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Font in Pfade umwandeln, lässt Schrift dicker werden. Das kann es gar nicht geben, und doch…

Hervorgehobene Antworten

Das kenne ich auch so, ist beim Umwandeln von PDFs in Pfade, wird manchmal gefordert wegen der Schriftlizensierung dann ist das so. Aber keine Sorge dein Drucker (Offsetdrucker) zum Schluss sieht das super aus. Was dein Drucker ausdruckt siehe oben die tollen Erklärungen.

  • 3 Wochen später...
Am 16.1.2025 um 12:44 schrieb Sebastian Nagel:

Das ist bei allen echten Postscript/PDF-Druckern der Fall, also bei teuren Bürodruckern und professionellen Dienstleistern – bei Bürodruckern, die nur vorgeben Postscript zu können, oder gar nicht damit arbeiten wird oft vorher ein Pixelbild gerastert, und das dann gedruckt --> da können Fonts und Vektoren wieder unterschiedlich behandelt werden und man sieht das.

Dieser Satz hat mich aufmerken lassen. Bisher kam ich gar nicht auf die Idee, daß es bei Bürodruckern „echte“ und unechte Postscript-Drucker geben könnte. Wenn ich nach einem neuen Drucker suchte, schaute ich nur, ob bei den Druckersprachen auch Postscript dabei ist. Nach kurzer Überprüfung meines aktuellen Druckers (Brother HL-L6250DN) war klar, daß es sich bei diesem Modell um einen unechten Postscript-Drucker handelt: „BR-Script Treiber (Postscript Emulation)“.

Nachdem ich nun ein bißchen nach „echten“ Postscript-Druckern gesucht habe („office printer postscript -emulation“), stelle ich fest, daß ich bei sämtlichen Ergebnissen jedesmal auf (Büro-)Drucker stoße, die Postscript nur emulieren.

Kann jemand hier im Forum einen „echten“, wenn auch „teuren Bürodrucker“ nennen, der von den Maßen her noch recht kompakt ist?

Glaube kann mich an diese erinnern, bitte aber alles noch mal selbst gegenchecken.

Kyocera ECOSYS PA4500x: ca. 320 € bis 350 € 

HP Color LaserJet CP5225DN: ca. 1.500 € bis 2.000 €

Brother DCP-L6600DW: ca. 600 € bis 700 €

Triumph-Adler P-6033DN: ca. 800 € bis 1.000 €

Lexmark MS811dn: ca. 1.000 € bis 1.200 €

Ich würde OKI empfehlen wegen der Brillanz und den Editiermöglichkeiten an der Software hier bitte aber selbst genau schauen wegen der Emulation von PS

 

vor 12 Minuten schrieb typogeorge:

OKI

Meinst du diese? Die wecken zwar eine gewisse Begehrlichtkeit, kosten jedoch gleich eine Stange mehr (sind aber auch A3).

Allgemein kann man bei Oki finde ich wenig falsch machen aus ein Modell aus der Montagserie. Ich checke immer jedes Modell auf schlechte Rezessionen.

Was mir gefällt bei OKI sind die Möglichkeiten alles einzustellen. Was manchmal nervt ist das er Wolken in den Rändern bei Farben reinhaut – warum auch immer. Er hat aber auch ordentlich Laufleistung drauf. Immer OKI Patronen im Einsatz.

 

Kurzer Einwurf zum Thema Postscript:

Wir alle arbeiten ſeit etwa 25 Jahren nicht mehr mit Poſtscript,
und kaum jemand bemerkt etwas davon!

 

(Viel zu) langer Einwurf zum Thema Postscript:

Direkter Postscript-Support im Drucker ist schon schön, weil kein Übersetzer (Anwendungssoftware, Betriebssystem, Druckertreiber) zwischen Daten (die manchmal noch Postscript sind) und Rasterer dazwischen kommt, der schon vorab etwas falsch interpretieren könnte, und der drucker-interne Rasterer im Idealfall alles bestmöglich für die Druckertechnik umsetzt.

