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Eine typische Bleisetzerei aus Mitteldeutschland...

Empfohlene Beiträge

Bleisetzer
na klar, jetzt schiebt er es wieder auf die ossis. :evil:

du solltest DICH damit einschmieren und nicht deine butterbrot. verdammt!

Da stand auf einer Banderole "Verinnerliche den internationalen Sozialismus". Das "inter" habe ich natürlich sofort weggekratzt.

Aber jetzt ist alles wieder gut. Lerne: Der Rheinländer frißt nichts auf lange Zeit in sich rein. Aller Mist kommt auf natürlichem Wege wieder heraus. Pffft...

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Bleisetzer

Guten Morgen,

für mich sind solche Daten immer ganz interessant, um herauszufinden, wann zuletzt mit diesem Bleisatz gearbeitet wurde.

In diesem Zusammenhang eine andere Frage an Euch Kollegen aus Mitteldeutschland:

Was für Photosatz-Systeme gab es in den 1980er Jahren bei Euch?

Georg

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Lars Kähler
Was für Photosatz-Systeme gab es in den 1980er Jahren bei Euch?

Georg

Was gab es überhaupt an Systemen? Hießen die nicht Robotronic oder so?

Lars

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  • 3 Monate später...
Pachulke
Stammt sie aus den 60er oder den 70er Jahren?

1012_aaa_005_1.jpg

Schlimmer noch. Ich glaube mich an sie zu erinnern. Also muss sie aus den Achtzigern sein.

Die ist exakt von 1978, wie man an der Nummer auf der Rückseite sieht.

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Bleisetzer
Stammt sie aus den 60er oder den 70er Jahren?

Schlimmer noch. Ich glaube mich an sie zu erinnern. Also muss sie aus den Achtzigern sein.

Die ist exakt von 1978, wie man an der Nummer auf der Rückseite sieht.

Hervorragend, danke.

Also ist die Dose knapp 30 Jahre alt.

Somit hat Kollege Pachulke die (leere) Dose gewonnen.

Auf Wunsch sende ich sie gern zu.

Und damit sie nicht so leer bleibt, schmeiße ich eine Handvoll Brotschrift-Lettern rein :)

Schönen Abend noch...

Georg

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Pachulke
In diesem Zusammenhang eine andere Frage an Euch Kollegen aus Mitteldeutschland:

Was für Photosatz-Systeme gab es in den 1980er Jahren bei Euch?

Mir sind keine begegnet. Kann sein, daß es sowas bei der DEWAG (dem Werbebetrieb der DDR) gab. Ansonsten hat die DDR die Phase Photosatz wohl komplett übersprungen. Zumindest kann ich mich nicht erinnern, daß sie in der Lehrausbildung auch nur erwähnt worden wären. Im Ostblock wurden keine Systeme gefertigt und für den Import wird die Kohle gefehlt haben. Das, was man in der DDR-Öffentlichkeit an typographischer Vielfalt wahrnehmen konnte, war denn auch sehr eingeschränkt. Sehr, sehr eingeschränkt.

Ich war damals in einem graphischen Großbetrieb. Und jetzt halt Dich fest: Wir hatten die Kombination Offsetdruck und Bleisatz. Und das geht so: Man baut seine Druckform in Blei, dann geht diese zu einem geheimnisvollen Gerät, das Kugelvibrator heißt (nicht lachen!). In diesem wird ein gefärbtes Spezialpapier auf die Form gelegt, über dem dann Kugeln vibrieren und die Form auf dieses Papier abreiben (wahrscheinlich so ähnlich wie bei den Papierchen, die einem heute der Zahnarzt zwischen die Zähne schiebt, um Reibungsflächen zu finden) dann wird das ganze auf Film umkopiert. Geht natürlich nur für Einfarben-Geschichten. (Oh, oh. Ich hoffe, ich verrate jetzt nicht sozialistische Hochtechnologie an den Klassenfeind. Dafür gibt es sicher ein paar Jahre Bautzen.)

