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Typoart-Schriftmusterkartei

Ralf Herrmann

Parallel zu den Schriftmustern westdeutscher Bleisatzschriften als Karteikarten gab es auch in der DDR entsprechende Drucke. Als alleiniger verbliebener Hersteller auf dem Staatsgebiet gehören alle Schriften zum VEB Typoart Dresden. Das Aussehen der A5-großen Karteikarten war normiert nach TGL 10-056 (später ersetzt durch TGL 24 473) und stand in Verbindung mit der Schriftklassifikationsnorm TGL 10-020. 

typoart2000.jpg

Entsprechend der Normen enthielten die Karten: 

  • Angaben zu Schriftname, Schriftstil, Schnitt und weiteren Garnituren innerhalb der Schriftfamilie
  • Angaben zum Gestalter und zum Erstguss
  • erhältliche Schriftgrade
  • technische und gestalterische Details (Signatur, Zifferndicke und -höhe, Zeilenlängen für Fließtextschriften etc.)
  • Abbildung Figurenverzeichnis einschließlich Akzente, Übersetzer, Ligaturen und Sonderzeichen
  • Satzbeispiele auf der Rückseite

polo.jpg

liberta.jpg

Durch die Normierung existiert für jeden Schriftschnitt eine eindeutige Identifikations- bzw. Bestellnummer nach dem Prinzip Schriftklassifikationsnummer + Laufende Nummer als Identifikation der Schriftfamilie + Variante bzw. Schriftschnitt als Kleinbuchstabe (falls zutreffend)

Beispiele: »1.1a« für »Garamond-Antiqua mager« oder »6.3« für »Erler-Versalien« ohne Varianten.  

  • 1. Renaissance-Antiqua
    • 1.1 Garamond-Antiqua 
    • 1.2 Minister-Antiqua
    • 1.3 Tschörtner-Antiqua
    • 1.4 Roesner-Versalien
  • 2. Barock-Antiqua
    • 2.1 Fleischmann-Antiqua
  • 3. Klassizistische Antiqua
    • 3.1 Bodoni-Antiqua
    • 3.2 Didot-Antiqua
    • 3.3 Pergamon-Antiqua
    • 3.4 Marko
  • 4. Serifenbetonte Linear-Antiqua
    • 4.1 Technotyp
    • 4.2 Schreibmaschinenschrift
  • 5. Serifenlose Linear-Antiqua
    • 5.1 Koralle-Grotesk-Versalien
    • 5.2 Mimosa
    • 5.3 Super-Grotesk
    • 5.4 DIN-Norm-Spiegelschrift
    • 5.5 Grotesk-Versalien
    • 5.6 Fundamental-Grotesk
  • 6. Individuell betonte Schriften
    • 6.1 Thannhaeuser-Schrift
    • 6.2 Meister-Antiqua
    • 6.3 Erler-Versalien
    • 6.4 Thomas-Schrift
    • 6.5 Sinkwitz-Versalien
    • 6.6 Agitator
    • 6.7 Liberta
  • 7. Sachlich betonte Schriften
    • 7.1 Primus-Antiqua
    • 7.2 Manutius-Antiqua
    • 7.3 Magna
  • 8. Schreibschriften
    • 8.1 Splendor
    • 8.2 Impuls
    • 8.3 Kurier
    • 8.4 Lotto
    • 8.5 Polo
    • 8.6 Arabella-Favorit
    • 8.7 Stentor
  • 9. Gebrochene Schriften
    • 9.1 Sinkwitz-Gotisch

benutzte Schriftschnitt-Identifikationen (nur Handsatz):

  • a – mager
  • b – buch
  • c – halbfett
  • d – dreiviertelfett
  • e – fett
  • f – extrafett
  • g – schmalmager
  • h – schmalhalbfett
  • i – schmalfett
  • j – kursiv
  • k – kursiv halbfett
  • l – kursiv fett
  • r – breitmager
  • s – breithalbfett
  • t – breitfett

Die Karten erschienen zunächst ohne Nummerierung und enthielten auch Karten nur für Setzmaschinenschriften. Spätere, nummerierte Nachdrucke zeigen nur noch eine Auswahl, um »die Ausbildung des Facharbeiters für Satztechnik anschaulich zu unterstützen«. 

Eine Digitalisierung des vollständigen 2. Nachdrucks der 2. Auflage mit 79 Karten gibt es im Schriftmuster-Archiv Letter Library:

☞ https://letterlibrary.org/view/object/typoart-79-ausgewählte-schriftmuster-karteikarten-für-handsatzschriften-r1121/


zugehörige Schriftanbieter: VEB Typoart

Sprache: deutsch

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