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Hervorgehobene Antworten

Wenn Sie mit Lann Hornscheidt Kontakt aufnehmen wollen, verwenden Sie bitte respektvolle Anreden, die nicht Zweigeschlechtlichkeit aufrufen. Bitte vermeiden Sie zweigendernde Ansprachen wie "Herr ___", "Frau ___", "Lieber ___", oder "Liebe ___". Es gibt nicht die eine richtige und gute Anrede, sondern es bedarf respektvoller neuer Anredeformen – ich freue mich auf Ihre kreativen anti-diskriminierenden Ideen.

 

Guten Tag Lann Hornscheidt,

 

wenn Leute zu viel Freizeit haben und nichts mit sich anzufangen wissen, kommen sie aus seltsame Dinge.

Teilen Sie doch einfach mit, wie sie angeredet werden möchten. Dann wissen alle Bescheid und Ihnen bleibt das Gefühl erspart, die böse Welt hätte sich zu Ihrer Diskriminierung verschworen.

Niemand muss sich dann mehr schlecht fühlen.

 

Ich habe aber den Verdacht, dass die ganze Diskussion nur existiert, um sich ständig als Opfer präsentieren zu können und das Gegenüber sich schlecht fühlen zu lassen, weil es nie alles allen recht machen kann. Aus der Verpflichtung zum schlechten Gewissen bei anderen entsteht dann ein bisschen Selbstwertgefühl.

 

Ich halte es so, dass ich nicht beleidigt bin, wenn ein Chinese meinen Vornamen für meinen Nachnamen hält - werde ich freundlich angesprochen, vermute ich keine Diskriminierung, sondern entgegne den freundlichen Gruß.

Ebenso wenn mich jemand wegen meiner grauen Haare für älter halten sollte, als ich tatsächlich bin; oder mir eine Zigarette anbietet, obwohl ich Nichtraucher bin; oder mich zum Kuchen einlädt, obwohl ich auf Mehl verzichte; oder mich mit Grüß Gott anspricht, obwohl ich kein Christ bin; ... Das setzt aber voraus, dass man sich selber nicht zu wichtig nimmt.

 

Aber: jeder nach seiner Facon. Das schließt auch mich ein und meine Facon ist, solchen Quatsch zu ignorieren, solange ich nicht von direkt Betroffenen angesprochen werde und Hinweise erhalte, wie sie es handhaben wollen.

 

Tatsächlich kenne ich sogar zwei Transvestiten. Beide kannte ich schon Jahre vor Ihrer Operation. Beide nenne ich nun bei Ihrem weiblichen Vornamen und ich "sieze" beide. Beiden passiert es manchmal, dass sie hin und wieder mit ihrem alten Spitznamen angesprochen werden. Beide haben damit aber kein Problem.

Beide haben einen Leidensweg hinter sich - sie haben aber nicht darunter gelitten, wie sie angesprochen werden, sondern unter dem tatsächlichen Zustand.

Um Genderei kümmern sich beide nicht. Beide haben nämlich nicht zuviel Freizeit, sondern stehen im Leben. Sowohl im Beruf, als auch Privat.

 

nichts für Ungut

 

Respektvolle Grüße

schmendrich

 

PS: Typografisch konnte ich das Thema immer umschiffen.

Bin gespannt, wann ich den ersten gegenderten Roman in die Ecke pfeffere, weil er schlicht unlesbar ist und ich mich von Genderern diskriminiert fühlen darf, weil sie meine Lesefähigkeit behindern.

Och, ein paar Fehler finde ich noch ;)

Niemand -> Kein Mensch

jemand  -> ein Mensch

man -> ich

jeder -> jedes menschliche Wesen

"solange ich nicht von direkt Betroffenen angesprochen werde": Du nimmst also erst Rücksicht, wenn irgendwer dich auf verletzendes Verhalten im Nachhinein hinweist?

 

scnr

Och, ein paar Fehler finde ich noch ;)

Niemand -> Kein Mensch

 ...

 

Schon wieder ne Falle! Ich habe nämlich in meiner Pumpenbauzeit jemanden getroffen, der tatsächlich "Niemand" hieß., das war so:

 

Ich wollte in einer Firma meine Pumpe anbieten, und fragte im Büro, wo ich denn den Chef der Firma finde. Die nette Dame am Schreibtisch sagte darauf:

"Gehen Sie doch bitte in unsere Halle, da ist Niemand!"

 

Ich wunderete mich zwar, warum ich denn in die Halle sollte, in der doch niemand war, aber scheinbar soll da wohl der Chef am ehesten eintreffen, so ging ich dort hin, zudem konnte ich dort ja auch mein Produkt am besten präsentieren.

