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Formatierung Blockzitat, Abstand davor und danach

Hervorgehobene Antworten

Guten Morgen ihr Lieben,

 

ein Reader zur Gestaltung des Layouts von wissenschaftlichen Arbeiten hat meines Erachtens eine schöne Formatierung: Garamond als Fließtext und Tw Cen MT Überschriften. https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/philosophische-fakultaet/fachbereiche/altertums-und-kunstwissenschaften/philologisches-seminar/studium/mentorium-latein/ (ganz unten: Download, Hausarbeitenratgeber)

Auf Seite 3 (nach interner Paginierung) soll die Formatierung der Langzitate so sein: vor und nach dem Blockzitat 6. Wenn ich das so mache, ist der Abstand zum Fließtext vor dem Blockzitat aber deutlich größer. Auf S. 13 des Readers ist ein Beispiel zu sehen, wo meines Erachtens ersichtlich wird, dass der Abstand sowohl zum Text davor als auch zum Text danach gleich sein sollen.

Wenn ich beim Absatz des Blockzitats zum Text davor „0 pt“ ändere, sieht es passender aus. Es liegt meiner Vermutung nach am Zeilenabstand: Man müsste den Zeilenabstand der letzten Zeile des Absatzes vor dem Blockzitat „einzeilig“ ändern (was natürlich nicht geht), dann würde es passen.

Wie seht ihr das?

 

Danke und viele Grüße

Gelöst von Thomas Kunz

Hallo @Ioscius91, ich kann das Problem nicht reproduzieren. Bei mir sind die Abstände mit den im von dir verlinkten Hausarbeitenratgeber angegebenen Werten oben wie unten in Ordnung. Unten abgebildet ist das angegebene Layout einmal in InDesign mit Garamond Premier Pro und einmal in aktuellem Word 365 mit System-Garamond. Hier stehen im Screenshot oben und unten jeweils 60 Pixel Abstand von der Grundlinie bis zur x-Höhe.

InDesign:

Screenshot2025-07-04133736-low.thumb.png.c09ac2fc4bb7eb1d6190e127de49035e.png

Word:

Screenshot2025-07-04134744-low.thumb.png.4c6f2b47eb14b7d7eb211d39e57cbdb3.png

Vielleicht liegt es an der von dir verwendeten Software und/oder den eingesetzten Font-Versionen. Bis wir dazu konkrete Angaben von dir haben, sind Lösungsvorschläge eher ins Blaue spekuliert.

Von Zeilenabstandseinstellungen wie »einzeilig«, »1,5-fach« etc. würde ich übrigens die Finger lassen (klingt im Übrigen nach Office-Software auf deiner Seite). Man weiß nie, was man bekommt. Halte dich lieber an die exakten Defintionen per Pt.-Angaben aus deinem Dokument. Vielleicht löst das auch dein Problem.

Bearbeitet ( von D2C)

vor 6 Stunden schrieb D2C:

Bei mir sind die Abstände mit den im von dir verlinkten Hausarbeitenratgeber angegebenen Werten oben wie unten in Ordnung.

Die Werte mögen in Ordnung sein, aber der Abstand von der Grundlinie der ersten Zeile des Blockzitats zur x-Höhe der normalen Textzeile darüber ist trotzdem deutlich größer als der Abstand von der Grundlinie der ersten Normaltextzeile unter dem Zitat zur x-Höhe der letzten Zeile des Blockzitats. Ich nehme an, das hat Ioscius91 gemeint.

vor 52 Minuten schrieb Dieter Stockert:

der Abstand von der Grundlinie der ersten Zeile des Blockzitats zur x-Höhe der normalen Textzeile darüber ist trotzdem deutlich größer als der Abstand von der Grundlinie der ersten Normaltextzeile unter dem Zitat zur x-Höhe der letzten Zeile des Blockzitats.

Was du beschreibst, sind im Screenshot die gelben Quadrate. Das finde ich zwar eine merkwürdige Art den Abstand zu messen, aber arbeiten wir mal damit. Die gelben Quadrate sind trotzdem identisch und damit auch die Abstände.

