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Interpunktion und Typografie in Titelangaben (Literaturbelege)

Empfohlene Beiträge

Ibu

Moin.

 

Im Oktober letzten Jahres trat die DIN ISO 690 (Information und Dokumentation –Richtlinien für Titelangaben und Zitierung von Informationsressourcen) in Kraft.

Sie ersetzt DIN 1505-2:1984-01 (Titelangaben von Dokumenten; Zitierregeln).

 

ISO 690 gibt explizit keine Empfehlungen zur Interpunktion und Typografie.

 

Mich interessiert Eure Lieblingsvariante. Welche (Trenn)Zeichen setzt ihr an welcher Stelle, wo greift ihr typische Konventionen auf, wo brecht ihr sie?

 

Kennt ihr gute Übersichten im Netz, wo verschiedene Systeme der Interpunktion gegenübergestellt werden?

 

Meine eigenen Überlegungen sind noch nicht weit gediehen. Nicht zuletzt, weil ich selten mit Titelangaben zu tun habe (bin kein Profi, anders als die meisten hier im Forum).

 

Den Punkt  als Trennzeichen von Elementen in Titelangaben z.B. mochte ich selber nie gern.

Ebensowenig das Komma zwischen Autoren, da es auch zwischen Nachname und Vorname steht.

Oder den Wechsel der Reihenfolge von Vorname und Nachname.

Oder ein "und" vor dem letzten Autor.

Anführungszeichen als Kennzeichnung eines Elementes finde ich hässlich.

etc.

 

MYERS, Michael P., Jay YANG, und Per STAMPE. Visualization and functional analysis of
a maxi-K channel (mSlo) fused to green fluorescent protein (GFP). ...

 

MYERS, Michael P. ; YANG, Jay ; STAMPE, P. | Visualization and functional analysis of
a maxi-K channel (mSlo) fused to green fluorescent protein (GFP) | ...

 

Na ja, so ein Verkettungszeichen als Trennzeichen ist sicher nicht der Weisheit letzter Schluss. Das ist nur ein Beispiel.

 

Über Eure Beiträge freue ich mich. Danke.

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Phoibos

Im wissenschaftlichen Kontexten interessiert man sich nicht für DIN, da hat man eigene, gewachsene Verfahren. Die Juristen zitieren anders als die Historiker als die Biologen. Die Deutschen anders als die englischsprachigen, Zeitschrift A anders als Reihe B, ... Und da die Wissenschaftler Gewohnheitstiere sind, werden sie durch zu große Abweichungen vom Gewohnten stark irritiert. Kurzum: Ich zitiere nach der aktuellen Gepflogenheit der Zielgruppe. 

Was ich jedoch in jedem Fall häßlich finde, ist die Angewohnheit einiger, Nachnamen in Versalien zu setzen. Für solche Verwendungsfälle bieten sich Kapitälchen an. Den Titel setze ich kursiv, was die Übersicht, insbesondere bei sehr langen Literaturlisten, erhöht.

Bei völliger Freiheit bei Quellenangaben nehme ich das, was mir in diesem Kontext schön aussieht. Ausreichende Strukturierung erreiche ich gerne mit einem Kolon (U+0387) oder Mittelpunkt (U+00B7), welche mir weniger aufdringlich erscheinen als der senkrechte Strich.

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Ibu

@Phoibos

Danke für Deine Antwort.

Deinem Argument für homogene Zielgruppen folge ich.

 

Wir geben mit Freunden ein nicht-kommerzielles Fahrradmagazin heraus, welches ab und an auch Artikel mit wissenschaftlichem Hintergrund enthält. Die Fachgebiete jedoch sind verschieden. Medizin, Technik, Verkehrsplanung, ... Um nur einige aufzuzählen.

 

Kurz: wir haben alle Freiheiten, eine eigene Konvention für die Titelangaben zu entwickeln.

 

Zu "Nachnamen in Versalien" stimme ich voll zu. Kann ich auch gar nicht leiden. Im Posting oben habe ich sie nur deshalb verwendet, weil man in einem Forenposting meines Wissens nach keine Kapitälchen darstellen kann.

 

U+0387 empfinde ich selber als zu dezent. Hans-Peter Willberg schreibt in "Lesetypo" auf Seite 225 dazu: "Der Punkt auf der Mitte in der Fette der Grundschrift bringt Unruhe in die Zeile und ist schwer aufzufinden: ein ungeeignetes Mittel."

 

Ein gegliedertes Literaturverzeichnis, welches als Haupttrennzeichen (also von Gruppen innerhalb einer Titelangabe) etwas Anderes als den Punkt verwendet habe ich freier Wildbahn noch nicht gesehen. Was nix heißen muss. Ihr kennt sicher sehr viel mehr Stile als ich.

 

Hier nochmal eine Sammlung einiger Gedanken von mir zum Thema:

 

  1. "Vorname Nachname" statt "Nachname, Vorname" (unter Beibehaltung der Sortierung nach Nachname)? Ich kann jedenfalls Namen in der Form "Vorname Nachname" deutlich besser erfassen
  2. Wenn "Nachname, Vorname", dann "; " als Trennzeichen, weil der Punkt hinter einem Initial gefolgt von einem Komma häßlich ist?
  3. Kein "und" oder "&" vor dem letzten Autorenahmen?
  4. Jahr direkt hinter dem letzten Autor? (Insbesondere, wenn man die Zitierung [Autor Jahr] einsetzt.)
  5. Onlinequelle bei Veröffentlichung als Webseite hinter dem Artikelnamen als Linktext? Oder doch extra als URL?
  6. Vor einem Sammelband oder einer Zeitschrift den Bezeichner "In: "? Ich neige dazu.
  7. Soll "[Autor Jahr]" im Literaturverzeichnis auch jeder Titelangabe voranstehen, damit das Auge es besonders leicht hat - oder ist das zuviel Redundanz?
  8. Kein Punkt ganz am Ende der Titelangabe?
  9. Zwei Blöcke, die einem Doppelpunkt folgen und zwischen denen kein anderes Trennzeichen steht finde ich hässlich.
    Beispiel:
    In: Bolc, L. (ed.): Natural Language Communication with Computers.
  10. Anderes Haupttrennzeichen, wie z.B. fetten Punkt auf Mitte, kleines Quadrat an der x-Höhe aufgehängt, senkrechter Strich?
    ....