 

Als ich dann in der Halle ankam, rief ich "Hallo, ist hier jemand?" und bekam zur Antwort: "Nein, hier ist Niemand", dann tauchte ein ca 40 jahree alter Mann auf, ein breites Grinsen im Gesicht: "Gestatten, mein name ist Niemand, drum ja auch mein Werbespruch: Niemand reinigt Tanks besser!"

Ich fragte noch mal nach: "Niemann?" "Nein, das wird wohl mein Urgroßvater oder ein Standesbeamter verbockt haben, der sich verschrieben hatte, ich heiße tatsächlich Niemand, aber damit lassen sich schön Scherze machen, und sollte ich was falsch machen, dann wars ja niemand!"

 

"Nun sagen sie bloß, sie haben auch die Berliner Mauer geplant?" "Ne ne, dass hab ich nem anderen Niemand überlassen..."

 

Ach ja, ne Pumpe hat er tatsächlich verkauft, nur stieß ich wieder auf Unverständnis, als ich freudestrahlend meinen Kolegen mitteilte, ich hätte heute Niemand eine Pumpe verkauft.

Och, ein paar Fehler finde ich noch ;

"solange ich nicht von direkt Betroffenen angesprochen werde": Du nimmst also erst Rücksicht, wenn irgendwer dich auf verletzendes Verhalten im Nachhinein hinweist?

scnr

Man kann es auch übertreiben mit dem vorauseilenden Gehorsam. Wenn man wirklich jeder Eventualität, dass sich jemand beleidigt fühlen KÖNNTE, nachgehen will, bleibt nichts weiter übrig, als die Klappe zu halten. Nur wurde damit noch kein Standpunkt vertreten.

Ich bin bei indischen Kunden auch nicht immer sicher, ob sich hinter den Namen Mann oder Frau verbirgt und ich selber wieder auch schon in E-Mails mit Mrs. angeschrieben. Ich habe es überlebt und auch keine Heulkrämpfe gehabt. Beim nächsten Kontakt habe ich schon durchblicken lassen, dass ich ein Mann bin. Das geht sogar, ohne sein ggf. empfindliches Gegenüber in eine peinliche Situation zu bringen. Wenn man denn will und auf gute Beziehungen Wert legt.

Das geht natürlich nicht, wenn man dauerbetroffen ist und hinter Jedem ein böswilliges Untier vermutet. Aber dann ist man an normalem Umgang auch nicht interessiert.

Verletzendes Verhalten wäre es meinerseits, wenn mich mein Gegenüber darauf hingewiesen hat, das es anders behandelt werden möchte, als der Rest und ich es ignoriere oder bewußt und grundlos dagegen handele.

Man kann nicht jede Eventualität abdecken, ohne dass sich die Eventualitäten in die Quere kommen. Man wird zur Witzfigur, die ihre Fahne in den Wind hängt.

Und nochmal langsam: ich bin der letzte, der auf sein Gegenüber nicht eingeht. Aber eben individuell und nicht pauschal.

Ich habe Schwule und Transen im Freundeskreis (eine war unsere Schlagzeugerin) und keiner macht so ein Fass auf, wie Leute, die nicht mal betroffen sind, sondern lediglich ihre Erfüllung darin sehen, den glücklichen Rest der Welt ein wenig zu piesacken.

 

 

Man kann es auch übertreiben mit dem vorauseilenden Gehorsam.

Ich glaube, den Begriff, den Du suchst, nennt man Höflichkeit ;)

 

 

 

Ich habe es überlebt und auch keine Heulkrämpfe gehabt. 

<advocatus diaboli>Als privilegierter Cis-Mann kannst Du auch aus der Position der Stärke heraus damit umgehen.</advocatus diaboli>

 

Da es uns so gut geht, dass wir uns um immer kleinere Einheiten menschlichen Daseins Gedanken machen, können wir das Problem gar nicht lösen. Manchmal kann ich mich auch nicht des Gedankens erwehren, dass wir solche, aus der Sicht eines reichen weißen Mannes, Nebenkriegsschauplätze nur deswegen aufmachen, um uns nicht um die wirklichen und, sofern wir nur unsern Arsch mal hochkriegen, lösbaren Probleme (62 Menschen besitzen so viel wie 3 Milliarden Menschen zusammen) zu kümmern. 

Kann, um zum Thema zurückzukommen, Typographie da als Werkzeug etwas machen, um gesellschaftliche Lösungen bereitzustellen? Nein, denn es ist nur ein Werkzeug für Sprache. Erst wenn die Sprache sich ändert, kann das Werkzeug diese Änderung so gut wie möglich darstellen. Und das ist mit dem momentan Zustand nur schwer möglich, da die Sprecher selbst nur flickschustern.

Oh mein möglicherweise oder auch nicht existierendes höheres Wesen!

