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Frankfurt/Oder oder Frankfurt (Oder)?

Hervorgehobene Antworten

Hallo,

habe ein grundsätzliches Problem bezüglich der korrekten (und schönen) Schreibweise von zusammengesetzten Städtenamen.

Im Duden steht Frankfurt (Oder), jedoch finde ich Frankfurt/Oder viel schöner. Was meint Ihr?

Gibt es irgendeine Veröffentlichung, die belegt, dass das sehr wohl korrekt ist?

Viele Grüße

thaya

Am schönsten finde ich es immer noch ausgeschrieben:

Frankfurt an der Oder

Frankfurt am Main

"/" assoziiert für mich irgendwie eher eine Alternative, obwohl ich es aus meiner Kindheit immer so: "Frankfurt/M." kannte (mein Bruder lebte da).

Wenn's nicht gerade ein Telefonbuch ist, solltest du's ausschreiben ...

  • Ersteller

Da stimme ich Euch in jedem Falle zu.

Wenn das aber nun nicht gewünscht ist, sondern die verkürzte Version. Was dann?

dann würde ich aus unerklärlichen gründen zum

schrägstrich tendieren - obwohl die klammer eigentlich

logischer und sinnvoller wäre!

Ich habe einmal nachgeschaut...

Schon seit 100 Jahren wird die Schreibweise

Frankfurt am Main

und

Frankfurt/Oder

in diversen Publikationen verwendet.

Ich würde das beibehalten.

Georg

Da stimme ich Euch in jedem Falle zu.

Wenn das aber nun nicht gewünscht ist, sondern die verkürzte Version. Was dann?

... sich halt an den Duden halten.

Deine Schrägstrich-Variante ist meines Erachtens "persönliche Anschauung" und wie Norbert Pautner schon anmerkte, birgt sie eine "Alternative". Hier, im dreisprachigen Schweizer Kanton Graubünden (deutsch, rätoromanisch, italienisch), verwenden wir den Schrägstrich bei Orten, die offiziell in zwei Sprachen geschrieben werden. Beispiele: Domat/Ems (rätoromanisch/deutsch), Disentis/Mustér (deutsch/rätoromanisch).

Grüsse,

Norbert Riedi

  • Ersteller

Nunja, es hat sich jetzt demnach geklärt, dass es wohl vor ein paar Jahren eine längere Diskussion im Rathaus Frankfurt (Oder) gab, worum es um die Schreibweise der Stadt ging. Letztlich haben sich die Bürgermeister, PR-Berater und wer auch immer darauf geeinigt Frankfurt (Oder) mit Klammern und nicht mit Schrägstrich zu schreiben.

Immerhin beweist das, dass es keine einheitliche Schreibweise gibt.

Das noch am Rande: Auch in Südtirol ist das, was mein verehrter Namensvetter schrieb, üblich: Auer/Ora.

... dass es keine einheitliche Schreibweise gibt.

doch-doch, gibts-doch-schon ...

... Auch in Südtirol ist das, was [ :oops: ] schrieb, üblich: Auer/Ora.

Schon zwei Länder mit einer Sitte ...

Und das an der Oder beschlossene scheint mir doch auch einleuchtend. (Oder) ist ein geographischer Verweis, ein Zusatz, der diese Frankfurter von den andern eindeutig räumlich trennt. Oder?

Grüsse,

Norbert Riedi

  • Ersteller

Ich schaute selbstverständlich auch in der "Detailtypografie", dort gibt es zwar kein Kapitel, bzw. an sich kein Hinweis zu diesem Thema, aber ich fand zum Thema Monospace-Satz (Seite 315) immerhin "Eberstadt/Lich".

Und dort würde doch nichts unkorrektes/unschönes drin stehen.

Sieht man es einmal aus östlicher Sicht, würde es Frankfurt/Odra heißen. Nein, nicht Frankfurt (Odra),denn daraus könnte man, handele es sich um einen anderen, nicht so bekannten Begriff, schließen, daß Odra die polnische Übersetzung des Wortes Frankfurt sei. Also besser Frankfurt/Odra.

Und im Umkehrschluß also auch Frankfurt/Oder.

In der hiesigen Zentralbibliothek ist auf den alten,

noch handgeschriebenen Karteikarten zu lesen:

Frankfurt (Ost)

Ansonsten halte ich es mit den beiden Norberts.

FlorianG

Der "/" hat allein schon optisch eine separierende Wirkung (z.B. bei englischsprachigen Abkürzungen: w/o, "without"), ich empfinde dies nicht als ergänzend. Georgs Argument mit der Odra kann ich nicht nachvollziehen, da bestehende zweisprachige Regelungen (Schweiz, Oberitalien) es gerade nicht so machen.