[MYERS et al. 2006]      Michael P. MYERS, Per STAMPE, Jay YANG ▪ 2006 ▪ Visualization and functional analysis of a maxi-K channel (mSlo) fused to green fluorescent protein (GFP) ▪ ...

 

Die erste Zeile einer Titelangabe ist jeweils ausgerückt. Hinter [MYERS et al. 2006] ist etwas Abstand.

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Liuscorne

Wenn ich die freie Wahl habe, welches Zitationssystem ich verwende, hat sich für mich eine modifizierte Suhrkamp-Zitationsweise als recht praktisch herausgestellt.

 

In Fußnoten:

Vorname Nachname, Titel der Publikation. Untertitel, 2. Aufl., Ort 2013.

Vorname Nachname, »Titel eines Aufsatzes«, in: Vorname, Nachname (Hg.), Titel eines Sammelbandes, Ort 2013, 25–35, hier 32.

Vorname Nachname, »Titel eines Zeitungsartikels«, in: Name der Zeitschrift 13 (2012), 25–35, hier 32.

 

Im Literaturverzeichnis im Grunde dieselbe Formatierung; nur der erste Name folgt dem Muster "Nachname, Vorname".

 

Zwei Autoren werden mit "und" verknüpft, mehrere Autoren mit Komma bzw. "und" vor dem letzten Autor. Auch mehrere Veröffentlichungsorte werden mit "und" verknüpft.

 

Namen sind im Allgemeinen recht gut zu identifizieren, weshalb ich eine besondere Auszeichnung meist für unnötig halte (da gibt es ja alle möglichen Varianten: Versalsatz, Kapitälchensatz, Kursivsetzung; Kapitälchensatz ist noch der unproblematischste). Im Literaturverzeichnis nicht nach Nachnamen zu ordnen macht die Suche nach konkreten Publikationen eigentlich immer mühsam (es sei denn, es gibt nur drei oder vier Einträge, dann geht das schon). Eine beliebte Verknüpfung mehrerer Autorennamen ist der Schrägstrich, was häufig die Abstände in einer Zeile unschön aussehen lässt, was wiederum Handarbeit verursacht. Beliebt ist auch, Verlagsorte durch Schrägstrich oder Halbgeviertstrich zu trennen, was ebenfalls zu Handarbeit oder sogar zu Umbruchschwierigkeiten führt. Die Variante mit "und" ist nach meiner Erfahrung unanfälliger für solcherlei "Störungen" und bekommt deshalb bei mir den Vorzug.

 

Alle Trennungen der einzelnen Elemente sollten so unauffällig wie möglich sein. Ein Punkt wäre gut, führt aber zu Missverständnissen (weil er für die Trennung zwischen Ober- und Untertitel eingesetzt wird). Semikolon und Doppelpunkt sind mir zu unruhig; noch deutlichere Trennungen halte ich für unnötig.

 

Die Zitation nach Autor und Jahr finde ich persönlich ganz unschön (vor allem, weil sie den Lesetext auseinanderreißt). Manche Disziplinen bestehen darauf, und manchmal bietet sich diese Zitation auch in der Tat an. Dann benutze ich im Literaturverzeichnis:

 

Nachname, Vorname (2013), Titel des Buches, Ort.

 

Wenn man nicht davon ausgehen kann, dass die Leser, an die sich das Magazin richten wird, eine bestimmte Erwartung haben in Bezug auf die Zitationsweise, dann würde ich mich für eine Variante entscheiden, die Deinem Geschmack und pragmatischen Erwägungen entgegenkommt. Wenn man sich mit der Zitationsweise "wohlfühlt", ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass man sie konsequent und möglichst fehlerfrei anwendet.

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Dieter Stockert

Wenn zwischen Vorname und Nachname ein Komma steht, erwartet man bei uns doch eigentlich, dass der Teil vor dem Komma der Nachname ist (gut, bei »Thomas, Bernhard« weiß man, was Vor - und Nachname ist, aber bei unbekannteren Autoren dürfte das die meisten Leser wohl in die Irre führen).

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Liuscorne

Das kommt davon, wenn man keine "richtigen" Namen verwendet, sondern Abstrakta, die man gewohnheitsmäßig mit Komma trennt. Natürlich ist das Komma nur dort zu setzen, wo das Muster "Nachname, Vorname" ist. Mein Fehler. Habe den Beitrag entsprechend geändert.

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Phoibos

Hans-Peter Willberg schreibt in "Lesetypo" auf Seite 225 dazu: "Der Punkt auf der Mitte in der Fette der Grundschrift bringt Unruhe in die Zeile und ist schwer aufzufinden: ein ungeeignetes Mittel."

Für meinen Teil irrt Willberg: Ein Kolon ist weder unruhig noch schwer zu finden*, wenn es von Leerzeichen umschlossen ist. Zudem: wer liest denn wirklich Literaturverzeichnisse?

 

 

*Gebe aber zu, dass ich durch die regelmäßige Verwendung in altgriechischen Texten überhaupt kein Problem mit diesem Satzzeichen habe (es vertritt dort das Semikolon oder den Doppelpunkt) und somit nicht unbelastet jeden Eindruckes das beurteile.

