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Passende Schriften für Verein in Bahnhofsgebäude in Obb. (Gründerzeit / 1871)

Hervorgehobene Antworten

Guten Tag allerseits,

 

für die visuelle Kommunikation unseres Kulturvereins (Kulturbahnhof-Assling e.V. | Obb.) bin ich momentan auf der Suche nach passenden Schriften, evtl. kann mir hier jemand etwas Inspiration/ Hilfestellung bei der Recherche liefern.

Falls jemanden - abhängig von den Rahmenbedingungen - direkt etwas in den Kopf kommt, würden wir uns sehr darüber freuen.

 

Kurze Beschreibung:

Ein gründerzeitliches/ leerstehendes Bahnhofsgebäude (in Aßling/ Obb.) soll wiederbelebt werden, der Streckenabschnitt und das Bahnhofsgebäude wurde 1871  fertiggestellt. 

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bahnhof_Aßling_Empfangsgebäude_Gleisseite.JPG

https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Bahnhof_Aßling_Empfangsgebäude.JPG

https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Bahnhof_Aßling_Stellwerk.JPG

 

Auszug aus der V.-Satzung:

Der Verein „KulturBahnhof Aßling“ ist ein bürgerschaftlicher Zusammenschluss von Menschen, die das
gemeindeeigene Bahnhofsgebäude am Nahverkehrsknotenpunkt „Am Bahnhof 2“ in 85617
Aßling/Oberbayern, einer öffentlichen, gemeinwohlorientierten und gemeinnützigen Nutzung für alle
Generationen zuführen und zu diesem Zwecke betreiben wollen.
Die Aktivitäten des Vereins dienen der Förderung der Jugend- und Altenhilfe, der Volksbildung, der
Förderung von Kunst und kultureller Vielfalt, der Förderung der Politischen Bildung und Diversitätstoleranz,
der Förderung des Umweltschutzes und der Umweltbildung, sowie der Gemeinwesenarbeit und der
Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele der UN-Agenda-21.

 

Mein Fortschritt/ bisherigen Gedanken diesbezüglich:

Meine Recherche bisher hat ergeben, dass in dieser Zeit keine Einheitlichkeit in der Schrift-Gestaltung für Bahnhofsgebäude, Stationsschilder etc. existierte. Erst später wurde die "DIN 1451" eingeführt, diese Schrift wurde immer wieder überarbeitet und mittlerweile benutzt die Deutsche Bahn die DB Type (Neo Sans etc.). Diese Schrift ist kommerziell nur für Projekte der DB verwendbar, es gibt aber eine Vielzahl an sehr ähnlichen/ marginal unterschiedlichen Fonts, kommerziell und auch frei verwendbaren (Bsp.: URW-Din, FF-Din, Noto Sans ...).

 

  • Die "DIN 1451 Eng" (mit ordentlich Spacing) gefällt mir sehr gut für unser Logo evtl. auch die breite Variante für Headlines/ Slogans.
  • Die URW-Din oder eine freie Alternative wäre meine aktuelle Wahl für Copytexte und Sublines.
  • URW-Condensed oder eine freie Alternative würde gut für Bildunterschriften und in der Größe eingeschränkte Passagen gut  funktionieren.

 

Nun bin ich auf der Suche nach einer passenden Zierschrift, dort bin ich gedanklich noch sehr frei und könnte mir den Einsatz einer Antiqua, aber auch den Einsatz einer Fraktur vorstellen, sehr gut auch beides zusammen. Eine Fraktur würde ich nur ungern für ganze Wörter benutzen, diese würde nur für einzelne Buchstaben, Zahlen etc. eingesetzt werden. Auch "etwas jugendstiliges" wäre denkbar, auch wenn es zeitlich evtl. nicht ganz stimmig ist. Komplett fix bin ich momentan noch eigentlich mit keiner Schrift und wäre um jeden Vorschlag und Hinweis sehr dankbar.

 

Einen schönen Tag, Danke im Voraus und Viele Grüße,

Kulturbahnhof Aßling e.V. | Dennis

 

Warum möchtest du dich mit dem Erscheinungsbild für einen Kulturverein, der im 21. Jahrhundert fürs 21. Jahrhundert stattfindet, an der Gründerzeit-Optik der Hülle (des Gebäudes) orientieren?

Aber wenn’s denn sein muss: Wären die Erbar und Verwandte etwas für dich?

Und mit einer DIN-artigen für längere Lesetexte wäre ich vorsichtig, dafür scheint mit etwas mit Serifen angenehmer. Eine freie Alternativ-DIN wäre (dennoch) die D-DIN.