Der Schrägstrich wird ja sehr vielfältig eingesetzt, so z.B. in der Bedeutung von »entweder/oder« (Mann/Frau, Herr/Frau/Firma), oder wie Norbert aufführte als Separator – z.B. auch in URLs oder Pfadangaben (hier auch mit hierarchisierender Funktion) oder in der alten Schreibweise von Telefonnummern. Im Sinne einer nachgeschobenen Präzisierung finde ich Franfurt (Oder) richtiger. Man würde ja auch nicht schreiben:

»...zweisprachige Regelungen/Schweiz/Oberitalien...« anstatt

...zweisprachige Regelungen (Schweiz, Oberitalien)...

Oder liege ich da falsch?

Gibt es so etwas wie eine ursprüngliche Bedeutung des Schrägstriches?

Walter

Der "/" hat allein schon optisch eine separierende Wirkung (z.B. bei englischsprachigen Abkürzungen: w/o, "without"), ich empfinde dies nicht als ergänzend. Georgs Argument mit der Odra kann ich nicht nachvollziehen, da bestehende zweisprachige Regelungen (Schweiz, Oberitalien) es gerade nicht so machen.

Wie "geau so"?

Dort, wo deutsche, jetzt polnische Städtenamen genannt werden, stehen, je nach Standort des Schreibers, immer die übersetzten Namen in Klammern. Und bei Euch mit Schrägstrich?

952_volnewsegunz20060627114112resource_1.jpg

Mehrheit gegen zweisprachige Tafeln

Mit einem klaren Votum ist die von Landeshauptmann Jörg Haider (B) initiierte Ortstafel-Befragung in 18 Südkärntner Gemeinden zu Ende gegangen. "Pläne rechtswidrig"

http://www.goetzis.com/news/tp:vol:oest ... 627-114112

--- edit ---

ich will damit keine politische meinung äußern oder diese jemanden aufzwingen

--- edit ---

:twisted:

Erstaunlich.

Sind die Schilder in Polen in Richtung deutscher Grenze auch so eingerichtet?

ich glaube nicht – bin mir aber nicht sicher.

interessant ist auch das die sorbischen und die deutschen namen in bautzen,

je weiter man in das gebiet kommt, umgedreht werden. aslo bautzen steht

dann im unteren teil und eher kleiner.

952_1002qf03_1.jpg

Erstaunlich.

Sind die Schilder in Polen in Richtung deutscher Grenze auch so eingerichtet?

ich glaube nicht – bin mir aber nicht sicher.

interessant ist auch das die sorbischen und die deutschen namen in bautzen,

je weiter man in das gebiet kommt, umgedreht werden. aslo bautzen steht

dann im unteren teil und eher kleiner.

952_1002qf03_1.jpg

Ich kenne mich da nur sehr wenig aus, aber hatten die Sorben nicht schon immer einen besonderen Status?

Hier im Westen gibt es auf beiden Seiten der Grenzen zu Holland und Belgien schon seit vielen Jahrzehnten enen vielleicht 10-15 km tiefen Bereich in allen drei Ländern, in denen sich alles vermischt. Produkte, Sprache, Schilder. Das hängt zwar auch damit zusammen, daß es durch die Kriege immer einmal wieder zu Grenzveränderungen kam, aber weit darüber hinaus eher auch durch eine Durchmischung der Bevölkerung. Stichwort: Euroga.

Aber ich weiß, daß es in Zwickau mit Tschechien überhaupt nicht so ist. Da wird alles getrennt. Und nach Polen? Muß ich mal meinen Cousin fragen. Aber der verwendet in unserer Kommunikation immer die deutschen Ortsnamen (pure Höflichkeit).

Georg

Der Schrägstrich wird ja sehr vielfältig eingesetzt, so z.B. in der Bedeutung von »entweder/oder« (Mann/Frau, Herr/Frau/Firma), oder wie Norbert aufführte als Separator – z.B. auch in URLs oder Pfadangaben (hier auch mit hierarchisierender Funktion) oder in der alten Schreibweise von Telefonnummern. Im Sinne einer nachgeschobenen Präzisierung finde ich Franfurt (Oder) richtiger.
So sehe ich das auch.

:wink: Kennt ihr den Ralf Herrmann? Ja?

ok.

Nun hat der ja kürzlich so ein Fachbuch* geschrieben, das ich just heute früh aus meinem Postfach fischte. Und nun ratet mal, was der hier also bekannte Ralf auf den Seiten 154/155 beschreibt.

Na?

Richtig!

Den Schrägstrich.

Und seine Verwendung.

Und mehr verrate ich nicht ...

Das wär' ja Werbung.

Nicht wahr.

Grüsse,

Norbert Riedi

* Ralf Herrmann, Zeichen setzen.

unbedingt kaufen!

Und mehr verrate ich nicht ...

Das wär' ja Werbung.

Nicht wahr.

Ein bisschen Werbung sollte doch hin und wieder erlaubt sein. :D

Hab mich schon gewundert, dass Ralf sich bei diesem Thema so vornehm zurückhält.

Im August fängt ein neuer Lehrling bei uns an, werde ihm 8) das Buch gönnen.

Walter

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