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langes und trockenes Gutachten


Maudi

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Maudi

Hallo, bin neu hier im Forum und - um es gleich zuzugeben - ein ziemlicher Font-Laie.

Ich muss ein Gutachten erstellen und jetzt frage ich mich, welche Fonts ich dafür benutze. Es ist ziemlich lang mit viel Text und haufenweise Tabellen und ein paar Grafiken, um die 1000 Seiten. Hab natürlich auch kein Budget, was ich für den Schriftenkauf übrig hätte - vielleicht bekäme ich eine günstige noch durchgesetzt, aber bauen kann ich darauf nicht. Das Gutachten wird gedruckt, muss aber auch als pdf funktionieren.

Prinzipiell hatte ich mich derweil schon für die Minion und die Myriad entschieden, da kann man wohl nicht viel falsch machen (das hatte ich zumindest diesem Forum entnommen).

Was mir nicht ganz so gefällt - einen Hauch luftiger und moderner könnte das Erscheinungbild schon sein, der Inhalt ist ja eh schon so trocken. Allerdings darf es dann wieder für so ein offizielles Ding nicht zu individuell sein ... Habt ihr Profis da einen Tip für mich?

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Minimalist

Willkommen im Forum :huhu:

Also, die Minion ist jetzt nicht grad eine knochentrockene Schrift, prinzipiell ist sie ziemlich neutral :) Du kannst folgendes versuchen:

Zunächst ist Weißraum wichtig ... Schau Dir mal den Zeilenabstand Deines Dokuments an; wenn zwischen einen Kleinbuchstaben (sagen wir, ein x) in der oberen und einen in der unteren Zeile noch ein Kleinbuchstabe dazwischen passt, ist das schon mal nicht schlecht :D Uncool wird es dann, wenn die Zeilen so weit auseinander stehen, dass der Zusammenhang verloren geht, dass die Zeilen nicht mehr zusammen zu gehören scheinen ... Damit kannst Du mal experimentieren. Um dann den Zuwachs an Seiten auszugleichen könntest Du auch die Schrift an sich einen Tick kleiner machen, sagen wir von 10pt auf 9,5pt – kleiner sollte es allerdings nicht werden, für Fließtext ;)

Dann kannst Du am Anfang von Kapiteln ein gesundes Stück Weiße Fläche einbauen ... Sagen wir, Du teilst die Seite in drei Teile; das obere Drittel bleibt dann der Überschrift vorbehalten, die ein Stück oberhalb des zweiten Drittels sitzt – eine zweizeilige Überschrift sollte also nicht den Text nach unten drücken sondern selbst eine Zeile weiter nach oben rücken :D

Generell dürfen die Seitenränder gerne groß genug sein; stell Dir ein professionell gerahmtes Bild vor, da ist das Passepartout oft viel größer als ein Laie es schneiden würde; das hilft aber dem Bild ungemein :D

Weiterhin gehe ich davon aus, dass Du die Myriad als Zweitschrift verwendest, für Überschriften und Beschriftungen ... Lass die wirken, hol den modernen Touch aus ihr raus; sagen wir, zu einem Text in 10pt überschriften in 14pt, 20pt, 30pt und alle im normalen Schnitt und vielleicht die kleinste davon kursiv, statt 12pt, 14pt, 18pt und dann vielleicht noch fett ...

Dann sollte das ganze schon wesentlich luftiger und moderner aussehen, ohne dass Du Freefonts verwenden musst, oder Geld für einen neuen Font ausgeben :D

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Maudi

Wow, soviele gute Tipps in einer Antwort! :D Merci. Allerdings ist es wirklich so, dass ich mir schon wieder anhören musste, dass der Satz zwar schön sein soll, aber ich soll bitte gucken, dass es nicht noch länger wird! Da werd ich wohl ein bißchen Überzeugungsarbeit leisten müssen ...

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Kathrinvdm

In wie vielen Ausfertigungen soll das Gutachten denn am Ende gedruckt werden? Wenn es nur eine Handvoll Exemplare werden, dann fallen die zusätzlichen Seiten zumindest kostenmäßig nicht so sehr ins Gewicht (bei einer großen Auflage könnte das natürlich schon ein relevanter Faktor sein). Ich vermute übrigens mal, dass das Gutachten nicht wirklich viel in der Gegend herumgetragen werden wird, oder? Denn da sind 1000 Seiten ja auch schon keine leichte Fracht …

Generell glaube ich, dass jeder Mensch, der das Gutachten später im stillen Kämmerlein studieren muss, es Dir im Geiste (und hoffentlich auch »in echt«) danken wird, wenn sich das Lesen und Erfassen des – im minimalistischen Sinne layouteten – Textes angenehm gestaltet. Auch geschulte Vielleser freuen sich über gut lesbar gestaltete Dokumente. :)

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Minimalist

Platz ist in der kleinsten Hütte nudgenudge.gif Es ist ganz erstaunlich, was sich aus einem Dokument rausholen lässt, wenn man an den richtigen Stellen sucht ... Welche Software verwendest Du denn fürs Layouten? Und was hast Du in Deinem Dokument alles Drin? Fußnoten? Wie viele, wie lang? Unten auf der Seite, am Kapitelende, im Anhang? Illus und Bilder ... Tabellen? Wie viele? Wie viele Überschriftenebenen hast Du? Welche Schriftgröße hast Du derzeit im Fließtext? Was ist noch drin? Inhaltsverzeichnis? Stichwortverzeichnis?

