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Optima und Avenir?

Hervorgehobene Antworten

Hallo in die Runde,

 

diese Seite kenne ich schon länger, habe aber zum ersten Mal das Forum intensiv durchforstet. Toll, wie hier gearbeitet wird. Jetzt habe ich auch eine Frage (nachdem alle Threads mit Stichwort Optima überflogen habe):

 

Für einen Kunden soll ich ein CD entwickeln, samt aller Anwendungen. Ein Logo ist vorhanden, ebenso ein Farbschema. Die Wortmarke ist gesetzt in der Optima. Grundsätzlich passt sie, weil der Kunde eine Zielgruppe "mit Anspruch" 40-60+ bedient.

 

Als Ergänzung suche ich eine Zweitschrift, die Optima ist für mich nicht als Mengentext geeignet. Das CD soll sehr schlicht, mit viel Weißraum werden. Nun denke ich als Ergänzung an die Avenir, weil sie so schön einfach und klar ist. Für die Zielgruppe auch nicht ganz unwichtig.

 

Die Wortmarke wäre sehr in Szene gesetzt, wenn ich alles andere in Avenir-Schnitten setze. Evtl. lässt der Kunde sich auf Alternativen ein, aber er hängt schon sehr an der Optima.

 

Was meint Ihr? Optima und Avenir = gute Mischung?

 

 

https://www.myfonts.com/fonts/linotype/optima/medium/?meta=/13505/Logo/Optima+Medium

 

Warum nicht? Hängt ein wenig vom Logo ab, aber grundsätzlich kann das schon passen. Kannst ja mal in einem geschlossenen Bereich (z.B. http://www.typografie.info/3/forum/129-cdci-und-branding/) Beispiele zeigen – der Bereich ist nicht googlebar, dein Beitrag und die Diskussion dazu werden also von niemandem gefunden, der ihn nicht finden soll.

  • Ersteller

@R::bert: Ja, den Strang habe ich mir auch angeguckt. Die Akkurat ist auch noch eine Alternative, geht aber ja in die gleiche Richtung, weil sehr reduziert, und trotzdem nicht langweilig.

 

@bertel: Danke für den Tipp, kannte die Möglichkeit noch nicht. Ich warte mal ab, was noch kommt, vielleicht lade ich dann mal was hoch.

@R::bert: Ja, den Strang habe ich mir auch angeguckt. Die Akkurat ist auch noch eine Alternative, geht aber ja in die gleiche Richtung, weil sehr reduziert, und trotzdem nicht langweilig.

:tuschel: Die Avenir (Next) wurde da auch genannt. ;-)

Formal passt die Akkurat besser zur Optima als die Avenir, da beide ein klassizistisches Grundgerüst verwenden, aber drumherum einen humanistischen Touch aufbauen. Die Optima ist dabei so sehr eine Antiqua, wie sie es mit ihrer Serifenlosigkeit nur sein kann, während die Akkurat doch recht geradlinig bleibt. D.h. sie haben etwas gemeinsam, aber auch eine deutliche Verschiedenheit – recht ideal für eine Schriftmischung.  Argumentativ dem Kunden gegenüber hast du es hier leichter, weil die Sachwerte für die Mischung sprechen.

 

Die Avenir besitzt, trotz aller Detailarbeit die Adrian Frutiger reingesteckt hat um sie zu entschärfen, immer noch ein geometrisches Gerüst. D.h. der Kontrast zur Optima ist hier deutlich stärker – in ihrem Grundaufbau, und in ihrer Ausformung.  Das kann natürlich auch klappen, wenn man sie konzeptionell gut auseinander hält (Einsatzzwecke, Größenverhältnisse, Färbung, ...). Argumentativ ist das einem skeptischen Kunden gegenüber schwieriger – hier musst du auf deine Souveränität als Gestalter "pochen" und dann auch Überzeugendes liefern ...

Auch »schön einfach und klar« aber einen Hauch eleganter (also irgendwo zwischen Akkurat und Avenir) sind zum Beispiel Graphik und Aktiv Grotesk.

Noch etwas verspielter und wärmer sind ARS Maquette, Atlas Grotesk und vor allem Gira Sans. Auch alles sehr gute und brauchbare Schriften, wie ich finde. :-)

 

Mit der Optima kann man diese auch schön kombinieren. Sind aus meiner Sicht aufgrund des nicht ganz so starken Kontrastes auch noch stimmiger als die Avenir.

  • Ersteller

Danke für diese Tipps!

 

Es wird wohl so sein, dass NUR die Wortmarke in der Optima bleibt, der Rest eine zweite Type erhält.

 

Mittlerweile bin ich nicht mehr so überzeugt von der Avenir, aus den auch von Dir genannten Gründen, Sebastian Nagel, sie ist wohl einfach zu geometrisch. Am meisten stört mich jedoch das unterschiedliche g (bei Optima doppelbäuchig, bei Avenir nicht), das sorgt mit den anderen Gründen für Unruhe. Akkurat und Gira Sans haben auch doppelbäuchige g.

 

Hm, ich teste mal alles durch, vielleicht lade ich dann was hoch. Danke Euch!

unterschiedliche g (bei Optima doppelbäuchig

 

Sorry, daß ich dazwischequatsche. Waren wir nicht kürzlich auf der Suche nach Begriffen, die die Ein-, Zwei-,  Dreistöckigkeit präziser benennt?

Für das „g“ find ich „doppelbäuchig“ bislang am passendsten.

  • Ersteller

Viele meiner Kollegen arbeiten mit "doppelbäuchig" (auch einige außerhalb von Typografie. ;)). Finde es eine sehr klare Formulierung.

  • Ersteller

Verdammt, Akkurat nicht als Web-Font vorhanden. Hat Lineto generell keine Web-Fonts? Dann könnte es doch auf die Gira Sans hinauslaufen, ist ja sehr ähnlich.

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