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Interpunktion und Typografie in Titelangaben (Literaturbelege)

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CRudolph

Die Heftnummer erleichtert eigentlich immer das Auffinden eines Artikels, auch wenn die Seitenzahlen fortlaufend sind. Wenn die Angabe ist Autor (2013). Titel. PNAS 78, 11457–60, dann heißt das eben daß ich im Archiv der Zeitschrift für Jahrgang 2013 durch alle 78er-Heftre scrollen und dabei die Seitenzahlen im Auge behalten muß. Gerade bei so Ungetümen wie PNAS mit 10000en von Seiten kann dies schnell unübersichtlich werden. Ich stimme daher Liuscorne zu: man liest es nicht. Selbst wenn eine Redundanz vorhanden sein sollte ist dies nicht weiter störend. Und wenn man es braucht kann man problemlos darauf zurückgreifen.

 

Grüße,

 

Christian

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Dieter Stockert

Nach wie vor, wäre ich ja brennend daran interessiert, ob irgendein Mitleser sich schonmal ähnliche Gedanken zu Titelangaben gemacht hat und was bei ihm/ihr herausgekommen ist.

Schon recht alt und heute vermutlich nicht mehr so angewandt:

https://www.dropbox.com/s/j40v69r1bwc0xpj/GASL-Zitierregeln.PDF

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Ibu

Danke für Eure Kommentare.

 

Die Heftnummer erleichtert eigentlich immer das Auffinden eines Artikels, auch wenn die Seitenzahlen fortlaufend sind. Wenn die Angabe ist Autor (2013). Titel. PNAS 78, 11457–60, dann heißt das eben daß ich im Archiv der Zeitschrift für Jahrgang 2013 durch alle 78er-Heftre scrollen und dabei die Seitenzahlen im Auge behalten muß.

Hhmm. Es gibt also mehrere Hefte, die mit "78" gekennzeichnet sind?

Ich hatte "fortlaufende Bandzählung" (ab erstem Erscheinen der Publikation) so verstanden, dass jedes Heft eine eigene Bandzählung erhält.

Und genau deshalb keine zusätzliche Heftnummer (pro Jahr gezählt) nötig ist um ein Heft schnell und eindeutig zu identifizieren.

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Ibu

Schon recht alt und heute vermutlich nicht mehr so angewandt:

https://www.dropbox.com/s/j40v69r1bwc0xpj/GASL-Zitierregeln.PDF

Danke. Aber mich interessiert vor allem ein Werk eines Typografen, wo ähnlich wie Willberg/Forssman es in "Lesetypografie" tun, verschiedene Varianten der Interpunktion und Typografie verglichen werden.

 

Wie ihr allein an der Vielzahl meiner bisherigen offenen Fragen seht (und das ist nur ein Teil), gibt es in diesem komplexen Gebiet ja eine enorme Anzahl an Entscheidungen zu treffen.

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Ibu

Heftnummer: Leider gibt es Zeitschriften, bei denen die Heftnummer wichtig ist. Mehrheitlich werden bei wissenschaftlichen Zeitschriften ja alle Hefte eines Jahrgangs durchgängig paginiert, d.h. Bandzahl und Seitenzahlen reichen. Manchmal werden aber Hefte auch einzeln gezählt. Und dann kann es passieren, dass die Angabe "3 (2013), 17–35" auf 12 verschiedene Hefte des einen Jahrgangs zutreffen kann.

Da verstehe ich Dein Beispiel noch nicht. Die "(3)" ist doch offenbar die Heftnummer des laufenden Jahres 2013. Somit gibt es nur ein einziges Heft auf welche die Angabe zutrifft.

 

Mir geht es um Beispiele wie:

"[...] In: Schweineproduzent ▪ Bd. 1171978 ▪ Nr. 3 S. 290–292"

 

Soll man "Nr. 3" als unwesentliche Information nicht lieber weglassen?

 

Was Anderes:

Sehe ich es richtig, dass keine kurze, schöne und etablierte Alternative zu dem sehr länglichen "et al." existiert?

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CRudolph
Hhmm. Es gibt also mehrere Hefte, die mit "78" gekennzeichnet sind?

Ich hatte "fortlaufende Bandzählung" (ab erstem Erscheinen der Publikation) so verstanden, dass jedes Heft eine eigene Bandzählung erhält.

