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„Hebräische Kursivschrift“

Hervorgehobene Antworten

Warum ist die „Hebräische Kursivschrift“ (Handschrift) leicht nach rechts geneigt?

Auch die Druck-Italics die ich aus dem Hebräischen so kenne,

neigen sich alle nach rechts.

Es wird von rechts nach links geschrieben und gelesen.

Warum? Das ist doch gegen den Schreib- und Lesefluss?

Die hebräische Kursiv als Handschrift ist eigentlich ziemlich geradstehend.

Die kursiven Druckschriften sind wahrscheinlich ein Sonderfall; bei strenger historischer Betrachtung dürfte es die wohl genausowenig geben wie kursive Frakturschriften, weil das dem Duktus und der Entstehung der Schrift widerspricht. Vermutlich sind diese kursiven Druckschriften also reine Kunstprodukte. Da diese wahrscheinlich frühestens ab der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts entstanden sind, werden sich die Gestalter in der Kursivlage einfach an die lateinischen Kursiven angelehnt haben, mit denen die meisten ja auch großgeworden sind. Denn die lateinischen Schriften sind ja allen in Frage kommenden Gestaltern sehr präsent, seien das nun europäische oder amerikanische Juden oder Einwanderern nach Israel. Die Wiederbelebung der hebräischen Schrift als Alltagsschrift ist ja historisch unwahrscheinlich jung. Und selbst die Sabres, also die in Israel geborenen, die ja die einzigen sind, die die hebräische Schrift als erste Schrift in der Schule gelernt haben, sind mit den lateinischen Alphabeten bestens vertraut.

  • Ersteller

mh ...

Wenn man sich Schriftproben der Handschrift ansieht,

ist es doch deutlich zu erkennen, dass diese sich nach rechts neigt!

Vor allem wenn man ein Lehrbild ansieht?

w6vyuq.gif

2rqdohi.gif

:?

Kann es sein dass, auch wenn von rechts nach links geschrieben wird, die rechte Hand den Stift trotzdem von rechts unten hält und nicht von rechts oben, und die Neigung der Schrift einen rechten Winkel auf diese Haltung bildet? :?

Genau das wollte ich auch grad schreiben. Auch wenn man von rechts nach links schreibt und liest, sind die meisten halt Rechtshänder, und damit ergibt sich aus der Handgelenksbewegung ein sehr leichtes SW-NO, aber nur umständlich ein NW-SO (Himmelsrichtungsartig gedacht).

Ich bin gerade in Israel und kann bestätigen, daß die "Handschrift" deutlich nach rechts geneigt ist, jedenfalls auf allen Plakaten und Werbepostern im Straßenbild. Ich werde morgen mal unsere hiesigen Freunde danach fragen.

Aktuell habe ich schon genug damit zu tun, anhand von Straßenschildern und hartnäckigem Nachfragen die Grundzüge der Schrift zu lernen; es gibt viele Ausnahmen und vieles müsse man "einfach wissen". Tja.

Also meine israelischen Freunde meinen, dass die Neigung der meisten Handschriften daher komme, dass eben Rechtshänder nach links schreiben müssen und dann komme das dabei heraus.

Ich werde morgen mal ein paar typographische Impressionen sammeln, gerne auch Kanaldeckel. Insgesamt scheint die typographische Vielfalt im Hebräischen geringer zu sein als in der lateinischen Schrift. Immer noch kompliziert genug. Erst allmählich lösen sich einzelne Buchstaben in meiner Wahrnehmung aus dem Zeichenbrei, ich erkenne häufige Kombinationen wieder; aber wenn ich es dann vorlesen lasse, klingt es doch anders, weil im Alltag die Vokale nur teilweise und dann auch noch mehrdeutig notiert werden. Und: "B" kann auch "W" sein, "P" kann auch "F" sein, für "K" gibt es zwei Zeichen, das eine kann aber auch "CH" bedeuten. Klingt verwirrend? Ist es auch. Aber lustig, wenn man es nur zum Spass mal "an"lernt. Wenn man es richtig lernen wollte oder müsste, wäre es schon ein Stück Arbeit. Respekt vor den Theologiestudenten.

Wenn man es richtig lernen wollte oder müsste, wäre es schon ein Stück Arbeit. Respekt vor den Theologiestudenten.

Hebräisch lernen ist ganz einfach. Schon nach wenigen Jahren ist der Einwanderer in der Lage, einen Passanten in fließendem Hebräisch zu fragen: »Können Sie mir bitte sagen, wie spät es ist, aber wenn möglich, auf Englisch.« (frei nach Kishon, aus dem Kopf citiert)

Ja, bitte, auch israelische Kanaldeckel.

Einen (wenn auch nicht die tollste Fotoqualität – dafür aber auch mit geneigter Schrift!) kann ich anbieten:

316umtj.jpg

Wenn ich es richtig lese (mein Hebräisch ist sehr, sehr basic :( ) steht da:

????? (bezek), mit Vokalzeichen, da es sich um einen Eigennamen handelt (vermutlich: Bezeq – The Israel Telecommunication Corp.)

??? ????? ????? = batei yetsika vulkan = Vulkan Gießereien

Wow, toll!

Was steht denn unter dem Männchen mit dem großen Suppenlöffel? :hammer:

Habe heute auftragsgemäß einen "Püttdeckel" geknipst (hatte meine gute Kamera nicht dabei, aber der kleine Videorecorder vom Aldi kann auch Fotos aufnehmen).

2v0d7yv.jpg

Morgen werde ich noch mal mit dem besseren Gerät auf Jagd gehen nach Gullydeckeln und reizvoller Typographie.

Hier ist ab morgen abend Pessach, ein hoher Feiertag, Museen geschlossen, alles kauft noch wie wild ein; sieben Tage ohne reguläres Brot und so stehen an.

das ist sicherlich ein gießer.

Ha! Das ma… ergibt Sinn, ja. Ich hatt's echt nicht geschnallt.

Danke! :rockon:

Heute noch einen Deckel abgelichtet:

2uqzzur.jpg

Ach ja: Interessiert jemanden ein Bild (oder mehrere) von aparter hebräischer Typographie im Strassenbild oder Ladenschilder mit der hebräischen und der lateinischen Darstellung gleicher Namen?

Ach ja: Interessiert jemanden ein Bild (oder mehrere) von aparter hebräischer Typographie im Strassenbild oder Ladenschilder mit der hebräischen und der lateinischen Darstellung gleicher Namen?

frechheit. was soll die frage. wo sind wir hier? :lol:

JA, JA, JA! :biglove:

291jnvc.jpg

Hübscher und Diamant, Damenmode in Tel Aviv, mit farbiger Zuordnungshilfe für die Buchstabensucher...

30rrybm.jpg

Nicht immer sind gleichaussehende Zeichen auch gleichbedeutend:

Obere Zeile von rechts nach links: D P Sch / M O D

D P Sch / M O D

DAS ist ja krass.

Frage: Ist das "#"-artige Zeichen, das in "DEPECHE" das "D" ersetzt hat, ein hebräisches?

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