Einen ähnlichen Gedanken wie Norbert hatte ich ebenfalls … in eurer Satzung ist keinerlei Bezug zum Eisenbahnwesen und das Bahnhofsgebäude als Veranstaltungsstätte ist eher zufällig. Hätte auch eine Schnapsbrennerei oder eine Besamanstalt sein können. Ich würde sogar überlegen, ob es nicht besser wäre, bewusst von einer Eisenbahn-nahen Gestaltung abzurücken, damit keine Nähe zum Eisenbahnpark Aßling hergestellt wird, das könnte den Besucher verwirren.

Wenn die Nähe zur Eisenbahn umgesetzt werden soll, sähe ich eher ein aktuelles Bahnhofsschild. Einen inhaltlichen Bezug zur Gründerzeit wollt ihr doch gar nicht herstellen?

  • Ersteller
vor 4 Minuten schrieb Norbert P:

Warum möchtest du dich mit dem Erscheinungsbild für einen Kulturverein, der im 21. Jahrhundert fürs 21. Jahrhundert stattfindet, an der Gründerzeit-Optik der Hülle (des Gebäudes) orientieren?

Aber wenn’s denn sein muss: Wären die Erbar und Verwandte etwas für dich?

Und mit einer DIN-artigen für längere Lesetexte wäre ich vorsichtig, dafür scheint mit etwas mit Serifen angenehmer. Eine freie Alternativ-DIN wäre (dennoch) die D-DIN.

Hallo Norbert,

vielen Dank für die Antwort und der Einwand zur zeitgemäßen Gestaltung ist richtig, steht aber für mich nicht im Widerspruch zum Einsatz von einer gründerzeitlichen Schrift in einer sinnvollen Proportion zu einer modernen/ zeitgemäßen Schrift. Die komplette Anmutung soll/ wird und ist bereits zeitgemäß, aber auflockern würde ich das gerne mit einem minimalen historischen Bezug. Gerade im ländlichen Raum darf das m.M.n. mitschwingen und die Gemeinde identifiziert sich sehr mit dem Gebäude, der Geschichte etc.. Mir ist klar, dass man da schnell in Schmalz, Pathos, Volkstümlichkeit abrutschen kann - das wird aber nicht passieren, es geht wirklich nur um das I-Tüpfelchen mit einem historischen/regionalen Bezug.

 

Die Erbar hatte ich noch nicht auf dem Schirm und die werde ich testen, lieben Dank.
Die D-Din hab ich hier auf der Liste, ist mir aber etwas eingeschränkt in der Schnitt-Auswahl, ist aber auch noch im Rennen.

 

Einen schönen Tag,

Dennis

Mir scheint das Gebäude ein reiner Zweckbau zu sein, an dem mich nichts an die Gründerzeit erinnert. Vielleicht mit viel Wohlwollen die Stützen des Vordachs.
Aus meiner Sicht spricht nichts dafür, irgendwie Bahnhofsflair aufzunehmen. Ihr wollt Kultur verkaufen und keine Bahnnostalgie.
Habt Ihr kulturelle Schwerpunkte, die Du vielleicht aufgreifen könntest? Oder lokale typographische Gepflogenheiten wie Hausbeschriftungen oder sowas?

Bearbeitet ( von Phoibos)

Habe grad mal den Merkur-Artikel gelesen:
https://www.merkur.de/lokales/ebersberg/assling-ort377330/erwachen-sensationelle-vision-so-soll-der-verwaiste-bahnhof-in-assling-wieder-zum-leben-93642518.html

(rofl @ Tuntenhausen, lass das mal nicht Trump erfahren)

Zielgruppe sind demnach Jugendliche und Förderer des Erprobungsraumens. Ich sehe einen humanistischen Schwerpunkt auf der ästhetischen Bildung. Daher plädiere ich für eine Garamond oder verwandte Schrift.
Hier sind ein paar Listen zur Inspiration:

 

 

  • Ersteller

Vielen Dank auch für die anderen Antworten, nur kann ich das so in unserem Fall nicht unterschreiben. Wir sind ein kultureller Begegnungsort der eben genau in dem Bahnhofsgebäude (zum Glück, denn der Bahnhof ist super nach München/ Rosenheim etc. angebunden) und nicht in einer Schnapsbrennerei o.Ä. sitzt, daher haben wir einen Bezug zu dem Bahnhofsgebäude. Bahnhöfe, Schienen, Züge etc. sind eine gute Analogie zu "kultureller Mobilität". Auch das Wappen von Aßling bildet ein Rad ab, viele Menschen ziehen in die Gegend, genau wegen der guten Anbindung. In der Gestaltung kann man da einfach sehr viel mit diesen Symboliken arbeiten und man hat direkt den nötigen gedanklichen Rahmen.

Es gibt in Deutschland viele Bahnhöfe die zum kulturellen Zweck umfunktioniert wurden (Kulturbahnhof googeln), die meisten bedienen sich ähnlicher Symboliken. Man könnte jetzt sagen, ist zu naheliegend und evtl. zu wenig innovativ - aber man braucht einen Rahmen um loszulegen und bei ehrenamtlicher Arbeit erst recht.