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ThierryM

eine möglichkeit wäre auch, dass ihr nicht versucht, euer eigenes süppchen zu kochen, sondern euch einem existierenden format für quellenangaben anschließt, das euch gefällt – idealerweise einem, das von einer referenzmanagement-software, deren verwendung ich empfehle, bereits unterstützt wird. der vorteil wäre, dass ihr das rad nicht neu zu erfinden braucht, sondern ein format vorfindet, das schon alle eventualitäten berücksichtigt. wenn ihr eine software zur quellenverwaltung wie zotero verwendet, könnt ihr aus knapp 7000 verschiedenen stilen wählen. oder euch doch was ganz neues ausdenken, das dann zumindest automatisch angewendet werden kann beim generieren der literaturangaben.
 
wenn ich mir was eigenes ausdenken dürfte, dann würde ich auf fußnoten verzichten (vielleicht nur aus der erfahrung, dass fast alle arbeiten mit fußnoten, die ich setzen durfte, derer so viele hatten, dass die umsetzung meist ein schmerz im gesäß war), im text knappe quellenangaben (Autor Jahr: Seite) machen und dann in der literaturliste am ende etwas in der art:

  • Nachname, Vorname (2014): Titel des Buchs – Untertitel des Buchs. Stadt: Verlag.
  • Nachname, Vorname (2014): Titel des Aufsatzes – Untertitel des Aufsatzes. In Vorname Nachname, Vorname Nachname & Vorname Nachname (Hrsg.): Titel des Sammelbandes – Untertitel des Sammelbandes, S. 10–15. Stadt: Verlag.
  • Nachname, Vorname, Nachname, Vorname & Nachname, Vorname (2014): Titel des Artikels – Untertitel des Artikels. In Titel der Zeitschrift 17(4), S. 10–15.

ich gebe keine garantie, dass das von vorne bis hinten durchdacht ist, aber das ist so ein bisschen die quintessenz dessen, was ich in den letzten jahren gesehen habe und angenehm zu lesen fand. ich weiß auch nicht, ob es das als ›fertiges‹ format so oder so ähnlich schon gibt.

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Thomas Kunz
[MYERS et al. 2006]      Michael P. MYERS, Per STAMPE, Jay YANG ▪ 2006 ▪ Visualization and functional analysis of a maxi-K channel (mSlo) fused to green fluorescent protein (GFP) ▪ ...

 

Die erste Zeile einer Titelangabe ist jeweils ausgerückt. Hinter [MYERS et al. 2006] ist etwas Abstand.

 

Dazu gibt die DIN 1505-3 einige Beispiele:

 

DIN1505-3.PNG

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Dieter Stockert

Was spricht für den Staffeleinzug? Der macht das ja ziemlich unübersichtlich.

Beim Beispiel links frage ich mich, was denn ein nicht geringer Einzug der Folgezeilen wäre. Für mich ist der Einzug jetzt schon riesig (kund erfordert zwei Geviertstriche, die dann doch nur stören, einer weniger wäre mehr).

Und wenn das »Hinter [MYERS et al. 2006] ist etwas Abstand« allerdings ernst gemeint ist, frage ich mich, was das beim Blocksatz mit den sowieso unterschiedlich großen Wortabständen für einen Sinn haben sollte – meistens würde man das doch gar nicht gut erkennen.

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Ibu

@Liuscorne

Bei der von Dir angeführten Suhrkamp-Zitationsweise fällt mir auf:

  • "in: " statt "In:"
  • Komma statt Punkt als Haupttrennzeichen. Daraus folgt: keine Trennung in Hauptgruppen mehr möglich. Vorname, Nachname und z.B. Titel stehen so strukturell auf einer Ebene. Mag ich gar nicht.
  • Zeitschriftenname ist nicht kursiv
  • Kein Doppelpunkt hinter dem Autor

Ein Freund des Schrägstrichs als Trennzeichen in Titelangaben bin ich nicht.

 

Zu "Trennungen sollen so unauffällig sein wie möglich":

Das ist ganz sicher eine der Hauptentscheidungen, die bei einem Stil zu treffen sind.

Ich neige zu "hinreichend aufällig" :)
Vielleicht ein kleines graues Quadrat?

 

Ich bin nach wie vor gespannt, zu erfahren, was Eure liebste Interpunktion, Euer liebster Zitierstil ist, wenn ihr in einer Situation seid, wo ihr frei wählen könnt.

 

@Thierry

Einen Stil übernehmen wäre keine unelegante Methode. Volle Zustimmung.

Und insbesondere die Anbindung an Datenbanken für Titelangaben wäre eine große Erleichterung. Aber sowas ist Zukunftsmusik sagt unser Programmierer, der für die serverseitigen Skripte zuständig ist.

 

Aber eine eigene kleine Konvention zu entwickeln macht mir Spaß.

 

Fußnoten am Ende einer Seite gibt es bei uns nicht, weil es sich um ein Onlinemagazin handelt.

 

Zu einem Deiner Beispiele:

"Nachname, Vorname, Nachname, Vorname"

Dasselbe Trennzeichen zwischen Vor- und Nachname wie zwischen Namen ist für mich ausgeschlossen. Kann mein Auge gar nicht mit.

Dito für den Bezeichner "In" ohne Doppelpunkt dahinter.

Ansonsten ist Dein Beispiel aufgeräumt, zeigt jedoch die ganzen komplizierteren Fälle noch nicht.

 

Wenn ihr Lust habt, schaut doch mal auf meine Sammlung an konkreten Fragen aus Post #3.

Eure Position interessiert mich.

 

@Thomas

Den nicht mehr gültigen Vorgänger der ISO690, die DIN 1505, kenne ich.

Daran gefällt mir einiges nicht an der Interpunktion.

 

Unter anderem die Trenner " ; " und " : ". Leerzeichen vor einem Semikolon und einem Doppelpunkt sind mir nix. Da denkt mein Auge sofort "Fehler".

 

Vor allem: mich interessiert Eure Vorliebe im Detail.

 

@Dieter

Bei unserem Onlinemagazin verwenden wir keinen Blocksatz. Ansonsten würde ich Dir zustimmen.