Jetzt ist aber Postscript auch nicht mehr das Maß aller Dinge – die letzte Postscript-Version 3 ist von 1997, und wurde dann nicht mehr weiterentwickelt. 

An dessen Stelle ist PDF getreten, das zwar keine echte Programmiersprache mehr ist, sondern eine Seitenbeschreibungssprache (was in der grafischen Praxis heute keinen echten Unterschied mehr macht); aber das weit mehr kann als Postscript jemals gelernt hat. Z.B. kann Postscript keine Transparenzen, Schatten, Verläufe, Truetype-Fonts, Konturmodulation, ... ... alles Dinge, die erst mit PDF nativ in austauschbare Dokumente gefunden haben, die wir aber heute ganz selbstverständlich einsetzen ohne drüber nachzudenken.

Wenn man solche Dinge z.B. in Illustrator (als "der Postscript/PDF-Editor schlechthin") verwendet, sind diese Sachen im AI-Dokument als zusätzliche Information gespeichert, abseits vom Postscript-Code. Wenn wir dann in Illustrator eine echte .ps-Datei an den Drucker schicken, oder heute üblicher eine .eps-Datei speichern, dann muss all das, was Postscript eigentlich gar nicht kann, in kleinere Unterelemente umgerechnet werden, die Postscript eben beherrscht – Verläufe werden in Einzelflächen zerlegt, Transparenzen werden in nicht-transparente, neu gefärbte Stücke zerhackt oder gleich gerastert, Schatten sowieso ... wer so eine echte .eps-Datei dann wieder öffnet, findet praktisch unbearbeitbaren Datensalat vor, der zwar ein perfektes Postscript-Programm darstellt, aber für den Grafiker keinen echten Nutzen mehr hat. Illustrator "hilft" uns da, indem es in einer .eps-Datei nicht nur die Postscript-Daten ablegt, sondern  zusätzlich noch sein eigenes Datenpaket, das die "unzerstörten" Daten enthält. Macht man so ein EPS auf, macht man eigentlich die AI-Datenportion auf, die in der EPS-Datei zusätzlich geparkt ist. Nur dieser Trick hat es übrigens möglich gemacht, dass .eps-Dateien so lange noch "Standard" unter Grafikern waren – sie haben gar nicht gemerkt dass sie eigentlich ständig eigentlich moderne AI-Daten gespeichert und geöffnet haben, wenn sie eine "EPS-Datei" erzeugt oder angefordert haben.

Diese "AI"-Daten (in einer .ai-Datei oder als Paket in einer .eps-Datei) sind inzwischen nicht mehr irgend ein Datenformat, das Adobe nur für Illustorator erfunden hat, sondern ... ein PDF-Dokument (so weit das wiederum möglich, das volle, jeweils aktuellste AI-Format kann auch mehr als PDF, das einer Standardisierung unterliegt). PDF wiederum kann Verläufe, Transparenzen, Truetype, etc. etc., d.h. wenn wir aus Illustrator heraus eine PDF-Datei speichern, dann wird sehr viel weniger aus technischer Notwendigkeit zerstört sondern bleibt so erhalten wie angelegt (und sehr viel weniger Editor-Zusatz-Info als Illustrator-Datenpaket nebenher zusätzlich gespeichert) als bei EPS. (Aber auch da ist es so: wenn wir beim Speichern des PDFs explizit wünschen, die Illustrator-Bearbeitungsdaten nicht zu speichern, und so ein PDF dann wieder aufmachen, stellen wir fest dass dieses PDF weniger fein zu bearbeiten ist als ein PDF, das zusätzlich noch sein AI-Datenpaket mit im Rucksack hat und uns eigentlich diese unterjubelt wenn wir es wieder öffnen).

 

Zurück zu den Druckern ...

Jetzt wäre es natürlich schön, wenn man nicht "25 Jahre alte PS-Daten" zum Drucker schickt, die ohnehin schon eine große Umwandlung hinter sich haben müssen, um überhaupt erst PS-kompatibel zu werden, nur um sie dann vom tollen nativen PS-Drucker interpretieren zu lassen (der ob der Komplexität die er da bekommt dann auch wieder an seine Grenzen stoßen kann), sondern wenn wir direkt PDF-Daten an den Drucker schicken könnten. 