Es geht nicht darum in Bahnhofsnostalgie zu verfallen, aber ganz ehrlich, wer würde das, nur weil man beispielsweise die D-Din als Wortmarke einsetzen würde. Auch sind wir generationenübergreifend gedacht und neben der Jugend, möchten wir gestalterisch auch etwas die ältere Generation mitnehmen.

Der Einwand mit dem Zweckbau und wenig gründerzeitlicher Anmutung ist aber richtig, die Bögen sind aber vom Gleis aus sichtbar, sehr prägnant wenn man am Gleis steht und sollen auch erhalten bleiben (restauriert werden).

 

Jetzt einfach hier die Bitte, nicht konzeptionell alles in Frage zu stellen, das hält uns nur auf. Wir müssen uns primär um Förderungen für die Sanierung kümmern etc. und dafür bräuchten wir zeitnah eine Gestaltung für die Öffentlichkeitsarbeit. Wir sind auch keine Firma mit kommerziellen Hintergrund und es wäre auch kein Beinbruch visuell in ein paar Jahren eine etwas andere Richtung einzuschlagen.

 

Für mich ist einfach die Zeit um 1900 eine Zeit in der vieles auch typographisch im Umbruch war, sowie auch im Bereich der Mobilität, das hätte ich gerne gestalterisch aufgenommen, wenn auch nur minimal. Die grundliegende visuelle Kommunikation wird ohne Zweifel zeitgemäß.

 

Mich hätte nur interessiert, ob jemanden bei der Zeit um 1870 (evtl. mit Bezug zum Eisenbahnverkehr und im süddeutschen Raum) irgendwelche Schriften in den Kopf kommen - das würde uns wirklich helfen.

 

Viele Grüße,

Dennis

 

 

 

  • Ersteller

@Phoibos

 

Hallo Phoibos,

 

ja Tuntenhausen ist ein weiterer Anziehungspunkt bei uns in der Gegend, da kommen die Leute auch überregional ;).

Mei super, lieben Dank - das hilft.

Bei Slab-Serifs bin ich auch schon gelandet, schön nochmal abgenickt zu bekommen - die sind ja zeitlich dort auch grob einzuordnen.

Die anderen Links sehe ich mir auch an, spitze.

 

Viele Grüße,

Dennis

Du fährst mit einer Din da nicht schlecht. Für Lesetexte es bei Parachute auch eine DIN mit Serifen: https://parachutefonts.com/typeface/DIN-Serif und eine weitere bei Vibrant Types: 

 

Das Erscheinungsbild der Bayrischen Staatseisenbahn ist auch nicht einheitlich: https://de.wikipedia.org/wiki/Königlich_Bayerische_Staatseisenbahnen

  • Ersteller

@Phoibos uhh - die Din Neue ist ja schick und wirklich eine schöne Mischung aus Technik/ und humaner Anmutung. Die wäre was für Zitate - super.

 

Zum Bay. Staatseisenbahn-Link - Ja, das wir wirklich eine wilde Zeit, da war typografisch echt was los.

 

  • Ersteller
vor 5 Minuten schrieb Diwarnai:

Da wäre doch Peter Wiegels "Preußische" passend … 

https://www.peter-wiegel.de/PreussischeVI9.html

Tatsächlich habe ich mit dem Peter Wiegel heute Vormittag kurz telefoniert, ist ja Wahnsinn was der Mann für die Nachwelt geschaffen hat. Leider geht es ihm gesundheitlich nicht sonderlich gut, er hatte mich aber auf dieses Forum gebracht. Ich hatte vorher auch kurz die Schriften durchgeschaut, bei der Preußischen bin ich aber nicht gelandet - super, ist auch im Ordner - Danke.

  • Ersteller
vor 11 Minuten schrieb Norbert P:

Falls dich das Thema Jugendstil noch nicht losgelassen hat… https://www.waldenfont.com/ArtNouveauPrintshopVolume1.asp

Hallo Norbert,

Jugenstil lässt mich nie wieder los - auch in der Architektur und im Möbledesign.

Kann ich mir auch noch gut für kleinere Elemente vorstellen (Wobei dann eher die Fraktur rausfallen würde, wäre dann aber so), der Link ist Gold wert...

...lieben Dank und viele Grüße,
Dennis

 

 

  • Ersteller
vor 14 Minuten schrieb Norbert P:

Wenn gebrochen, dann zeitgemäß ;-)

Definitv - da bin ich bei dir.

Wenn benutze ich soetwas eh nur für beispielsweise ein kleines "i" für einen Informationsblock, die Pagina o.Ä. - das kann heutzutage keiner mehr lesen und man rutscht auch schnell in geschichtliche Bezüge ab, bei denen man wirklich nicht landen will.

Danke auch für den Link zu der Liste Norbert.

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