Screenshot-2025-07-04-134744-highlights.thumb.png.0219fcf435eb1f5fd5a6af3fe99c1d51.png

Nach meinem Verständnis sind andere Abstände relevant: von der letzten Grundlinie des Brottextes zur ersten x-Höhe des Blockzitates und von der letzten Grundlinie Blockzitat bis zur nächsten x-Höhe Brottext. Das sind hier die grünen Quadrate. Diese beiden Quadrate sind ebenfalls identisch. Man kann aber sehen, dass beim unteren ein bis zwei Pixel zusätzlicher Weißraum stehen. Die Abstände sind also nicht genau gleich. Allenfalls ist jedoch der untere größer, nicht der obere.

Wenn du sagen möchtest, dass einer der Abstände größer wirkt als der andere, kann man darüber diskutieren.  Doch rein von den Maßen her steht die Sache fest.

vor 39 Minuten schrieb D2C:

Die gelben Quadrate sind trotzdem identisch und damit auch die Abstände.

Wenn ich die Quadrate jeweils identisch groß ziehe, sehe ich deutlich, dass die Abstände unterschiedlich sind.

 

Abstand davor und danach.jpg

Bearbeitet ( von Dieter Stockert)

Genau, danke für die Illustration. Gleiches Spiel also im von dir verwendeten Indesign-Screenshot: der Abstand unten ist etwas größer (was für mich per se nicht schlecht ist, aber das ist wieder etwas, das man diskutieren kann).

Dieser Fall jedoch:

Zitat

Wenn ich das so mache, ist der Abstand zum Fließtext vor dem Blockzitat aber deutlich größer. [Hervorhebungen von mir]

tritt jedoch in beiden Konfigurationen nicht ein.

  • Ersteller

Schönen guten Morgen,

 

vielen Dank euch beiden! Erst einmal muss ich staunen über das hohe Niveau der Antworten hier.. Ich bin nur ein Laie und mir sind die Messpunkte- und linien nicht ganz bekannt. Soweit ich das aber überblickt habe, wart ihr euch beide nicht ganz einig, ob nun die beiden von mir gemeinten Abstände (von Dieter Stockert richtig vermutet) tatsächlich identisch ist.  

Durch den Hinweis, mich genau an die Angaben zu halten, hat mich auf meinen Fehler gebracht: In wissenschaftlichen Arbeiten ist 1,5-zeilig für mich so Standard, dass ich darauf nicht geachtet habe. Mit den angegebenen 16 pt im Fließtext. passt das. Vielen Dank!

 

Bei einer so großen Expertise hier bin ich ja in Versuchung, 2 weitere Fragen zu stellen. Nur extra deswegen einen neuen Thread aufmachen?

Reader.docx

Ich plane irgendwann einmal einen Reader zu erstellen, und da hat es mir diese Garamond-Schriftart angetan. Findet ihr die Kombi mit TW Cen MT als Überschrift nicht auch edel? Ich wollte den Reader mit etwas kleinerer Schrift machen, habe nun 11 pt. für den Fließtext, und für die Überschriften 12 pt. Wie findet ihr das? Ihr habt ja ein Auge für das Proportionale. Zeilenabstand ist derzeit 1,08. Wenn ihr da noch Ideen habt, ob ich was ändern soll, würde ich mich freuen.

Auch würde ich so eine Art mini-Inhaltsverzeichnis einfügen, bin aber einfach gerade „blockiert“, wie ich das abstandstechnisch einfügen soll.

 

Wenn ihr da eure Meinung dazu geben würdet, würde ich mich sehr freuen.

 

Viele Grüße

Hallo @Ioscius91, es könnte sein, dass du mit diesen Systemschriftarten hier keine offenen Türen einrennst, aber ich kann nur für mich sprechen. Twentieth Century ist ein Futura-Plagiat (leider kein gelungenes) und die Garamond-Systemschriftart ist auch keine sehr wertige Garamond (»die« Garamond gibt es nicht, man muss sich durch viele verschiedene Digitalisierungen der Entwürfe Garamonts graben).

Nicht alle Systemschriften sind schlecht. Die meisten sind aber auch nicht gut. Falls du gute kostenlose Schriften suchst, gibt es hier zwei Listen. Wenn du allgemein gute Schriften für den Buchsatz suchst, gibt es eine weitere beliebte.

Dein Zeilenabstand ist zurzeit ca. 13,5 Pt. Wie gesagt, »1,08-facher Zeilenabstand« kann in verschiedenen Word-Versionen alles mögliche bedeuten – in diesem Fall wohl ca. 13,5 Pt. Mit Pt.-Angaben kannst du dagegen genau steuern, was du machst.