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Liuscorne

@Liuscorne

Bei der von Dir angeführten Suhrkamp-Zitationsweise fällt mir auf:

  • "in: " statt "In:"
  • Komma statt Punkt als Haupttrennzeichen. Daraus folgt: keine Trennung in Hauptgruppen mehr möglich. Vorname, Nachname und z.B. Titel stehen so strukturell auf einer Ebene. Mag ich gar nicht.
  • Zeitschriftenname ist nicht kursiv
  • Kein Doppelpunkt hinter dem Autor

Ein Freund des Schrägstrichs als Trennzeichen in Titelangaben bin ich nicht.

 

Zu "Trennungen sollen so unauffällig sein wie möglich":

Das ist ganz sicher eine der Hauptentscheidungen, die bei einem Stil zu treffen sind.

Ich neige zu "hinreichend aufällig" :)

Vielleicht ein kleines graues Quadrat?

 

Meine Maßgabe für Literaturangaben lautet in der Tat: Formatierungen so zurückhaltend wie möglich verwenden, dabei die Unterscheidung der einzelnen Angaben so unmissverständlich wie möglich halten.

 

"In" ist auffälliger als "in", bietet aber für die Unterscheidung keinen Vorteil, deshalb tut's die Kleinschreibung (geht natürlich nicht, wenn man sich für einen Punkt als Trennzeichen entschieden hat).

 

Den Punkt verwende ich gern als Trennung zwischen Ober- und Untertitel, weil alle anderen Varianten (z.B. ein Halbgeviertstrich) mehr Probleme bereiten. Deshalb vermeide ich den Punkt als Trennzeichen zwischen den einzelnen Elementen der Literaturangabe, weil dies nun wieder zu Missverständnissen führen kann.

Ich bin nicht sicher, ob ich verstehe, was "strukturell auf einer Ebene" genau bedeutet. Ich würde sagen: Literaturangaben werden hintereinander gelesen; die Abgrenzung der einzelnen Elemente voneinander muss nicht überdeutlich sein (z.B. durch Quadrate o.ä.), um eindeutig zu sein. Mich würden solche optischen Stolpersteine in Literaturangaben eher stören.

 

Ein Zeitschriftenname muss nicht kursiv sein, um als solcher erkannt zu werden; deshalb würde ich auf die Kursivsetzung verzichten. In diesem Punkt unterscheidet sich meine Praxis auch von Suhrkamp; dort steht:

 

Vorname Nachname, »Aufsatztitel in Zeitschrift«, Zeitschriftentitel 12 (2013), 23–35.

 

Die Frage des Doppelpunktes bei Autorennamen ist ein guter Hinweis darauf, dass Formatierungsentscheidungen in manchen Punkten auch schlicht Geschmackssache sind. ICH  mag Doppelpunkte nicht besonders und verzichte deshalb darauf, wo immer es geht. Einige Geisteswissenschaftler reagieren z.B. allergisch, wenn kein Doppelpunkt nach Autorennamen gesetzt wird; in manchen Disziplinen gehört der Doppelpunkt zur Zitiertradition.

 

In Bezug auf die Gliederung mehrerer Namen im Literaturverzeichnis: Hier gilt für mich, dass man sich für ein Übel entscheiden muss. Ich möchte nur Kommas verwenden, da ich andere Abgrenzungen für zu auffällig oder unpraktisch halte. Thierrys Variante ist für mich schlechter lesbar, weil wir nun einmal gewohnt sind, Namen nicht "rückwärts" zu lesen (von regionalen Besonderheiten mal abgesehen). Der erste Name muss aber mit dem Nachnamen beginnen, damit die alphabetische Ordnung gewahrt wird. Deshalb mein Kompromiss:

 

Nachname, Vorname, Vorname Nachname und Vorname Nachname (2013), Titel des Buches ...

 

Ich bin schon in heftige Auseinandersetzungen mit Autoren und Herausgebern über Fragen der Formatierung von Literaturangaben geraten. Ein so trockenes Thema kann mitunter erstaunlich viele Emotionen wecken ... aber hier ist's ja noch ganz friedlich ... :-)

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ThierryM

kann ich verstehen, dass es dir spaß macht, ein eigenes system zu entwickeln. ist ja auch eine nette spielerei. zu deinen fragen aus post 3:
 

"Vorname Nachname" statt "Nachname, Vorname" (unter Beibehaltung der Sortierung nach Nachname)? Ich kann jedenfalls Namen in der Form "Vorname Nachname" deutlich besser erfassen


wenn es keine sortierung gibt, würde ich ›Vorname Nachname‹ wählen. wenn sortiert wird, dann sollte das element, nach dem sich die sortierung richtet, meines erachtens vorne stehen, also ›Nachname, Vorname‹. das ist vielleicht weniger bequem zu lesen, aber man sieht sofort, wo man in der liste ist. du kannst mal probieren, wie es aussieht, wenn du ›Vorname Nachname‹ schreibst und den nachnamen, nach dem sortiert wird, fett setzt. liuscornes variante, nach dem ersten namen die richtung zu wechseln, finde ich eher irritierend.
 

Wenn "Nachname, Vorname", dann "; " als Trennzeichen, weil der Punkt hinter einem Initial gefolgt von einem Komma häßlich ist?


ich sehe, wie du an der von mir gezeigten zitierweise wahrscheinlich erkannt hast, kein problem darin, wenn sowohl zwischen den namen als auch zwischen vornamen und nachnamen ein komma steht. wenn dich das stört und du an der reihenfolge ›Nachname, Vorname‹ festhalten willst, bleibt eigentlich nur das semikolon als ersatz.
 

Kein "und" oder "&" vor dem letzten Autorenahmen?


wenn du die namen mit semikola voneinander trennst, würde ich auf ›und‹ bzw. ›&‹ verzichten. der informative gehalt des wortes bzw. zeichens ist ohnehin gering (abgesehen von ›achtung, jetzt kommt der letzte eintrag!‹). weglassen ist generell nicht die schlechteste idee.
 

