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»Herr« im religiösen Kontext - wie setzen?

Hervorgehobene Antworten

Hallo zusammen,

In der Lutherschen Bibelübersetzung wird die Bezeichnung »Herr« im Sinne von »Gott« in der Regel in Versalien oder Kapitälchen gesetzt. Jetzt meine Frage: Wird das nur in Bibeln so gehandhabt oder auch, wenn der »Herr« außerhalb der Bibel bzw. von Bibelzitaten im Sinne von »Gott« verwendet wird? Wie ist das zum Beispiel in Zitaten von Gebeten? Schreibt man »Führe mich, oh Herr, und leite meinen Gang nach Deinem Wort.«? Und wie ist das, wenn die Formulierung in zitierten Gesprächen verwendet wird? Schreibt man dann »Ich glaube, dass Engel Sendboten des Herrn sind«?

Gelöst von R::bert

  • Lösung

Ich denke das liegt an der zugrunde liegenden Haltung. Will man dem Wort »Herr« für Jesus Christus als den einen »Herrn der Heerscharen« oder »Herrn aller Herrn« bewusst visuell überordnen dann sind die Kapitälchen ein probates Mittel. Ich denke daher werden sie auch in Bibeln oder Gesangbüchern so verwendet – eine Art Konvention und Bekenntnis.
Außerhalb verbindlicher Bibel- oder Gesangbuchausgaben ist die Verwendung von »Herr« keine Regel, sondern eine Gestaltungs- und Haltung­sentscheidung. Damit liegt sie vollständig im Ermessen des Verfassers – oft gemeinsam mit dem Typografen.

Bearbeitet ( von R::bert)

Soeben, Dieter Stockert schrieb:

HErr

Die fiele mir sogar als Erstes ein.

(Vielleicht, weil ich mal protestantisch getauft wurde?)

Bearbeitet ( von Norbert P)

Vor 11 Minuten, Dieter Stockert schrieb:

Auch die merkwürdige Schreibweise HErr habe ich schon manchmal gesehen.

regelmäßig? oder nur vereinzelt? schaut für mich wie einf ehler aus.

Ein Ausflug zu ChatGPT, daher ohne Gewähr:

1. HERR (meist in Kapitälchen)

Die wichtigste und verbreitetste Sonderform

  • Steht für den Gottesnamen JHWH (Jahwe) im hebräischen Urtext.

  • Entspricht der jüdischen Leseersetzung von JHWH durch Adonaj („mein Herr“).

  • Typografisch meist:

    • HERR (Kapitälchen)

    • oder HERR (alles groß, aber kleiner gesetzt)

Beispiele:

„Ich bin der HERR, dein Gott …“ (2. Mose 20,2)

Das ist die theologisch bedeutendste und am häufigsten markierte Variante.


2. Herr (normal geschrieben)

Die allgemeinste und häufigste Schreibweise im Text

  • Übersetzt:

    • hebräisch אָדוֹן / אֲדֹנָי (adon / adonaj)

    • griechisch κύριος (kyrios)

  • Wird verwendet für:

    • Gott (wenn nicht JHWH gemeint ist)

    • Jesus Christus

    • menschliche Herren, Könige, Vorgesetzte

Beispiele:

„Der Herr sprach zu ihm …“

„Jesus ist der Herr.“

Das ist insgesamt die am häufigsten vorkommende Schreibweise im Bibeltext.


3. HErr (Mischform)

Selten und historisch

  • Kommt vor allem in:

    • älteren Bibelausgaben

    • Fraktursatz

    • frühen Lutherdrucken

  • Diente dazu, JHWH sichtbar hervorzuheben, bevor sich Kapitälchen durchsetzten.

Typische Logik:

  • H = Großbuchstabe (Signalwort)

  • Err = normales Wortbild

Heute kaum noch gebräuchlich, eher von historischem Interesse.


4. Sonderfälle & Kombinationen

„GOTT der HERR“

  • Hebräisch: Adonaj JHWH

  • Typografisch bewusst doppelt markiert, z. B.:

    „GOTT der HERR


Welche Variante ist die verbreitetste?