Und genau deshalb keine zusätzliche Heftnummer (pro Jahr gezählt) nötig ist um ein Heft schnell und eindeutig zu identifizieren.

 

Schau z.B. mal hier. PNAS benutzt pro Monat eine Volume-Nummer. Innerhalb des Monats wird dann über die Issue-Nummer weiter differenziert. Ist jetzt nicht die häufigste Art und Weise wie das gehandhabt wird, kommt aber auch bei anderen Zeitschriften vor.

 

Grüße,

 

Christian

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Phoibos

ein Werk eines Typografen

Typographie dient meiner Meinung nach dazu, Informationen dem Auge schmeichelnd zu präsentieren. Wenn gewachsene wissenschaftliche Konvention auf Typographie trifft, ist letztere nachrangig zu behandeln.

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Ibu

@CRudolph

Danke für das Beispiel.

Sowas kannte ich noch nicht.

 

@Phoibos

In meinem Verständnis will (und kann) Typografie weit mehr als dem Auge schmeicheln.

 

Ansonsten stimme ich Dir zum Rang einer Zitiertradition gegenüber Typografie zu.

Wenn es um ein eng umrissenes Gebiet geht.

Wäre ich also zuständig für ein Wissenschaftsjournal im Fachgebiet Medizin, käme ich nie auch nur auf den Gedanken, mir anzumaßen, die Interpunktion umzuwerfen.

 

Aber unser Magazin ist in seinen Inhalten, wie erwähnt, breit gefächert.

 

Ist ja auch nicht so schlimm, dass es offenbar kein Typobuch zum Thema gibt. Hätte jedoch sein können.

 

Vermutet hätte ich, dass so ein Thema hier im Forum auf ein breiteres Interesse stößt. Mein Pech :)

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Liuscorne

Mein Beispiel "3 (2013), 17–35" bezog sich auf den typischen Fall einer Zitation in den Geistes- und Sozialwissenschaften: Die "3" steht für den Band oder besser: Jahrgang, hier also für den dritten Jahrgang der Zeitschrift.

Eine typische geisteswissenschaftliche Zeitschrift hat vier Nummern innerhalb eines Jahrgangs. Diese zusätzliche Angabe braucht man nicht unbedingt, wenn durchpaginiert wird; man kann sie aber auch sicherheitshalber mit angeben, denn manchmal hilft die Info, selbst wenn sie nicht unbedingt gebraucht wird (wenn man z.B. online auf die Zeitschrift zugreifen möchte). Typische Zitationen sind:

 

3.1 (2013), 17–35 ODER 3/1 (2013), 17–35 ODER 3 (2013), H. 1, 17–35

 

Und dann gibt's natürlich die Fälle, wo die Heftnummer unbedingt nötig ist, weil jede Ausgabe neu paginiert wird.

Wenn euer Online-Magazin viele verschiedene Fachrichtungen anspricht, ist es wohl eine gute Idee, die einzelnen Angaben tatsächlich zu benennen, die Bandziffer also tatsächlich "Bd." o.ä. zu nennen. Ein Geisteswissenschaftler hätte in meinem Beispiel gewohnheitsmäßig die 3 als Bandangabe gelesen. Deine Reaktion zeigt aber, dass unterschiedliche Leser die Angaben ganz anders interpretieren.

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  • 2 Wochen später...
Ibu

Wie angekündigt habe ich weitere Typen von Titelangaben in meinen Entwurf eingefügt.

 

Der aktuelle Stand:

http://borumat.de/literaturverzeichnis-interpunktion-typografie-2

 

In dem Entwurf stecken eine Vielzahl von Entscheidungen zur Interpunktion.

Endgültig sind sie nicht, doch bereits gereift.

 

Meine aktuellen offenen Fragen:

 