Jahr direkt hinter dem letzten Autor? (Insbesondere, wenn man die Zitierung [Autor Jahr] einsetzt.)


finde ich, wie du gesehen hast, übersichtlich, wenn das publikationsjahr direkt hinter dem letzten autorennamen steht – nicht zuletzt, da das jahr in vielen quellenlisten ein sortierkriterium ist. ob es sinnvoller ist, im anschluss an die sortierung nach dem nachnamen des ersten autors nach erscheinungsjahr oder nach dem ersten titelwort zu sortieren, kann ich spontan nicht entscheiden. für beide varianten spricht etwas.
 

Onlinequelle bei Veröffentlichung als Webseite hinter dem Artikelnamen als Linktext? Oder doch extra als URL?


wenn möglich, würde ich direkt verlinken. ich sehe keinen mehrwert in einer ausgeschriebenen url, die dann nur wieder zu umbruchproblemen führt.
 

Vor einem Sammelband oder einer Zeitschrift den Bezeichner "In: "? Ich neige dazu.


du weißt vermutlich, dass es referenzsysteme gibt, die diese zwei fälle nicht gleich behandeln, sondern bei sammelbänden ›In(:)‹ vorsehen und bei zeitschriften nichts.
 

Soll "[Autor Jahr]" im Literaturverzeichnis auch jeder Titelangabe voranstehen, damit das Auge es besonders leicht hat - oder ist das zuviel Redundanz?


finde ich zu viel des guten.
 

Kein Punkt ganz am Ende der Titelangabe?


geschmackssache. ich würde einen setzen, aber mich nicht sehr an dessen fehlen stoßen.
 

Zwei Blöcke, die einem Doppelpunkt folgen und zwischen denen kein anderes Trennzeichen steht finde ich hässlich.
Beispiel:
In: Bolc, L. (ed.): Natural Language Communication with Computers.


einen tod wirst du sterben müssen: entweder kein doppelpunkt hinter ›in‹ oder zwei doppelpunkte hintereinander. hinter ›in‹ geht meines erachtens kein anderes trennzeichen. ich verstehe deine bedenken gegen zwei doppelpunkte und würde dann auf den doppelpunkt hinter ›In‹ verzichten. zur vereinheitlichung von angaben mit sammelbänden und angaben mit zeitschriften wäre auch noch folgendes möglich:

  • Nachname, Vorname; Nachname, Vorname (2014): Titel des Aufsatzes – Untertitel des Aufsatzes. In: Titel des Sammelbandes – Untertitel des Sammelbandes (Hrsg.: Vorname Nachname; Vorname Nachname; Vorname Nachname). Stadt: Verlag, 10–15.

 

Anderes Haupttrennzeichen, wie z.B. fetten Punkt auf Mitte, kleines Quadrat an der x-Höhe aufgehängt, senkrechter Strich?


überzeugt mich nicht. ich denke, dass die mehrheit der leser die quellenangabe am leichtesten aufnehmen kann, wenn du dich auf das übliche repertoire an trennzeichen beschränkst: punkt, doppelpunkt, komma, semikolon, gedankenstrich, schrägstrich, klammern.

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Ibu

@all

Vielen Dank für Eure ausführlichen Kommentare. Sowas hatte ich erhofft :)

 

@Thierry
 

wenn sortiert wird, dann sollte das element, nach dem sich die sortierung richtet, meines erachtens vorne stehen, also ›Nachname, Vorname‹.

In meinem Beispiel stelle ich ja in eckigen Klammern die Zitierung an den Anfang jedes Titeleintrags:
 
[AMNESTY 1980]    Amnesty International (Hrsg.) ▪ Politische Gefangene in der Sowjetunion ▪ Frankfurt: Fischer ▪ 1980 ▪ ISBN 3-596-23436-0 ▪ S. 13–15
 
[KUHN 1967]    Thomas S. Kuhn ▪ Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen ▪ 3. Auflage ▪ Frankfurt: Suhrkamp ▪ 1967 ▪ ISBN 3-518-07625-6 ▪ S. 320–321
 
[MYERS et al. 1978]   Michael P. Myers, Per Stampe, Jay Yang ▪ Ist das Waschen der Schweine Luxus oder Notwendigkeit? ▪ in: Schweineproduzent 9 ▪ 1978 ▪ S. 290–292
 
Ich habe in dieser Variante die Kapitälchen nur noch in der Zitierung verwendet. Die Fettung der Zitierung "knall" vermutlich zu stark. In einem gestalteten Beispiel würde ich den Schriftgrad der Zitierung minimal verringern und statt eines Schwarz ein sehr dunkles Grau verwenden. Aber diese Details sollen hier nicht vom Kernthema, der Interpunktion in den Titelangaben ablenken. Weiterhin steht die Jahreszahl wieder an der normalen Position. Wenn sie hinter den Urhebern folgt, also sehr dicht auf die Zitierung, verstärkt das den Eindruck der Redundanz. Zu "In:" versus "in:" bin ich dem Argument von Liuscorne gefolgt.
 

einen tod wirst du sterben müssen: entweder kein doppelpunkt hinter ›in‹ oder zwei doppelpunkte hintereinander.

Du wirst da wohl Recht haben. "In" oder "in" ohne Doppelpunkt finde ich untragbar. Es wirkt dann wie ein Teil des Inhaltes eines nachfolgenden Elementes.
 

ich denke, dass die mehrheit der leser die quellenangabe am leichtesten aufnehmen kann, wenn du dich auf das übliche repertoire an trennzeichen beschränkst: punkt, doppelpunkt, komma, semikolon, gedankenstrich, schrägstrich, klammern.

Hhmm. Da bin ich noch sehr unsicher. Ich neige jedoch dazu, dass ein Trennzeichen, welches ansonsten nirgendwo in den Elementen von Titelangaben vorkommt, besser geeignet ist als Zeichen, die vorkommen.
Wie schon erwähnt finde ich das kleine schwarze Quadrat zu aufdringlich und schlug es in grau vor. Ihr müsst es Euch vorstellen, denn hier im Posting kann man, soweit ich es sehe, keine Farben wählen. Der BBcode "color" wirkt nicht.

