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Canapé – die gemütliche Schriftfamilie von Sebastian Nagel
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Kathrinvdm

Ernste Schäden durch Autokorrektur (Excel)

Empfohlene Beiträge

Erwin Krump
vor 21 Minuten schrieb Þorsten:

Von daher ist die Debatte rein (sorry!) akademischer Natur.

 

Stimmt natürlich.

 

Ob Layout, Korrekturlesen etc. – das geht so lange gut, bis keiner mehr Interesse an diesen „berufsfremden Tätigkeiten“ hat und alle Beteiligten sich ihrer eigentlichen wissenschaftlichen Arbeit besinnen.

 

Man wird dann bemerken, dass die eigene Arbeit dadurch zu kurz kommt und das Ergebnis nicht befriedigt.

 

Und wenn dann keiner mehr Spass an der Spielerei hat und die Aha-Erlebnisse gelaufen sind, dann kommt jemand auf die glorreiche Idee einen Profi zu beauftragen.

 

Ich kenne das aus dem Kulturbetrieb und auch aus dem Verlagsbereich. Wo man vor zwei Jahrzehnten oder früher schon versucht hat Publikationen in Eigenregie zu gestalten. Allerdings ging dann so einiges in die Binsen. Ein falsches Datum oder eine amateurhafte Gestaltung machen derartige Projekte unbrauchbar oder unverkäuflich.

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CRudolph

Habe mich ja schon lange nicht mehr so amüsiert! Was für ein ausgemachter Schmarrn!

 

Zunächst zum Publikationsprozeß. Natürlich gibt es bei den professionelleren Journalen noch alle Stufen in der Produktion. Das Manuskript geht zum Editor, dann zu den Gutachtern (welche im Normalfall, neben der wissenschaftlichen Diskussion, bereits eine ganze Reihe kleinerer Fehler anmerken, die dann behoben werden), dann zurück zu Autoren und Editor und, falls Akzeptiert, zum Produktionsteam, in welchem sich meiner Erfahrung nach eigentlich auch immer ein Copy-Editor befindet. Man wird heutzutage aber auch als Gutachter noch extra gefragt ob das Manuskript insgesamt in guter Qualität verfaßt ist oder ob explizit das Englisch verbessert werden muß. In den gedruckten Artikeln finden sich aus diesem Grund normalerweise relative wenige Fehler.

 

Hier kommen aber gleich zwei Probleme ins Spiel. Erstens kann sich auch ein professioneller Copy-Editor nicht mit der spezifischen Fachsprache aller wissenschaftlicher Bereiche auskennen, die in dem jeweiligen Journal publiziert werden. Grammatik und Rechtschreibung können daher zwar korrigiert werden, aber woher soll der Editor denn Detail-Informationen wie Gen-Namen wissen? Das bleibt immer bei den Autoren und den Gutachtern hängen.

 

Dann gibt es aber ein weiteres Problem, daß es für naturwissenschaftliche Artikel immer mehr Supplementary Information gibt, also Material welches für den Kern der Sache nicht derart relevant ist daß es im Haupt-Artikel abgebildet wird, daß aber trotzdem für interessierte Forscher zur Verfügung gestellt wird. Das gibt es dann nur online und es entzieht sich dementsprechend dem normalen editorialen Prozeß. Oftmals wird alles bis zum Layout den Autoren überlassen. Ergibt auch Sinn, weil es oftmals so gut wie keine Textinformationen enthält. Daten eben. Was soll da ein Copy-Editor mit anfangen? Genau in diesem Bereich findet man aber eben oftmals Excel-Tabellen mit Roh-Daten und genau hier kann es dann eben auch zu den beschriebenen Fehlern kommen.

 

Der Artikel bleibt aber trotzdem großer Quatsch und zeugt von der Unkenntnis der Autorin. Mir ist in meiner gesamten Laufbahn noch kein solcher Fehler untergekommen. Sicher, es gibt sept2, oct4 etc., aber man darf hier auch nicht vergessen daß Gene eine spezielle Nomenklatur haben. Humane Gene also komplett in Versalien und kursiv: OCT4. Im gedruckten Artikel geht da also IMMER noch mal das Produktions-Team drüber, zumindest in den guten Journalen. Die Kernaussagen in den Artikeln sind daher korrekt. Andere Beispiele sind das brüchtigte »DNA«, daß von der Deutschen Auto-Korrektur in »DANN« gewandelt wird. Das bleibt im Text nicht stehen, dazu lesen es zu viele Leute die am Produktionsprozeß beteiligt sind. Es kann dann passieren daß man im dazugehörigen Supplementary Information das entsprechende Gen nicht in der Tabelle findet, weil es versehentlich gewandelt wurde. Das können ja aber die Autoren richten. Wenn die Daten wirklich so wichtig sind, dann schreibt man die Autoren an und die wissen natürlich daß sie Daten für das Gen haben. Und wenn es niemanden interessiert, dann stört es auch gerade nicht wenn man für diese Gene keine Daten findet.

 

Sowohl der Artikel als auch die Diskussion gehen im Prinzip völlig an der Ralität vorbei.

 

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Kathrinvdm

Spannend, danke für die Aufklärung! :-)

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