Und siehe da, es gibt Drucker die nativen PDF 1.7-Support versprechen. Wenn sie dieses Verprechen einhalten, und nicht deren Treiber was vorgaukelt, hieße das, dass sie "PDFs mit Transparenzen, Verläufen etc. etc." direkt verstehen und rastern können. Die Umwandlung in Postscript oder irgendwas hersteller-spezifisches fällt weg, d.h. das Senden an den Drucker geht schneller, und es passieren potentiell weniger Interpretationsfehler.

Auch moderne RIPs in Druckereien sind längst PDF-kompatibel, wann immer wir "PDF mit Transparenzen" oder ein "PDF-X4" an die Druckerei senden, und das Ergebnis ungeprüft mit fast 100% Sicherheit passt, ist der RIP kein reiner Postscript-RIP mehr sondern ein PDF-RIP.

Sprich: wenn man sich heute nach einem echten Postscript-Drucker fürs Büro umsieht, sollte man sich eigentlich dringend nach einem nativen PDF-Drucker umsehen. Nicht dass nicht die allermeisten Drucker die Postscript mitbringen auch gleich PDF mitbringen.

Bearbeitet ( von Sebastian Nagel)

Heute mal wieder was sehr cooles gelernt, bekomme fast Macuser.de Forumserinnerungen als im Forum noch Fachleute inne wohnten. Danke dafür.

Vielen Dank für Eure rege Teilnahme, die mir sehr weitergeholfen hat – mein ganz besonderer Dank an Dich, Sebastian, für Deine ausführliche Erklärung „zum Thema Postscript“, auch dafür, daß Du Dir nicht wenig Zeit dafür genommen hast.

Die ersten Beiträge lösten bei mir zunächst eine Produktforschung hinsichtlich eines „echten“ PostScript-Treibers aus. Die von Norbert vermuteten OKI-Drucker fallen für mich alleine wegen der Größe (DIN A3) aus. Ansonsten haben fast alle OKI-Drucker nur emulierte PostScript-Treiber, was mich ein wenig verwunderte. Schließlich fand ich den (günstigen) Canon i-SENSYS LBP226dw sowie den deutlich teureren Xerox VersaLink B620, die beide (laut CNW IT-Systeme nach Rückfrage) einen echten PostScript-Treiber aufweisen.

Sebastians Beitrag schmiß wieder alles um, und ich begann eine weitere Produktforschung hinsichtlich eines „echten“ PDF 1.7-Treibers und verwendete dabei den nützlichen Link von Sebastian zu geizhals.at. Nach längerem Forschen und Vergleichen der dort angegebenen Drucker kam ich irgendwann auf die Idee, einmal nachzuschauen, ob mein eigener Drucker nicht vielleicht auch einen PDF 1.7-Treiber besitzt. Und siehe da: Nicht nur, daß mein Drucker einen solchen Treiber besitzt, es wird sogar extra darauf hingewiesen, besser diesen Treiber zu verwenden als den mitgelieferten BR-Script3-Treiber, der PostScript 3 emuliert:

Zitat

Druckersprachen        PCL6, PDF Version 1.7, please use instead of ,,BR-Script3, IBM Proprinter XL, Epson FX-850

Allerdings kann ich aus der Downloadseite meines Druckers nicht erkennen, welcher Treiber PDF 1.7 verwendet. Das werde ich aber morgen bei Brother erfragen.

… des Rätsels Lösung?

Liegt in der PostScript-Spezifikation, worin die Rasterungsalgorithmen von PS-Fonts (ursprünglich Typ 1) und den üblichen PostScript-Verfahrten unterschiedlich definiert sind:
Bei Fonts werden alle Pixel deren Mittelpunkt innerhalb der Buchstaben-Umrisslinie liegt, geschwärzt. Wahrend ansonsten der Pixel geschwärzt wird, wenn der ›Pfad‹ einen beliebigen Teil des Pixels überdeckt. Also wenn Schrift in Pfade gewandelt wird, nimmt ihre Form ›automatisch‹ zu, wird dicker. Da kann man nichts machen, wenn der PostScript-Interpreter ›im Spiel‹ ist(!)
Prinzipiell nachzulesen in »Die PostScript-& Acrobat-Bibel« von Thomas Merz, 4.2 Grundwissen über PostScript-Fonts, S. 127.