 

Was wird da noch auf uns zu kommen haben wir unsere Computer so weit weiterentwickelt, dass diese ein Bewusstsein entwickeln, oder dies zumindest so perfekt vortäuschen, indem diese beleidigt reagieren, würde sie mit einem mehrheitlich zweier Geschlechter zuordbaren menschlichen Wesen verwechseln - ts -ts -ts...

An der Stelle gilt es vielleicht, aus der Geschichte zu lernen. »Euer Gnaden« ist vermutlich hinreichend neutral.

 

»Hoheit« auch.

  • 9 Jahre später...

Mit großem Amüsement habe ich euere Beiträge von vor 9 Jahren gelesen und finde, sie sind immer noch hoch aktuell! 

Tatsächlich hat sich ja mittlerweile überwiegend der Doppelpunkt als Kennzeichnung des Gendergap (die Kluft – au weia – schon wieder so eine Steilvorlage) durchgesetzt. Und der wird in einem Buch, das ich gerade gestalte, auch fleißig verwendet. Nun stellt sich die Frage zur Trennung. Es gibt ja eine entsprechende Website https://www.genderleicht.de/textlabor/silbentrennung-beim-genderstern/, die Möglichkeiten aufzeigt, wie man frau oder sonst wer, also wir, das Problem umschiffen könnten. Geht sich aber nicht immer aus. So steht da jetzt, um ein unfreiwilliges Emoji zu vermeiden:

… Forscher-
:innen

aber der Autor hätte gerne 

Forscher:-
innen

 

Wie ist euere Meinung dazu?

 

Oder doch lieber ungeachtet jeder Laufweite dem Journalistinnenbund folgen, die obig zitierte Website betreiben.

Bin auf euere typografische Einschätzung gespannt! 

 

vor 16 Minuten schrieb Katinka Molde:

Tatsächlich hat sich ja mittlerweile überwiegend der Doppelpunkt als Kennzeichnung des Gendergap (die Kluft – au weia – schon wieder so eine Steilvorlage) durchgesetzt.

Hat er sich? Tatsächlich sehe ich das Sternchen wesentlich öfter als den Doppelpunkt. Zudem ist der Doppelpunkt die wesentlich schlechtere Lösung für blinde und sehbehinderte Menschen.

https://bukof.de/wp-content/uploads/22-06-07-bukof-Stellungnahme-Doppelpunkt-oder-Sternchen-1.pdf

Interessant, Danke für den Link zum Artikel,  nun kann ich dem Autor allerdings nicht die Schreibweise vorschreiben und will sie auch nicht anempfehlen, sondern einfach nur wissen, wie ihr die Trennung bewerkstelligen würdet: 

… Forscher-
:innen

oder aber 

Forscher:-
innen

Forscher
und Forscherinnen

Eine Trennung an einer Genderlücke würde ich in jedem Fall vermeiden. Lieber umformulieren oder so lange die Laufweite anpassen, bis die Trennung vermieden ist.

Bearbeitet ( von Diwarnai)

Am 11.3.2025 um 10:19 schrieb Diwarnai:

Hat er sich? Tatsächlich sehe ich das Sternchen wesentlich öfter als den Doppelpunkt.

Das verhält sich in meiner Kundenblase ähnlich. Hauptsächlich Sternchen und ein Teil mit Gendergap bzw. Underscore ...

Ich hätte ja spontan gesagt, dass die

Forscher:innen

ganz einfach

Forscher-innen

getrennt werden. Das Genderzeichen ist ja kein Selbstzweck, sondern zeigt in der normalen, d.h. ungetrennten Variante die gewünschte Gendersensibilität an. In der gesprochenen Sprache übernimmt das der "Glottisschlag" – und bei Silbentrennung eben der Trennstrich, der die gleiche "Irritation" auslöst (weil es eben keine "normale" Trennung ist, sondern eine nach Genderkriterium).

Am 12.3.2025 um 13:06 schrieb Diwarnai:

Eine Trennung an einer Genderlücke würde ich in jedem Fall vermeiden. 

Okay, in den den Text darf ich nicht eingreifen, ist ja nicht meiner und ansonsten wird darin ja durchgehend :innen verwendet. Danke für deine Einschätzung! 

vor 23 Stunden schrieb Liuscorne:

und bei Silbentrennung eben der Trennstrich, der die gleiche "Irritation" auslöst

leuchtet mir total ein, fürchte nur, dass den Idiologen unter den Gendernden das wahrscheinlich zu wenig ist. Werde es mal dem ambitionierten Autor vorschlagen. Vielen Dank! 

Leuchtet mir weniger ein. Weil

Forscher-

innen

ja eindeutig nur weibliche Forschende beinhaltet es vieleicht Irritationen auslösen kann aber inhaltlich falsch ist wenn nicht nur weibliche Forschende gemeint sind.

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