU München, 2023)

Und dann gibt es auch noch die Ratlosigkeit, die sich aus der Idee einer »amtlichen« Rechtschreibung und diversen Reformen, die reformiert wurden, speist. Also setzen einige – wie auch ich – Kommata nach Gefühl und Wellenschlag und mit dem Gefühl einer Erinnerung an Regeln…

  • Ersteller

Aber (um bei meinem Beispiel zu bleiben) vor „sehe“ ein Komma zu setzen ist doch nicht nötig? Oder haben Sie aus Kommagebrauch im Deutschen ein Gegenbeispiel an der Hand?

  • Lösung

Oh, hatte ich schon über KI-übersetzte Meldungen geschimpft?

Auch ist die Nutzung neuländischer Medien inszwischen derart gewöhnlich geworden, dass formale Anforderungen an Texte mehr kolloquialer Beliebigkeit weicht, auch unter dem Eindruck rascher Sprachwechsel. Gemeinhin verzichte ich eigentlich auf die Gemischtschreibung, die halte ich eigentlich für überflüssig. Aber hier hat man mich ja schon wieder zu einer gewissen kulturellen Höhe hinerzogen.

  • Ersteller
vor 1 Minute schrieb Phoibos:

Oh, hatte ich schon über KI-übersetzte Meldungen geschimpft?

Oh, das könnte auch ein Faktor sein. Deutscher Text übersetzt, aber immer noch englische Grammatik.

(Das erinnert mich an onion rings – Zwiebel ruft an.)

vor 11 Stunden schrieb sonderzeichen:

Aber (um bei meinem Beispiel zu bleiben) vor „sehe“ ein Komma zu setzen ist doch nicht nötig?

Genauso unnötig wie jemanden, der/die da mal ein Komma hinschludert, gleich als Deppen zu bezeichnen

  • Ersteller
vor einer Stunde schrieb pürsti:

Genauso unnötig wie jemanden, der/die da mal ein Komma hinschludert, gleich als Deppen zu bezeichnen

Nicht jemanden, aber die falsche Kommasetzung an sich.

vor 3 Stunden schrieb Diwarnai:

… oder Deppenapostroph, Hurenkind oder Schusterjunge zu verwenden. Ganz zu schweigen von den Bezeichnungen »fett« oder »Black«, um nur ein paar zu nennen.

Und dann heißt es zukünftig „Helvetica medium adipös“ oder „Helvetica body positive“. Oder man ordnet man den Schnitten BMI-Werte bei. ;-)

vor 43 Minuten schrieb Kathrinvdm:

„body positive“

<woker intersektionaler klugschiss> Bodypositivity ist nicht nur gewichtigen Menschen vorbehalten. Jeder Mensch sollte seinem Körper positiv gegenüberstehen, denn es ist immerhin der einzige, den er haben wird</woker intersektionaler klugschiss>.

Und wo wir dabei sind, über das »Dicksein als Weltanschauung« (K. Tucholsky) zu philosophieren, möchte ich gerne noch das amüsante Buch Aufstand der Dicken von Gabriel Laub empfehlen.

  • Ersteller
vor einer Stunde schrieb Kathrinvdm:

Und dann heißt es zukünftig „Helvetica medium adipös“ oder „Helvetica body positive“.

Oh nein, was habe ich getan … 🙂

vor 21 Minuten schrieb Phoibos:

<woker intersektionaler klugschiss> Bodypositivity ist nicht nur gewichtigen Menschen vorbehalten. Jeder Mensch sollte seinem Körper positiv gegenüberstehen, denn es ist immerhin der einzige, den er haben wird</woker intersektionaler klugschiss>.

Und wo wir dabei sind, über das »Dicksein als Weltanschauung« (K. Tucholsky) zu philosophieren, möchte ich gerne noch das amüsante Buch Aufstand der Dicken von Gabriel Laub empfehlen.

Die Formulierung war von mir ganz wertfrei intendiert – die Punzpositivity sollte alle Formen und Schnitte umfassen, von klein bis groß, von schmal bis breit, von kurz bis lang, alles. :nicken:

 

PS: Außerdem ist der BMI Blödsinn, aber das ist eine andere Diskussion für ein anderes Forum. Ralf kriegt die Krise, wenn wir das Fass hier auch noch aufmachen. ;-)

vor 9 Minuten schrieb sonderzeichen:

Oh nein, was habe ich getan … 🙂

Tja, da lernst Du gleich die ganze Bandbreite der Forumsdynamik kennen. :cheer:

vor 3 Minuten schrieb Kathrinvdm:

Punzpositivity

Was für ein liebreizendes Wort mit einer wunderschönen Alliteration ❤️ 

 

vor 4 Minuten schrieb Kathrinvdm:

sollte alle Formen und Schnitte umfassen

Deswegen geht man doch jetzt auch weg von den diskriminierenden Formaten hin zu variablen Fonts!

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