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Topp-Thema: Eszett als Großbuchstabe

Hervorgehobene Antworten

Leider ein Screenshot aus einem Video mit einem fetten Blendstreifen, doch das PWM-Signal der LED interferiert mit dem Sensor des iPhones. Was ich sagen möchte, das gemeine Eszett fällt aus der Versalschrift erschreckend raus und ist auf Entfernung gar nicht mehr einzuordnen. Da fehlt definitiv ein versales Eszett in dem Steuerungssystem der LED-Anzeige 🙂

u3 sev kellinghusenstraße.jpg

Wenn die bei ihrer 7 x 11 Matrix bleiben müssen, würde auch das wohl nicht unbedingt leserlicher … (weil zu ähnlich einem B?)

 

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vor 25 Minuten schrieb Norbert P:

Wenn die bei ihrer 7 x 11 Matrix bleiben müssen, würde auch das wohl nicht unbedingt leserlicher … (weil zu ähnlich einem B?)

Nö, finde ich nicht. Um Welten besser. 😌

vor 41 Minuten schrieb Norbert P:

weil zu ähnlich einem B?

Das sehe ich auch so. Die Einheimischen, die das ẞ schon mal gesehen haben, wissen doch eh, wo sie hinfahren. Die Auswärtigen, die das ẞ nicht kennen, werden sich über die »Strabe« wundern … Warum man hier nicht einfach das international bekannte »SS« verwendet, ist mir schleierhaft.

Wegen der Interferenz kann ich das nicht dokumentieren, das gemeine Eszett in der Konstellation wirkt so bis ca 10m Entfernung wie ein I mit Leerzeichen. Dass überhaupt dieses Problem auftritt erkläre ich mir damit, dass die zentrale Mitteilung des Fahrtzieles eigentlich gemischt geschrieben ist, die Busse dieses Typs aber in der Steuerung eigentlich nur Versalien haben. Oder umgekehrt. Es gibt in Hamburg einen Menge Anbieter von Bussen, so dass es einen Wildwuchs an Systeme gibt. 

  • 2 Monate später...

Ein altes Thema und mich fasziniert, welche Gedanken hier von Euch zusammenkommen, auch Prinzipien, Logik, viele Details und Wünsche nach Vorgaben.

Manchmal muß man aber einfach machen.

Hier stelle ich kurz meine Lösung von 2018 zur Diskussion;

Es war eine Grabsteinbeschriftung zu fertigen, aus dem Vorbestand war eine Inschrift

vorgegeben, handwerkliche Serifen-Antiqua-Versalschrift, vertieft eingehauen und

für einen neuen Liegestein eine ähnliche Metallguß-Schrift zur Montage erforderlich.

Im Namen enthalten war ein ß. Also mein Ziel; "schreibe" den Namen richtig.

Verfügbar war die ähnliche Form ebenso als Versale, aber ohne bzw. nur ein kleines ß.

Weil ein Versal-ß nicht abzufordern war oder ich es nicht auf Risiko bestellen wollte,

lieferte ich die Vorlage und bekam mein Versal-ß zum einfachen Stückpreis.

Anmerkung: die restlichen Zeichen sind aus Katalogfotos mit ihrem Schatten und der

enthaltenen Unschärfe hinzugesetzt. Auch in der Genauigkeit der Balkenstärke müssen Differenzen hingenommen werden bei einem Gußstück, wenn das Modell nicht abgenommen werden kann oder eine Verfeinerung bestellt wird.

 

 

Versal-ß- Ulm-Gunkel.jpg

  • 5 Wochen später...

Ein kleines Eszett in einer Versalschrift ?!?

Bildschirmfoto2024-09-19um16_25_03.png.ec29e201229169bea104f07d6a3d4737.png

(Quelle) (Känguru vs Merz, wer sich nicht »indoktrinieren« lassen möchte, nicht klicken)

  • 2 Wochen später...
  • 2 Monate später...

Von Konzertprogrammen und Plattenhüllen kenne ich standardmäßig Richard mit ss, Johann mit ß. Keine Ahnung, warum sich das so eingebürgert hat. (Vielleicht ist meine Wahrnehmung auch nicht repräsentativ.)

Man kann sich an den Unterschriften orientieren. Johann (Vater und Sohn) unterzeichneten immer mit dem langen und dem runden s, Richard immer mit Doppel-S. 