  1. ebenda
    Am liebsten wäre mir der Ersatz durch ein Zeichen.
    Im englischsprachigen Werken gibt es die Praxis zwei Geviert- oder Halbgeviertstriche statt eines solchen Wortes zu verwenden.
    Gibt es ein Zeichen, welches auch im deutschen Sprachraum verstanden wird - im Kontext Literaturverzeichnis natürlich?
    Was ist Euer Favorit?
  2. et al.
    Auch hier wäre mir der Ersatz durch ein Zeichen am liebsten. Insbesonder in der Zitierung, die durch "et al." länglich wird.
    Eine Ellipse ist unüblich. Empfindet ihr sie als falsch an diesem Platz?
  3. Aufsätze in Sammelbänden
    Würdet ihr ein weiteres Trennzeichen (neben dem schwarzen Quadrat) einführen, damit man damit die Elemente des selbstständig erschienenen Werkes voneinander abgrenzen kann? Denn eine Abgrenzung mit dem Haupttrennzeichen (schwarzes Quadrat) passt logisch nicht.
    Herbert W. Franke, Peter Schraud ▪ Sachliteratur zur Technik ▪ In: R. Radler (Hg.) ▫ Die deutschsprachige Sachliteratur ▫ München: Kindler ▫ S. 654–676
  4. Werke von Autoren mit gleichen Nachnamen
    und verschiedenen Erscheinungsjahren: Würdet ihr den Vornamen in die Zitierung aufnehmen?
    Ich neige stark dazu, das nicht zu tun. Sehr längliche Zitierungen sind störend.
  5. Körperschaftlicher Urheber eines Artikels in Zeitschriften
    Dort auch ein "(Hg.)"?
    Beispiel: COURAGE 2007 in der oben angegebenen Skizze
    Eher nicht, denke ich.

Über Eure kritischen Kommentare/Anregungen würde ich mich sehr freuen.

 

Falls jemandem doch noch ein Buch oder Webseite einfällt, wo Typografen sich eingehend mit denkbarer und wünschenswerter Interpunktion in Literaturverzeichnissen befassen: das wäre toll.

 

Ich konnte bisher nichts finden.

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Ibu

wenn die kurztitel bleiben sollen, würde ich etwas an den ›falschen‹ kapitälchen zu machen versuchen. die sind, im vergleich mit ›echten‹ kapitälchen, ein gestalterischer nachteil, der die attraktivität eines so aufgebauten quellenverzeichnisses aus meiner sicht erheblich reduziert. könnt ihr einen webfont einbinden und dessen ›echte‹ kapitälchen ansprechen?

 

Da das Magazin von einem Verein herausgegeben wird und keine kommerziellen Interessen verfolgt, könnten wir freie Fonts einbinden.

 

Ich habe mal bei www.google.com/fonts und www.fontsquirrel.com gestöbert.

 

Beide Plattformen bieten leider keine Filter für Schnitte mit echten Kapitälchen an.

 

Könnt ihr eine freie Sans-Serif empfehlen, die einen solchen Schnitt enthält?

 

Danke.

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Þorsten

Beide Plattformen bieten leider keine Filter für Schnitte mit echten Kapitälchen an.

Bist du sicher? :tuschel:  Und auf Google Fonts kannst du einfach mal nach "SC" suchen. Ist nicht perfekt, aber besser, als die ganze Liste zu durchstöbern.

 

P.S. Dazu kommen noch Schriften, die Kapitälchen (nur) per Opentype anbieten, z.B. Adobes Source Sans Pro.

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Ibu

@Þorsten

Danke, ich hatte das Tag "Small Caps" tatsächlich auf Font Squirrel übersehen.

 

6 Fonts bieten sie an: http://borumat.de/+screenshots/small-caps-sans-serif-font-squirrel.png

 

Fontin käme in Frage.

 

Bin gespannt, wie stark der Unterschied auf einem niedrig auflösenden Display überhaupt auffällt.

 

Zu Opentype:

Bisher habe ich mich mit der Einbindung von Fonts auf Webseiten nicht beschäftigt. Mir gefiel immer der Ansatz "Inhalte werden in genau dem Font angezeigt, den der Nuztzer in seinem Gerät eingestellt hat".

Gibt es Fallstricke beim Einbinden von Webfonts, wo Opentype nötig ist?

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Þorsten

Nicht alle Schriften verwenden die Tags. Auf der Liste fehlt z.B. die hervorragend ausgebaute Alegreya Sans mit 14 Kapitälchenschnitten.

 

Fontin käme in Frage.

Wenn dir solche nichtlinearen Schriften gefallen, wäre vielleicht die Linux Biolinum noch einen Blick wert. Die hat auch Opentype-Kapitälchen.

 

Bisher habe ich mich mit der Einbindung von Fonts auf Webseiten nicht beschäftigt. Mir gefiel immer der Ansatz "Inhalte werden in genau dem Font angezeigt, den der Nuztzer in seinem Gerät eingestellt hat".