Je nach Blickwinkel:

  • Quantitativ im Bibeltext insgesamt:

    „Herr“ (normale Schreibung)

  • Als bewusste theologische Markierung:

    „HERR“ (Kapitälchen) ist die standardisierte und wichtigste Sonderform

  • Historisch:

    „HErr“ (heute selten)

Vor 45 Minuten, Diwarnai schrieb:

Ein Ausflug zu ChatGPT, daher ohne Gewähr:

Habe ich gestern auch befragt und jetzt nochmal nachgesehen:

Die Kapitälchen fallen mir in der Tat weitestgehend nur im alten Testament (AT, meistens ist von JAHWE die Rede) ins Auge, während im neuen Testament (NT, meistens Jesus als Gottes Sohn) die gemischte Schreibung zu sehen ist, sowohl in der Elberfelder als auch in der Lutherübersetzung, ebenso in den Herrnhuter Losungen (geloste Bibelverse für jeden Tag). Das erklärt auch die Unterschiede in Deinen Abbildungen (oben invers NT, unten AT).

Bearbeitet ( von R::bert)

ChatGPT auf meine Frage »Kapitälchen im Evangelischen Gesangbuch auch einfach nur dort wo JAHWE gemeint ist wie in Bibelübersetzungen?«:

Ja. Genau das.

Im evangelischen Gesangbuch ist es in aller Regel nichts anderes als das.

Die Kapitälchen HERR werden dort verwendet, wo inhaltlich JHWH / Jahwe gemeint ist, ganz parallel zur Bibeltradition. Nicht mehr – und ausdrücklich nicht weniger.

Ein paar klare Punkte zur Einordnung:

  • HERR = JHWH

    → Übernahme der biblischen Übersetzungs- und Markierungspraxis

  • Herr = Kyrios / allgemeine Herrschaftsbezeichnung

    → auch für Christus, ohne Kapitälchen

  • Keine zusätzliche visuelle Christusüberhöhung durch Typografie

  • Keine freie Bekenntnisgrafik, sondern Texttreue

Gerade das EG ist hier sehr diszipliniert. Es vermeidet bewusst:

  • ästhetische Frömmigkeitsmarker

  • typografische „Veredelung“

  • individuelle Setzungen

Damit bestätigt sich Deine Präzisierung vollständig:

Die Kapitälchen sagen im EG nicht „höchster Herr“, sondern schlicht „hier steht der Gottesname“.

Alles andere – visuelle Überordnung, Bekenntnischarakter – ist eine mögliche Deutung, aber nicht der leitende Grundfür diese Setzung im Gesangbuch.

Insofern würde ich meine erste Antwort gern revidieren und konkretisieren.

Bearbeitet ( von R::bert)

Ein gewisser Hans Peter Willberg war übrigens an der Gestaltung des evangelischen Gesangbuchs (EG) beteiligt. Ob das noch die aktuelle Ausgabe ist oder ob von dem Erbe noch was zu sehen ist, weiß ich gerade nicht.

Bearbeitet ( von Lothar B.)

Ich habe ein wenig Bibelkunde betrieben, um den Ursprung der Frage besser zu verstehen (halbgare KI-Zusammenfassungen machen mich nervös). Dieser Ursprung scheint tatsächlich in der Reformation zu liegen.

Ich habe eine Reihe vorreformatorischer Bibelübersetzungen ins Deutsche angeschaut; keine davon enthält irgendeine Auszeichnung der Gottesnamen: die Wenzelsbibel (um 1400), die Mentelin-Bibel (erste gedruckte dt. Bibel, 1466), die Lübecker Bibel (1494). Aus pragmatischen und dogmatischen Gründen handelt es sich dabei jeweils um Übersetzungen aus der lateinischen Vulgata. Erst die Reformatoren übersetzen aus dem hebräischen bzw. griechischen Original; und ich vermute, dass darin auch der Ursprung der Auszeichnungen liegt.