 

Beste Grüße

Die Diskussion is eher müſsig. Unser heutiges Verständnis von Eigennamenschreibung gab es damals noch nicht und damit auch keine eindeutig richtige Form. sz, ss, ſſ, ſz, ſs, ß sind alles Ausdruck derselben Aussprache. In der gebrochenen Druckschrift gab es das ß schon seit langem, in lateinischer Schrift kam es offiziell erst 1903 und man behalf sich vorher mit einer der vorgenannten Varianten, die aber letztlich alle gleichbedeutend waren. Man kann also nicht sagen, dass die handschriftliche Form ſs nicht als ß dargestellt werden darf. Das darf sie, weil es eine der historischen Formen dessen ist, was wir heute mit ß schreiben.

Müßig und müſsig im 19. Jahrhundert sind heute müßig (und in der Handschrift gab es die Trennung der Glyphen eh nicht! ſs wurde in der Regel wie eine Letter durchgeschrieben). Strauß und Strauſs im 19. Jahrhundert können heute Strauß sein. Was sonst? Ein ſ ist nicht Teil der offiziellen Rechtschreibung. Der Umgang mit diesem Wirrwarr des 19. Jahrhunderts ist eher eine Frage der Konvention als ein richtig oder falsch. Man könnte also allenfalls der Meinung sein, dass eine Schreibung mit ss im Sinne der heutigen Konvention und damit im Sinne des Verständnisses besser gewesen wäre. 

vor 33 Minuten schrieb Ralf Herrmann:

im Sinne der heutigen Konvention und damit im Sinne des Verständnisses besser

Ja, nennen wir es »besser«. So wie bei Goethe, der früher auch Göthe oder Göte geschrieben wurde. Heute würde Göte trotzdem als »falsch« angesehen werden.

Bearbeitet ( von Diwarnai)

Am 4.12.2024 um 09:59 schrieb Diwarnai:

So wie bei Goethe, der früher auch Göthe oder Göte geschrieben wurde.

Nur eine Nebeninfo: Göte galt auch im 19. Jahrhundert als falsch. Die damals unentschiedene Frage war:

Bleiben Personennamen konstant, also so, wie sie bei der Geburt eingetragen wurden? Dann ist nur Goethe möglich, die Umlautbuchstaben wurden erst um 1800 üblich.

Oder werden Personennamen an die orthografischen Regeln angepasst? Dann war/wäre Göthe möglich. Die Schreibung mit Dehnungs-h nach dem t war im 19. Jahrhundert unstrittig und die Weglassung erst nach 1901 eine Option. Da wurde der Geheime Rath zum Geheimen Rat, aber Goethe blieb Goethe.

Die Vorfahren wurden dem Artikel nach als "Göthe" geboren und haben sich – damit die Franzosen das e nicht verschlucken – auch mit Accent geschrieben: »Göthé«

Zitat

Während die Urgroßeltern Göthe noch Schmiede in Thüringen waren, lernte der Großvater das Schneiderhandwerk und verbrachte einige Jahre in Lyon, dem damaligen Zentrum der Seidenschneiderei. Aus dieser Zeit stammt auch die französische Schreibweise Göthé. Monsieur Göthé arbeitete sich zum Stardesigner Frankfurts empor, der viel Geld verdiente. In zweiter Ehe heiratet er eine Gastwirtstochter, die ebenfalls viel Geld in die Familie Göthé brachte.

Die Schreibweise Goethe kommt laut Sarkowicz eine Generation später ins Spiel. Goethes Vater Johann Caspar soll nach dem Willen der Eltern »etwas Ordentliches« lernen und wird deshalb auf das landesweit bekannte Gymnasium Casimirianum nach Coburg geschickt. Gar nicht so schwierig, denn die Postkutsche startet direkt vor der elterlichen Gastwirtschaft und Poststation in Frankfurt. An der Schule wird nur Latein gesprochen, der Umlaut »ö« kommt in der alten Sprache nicht vor. Weil der Name »Goethe« auch vornehmer aussieht, ändert die Familie kurzerhand die Schreibweise, so Sarkowicz.

https://www.giessener-anzeiger.de/stadt-giessen/wie-goethe-zu-goethe-wurde-91798557.html

vor 56 Minuten schrieb Diwarnai:

Die Vorfahren wurden dem Artikel nach als "Göthe" geboren und haben sich – damit die Franzosen das e nicht verschlucken – auch mit Accent geschrieben: »Göthé«

Das scheint mir nicht plausibel. Im Deutschen gibt es die Umlautbuchstaben mit darübergesetzten Pünktchen erst im 19. Jahrhundert, im Französischen gar nicht. 

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