Gibt es Fallstricke beim Einbinden von Webfonts, wo Opentype nötig ist?

»Leser bestimmt die Schrift« ist ein legitimer Ansatz. Nur ist er eben auch weitestmöglich entfernt von den typografischen Gestaltungsmöglichkeiten, die Opentype bietet.

 

Es gibt vor allem zwei Einschränkungen bei der Opentype-Nutzung im Web:

  1. Nicht alle Browser unterstützen Opentype-Funktionen (und kein Browser unterstützt alle Funktionen). 
  2. Bei Webfonts sind Opentype-Funktionen oft standardmäßig deaktiviert. Das lässt sich aber meist mit ein paar Klicks ändern (man muss es nur wissen).

Gegen den Einsatz spricht das aber nicht. Schlimmstensfalls sieht der Leser dann eben die Schrift ohne Opentype-»Nettigkeiten«. Von Spezialfonts abgesehen (man denke an per Opentype erzeugte Diagramme, Piktogramme, Karten oder Mehrfarbschriften) bleiben die so gesetzten Texte aber i.a.R. problemlos lesbar. Also nur zu! :rockon:

 

EDIT: Gerade entdeckt: die neulich hier empfohlene Densia Sans bietet auch Opentype-Kapitälchen.

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Ibu

@Þorsten

 

Danke für die Infos :) Hilft mir weiter.

 

Zurück zum Thema des Threads, der Interpunktion.

 

Ich gestehe ja, dass ich zu gerne wissen würde, warum das Thema hier bisher offenbar nicht "zündet".

Wird mein Ansatz als abstrus angesehen?

Falls mich dazu jemand aufklären möchte (gerne auch per PM) würde ich mich ebenso freuen.

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Phoibos

Das Thema zündet imo nicht, da diese Frage nicht vom Setzer zu entscheiden ist und sich dieser nach dem Usus richtet bzw. zu richten hat. Was ihm nicht schwerfällt, da den Typographen ein Hang zum Konservativen nahe ist. 

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  • 1 Jahr später...
Microboy

Ich sitze gerade an Quellenangaben bei denen bei einzelnen Autoren der Vorname ausgeschrieben wird. Sind es mehrere Autoren wird der Vorname abgekürzt. Lässt sich das irgendwie herleiten bzw. ist das gängig? Ich persönlich kann mich mit der Variante anfreunden da es bei mehreren Autoren sonst doch recht unübersichtlich wird ...

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RobertMichael

Ich persönlich kann mich mit der Variante anfreunden [...]

 

Dann ist doch alles bestens! :party:

 

Ich glaube nicht das es dafür eine Vorgabe gibt und je nach Länge der Quelle sind Quellenangaben ja eh meistens sehr unübersichtlich. Wir haben das neulich allerdings auch so gehandhabt das wie die Vornamen alle ausgeschrieben haben. Theoretisch könnte man ja nach der Quelle gehen, ist auf der Quelle der Vorname ausgeschrieben, dann sollte man das auch so übernehmen.

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Microboy

Im Text werden nur die Nachnamen genannt. Die Quellenangabe würde ich aber auf jeden Fall mit dem kompletten oder abgekürzten Vornamen versehen ...

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Phoibos

In der Quellenangabe kannst Du, sofern einheitlich, auf Vornamen verzichten, im Literaturverzeichnis hingegen nicht, da sonst schnell der Eindruck entstehen könnte, dass Du das Buch nicht in den Händen gehalten hast.

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Þorsten

ist das gängig?

Sehr sogar. Zumindest in meinem Fachgebiet ist das zumindest in Amerika Quasi Standard. Zur »Herleitung« (ich vermute, es geht dir darum, die Sinnhaftigkeit dieser Praxis zu hinterfragen) kann ich nur Vermutungen anstellen. Vielleicht rührt sie daher, dass bei abgekürzten Einzelautoren (»J. Smith, 2014«) eher Verwechslungspotential bestünde (»War das jetzt Jack oder Jill Smiths Artikel aus dem letzten Jahr?«) als bei (»J. Smith and K. Miller, 2014« – man weiß halt, dass Jill Smith immer mit Miller zusammen veröffentlicht).

  • Gefällt 1
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Microboy

Dann werde ich vorschlagen es bei der gemischten Varianten zu belassen. Einzelautoren mit ausgeschriebenem Vornamen und mehreren Autoren mit abgekürzten Vornamen.

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