 

@Liuscorne

 

"In" ist auffälliger als "in", bietet aber für die Unterscheidung keinen Vorteil, deshalb tut's die Kleinschreibung (geht natürlich nicht, wenn man sich für einen Punkt als Trennzeichen entschieden hat).

Guter Einwand. Danke.

 

Ich würde sagen: Literaturangaben werden hintereinander gelesen; die Abgrenzung der einzelnen Elemente voneinander muss nicht überdeutlich sein (z.B. durch Quadrate o.ä.), um eindeutig zu sein. Mich würden solche optischen Stolpersteine in Literaturangaben eher stören.

Mein Auge mag beim konsultierenden Lesen einen hinreichend leicht "anspringbaren" Punkt um schnell zum nächsten Element zu koommen. Aber natürlich stimmt es mich skeptisch, dass ich so eine Lösung mit einem Quadrat als  Trennzeichen, wie ich sie oben vorstelle, noch nie in freier Wildbahn gesehen habe.

 

Ein Zeitschriftenname muss nicht kursiv sein, um als solcher erkannt zu werden; deshalb würde ich auf die Kursivsetzung verzichten.

Würdest Du denn beim Namen des Zeitschriftenartikels auf die Anführungszeichen verzichten, wenn der Zeitschriftentitel durch "in: " gekennzeichnet ist?

 

In diesem Punkt unterscheidet sich meine Praxis auch von Suhrkamp; dort steht:

 

Vorname Nachname, »Aufsatztitel in Zeitschrift«, Zeitschriftentitel 12 (2013), 23–35.

 

Das bringt mich zu einem bisher noch nicht erwähnten Punkt: die in verbreiteten Zitierstilen übliche Praxis, das Erscheinungsjahr einer Zeitschrift in Klammern zu setzen, das Erscheinungsjahr einer Monografie jedoch nicht.

Ich mag diese unterschiedliche Behandlung nicht.

Natürlich bleibt die Frage, ob meine Behandlung in dem Beispiel oben, die vierstellige Jahreszahl ganz allein zwischen zwei Trennzeichen zu setzen, hinreichend klar ist.

 

Das Entwickeln einer eigenen Konvention wird noch sehr lange dauern :)

 

Noch fehlen in den Beispielen ja zig weitere Elemente.

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ThierryM

ich könnte es mir so ungefähr vorstellen, also keine vorangestellte kurzangabe, sondern der sortiername hervorgehoben, und – zum ausgleich für die unruhigen und ungewohnten trenner – sonst keine formatierung (kursiv, kapitälchen usw.):

117vkic.png

viel spaß in der sonne!

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Dieter Stockert

Abgesehen davon, dass man so etwas eigentlich nie sieht und das Ungewohnte gerne als störend empfunden wird, meine ich doch, dass dieser Trenner einfach zu »trennend« innerhalb einer Titelangabe ist. (Merkwürdigerweise geht mir das viel eher so bei den grauen Trennern, weniger oder gar nicht dagegen beim Beispiel oben mit den in Kapitälchen stehenden Zitierungen in den eckigen Klammern.)

Die Orientierung, wenn man einen Autor sucht, fällt deutlich schwerer, wenn der Sortierbegriff (Nachname) nicht am Anfang der Zeile steht. Da hilft der Fettdruck auch nichts, der bringt, unter anderem weil immer versetzt stehend, nur mehr Unruhe rein.

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Liuscorne

Wenn ich nun ein konkretes Beispiel vor Augen habe, gefällt mir Deine Variante, Ibu, überraschend gut. Das mag noch einmal anders aussehen, wenn ich 20 Literatureinträge gedruckt in einem Buch oder am Ende eines Zeitschriftenartikels habe, dann ist's vielleicht wieder zu viel. Aber es geht ja um ein Online-Magazin. In jedem Fall gefällt mir die "überdeutliche" Variante mit schwarzen Quadraten besser als die zurückhaltendere mit kleinen grauen Quadraten. Ich würde also sagen: Wenn schon deutliche Trenner, dann auch WIRKLICH deutliche Trenner.

 

In Bezug auf die Frage nach den Titeln von Zeitschriftenartikeln: Ich unterscheide gern in Literaturangaben zwischen kursiv gesetzten Titeln von Büchern und in Anführungszeichen gesetzten Titeln von Artikeln, weil ich diese Formatierung auch für den Fließtext nehme, wo für den Leser auf Anhieb ersichtlich ist, welche Art von Literatur gerade im Text erwähnt wird. Man könnte aber auch sagen, dass der Erkenntnisgewinn durch diese Praxis nicht furchtbar hoch ist.

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Dieter Stockert

Man könnte aber auch sagen, dass der Erkenntnisgewinn durch diese Praxis nicht furchtbar hoch ist.

Werk ist Werk. Letztlich sollte es ja nicht auf solche Formalitäten ankommen wie die, ob es sich um ein enthaltenes Werk handelt, sondern um den Inhalt.

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Ibu

In der Sonne hatte ich netterweise Gelegenheit 2 Germanisten zu fragen, was sie von einem "andersartigen" Trennzeichen halten und ich zeigte Ihnen das Forenposting auf einem Mobilgerät.

 

Beide mochten es auf Anhieb. Kritisch bewerteten sie die eckigen Klammern um die Zitierung. Sie waren runde Klammern gewohnt.

 

Hier das versprochene Bild:

literaturverzeichnis-1.bmp

 

Vertikaler Abstand der Einträge

margin-bottom: 0.6em

 

Zitierung

font-size: 0.9em

color: rgb(70,70,70)

padding-right: 3.5em

 

Quadrat als Trennzeichen
color: gray

font-size: 0.9em

 

Leerzeichen vor und nach dem Trennzeichen

word-spacing: -0.15em

 

Würdet ihr im Literaturverzeichnis bei der Zitierung ganz auf die Klammern verzichten? Eine Fettung und der Abstand nach rechts sorgen ja für reichlich Hervorhebung.

 

Mein Motiv für die Klammern war: genau so kommt die Zitierung im Text vor.