Hm, was genau die Hersteller darunter verstehen, wenn sie in den Spezifikationen für die unterstützten Druckersprachen eines Druckers „PDF Version 1.7“ angeben, ist für mich (im Moment) noch nicht verständlich. Heute (erst) meldete sich ein „Technical Support Specialist“ von Brother auf meine Anfrage (vom vergangenen Freitag), welcher von den Treibern meines Druckers die Druckersprache „PDF Version 1.7“ beherrscht bzw. anwendet. Seine Antwort lautet:

Zitat

Für den PDF Druck gibt es keinen speziellen Treiber.

Die Angabe bei Drucksprachen bedeutet, dass der Drucker die PDF-Dateien ausdrucken kann oder dass ein Treiber dafür benötigt wird.

Wenn Sie mit dem GDI, PCL oder BR-Scipt Treiber drucken, werden die Daten wie auch bisher entsprechend aufbereiten und an den Drucker gesendet.

Irgendwie habe ich den Eindruck, der Mitarbeiter hat meine Frage nicht wirklich verstanden. Anfangen kann ich mit dieser Antwort jedenfalls nichts.

Die GDI-, PCL- und BR-Script-Drucker brauchen einen Treiber, der das pdf in ein Bild umwandelt, das dann an den Drucker geschickt wird. Echte Postscript-Drucker wandeln das pdf ohne Treiber selbst um.

Die BR-Script-Treiber können ein bisschen mehr als die anderen (Farbkalibrierung, Pantone-Farben) und ein bisschen weniger als die anderen (keine Wasserzeichen, keine Internetaktualisierung, kein Posterdruck etc.). Daher ist für den Office-Gebrauch der PCL besser (alle Druckerfunktionen) und für DTP der BR besser (weniger Druckerfunktionen, aber genauere Farbausgabe).

vor 10 Stunden schrieb Ransom:
Zitat

…dass der Drucker die PDF-Dateien ausdrucken kann oder dass ein Treiber dafür benötigt wird.

Ich würde orakeln, dass hier statt dem ODER vielleicht ein OHNE stehen sollte.

Und technisch könnte dies für mich bedeuten, dass Du die PDF über das Webinterface des Druckers in entsprechenden Hotfolder zum Druck platzieren kannst. Ergo fiele ein konvertierender Druckertreiber raus.
Poste in diesem Fall bitte interessehalber einen Screenshot, ob und wo man dort dann Einstellungen (wie z.B. die Fach-Auswahl, Qualität wie Auflösung, Farbe, etc) konfigurieren kann!

Bearbeitet ( von big-mac)

Das ODER müsste schon richtig sein: Entweder der Drucker kann das pdf drucken, weil er es hardwaremäßig rippen kann. ODER er kann es nicht, dann braucht’s einen Treiber dazu, der die Daten rippt und als Bild an den Drucker schickt.

Es gibt eigentlich nur zwei Druckertreiber für den Brother HL-L6250DN, die für den normalen Alltag brauchbar sind: Der sogenannte „Drucker Treiber“ (2.6.0) und der „BR-Script Treiber (Postscript Emulation)“ (1.7.0). Was für ein Treiber ersterer eigentlich ist, also GDI- oder PCL-, weiß ich nicht, ich vermute aber aufgrund Diwarnais Beschreibungen, daß es sich um einen PCL-Treiber handelt.