Luther verwendet bei der Übertragung des Alten Testaments durchgängig HERR (oder HERRE) für das hebr. JHWH, z.B. Gen 3,1, wo aus JHWH elohim (gesprochen: adonai elohim) Gott der HERR wird. Für (geschrieben) adonai schreibt er HErr, z.B. Gen 15,2, wo aus adonai JHWH HERR HErr wird. Soweit ich sehe, ist diese Verwendung konsistent über die verschiedenen Ausgaben der Lutherbibel zu Luthers Lebzeiten.

Im Neuen Testament wird es komplizierter. Weder die Erstausgabe des NT von 1522 noch die (AT und NT umfassende) Weimarer Ausgabe von 1534 enthalten Auszeichnungen der Gottesnamen. Diese finden sich erst in der Ausgabe von 1545, dort aber zuhauf. Jeder Verweis auf kyrios, den Herrn, im Sinne des AT wird als HERR wiedergegeben, z.B. Mt 1,22 oder 4,7 (Gott deinem HERRN). Jeder Verweis auf kyrios als Attribut Christi wird zu HErr, z.B. Lk 2,11 (Christus der HErr) oder Phil. 3,1 (Freut euch im HErrn).

Zwingli benutzt bei der Übersetzung der Züricher Bibel nur die Auszeichnung HERR für JHWH im Alten Testament. Andere Auszeichnungen kennt er nicht (vor allem nicht im Neuen Testament). (Ich habe allerdings nur die Ausgabe von 1534 angeschaut, die leicht als Faksimile verfügbar war.)

Und noch eine zufällige Beobachtung: Ich habe vor einiger Zeit mal einen Sammelband gesetzt, der unter anderem einen Artikel über pietistische Dichtung um 1700 enthielt. Dort wimmelte es nur so von Auszeichnungen der Gottesnamen, und zwar aller Namen, die irgendwie in Frage kamen, und in bunter Mischung verschiedener Varianten: GOtt, GOTT, JEsus CHristus, CHristus JESUS, JESUS Christus, HERR, HErr.

Ich habe eine (kurze) Liste verschiedener Textstellen zugrunde gelegt, anhand deren ich die Schreibung überprüft habe. Auf "Sonderfälle" wie Schmuckbuchstaben etc. habe ich nicht geachtet (und würde sie auch nicht als Beispiele im Sinne der Ausgangsfrage ansehen). Interessanter wären "normale" Textfunde, die mir entgangen sind.

Es gibt eine Vielzahl deutscher Bibelübersetzungen. Wann »Herr« in Kapitälchen gesetzt wird und wann nicht, ist eine Frage, die von den jeweiligen Bibelübersetzern in ihren Hinweisen am Anfang oder am Schluss der jeweiligen Bibelübersetzung beantwortet und meistens auch begründet wird. Wenn Kapitälchen benutzt werden, ist das die Wiedergabe des Gottesnamens »JHWH« im hebräischen Ausgangstext, nicht einfach nur für »Gott«. Das Neue Testament ist griechisch überliefert und wird daher durchgängig mit »Herr« (für kyrios) übersetzt. Katholische Bibelübersetzungen verwenden allgemein »Herr« ohne Kapitälchen. Erst die Revision der Einheitsübersetzung 2017 verwendet Kapitälchen für alttestamentliche Texte. In alten Übersetzungen des 16.-19. Jahrhunderts gibt es Varianten, die nicht mehr üblich sind. »HErr« dürfte der Ersatz für »Herr« in Ermangelung vorhandener Bleilettern sein.

Wenn zitiert wird, wäre die genaue Übernahme des Zitats angesagt – je nach verwendeter Bibelübersetzung. Werden Lieder zitiert, ist es genauso. Allerdings beziehen sich Liedtexte in der Regel auf den neutestamentlichen Zusammenhang, so dass hier nur »Herr« (für Jesus Christus) verwendet werden dürfte.

  • 2 Wochen später...

Leider bin ich ein wenig spät zur Party, will aber auch noch meinen Senf loswerden, zumal ich in dieser Sache sehr sicher bin.