 

Zur Art der Klammer: würdet ihr, wie oben erwähnten Germanisten, ebenfalls im Text runde Klammern gegenüber eckigen vorziehen?

Ich tue mich da schwer mit einem klaren Votum. Mein Auge neigt dazu, solche "Metainformation" deutlich abzuheben von Teilen des Textes selber. Und dort kommen ja runde Klammern als normales Zeichen vor.

 

Gegen die eckige Klammer wiederum spricht, dass sie auch in Zitaten verwendet wird. Um auszudrücken, dass das darin befindliche vom Autor und nicht vom Zitierten stammt.

 

Welche Schriftart ohne Serifen mögt ihr für konsultierendes Lesen? Ist eine dabei, die in typischen Betriebssystemen als Standard dabei ist?

 

Am Rande: es ist mir nicht gelungen, den Anhang als Bild einzubinden.

 

Meine nächsten Schritte:

Titelangaben mit weiteren Elementen, auch mit Onlinequellen, etc.

Weitere Trennzeichen ausprobieren.

Weitere Leser befragen, gerne auch Akademiker, die oft mit Literaturverzeichnissen arbeiten.

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Ibu

Hier noch einige Varianten des bereits geposteten Screenshots - diesmal in Form einer Webseite:

http://borumat.de/literaturverzeichnis-interpunktion-typografie

Es wird die Sans-Serif angezeigt, die ihr in Eurem Browser eingestellt habt.

 

Einige meiner aktuellen offenen Fragen zu Artikeln in Zeitschriften:

 

  1. Wenn sowohl Bandzählung (fortlaufend) als auch Heftnummer (wird oft pro Jahr gezählt) bekannt ist, soll dann eine der beiden weggelassen werden? Ansonsten hat man eine enorme Menge direkt aufeinander folgender Zahlen.
  2. Heftnummern steht der Bezeichner "Nr. " voran. Soll auch die Bandzählung stets einen Bezeichner  (z.B. "Vol. ") erhalten, damit die Elemente Bandzählung und Heftnummer klar unterschieden werden können?
  3. Sollen die Bezeichner entsprechend der Sprache des belegten Werkes gewählt werden. Also "Vol. " für englischsprachige Zeitschriften und "Ausg. "/"Bd. " für deutschsprachige? "Bd." für eine Zeitschrift klingt in meinem Ohr komisch. "Ausg." sieht sperrig und hässlich aus.
  4. Wenn sowohl eine Standardkennung (z.B. ISSN) als auch eine Angabe von Seitenzahlen existiert, soll die Seitenzahlen stets das letzte Element bilden, weil dies ein besonders prominenter Platz ist?

Eine weitere, die alle Arten von Publikationen betrifft:

Erscheinungsjahr in der Titelangabe ganz weglassen, weil es schon in der Zitierung vorkommt?

 

Falls ihr Lust auf Kommentare habt: gern.

 

Und ich muss wohl nicht erwähnen, dass ich nicht zimperlich bin, was Kritik an meinen Entwürfen angeht.

 

Nach wie vor, wäre ich ja brennend daran interessiert, ob irgendein Mitleser sich schonmal ähnliche Gedanken zu Titelangaben gemacht hat und was bei ihm/ihr herausgekommen ist. Insbesondere Entwürfe mit "andersartigem Trennzeichen" interessieren mich.

 

Aber auch Eure Gedanken zur Interpunktion zwischen und innerhalb von Hauptgruppen einer Titelangabe.

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ThierryM

ein paar spontane anmerkungen:

ist die entscheidung für diese kurztitel schon definitiv gefallen? ich sehe den vorteil, dass man die namen in der hauptangabe als ›vorname nachname‹ setzen kann, weil der kurztitel die sortierung angibt. ich empfinde es allerdings als nachteil, dass die kurztitel platz wegnehmen und eine gewisse redundanz verursachen (mal abgesehen davon, dass sie ein bisschen nach ›wir wollten unbedingt mal alles anders machen‹ riechen). literaturangaben sind ja nicht zum gemütlichen schmökern gedacht, sondern zur konsultation. daher würde ich dafür plädieren, die kurztitel wegzulassen und auf ›nachname, vorname‹ zu sortieren.

 

wenn die kurztitel bleiben sollen, würde ich etwas an den ›falschen‹ kapitälchen zu machen versuchen. die sind, im vergleich mit ›echten‹ kapitälchen, ein gestalterischer nachteil, der die attraktivität eines so aufgebauten quellenverzeichnisses aus meiner sicht erheblich reduziert. könnt ihr einen webfont einbinden und dessen ›echte‹ kapitälchen ansprechen? die klammern um die kurztitel würde ich übrigens weglassen.

 

den abstand vor und hinter den grauen trennpunkten finde ich zu klein. in meinen augen sollte der nicht kleiner sein als ein normaler leerschritt.

 

zu deinen fragen:

1) ja, band und nummer angeben, macht das finden bequemer.

2) wir reden von zeitschriften, oder? dann würde ich jeglichen bezeichner weglassen: ›Schweineproduzent 9/4‹ ist prima. ich finde ›Vol. 9‹ oder ›Band 9‹ sogar eher irritierend.

3) immer dieselbe sprache, und zwar die des umgebenden textes. wenn ihr artikel auf englisch und auf deutsch habt, hätte ich kein problem damit, wenn der herausgeber im englischen zum editor und der band zum volume wird, aber vom zitierten werk sollte diese wahl nicht abhängen. was machst du dann bei einer portugiesischen oder chinesischen quelle?

4) ist es überhaupt sinnvoll, issn und isbn in quellenangaben zu nennen? ich kann mich nicht erinnern, wann ich das das letzte mal gesehen habe, und würde auch bei der recherche nicht als erstes auf diese nummern zurückgreifen.

5) das problem mit der doppelten jahreszahl erledigt sich, wenn ihr die kurztitel weglasst. wenn ihr die jahreszahl dann auch wieder direkt hinter die namen und vor den titel setzt, finde ich das nicht weniger übersichtlich als die variante mit den kurztiteln – aber gut, wahrscheinlich ist es nutzlos, darauf herumzureiten.