Screenshots von den Druckeinstellungen (des „Drucker Treiber“s) sehen so aus:

DruckeinstellungenIa.png.24c1f42bf283062fe749ac025ed40154.png

DruckeinstellungenIIa.png.95b37872f094797367c5b4c3bdd373b7.png

DruckeinstellungenIIIa.png.cbd9b91137fc59e06177d861ff716701.png

Wäre das hier vorliegende „Druckarchiv“ so eine Art „entsprechender Hotfolder“?

vor 6 Minuten schrieb Ransom:

Wäre das hier vorliegende „Druckarchiv“ so eine Art „entsprechender Hotfolder“?

Auch hier lässt sich das Handbuch dazu aus:

Zitat

Druckarchiv

Wählen Sie diese Option, um die Druckdaten als PDF-Datei auf dem Computer zu speichern.

 

vor einer Stunde schrieb Ransom:

Wäre das hier vorliegende „Druckarchiv“ so eine Art „entsprechender Hotfolder“?

@Diwarnai hat zwar widersprochen, mein zuvor angedachter "Workflow" wäre wie geschrieben über die Druckerwebsite zu erreichen. Da ich jedoch am Mac arbeite und einen Xerox statt eines Brother habe, keine Ahnung inwieweit das auf das Setup von @Ransom anzuwenden ist:


Unter macOS kommt man z.B. über
Systemeinstellungen > Drucker&Scanner > Optionen&Füllstände > Druckerwebsite anzeigen
auf enstprechende Konfigurationsseite (ggf. Admin/Passwort-geschützt).

 

Und in meinem Fall gibt es dort ein "Datei übermitteln"-Quicklink [Die Datei muss im Format .pdf, .ps, .pcl, prn, .xps, .jpg, .tif oder .txt sein].
Hierbei handelt es sich um eine Annahme – und keinen ultimativen Lösungsweg.
Jedenfalls muss der Drucker die dann sofort ausgedruckte PDF ja auch irgendwie interpretieren; und eventuell schließt sich somit der Kreis des Marketing-Blahblah zu PDF1.7.

vor 2 Stunden schrieb Diwarnai:

Jene Emulationen kann er:

PCL6, BR-Script3, IBM Proprinter XL, Epson FX-850, PDF Version1.7, XPS Version 1.0

Das weiß ich, darauf hatte ich schon weiter oben hingewiesen. Doch es tun sich für mich mehrere Fragen auf:

Sind alle aufgelisteten Treiber Emulationen oder nur ein Teil davon? Ich denke mal, der „Drucker Treiber“ (2.6.0) ist ein „echter“ PCL6-Treiber, der BR-Script3 emuliert (wie vom Hersteller angegeben) PostScript. Doch was ist mit dem Rest? Der IBM- und der Epson-Treiber stehen für uralte Nadeldrucker aus den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts. Wer will solche Drucker für was emulieren, und vor allem wie?

Bleibt noch PDF Version1.7, das ja laut Herstellerangabe „anstatt“ des BR-Script3 verwendet werden soll, und das von Sebastian als ein neuerer, besserer Weg als das (veraltete) PostScript vorgestellt wurde (drittletzter Absatz). Er unterscheidet dabei zwischen Druckern, die „dieses Verprechen [PDF Version1.7] einhalten“ und nicht nur „vorgaukeln“; bei meinem Drucker frage ich mich, ob überhaupt etwas vorgaukelt wird, oder ob es sich nicht vielmehr nur um ein „Marketing-Blahblah“ (bic-mac) handelt? Denn was genau „emuliert“ PDF Version1.7 – und auch hier wieder die Frage: „Und vor allem wie?“ Der Hersteller bzw. ein Support-Mitarbeiter desselben hat dazu eine (für mich) unverständliche Antwort gegeben.

Ich habe noch einmal den Support-Mitarbeiter von Brother zu den in den Spezifikationen angegebenen Druckersprachen befragt bzw. ihm die Fragen aus meinem vorigen Post vorgelegt. Hier seine Antwort:

Zitat

Die Angabe PDF 1.7  bei Drucksprachen bedeutet, dass der Drucker die PDF-Dateien ausdrucken kann ohne, dass dafür ein Treiber benötigt wird. Einfach die Datei an das Gerät senden und dieser kann diese Ausdrucken.