In den bisherigen Antworten war auch schon das Richtige dabei, aber ich versuche es noch einmal klarer:

Die Schreibweise betrifft eigentlich nur das Alte Testament, das Neue nur insoweit, wie es Zitate aus dem AT verarbeitet. Das NT wurde auf Griechisch überliefert und wohl auch verfasst, dort stellt sich die Frage nicht, Herr steht für kyrios (welches aber bei Zitaten aus dem AT zur Wiedergabe des entsprechendesn Wortes, s.u., genutzt wurde).

Im AT gibt es mehrere hebräische Wörter, die je nach Übersetzung im Deutschen mit Herr wiedergegeben werden.
Eines davon ist JHVH (Jahweh, früher auch wiedergegeben als Jehovah), das in gewisser Weise als Eigenname Gottes angesehen werden kann und etwa "ich bin und werde sein" oder "ich bin der ich bin" bedeutet (oder ähnlich, es ist nicht eindeutig, möglich wäre auch die Interpretation "ich werde sein, der ich sein werde").
Im Fanzösischen erfolgt daher typischerweise eine Wiedergabe mit "der Ewige", wo deutsche Übersetzungen Herr schreiben, um den inhaltlichen Aspekt des Wortes wiederzugeben.
Um diese unterschiedlichen Ausgangsworte auch bei gleicher Übersetzung differenzieren zu können, wurde die Wiedergabe von JHVH besonders typografisch ausgezeichnet, entweder als HErr oder Herr.
Das erklärt, wie es zu Wortstellungen wie "Herr Herr" (adonai jahweh, Titel gefolgt von Eigenname) oder "Herr der Heerscharen" (jahweh zebaoth, Eigenname gefolgt von Titel) kommen kann.
(Dass im Judentum traditionellerweise JHVH und im Deutschen z.T. auch "Gott" nicht ausgesprochen, sondern u.a. durch das Wort Adonai ersetzt wird, ist eine ganz andere Baustelle und hat mit der typografischen Auszeichnung von "Herr" nichts zu tun.)

Es handelt sich hierbei nicht um eine allgemeine religiöse Textauszeichnung; sie ist nur zu benutzen, wo der Grundtext bzw. das aus ihm zitierte ursprünglich JHVH schrieb. Wird man sicher vereinzelt in Texten auch anders finden, ist aber falsch (man findet ja auch sonst reichlich Verstöße gegen korrekte Typografie).
Um diese Stellen zu identifizieren, bietet sich an, eine Bibel zum Nachschlagen zu benutzen, die diese Unterscheidung konsequent umsetzt.
Eine preiswerte und gut lesbare Möglichkeit ist m.E. die von Vanheiden, "Neue evangelistische Übersetzung" (NeÜ). Er ist sich dieses sprachlichen Problems sehr bewusst und schreibt konsequent "Jahweh" für JHVH, die entsprechenden Stellen könnten also gut mit Herr wiedergegeben werden.

P.S.: Nicht zur Frage, aber bei dem Thema vielleicht interessant: In Teilen der modernen frommen Szene greift seit einigen Jahren um sich, in Anpassung an englischsprachige Vorbilder in Liedtexten etc. jedes sich auf Gott bzw. Jesus oder den Heiligen Geist beziehende Personalpronomen groß zu schreiben (im Englischen sind es dann auch noch die Substantive, die bei uns ja keiner Sonderregelung bedürfen). Das von Liuscorne aus alten pietistischen Texten berichtetet Vorgehen erscheint mir vergleichbar.

Bearbeitet ( von BerndH)
Postscriptum ergänzt

vor 2 Stunden, BerndH schrieb:

Nicht zur Frage, aber bei dem Thema vielleicht interessant: In Teilen der modernen frommen Szene greift seit einigen Jahren um sich, in Anpassung an englischsprachige Vorbilder in Liedtexten etc. jedes sich auf Gott bzw. Jesus oder den Heiligen Geist beziehende Personalpronomen groß zu schreiben (im Englischen sind es dann auch noch die Substantive, die bei uns ja keiner Sonderregelung bedürfen).