Bei 11 Pt. Schriftgröße und einem Zeilenabstand von 13,5 Pt. hast du ein Verhältnis von etwa 123 %. Buchsatz geht meistens eher in Richtung 130%, aber es kommt stark auf die Schrift an.

Vor allem aber sind deine Zeilen zu lang. Du bist bei ca. 125 Zeichen pro Zeile, das ist zu lang für komfortables Lesen (Faustregel 45—90 Zeichen, stark abhängig vom Layout). Aus deinen Seitenrändern bzw. dem Satzspiegel werde ich auch noch nicht schlau.

Es gibt kaum absolute Dos und Don’ts in der Typografie. Vieles hat Abhängigkeiten, die Standardantwort ist »Kommt drauf an«. Vielleicht hilft es, einfach mal mit ein wenig Lektüre in die absoluten Grundlagen einzutauchen.

Erik Spiekermanns Stop Stealing Sheep ist bunt und abwechslungsreich, launig geschrieben, schnell zu lesen und dank Google-Sponsoring gratis. Zumindest als PDF.

  • Ersteller

Danke für die Tipps, dann werde ich mal einlesen müssen!

Die Ränder sind deshalb so gering eingestellt, weil ich möglichst viel Text einpacken wollte.

Ich vermute aber, dass dieser Mentoriumsreader der Uni Tübingen gute Formatierungseinstellungen hat, richtig? Und liege ich auch richtig in der Annahme, dass die Garamond Premier Pro-Schriftart, weil sie zur selben "Schriftenfamilie" gehört, mit diesen Formatierungsoptionen auch optimal laufen wird - oder hast du das stimmig gemacht mit deinem "InDesign"?

 

Weil ohne dass ich es genau begründen kann: Diese Garamond Pro-Schriftart macht shcon etwas her. Dafür einmalig einen Beitrag zu zahlen, könnte ich mir schon vorstellen. Aber mit 30 € wird es wahrscheinlich nicht getan sein. Aber als PDF wäre die Schriftart dann auf allen möglichen Rechnern (auch Iphones, Ipads?) lesbar, oder?

 

Viele Grüße

vor 7 Stunden schrieb Ioscius91:

Die Ränder sind deshalb so gering eingestellt, weil ich möglichst viel Text einpacken wollte.

Das ist zunächst verständlich, aber ein fragwürdiges Ziel, wenn man darüber nachdenkt. Der Leserin dient es nicht, wenn möglichst viel Text auf der Seite ist. Für sie müssen für optimales Verständnis (und Lesevergnügen) vielmehr Textmenge, -größe und Weißraum stimmen.

Papier- und Druckpreise sind in der Regel auch kein gutes Argument, um Seiten einzusparen; gerade im wissenschaftlichen Bereich wird vieles überwiegend als digitales Dokument publiziert.

vor 7 Stunden schrieb Ioscius91:

Ich vermute aber, dass dieser Mentoriumsreader der Uni Tübingen gute Formatierungseinstellungen hat, richtig?

13 Pt. für den Fließtext sind schon recht groß. Eine der einfachsten Übungen, gute Typografie sehen und differenzieren zu lernen, ist, ein professionell gesetztes Buch zur Hand zu nehmen und die Größenverhältnisse zu betrachten. Wie groß ist die Schrift? Wie groß die Seitenränder? Die Zeilenlänge? Kein professionell gesetztes Buch aus einem hier relevanten Genre hat eine Schriftgröße von 13 Pt.

Im A4-Format (was auch zu groß für die meisten einspaltige Bücher wäre und sich eher für Magazin-Layouts eignet) erhält man eine gute Zeilenlänge nicht durch größere Schrift, sondern über breitere Seitenränder. Diesen vielen Weißraum muss man aushalten lernen. Laien und Typo-Anfängerinnen trauen sich das oft nicht, weil sie glauben, die Seite sehe dann »zu leer« aus.

vor 8 Stunden schrieb Ioscius91:

Und liege ich auch richtig in der Annahme, dass die Garamond Premier Pro-Schriftart, weil sie zur selben "Schriftenfamilie" gehört, mit diesen Formatierungsoptionen auch optimal laufen wird

Wie gesagt, ich halte das Layout nicht für optimal. Eine gute Schrift macht immer einen Riesenunterschied – keine Frage! Doch ob speziell die Garamond Premier nun auch in 13 Pt. gut funktioniert? Das herauszufinden wäre wohl Teil der Erarbeitung eines guten Layouts.

vor 8 Stunden schrieb Ioscius91:

Diese Garamond Pro-Schriftart macht shcon etwas her. Dafür einmalig einen Beitrag zu zahlen, könnte ich mir schon vorstellen. Aber mit 30 € wird es wahrscheinlich nicht getan sein. Aber als PDF wäre die Schriftart dann auf allen möglichen Rechnern (auch Iphones, Ipads?) lesbar, oder?

