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Günter Gerhard Lange


Ralf Herrmann
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Günter Gerhard Lange war ein deutscher Schriftgestalter, Typograf, Lehrer und langjähriger künstlerischer Leiter der H. Berthold AG. In dieser Rolle die Schriftgestaltung nach 1945 im deutschsprachigen Raum.

 

Günter Gerhard Lange (12.4.1921—2.12.2008) zählt zu den weltweit wichtigsten Schriftgestaltern des 20. Jahrhunderts. GGL, so sein bekanntes Kürzel, studierte an der Staatlichen Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe Leipzig von 1941–45 Kalligraphie und Schriftgestaltung, Satz und Druck bei Georg Belwe sowie Zeichnen, Malerei, Radierung und Lithographie bei Hans Theo Richter. Nach dem Studienabschluss mit Auszeichnung arbeitete er in Leipzig zwischen 1945 und 1949 als freischaffender Maler und Graphiker und wurde zusätzlich Assistent von Walter Tiemann. Im Oktober 1949 siedelte Günter Gerhard Lange nach West-Berlin um und setzte seine akademischen Studien bei den Professoren Paul Strecker und Hans Ullmann an der Hochschule für bildende Künste in Berlin fort.

 

1950 begann GGLs Tätigkeit für die H. Berthold AG, die über vier Jahrzehnte währen sollte: zunächst als freier Mitarbeiter entwarf er Bleigussschriften für den Handsatz, u. a. Derby, Solemnis, Boulevard, Regina, Champion und die Arena. Schon ab 1952 begann bei der H. Berthold der allmähliche Umbau von Blei- auf Fotosatz. Günter Gerhard Lange setzte sich für die Übertragung des Schrifterbes der Bleiguss-Ära in die neue Technologie des Fotosatzes, später in digitale Techniken ein. 1960 wurde er zum künstlerischen Leiter der Berthold AG ernannt, ab 1961 in Festanstellung.

 

In dieser Periode schuf er fast 100 Originalschriften mit Referenzcharakter, wie beispielsweise die Concorde, die Akzidenz Grotesk Buch und die Imago, eine ganze Reihe von fotosatzkompatiblen, später auch digitalisierten Adaptierungen und Neuinterpretationen historischer Schriftschnitte wie etwa die Garamond, die Walbaum-Antiqua, die Caslon und die Bodoni Old Face.

 

Neben seiner Tätigkeit für die H. Berthold AG unterrichtete er u.a. in Berlin, Kassel, München und Wien und hielt zahlreiche Vorträge im In- und Ausland. Sein oft provozierender Vortragsstil und seine drastische Rhetorik brachten Günter Gerhard Lange den Titel »Maschinengewehr Gutenbergs« ein.

 

Günter Gerhard Lange wurde mehrfach ausgezeichnet, u.a mit dem »Frederic W. Goudy Award« (1989), der »TDC-Medal« des Type Directors Club New York (2000), dem Designpreis der Stadt München (2003), und wurde Ehrenmitglied zahlreicher Berufsverbände und Vereine (AGD, BDG, tgm).



Link: https://www.gglange.org

Quellenangaben:
https://www.gglange.org/de/leben-und-werk/

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<p>Iwan Reschniev — nach einer Schrift von Jan Tschichold</p>
<p>Iwan Reschniev — nach einer Schrift von Jan Tschichold</p>
<p>Iwan Reschniev — nach einer Schrift von Jan Tschichold</p>
<p>Iwan Reschniev — nach einer Schrift von Jan Tschichold</p>
<p>Iwan Reschniev — nach einer Schrift von Jan Tschichold</p>
<p>Iwan Reschniev — nach einer Schrift von Jan Tschichold</p>
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