Bei IMB Proprinter XL bzw. Epson FX850 ist es ähnlich. Werden Dateien und Befehlen in diesen sprachen an den Drucker gesendet, kann dieser diese Umsetzten.

Wenn ich das richtig verstehe, dann heißt das vermutlich, daß der Drucker sämtliche (drucktechnischen) Einbettungen, Unterstützungen etc. eines PDF-Dokuments, die bis zur PDF-Version 1.7 möglich sind, umzusetzen vermag. Meine Frage, was Brother darunter verstehe, wenn es in den Spezifikationen heißt, man solle PDF Version1.7 anstatt des BR-Script3-Treibers verwenden („please use instead of „BR-Script3“) blieb leider unbeantwortet. Ich vermute aber, daß damit gemeint ist, man solle wohl besser den Standard-Treiber verwenden.

Ob die Angabe von PDF 1.7 in den Druckersprachen meines Druckers einen „nativen PDF 1.7-Support versprechen“ soll bzw. ob bei meinem Drucker „dieses Verprechen eingehalten [wird], und nicht deren Treiber was vorgaukelt“ (Sebastian), vermag ich dennoch nicht zu beurteilen.

AndreasFFs Verweis zur PostScript-& Acrobat-Bibel hat mich neugierig gemacht. Dort fand ich folgendes, interessante Zitat:

Zitat

Die zweite Antwort betrifft die Implementierung in Ausgabegeräten, also die Frage, ob wir uns statt eines PostScript-Druckers ein PDF-fähiges Gerät kaufen sollten. Die Auswahl an Ausgabegeräten, die PDF ohne vorherige Umwandlung nach PostScript direkt verarbeiten können, ist immer noch verschwindend gering. Während Hersteller von Software-RIPs (die Abkürzung steht für Raster Image Processor) für die Druckvorstufe ihre PDF-Unterstützung immer weiter ausbauen, gibt es nur ganz wenige Laserdrucker mit integrierter PDF-Unterstützung. Die überwiegende Mehrzahl aller PDF-Dokumente, die gedruckt werden, wird für die Ausgabe nach PostScript umgewandelt. Wegen der hohen Hardware-Investitionen in vorhandene PostScript-Geräte sowie die zugehörige Software und nicht zuletzt auch das Know-how der Anwender bleibt PostScript meiner Meinung nach auch in Zukunft für Ausgabegeräte wesentlich wichtiger als PDF, dessen Stärke in der Online-Verwendung und dem Transport von Dokumenten liegen.       [S. 3]

Das Zitat ist über 20 Jahre alt. Mittlerweile scheint vermutlich (?) die Angabe eines nativen PDF 1.7-Supports das zu sein, was die beiden Autoren damals unter einem „PDF-fähigen Gerät“ verstanden.

Kurzer Einwurf, ohne alles gelesen zu haben:

Vielleicht könnte man mal versuchen, ein etwas Komplexstress Dokument zu erstellen, davon ein PDF nach 1.7 zu schreiben, auf einen  USB-Stick kopieren und versuchen, den Drucker ohne Anschluss eines Computers dazu bewegen, das PDF zu drucken. Dann müsste der Drucker prinzipiell PDF 1.7 unterstützen, und es ist nur noch eine Frage, welcher der Treiber das 1:1 durch reicht statt noch was umzuwandeln.

Das ist prinzipiell eine sehr gute Idee, und ich unternehme grundsätzlich gerne Versuche, um in verschiedensten Angelegenheiten bessere Ergebnisse zu erzielen. Ich vermute aber, daß der vorgeschlagene Versuch bei meinem Drucker nicht geht, weil dieser nicht über einen „normalen“ USB-Anschluß (Standard A) verfügt, sondern nur über den bei Drucker üblichen USB-Anschluß, Standard B. Ich habe auch in dem Benutzerhandbuch nachgeschaut und kann dem nicht entnehmen, daß auch ein Drucken nur von einem Datenträger vorgesehen ist. Ich kann mich noch an Werbungen von Druckern erinnern, wo das Drucken (von z. B. Urlaubsphotos) direkt von einem USB-Stick möglich war, ich selbst habe (vermutlich) nie einen Drucker besessen, der eine solche Möglichkeit bot bzw. mich nie für eine solche Möglichkeit interessiert. Wenn aber das Drucken direkt von einem USB-Stick bei jedem Drucker bzw. auch bei meinem Drucker möglich ist, würde ich gerne „ein etwas Komplexstress Dokument“ an meinem Drucker ausprobieren.