Falls du als Fakultätsmitglied bereits ein Educational-Abo der Adobe-Produkte beziehen solltest, ist die Garamond Premier Pro darin bereits enthalten. 

Die reguläre Lizenz für die Schriftfamilie kostet einmalig ca. 300 Euro, darin sind aber allerlei Werkzeuge für typografisches Feintuning enthalten (z. B. optische Größen), die im Hochschulkontext in der Regel nicht gebraucht werden. Das kleine Paket mit 8 Schnitten (für wissenschaftliche Arbeiten reicht das aus) kostet ca. 200 Euro.

Was das Einbetten angeht: Ja, wenn du die Schrift in ein PDF einbettest, wird sie theoretisch allen Nutzerinnen so angezeigt, wie du sie beim Anlegen gesehen hast. Theoretisch, denn: Früher gab es beim Einbetten oft technische Probleme, wenn man nicht gerade professionelle Layoutprogramme benutzt hat. Aber in letzter Zeit bekomme ich solche Vorfälle selten mit.

Falls du Student bist, bieten viele sehr gute Independent-Schriftanbieter großzügige Studentenrabatte an, sofern du die Schrift(en) direkt von ihnen beziehst. Deren Schriften werden durch diese Ersparnis möglicherweise attraktiver für dich als die Garamond Premier Pro.

Hier aus dem Stegreif ein paar Beispiele für Foundries mit Studentenrabatten von der schon erwähnten Erfrischungskur-für-Mengensatz-Liste:

vor 2 Stunden schrieb D2C:

Studentenrabatt

Indra Kupferschmid hat hier Seiten mit Studentenrabatten aufgelistet: http://kupferschrift.de/cms/fonts-edu-discounts/

Zitat

This page has last been updated in September 2024. If the foundry you are looking for is not mentioned here, I may have not found info on discounts on the internet. Please contact them directly, and then tell us.

 

vor 6 Stunden schrieb Thomas Kunz:

Indra Kupferschmid hat hier Seiten mit Studentenrabatten aufgelistet

Einen etwas vollständigeren (aber immer noch kuratierten) Überblick bietet Matthew Smiths Type Foundry Directory. Hier lässt sich nach Studentenrabatten filtern – zurzeit bieten diese 116 von 370 gelisteten Foundries an.

vor 20 Stunden schrieb Ioscius91:

Die Ränder sind deshalb so gering eingestellt, weil ich möglichst viel Text einpacken wollte.

Ich habe festgestellt, dass Leser eher von einer vollen Seite eher abgeschreckt werden. Ein zweiseitiges Schriftstück mit viel Weißraum wird eher gelesen als wenn sich dieselbe Textmenge auf eine einzelne Seite drängt.

  • 1 Monat später...
  • Ersteller

Hallo an alle, und besonders Dieter Stockert, D2C und Thomas Kunz,

 

ich bitte um Entschuldigung, dass ich mich nach dem 8. Juli nicht mehr gemeldet habe. Ich habe am 9. Juli völlig überraschend ein sehr interessantes Einstellungsangebot erhalten (nach 5 Jahren erfolgloser Suche in meinem Traumberuf, für den ich sehr lange studiert habe). Mit der Annahme wäre aber eine ordentliche Rückzahlungssumme verbunden.

Ich bin seitdem nicht mehr in der Lage, mich mit Typographie zu beschäftigen, auch die entsprechende schriftliche Arbeit, die Anlass für diese Beschäftigung war, ruht derzeit.

Ich bitte um Verständnis und melde mich gerne wieder, wenn ich einen Kopf für dieses schöne Thema habe!

 

Viele Grüße und eine schöne Sommerzeit.

Ioscius91

  • Ersteller

Das mit der besten Antwort war ein Versehen.. aber vielleicht auch ein Zeichen. 

 

Es gibt viele Unabwägbarkeiten und ein hohes Risiko, ganz ungeachtet dieser genannten sehr hohen Rückzahlungssume.. Ich bin gespannt, wie es weitergeht.

 

Liebe Grüße

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