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Ibu

@ThierryM

Vielen Dank für Deine ausführlichen Kommentare.

 

Kurztitel

Nein, keine Entscheidung ist bisher fix.

Und ja: "Kurztitel" und "andersartiges Trennzeichen" sind die Hauptentscheidungen, die zu treffen sind.

Die schwierigsten.

Anfangs war mein Hauptmotiv für die Kurztitel: es dem Auge erleichtern die passende Stelle zu finden, indem exakt dieselbe Zeichenfolge verwendet wird wie beim Verweis innerhalb des Textes.

Mittlerweile ist mein Hauptmotiv die Reihenfolge "Vorname Nachname". Ich empfand es schon immer als eine Vergewaltigung, beim Schreiben eine andere Reihenfolge als beim Sprechen zu verwenden. Mein Auge verrenkt sich da.

 

Redundanz

ja, damit hadere ich auch. Mit einer gewissen Neigung zu "der Preis ist nicht zu hoch".

Wenn man die Jahreszahl aus der Titelangabe rauskickt (und im Kurztitel natürlich belässt), reduziert sich die Redundanz drastisch.

Was denkt ihr dazu?

 

Bezeichner für Bandzählung

Ja, es ging um Zeitschriften. Klar ist auch hier der Konflikt Eindeutigkeit gegen Prägnanz.

Ich hatte heute Kontakt zu einem Autor (Mediziner) eines Artikels für unsere bald erscheinende neue Ausgabe.

Ich fragte bei ihm nach, welches in dem von ihm verwendeten Zitierstil die Heftnummer und welches die Bandzählung sei.

Er wußte es nicht.

Das bestärkte mich darin, den Bezeichner "Bd." auch für Zeitschriften immer zu verwenden.

 

Sprache des Bezeichners für Bandzählung

Danke. Das bestärkt mein eigenes Empfinden.

Ich habe das Beispiel schon angepasst.

 

Standardkennung

Ob ISSN und ISBN wirklich für Leser nützlich sind, dazu habe ich mir noch keine klare Meinung zu gebildet.

Die Norm jedenfalls erwähnt sie explizit als Option. Daher steht die Frage der Reihenfolge im Raum.

 

Breite des Leerzeichens vor und nach dem  Trennzeichen

Ich habe sie jetzt erhöht. Volle Breite empfinde ich als eine zu starke Lücke. Aber hier würde ich gerne noch weitere Ansichten lesen.

 

Kapitälchen per Webfont

Mir ist wichtig, dass der Leser die letzte Hoheit über die Schriftart behält. Wenn er also in seinem Browser die Option "[x]Webseiten keine anderen Schriften erlauben" soll das nicht durch verwendete Techniken verhindert werden.

Ich habe mich den sämtlichen Nebenwirkungen von Webfonts auf die Usability noch nicht tiefer beschäftigt. Kommt auf die ToDo.

Falls jemand zum Thema eine gute Informationsquelle empfehlen kann, freue ich mich über eine Empfehlung.

Weiterhin würden mich Eure Empfehlungen zu Fonts mit einem Schnitt für echte Kapitälchen interessieren, die sich Eure Ansicht nach sehr gut am Bildschirm lesen lassen. Wichtig ist auch noch, dass typische griechische Zeichen gut dargestellt werden. Wir haben etliche Formeln in den Artikeln.

 

Seitenbereichsangaben

Manche Zitierstile kürzen sie ab.

260-5

statt

260-265

Ich bin gegen die Abkürzung.

Der Leser muss wieder eine kryptische Ziffernfolge dekodieren.

 

Gleichzeitige Existenz von Bandzählung und Heftnummer
In vielen typischen Titelangaben kommen sowohl Bandzählung als auch Heftnummer vor.

Zur Indentifikation reicht allein die Bandzählung aus. Als wie wichtig seht ihr die Information "Heftnummer" zusätzlich an?

Ich neige dazu, sie als "zu viel der Informationen" zu bewerten.

 

 

Zu schade, dass wir im Magazin kein BibTex oder Vergleichbares verwenden können, wo man völlig frei Zitierstile konfigurieren kann.

Dann könnte man prima herumspielen. Und alles bliebe über die Gesamtheit aller erschienenen Ausgaben konsistent.

Ob es schon je eine ernsthafte Usability-Studie zum Thema "Literaturverzeichniss" gegeben hat?

Wäre spannend.

 

Je länger ich mit dem Gebiet beschäftige, desto mehr wünsche ich mir ein Buch, welches sich ihm ausführlich widmet.

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Liuscorne

Zur Redundanz: Ich empfinde die Wiederholung nicht als störend. Es handelt sich ja nicht um einen fortlaufenden Text, der flüssig gelesen werden soll. Manchmal ist die Wiederholung z.B. der Jahreszahl sogar hilfreich.

 

Zur ISBN: Ich kann mich an keinen Fall erinnern, wo diese Angabe für mich mal von Bedeutung war. Selbst wenn ich ein bestimmtes Buch im OPAC oder beim Online-Händler suche, tue ich das immer über Titel etc.

 

Seitenangabe: Abgekürzte Seitenzahlen kenne ich eigentlich nur aus englischen Publikationen, und auch dort ist die Praxis nicht einheitlich. Im Deutschen stören mich solche Verkürzungen ganz massiv.

 

Heftnummer: Leider gibt es Zeitschriften, bei denen die Heftnummer wichtig ist. Mehrheitlich werden bei wissenschaftlichen Zeitschriften ja alle Hefte eines Jahrgangs durchgängig paginiert, d.h. Bandzahl und Seitenzahlen reichen. Manchmal werden aber Hefte auch einzeln gezählt. Und dann kann es passieren, dass die Angabe "3 (2013), 17–35" auf 12 verschiedene Hefte des einen Jahrgangs zutreffen kann.

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