Hast Du dazu Beispiele parat?

Keine zitierbaren, bzw. müsste danach schauen - es ist mir primär aufgefallen, wenn Liedtexte zum gemeinsamen Gesang an die Wand projiziert wurden. Aber ich schau mal.

Interessiert dich primär DE oder EN?

Bearbeitet ( von BerndH)

Zeit: 12.1.2026 um 17:40, Lothar B. schrieb:

Ein gewisser Hans Peter Willberg war übrigens an der Gestaltung des evangelischen Gesangbuchs (EG) beteiligt. Ob das noch die aktuelle Ausgabe ist oder ob von dem Erbe noch was zu sehen ist, weiß ich gerade nicht.

Dieses Evangelische Gesangbuch aus den 1990ern – ausdrücklich auch von Brigitte Willberg gestaltet – ist noch aktuell. Es hat als Schrift die Trump und meistens eine Regenbogengrafik auf dem Einband. Daneben gibt es mindestens zwei weitere typografische Gestaltungen dieses Gesangbuchwerks. Einige lutherische Kirchen haben eine Gestaltung in Rotis mit Bildern und mit Farben. Einige unierte Kirchen und die reformierte Kirche haben eine Gestaltung von Klaus Detjen, die Schrift sieht nach Garamond aus und ist im Impressum als Monotype Plantin bezeichnet, alle Ziffern sind dort Versalziffern, es gibt rote Akzente.

Die Detjen-Gestaltung hat Vorkommen von Herr in Psalmen und neutestametlichen Lobgesängen, die in der Willberg-Gestaltung nicht ausgezeichnet sind, in Versalien gesetzt. Die ChatGPT-Auskunft an R::obert scheint sich auf die Willberg-Gestaltung zu beziehen.

Für das neue Evangelische Gesangbuch, das gerade erarbeitet wird, haben die Kirchen sich auf eine einzige typografische Gestaltung geeinigt. Die verwendet anscheinend die Noto.

vor 2 Stunden, BerndH schrieb:

Interessiert dich primär DE oder EN?

Egal. Mich interessiert, ob das auch von Verlagen/Institutionen so gehandhabt wird, oder einfach »nur« von Gemeindegruppen aus den von mir ganz oben vermuteten Gründen.

Zeit: 27.1.2026 um 13:46, BerndH schrieb:

Eines davon ist JHVH

Mich wundert es, warum man das überhaupt übersetzt bzw. »deutet« wird – »HERR« scheint mir da ja nicht mal die passende Entsprechung zu sein. Dadurch kommt es doch erst zu den ungünstigen Doppeldeutungen und Missverständnissen (Gott Vater oder Gottes Sohn?), oder? Es gibt ja auch viele andere Namen in der Bibel die nicht entsprechend ihrer Bedeutung übersetzt werden.

Bearbeitet ( von R::bert)

Vor 3 Minuten, R::bert schrieb:

Mich wundert es, warum man das überhaupt übersetzt bzw. »deutet« wird – »HERR« scheint mir da ja nicht mal die passende Entsprechung zu sein. Dadurch kommt es doch erst zu den ungünstigen Doppeldeutungen und Missverständnissen (Gott Vater oder Gottes Sohn?), oder? Es gibt ja auch viele andere Namen in der Bibel die nicht entsprechend ihrer Bedeutung übersetzt werden.

In der hebräischen Tradition wird der Eigenname Gottes nicht ausgesprochen. Das drückt sich in vokalpunktierten Textausgaben aus, indem JHWH dort mit den Vokalzeichen von Adonai versehen ist. Adonai wiederum heißt Herr. Insofern steht (auch) Herr im deutschen Text, zumal typografisch hervorgehoben, dem hebräischen Text sehr nahe.

Gott Vater und Gott Sohn können zwar in christlicher Interpretationsweise in der hebräischen Bibel gefunden werden, allerdings nicht wörtlich. Dem wird hier nichts weggenommen.

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