  • 1 Monat später...
Am 22.1.2025 um 12:08 schrieb typogeorge:

Das kenne ich auch so, ist beim Umwandeln von PDFs in Pfade, wird manchmal gefordert wegen der Schriftlizensierung dann ist das so. Aber keine Sorge dein Drucker (Offsetdrucker) zum Schluss sieht das super aus. Was dein Drucker ausdruckt siehe oben die tollen Erklärungen.

Wg. der Schriftlizenzierung? In welchem Fall soll das denn vorkommen? Deswegen gibt es doch PDF, so vermeidet man die Weitergabe offener Dokumente und Schriften. Gibt es wirklich noch Dienstleister die keine PDFs verarbeiten können?

Wir lassen hin und wieder in Fernost produzieren, da sind in Pfade umgewandelte Schriften Standard. Und just heute hat mich die E-Mail eines großen in D befindlichen Messedienstleisters erreicht, ich möge die Schriften doch umwandeln, er kann das Druck-pdf sonst nicht in Photoshop öffnen. Ich hab es mir verkniffen, Rückfragen zu stellen … Das sind sicherlich Ausnahmen, aber es gibt sie.

  • 11 Monate später...

Hi, hatte auch das Problem in Illustrator.

Hatte 4 Zeilen Text die in einer Gruppe waren. Nach der Umwandlung waren die Buchstaben auf weite Entfernung sichtbar verzogen.

Die Lösung war: Gruppe auflösen, umwandeln, gruppieren. Top Ergebnis.

Vielleicht hilfts jemand

Bearbeitet ( von Herlau)

Zeit: 6.2.2025 um 15:05, Sebastian Nagel schrieb:

 

Kurzer Einwurf zum Thema Postscript:

Wir alle arbeiten ſeit etwa 25 Jahren nicht mehr mit Poſtscript,
und kaum jemand bemerkt etwas davon!

 ....

Hallo Sebastian, danke sehr viel aufgefrischt und dazugelernt.
Ich hatte die letzte Zeit darüber gelesen und auch mit Kollegen gesprochen, dass EPS nicht mehr verwendet werden sollte wegen "möglichen" Schadcode. Ist da in der Praxis was dran, verwendet Ihr noch EPS? Ich mache es so, dass ich auf SVG umgestiegen bin. Auch um offene Daten an Kunden weiterzuleiten. Obwohl ich gestehen muss, dass ich bei Effekten immer PDF für den Druck verwende. Bei reinen Vektordaten SVG.

Laut dem Hinweis das EPS immer noch der Transportcontainer schlechthin ist, wird PDF doch bevorzugt auch wegen der Transparenzen und Effekte. Kann man das so stehen lassen?

Warum wollen manche Druckereien immer noch PDF 1.1 zum Beispiel bei Anzeigen? Umgehen der Problematik Transparenz?

Auch eine etwas entferntere Frage. Wenn ein Drucker eine "ungenauere" Umrechnung erzeugen kann, wie sicher kann ich dann eigentlich bei einem Proof sein? Hier ist mir des öfteren bei Mengentexten aufgefallen, dass verschiedene Proofer von online bis vor Ort qualitative Unterschiede zeigen. Wenn ich einen Text (Effekt Schlagschatten und zusätzlich anderen Effekten in der Auswahl) zum Beispiel aus Indesign PDF X4 exportiert habe kann es manchmal sein das ein leichter schwarzer Schatten als outbound box hinterlegt wird. Dieser Schatten hat keinen Bezug zum Textrahmen in Indesign. Er ist wie willkürlich gelegt.

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