Ich war damals im wissenschaftlichen bzw. Formelsatz, da war man nur am fräsen und feilen, um recht komplexe Tabellen und Formeln in Blei zu basteln.

Der Rohsatz für den Formelsatz kam meist aus der Monotype, da hämmerten ein Stockwerk tiefer dutzende Monotype-Tast- und Gießmaschienen.

Die Lehrlinge nach mir wurden schon am Endlosperforator ausgebildet, das war ein Lochstreifenperforator, der an einer Art Computer hing. Von den Lochstreifen wurden Filme (Endlosspalten) belichtet, die dann manuell montiert wurden. Ging aber nur für glatten belletristischen Text, da waren wir im Blei flexibler. Ich hätte im 2. Lehrjahr auch zum Perforator gekonnt, habe mich aber fürs Blei entschieden.

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Pachulke
Somit hat Kollege Pachulke die (leere) Dose gewonnen.

Auf Wunsch sende ich sie gern zu.

Und damit sie nicht so leer bleibt, schmeiße ich eine Handvoll Brotschrift-Lettern rein :)

Nehme ich gern an, weniger der Dose als der Lettern wegen.
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In diesem Zusammenhang eine andere Frage an Euch Kollegen aus Mitteldeutschland:

Was für Photosatz-Systeme gab es in den 1980er Jahren bei Euch?

Im Typoart-Buch »Fotosatzschriften« heißt es:

Der Einsatz von ausländischen Fotosatz-Computern in der polygrafischen Industrie der DDR erforderte auch die Übernahme von zugehörigen Fotosatzschriften, die nicht immer allen Anforderungen gerecht wurden.

Im Bestreben, überzeugende Schriftqualitäten zu erzielen, wurde im Jahre 1978 in der DDR der Entschluß gefaßt, die Entwicklung von Fotosatzschriften mit Hilfe einer Anlage zur geometrischen Datenverarbeitung im Betrieb Typoart Dresden aufzunehmen.

Wir haben also offenbar fleißig von Euch importiert.

8)

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Pachulke
…wurde im Jahre 1978 in der DDR der Entschluß gefaßt, die Entwicklung von Fotosatzschriften mit Hilfe einer Anlage zur geometrischen Datenverarbeitung im Betrieb Typoart Dresden aufzunehmen.
Ist da jemals was zur Produktionsreife gelangt?
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Bleisetzer
Ist da jemals was zur Produktionsreife gelangt?

Na sicher doch.

Wir haben unseren Plan doch immer mit 104 % erfüllt. :wink:

http://www.typografie.info/typowiki/ind ... le=Typoart

Gab es da nicht auch das Problem des "Technologie-Transfers" in Bezug auf die Laserbelichter? Oder war das später? Aus meiner Zeit bei Atex kann ich mich nur daran erinnern, daß in allen Handbüchern Vermerke standen, daß es nicht erlaubt sei, diese an Ostblock-Staaten weiterzugeben. Es gab da eine offiziell kursierende Liste. Das war natürlich ein Witz, weil diese Literatur bei uns jederzeit frei zugänglich war. Und wir von der Anwendung hatten immer den ganzen Kofferraum voll damit, wenn wir z.B. nach Berlin fuhren über den Transit. Aber ich weiß nicht mehr, ob es da um Schnittstellen-Beschreibungen ging oder um die damals verwendeten J-11 Technik der DEC-Rechner von Digital Equipment.

  • Gefällt 1
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  • 7 Jahre später...
Pachulke

Nach knapp acht Jahren sollte man so einen alten Strang schon mal wieder hervorholen und gut durchlüften. :nicken:
 
 

… Kugelvibrator …

 
Die Technik (Spitzname damals »Kugelfips«) ist hier im Film zu sehen, etwa ab Minute 12:05. Scheint ein DuPont-Patent gewesen zu sein und nicht, wie von mir oben angenommen, eine DDR-Eigenentwicklung. :aschehaupt:

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