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Maudi

Ja, dass da jeder dankbar wäre, der diese Seiten durchackern muss - der Meinung bin ich auch. Ich hatte auch überlegt, das ganze zweispaltig anzulegen, aber da würde sich wohl durch die Trennungen und Umbrüche auch noch ein Stück Dokumentlänge dazu addieren. Macht zweispaltig überhaupt Sinn bei sowas oder macht man die Sache dadurch unnötig kompliziert?

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Minimalist

Zweispaltig würd ich mir sparen; da muss ja dann auch wieder n Steg in die Mitte, der klaut Dir zusätzlich Platz ... Erkundige Dich unbedingt mal, wies hinterher gedruckt werden soll, je nachdem brauchst Du nämlich andere Seitenränder ... Und woher weißt Du, dass es 1000 Seiten sind, wenn Du noch gar kein Dokument hast ...?

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Joshua K.

Ich vermute mal, das ganze soll auf A4 gesetzt werden. Dann wären zwei Spalten sehr sinnvoll: Dann kannst Du nämlich eine schmalere Schrift verwenden, wodurch viel Platz gespart werden kann.

Bei einspaltigem Satz sind schmale Schriften verboten, da sonst die Zeilen zu lang werden, also zu viele Buchstaben enthalten.

Günstig – für nur 19$ je Schnitt – gibt's zum Beispiel die sehr schmale Stone Print:

[specimen=Naßfeimgutachten:3vrxm0m0]43708[/specimen:3vrxm0m0]

Kostenlos bekommst Du die Lido, wobei Du prüfen mußt, ob Du möglicherweise für Deine Zwecke doch eine Lizenz erwerben mußt.

[specimen=Naßfeimgutachten:3vrxm0m0]27291[/specimen:3vrxm0m0]

Für alle Zwecke völlig frei sind, soweit ich weiß!, die Libertine und die Gentium.

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Minimalist

Eine sehr schmale Schrift macht den Text aber wieder anstrengender zu lesen, und für einen Anfänger ist es auch nicht mehr ganz so leicht, in einen zweispaltigen Text Bilder und Tabellen und so schön einzubauen – möglicherweise besonders dann, wenn man nicht das Vergnügen hat, eine ausgefeilte Software wie InDesign zu verwenden hoerthoert.gif Die Minion ist an sich schon sehr sparsam, im Vergleich zu vielen anderen Schriften :D

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Maudi

Kommerziell eingesetzt wird das Gutachten nicht.

Ich weiß ungefähr, wie das Dokument aussehen wird, weil ich einen Referenz-Text von einem alten Gutachten bekommen habe. Deswegen hatte ich keine konkrete Seitenzahl genannt, sondern gemutmaßt, ich denke, dieses wird in ähnlichem Umfang sein.

Gerade habe ich erfahren, daß es beidseitig mit Soft cover gedruckt wird.

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Maudi

Aber da ergibt sich wohl schon das nächste Problem ... wenn ich die Seitenränder dementsprechend anpasse, funktioniert das ja wieder nicht als pdf ... nun ja. Ich würde das ganze auch lieber in Indesign setzen ;-)

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Kathrinvdm

Maudi meint bestimmt als Einzelseiten-PDF, weil dann der Textblock beim Blättern im PDF hin- und herspringen würde. Da müsste man die Seiten also eher mittelachsensymmetrisch aufbauen.

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Maudi

Hmm, ich dachte, wenn ich die Seitenränder anpasse, sind die rechts und links nicht gleich breit und als pdf sieht man meistens nur eine Seite? Oder geb ich da grad mein Unwissen preis ... :roll:

Da gehört einiges zum Dokument: Inhaltsverzeichnis, Stichwortverzeichnis, Tabellenverzeichnis, Abbildungsverzeichnis, Abkürzungsverzeichnis, Glossar, Fußnoten: ein paar. Überschriftenebenen:4.

Fuß- und Kopfzeilen sind bislang nicht drin, wobei ich letzteres ganz sinnvoll fände.

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Kathrinvdm

Du kannst auch ein Doppelseiten-PDF abspeichern, dann siehst Du im PDF die zusammengehörenden Seiten wie in einem aufgeklappten Buch nebeneinander stehen.

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Kathrinvdm

Ich hoffe, dass das auch in Word geht, das weiß ich gerade nicht genau, würde es aber annehmen. Ich setze solche Sachen in InDesign, da kann man das direkt in der Druckmaske einstellen. Hmmm, weiß zufällig einer der Kollegen Rat?

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TobiW

Viel wichtiger ist aber die Frage, wessen (welche) Word-Version freiwillig und ohne sich aufzuhängen ein 1000-Seiten-Datei verarbeiten wird :? :hammer:

Vielleicht sollte man das bedenken, bevor man alles in Word einrichtet :party:

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TobiW

Dachte ich mir schon, aber vielleicht solltest du dem Auftraggeber mal stecken, das Word gerne schon bei 80 Seiten in die Knie geht. Wie will er da eins mit 1000 Seiten nachbearbeiten. Zumindest solltest du es vorher mal mit einem Bilddokument testen …

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