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verspielt-ornamentierte Barock-Antiqua für Künstlerbuch ?

Hervorgehobene Antworten

Hallo

ich suche eine verspielt-ornamentierte Barock-Antiqua für ein Künstlerbuch; ich stelle mir eine Schrift vor, die ein paar Manierismen aufweist ähnlich Emigres Democratica (http://www.emigre.com/fontpage.php?PDemR.html) (nur daß das natürlich eine klassizistische Antiqua ist) — ich bin sicher, daß ich sowas schonmal gesehen habe, aber ich finde keine und suche schon eine Weile. Sie muß als Werkschrift funktionieren, also keine quasi-Kapitälchen als Kleinbuchstaben oder sowas.

Ideen?

Grüße

N

Standardantwort: auch aus dem Hause Emigre - Mrs Eaves und Mrs Eaves Ligatures

Das ist doch mal eine eindeutige Vorgabe.

1012_1_30.jpg

1012_2_9.jpg

Das sind Orpheus und Orpheus kursiv (auch als Euphorion bekannt)

Gruppe III - Barock-Antiqua

Gebr. Klingspor, Offenbach am Main

Erstguß 1929 bzw. 1935

Walter Tiemann

Georg

  • Ersteller

Mrs. Eaves, ja, das ist eine ganz schöne Schrift und auch schon länger in der engeren Auswahl. Ich hätte halt gerne eine, die nicht nur in den Ligaturen ornamentale Ansätze hat. Eben wie die Democratica, nur eben nicht so viel, und als Leseschrift. Danke für die Artefakt; ist nicht zu verspielt, sondern nur in diesem Fall an der falschen Stelle verspielt (ich würde das so beschreiben: sie ist eher im, als am Buchstaben verspielt). Vielen Dank auch für die Orpheus; kommt hier auch eher nicht infrage, ich würde sie auch nicht als Barock-Antiqua, sondern ich glaube eher als Transitional bezeichen, mit Jugendstileinschlag und Neigung zu amerikanischen Magazinen wie Tiffany's. Was alles nicht schlecht ist, aber in diesem Fall nicht das was ich suche.

...ich würde sie auch nicht als Barock-Antiqua, sondern ich glaube eher als Transitional bezeichen, mit Jugendstileinschlag und Neigung zu amerikanischen Magazinen wie Tiffany's. Was alles nicht schlecht ist, aber in diesem Fall nicht das was ich suche.

Lieber Kollege N,

auch, wenn ich selbst Schriften nach der DIN 16 518 klassifiziere, bedeutet das längst nicht, daß ich dies von anderen auch erwarte. Im Gegenteil: Ich weiß, daß junge Typographen heute zu recht ganz anders klassifizieren.

Aber wenn man sich schon auf Klassifizierungsgruppen der DIN 16 518 bezieht wie Du, dann muß man sich auch an deren Regeln halten. Sonst macht die Bezugnahme keinerlei Sinn.

Die Orpheus und die Orpheus kursiv (auch Euphorion genannt), sind regelrecht klassische Schriften der Gruppe III - Barock-Antiqua - ich denke, man auch Walter Tiemann unterstellen, daß er sehr genau wußte, was er tat:

http://www.bleisetzer.de/index.php?targ ... 0004&pic=a

Hier nun Begriffe wie "Transitional mit Jugendstileinschlag und Neigung zu amerikanischen Magazinen wie Tiffany's" ist keine Klassifizierung, sondern beschreibt vielleicht treffend Deinen subjektiven Eindruck deren Anmutung, hat aber nichts mit einer Schriften-Klassifizierung zu tun.

Das solltest Du vielleicht einmal überdenken. Man kann von beiden Ansätzen her an das Thema herangehen, aber man kann sie nicht vermischen.

Wünsche einen glücklichen Tag.

Georg

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