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Wie umgehen mit ö und ß im Englischen?


Microboy

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Kurze Frage:

 

Ist es üblich oder sogar zwingend notwendig das »ß« in einem Nachnamen im englischen in »ss« zu ändern? Im gleichen Kontext stellt sich auch die Frage wie man mit dem »ö« in einem Namen im englischen umgehen sollte.

 

Konkret geht es um ein zweisprachiges Booklet zu einer CD.

 

:-?

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Bei Eigennamen sehe ich auch überhaupt keinen Grund einzugreifen. Man denke alleine schon an die vielen Komponisten namens Strauß / Strauss / Straus, die es zu unterscheiden gilt.

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vor einer Stunde schrieb KlausWehling:

Ich schriebe Eigennamen immer so, wie sie in der Ursprungssprache geschrieben werden. 

Auch z.B. in Thai, Devangari, Gorgisch oder Chinesisch, oder dann doch ins Lateinische transcribiert?

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Eigennamen bleiben, wie sie sind.

 

Etwas anderes ist es bei Transkriptionen oder Transliterationen (habe ich etwa ständig aus dem Arabischen oder Äthiopischen), wo man sich dann für einen Umschriftstandard (DMG/IJMES) entscheiden muss.

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Wenn man zum Beispiel mal nach Skandinavien schaut, bleibt da nach meiner Beobachtung auch alles so, wie es ist. Da fallen mir gerade nur einige Städtenamen als Sonderfälle ein, für die es aber auch eine extra englische Version gibt, z.B.:

• Göteborg – Gothenburg

• København – Copenhagen 

 

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Ortsnamen sind noch einmal etwas ganz anderes, denn hier gibt es historische Formen, die »gewachsen« sind. Kopenhagen heißt ja auf Deutsch auch nicht København.

 

Bei Umschriften (aus »fremdschriftlichen« Sprachen) sollte man sich konsequent für eine Umschrift entscheiden; am besten für die, die im jeweiligen Land bevorzugt wird. Das kann bei einer Sprache aber zwei Ländern schon mal zu Unterschieden führen: Das 北 bei (»Nord«) ist in Beijing (Pinyin) und Taipei (quasi Wade-Giles) das gleiche Zeichen, wird aber anders umschrieben.

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Es kommt immer darauf an, ob die Worte von Englischsprechern lediglich visuell konsumiert, oder ob sie verwendet werden sollen.  In einer CD-Beilage (gibt's das denn noch?), die nur gelesen wird, würde ich auf alle Fälle Umlaut und Esszett so lassen. Das Gegenbeispiel wäre mein Nachname – Weiß für Euch, aber wenn ich meinem Automechaniker am Telefon meinen Namen buchstabiere ist es "Weiss", denn verwenden kann er das Esszett ja nicht.   

 

 

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Gast bertel
vor 24 Minuten schrieb Oliver Weiß:

Das Gegenbeispiel wäre mein Nachname – Weiß

Das ist auch mein Nachname. Ich hab mir ebenfalls "ss" angewöhnt, nachdem vor 35 Jahren ein Rückflug von Las Vegas wegen "WeiB" auf dem Ticket fast geplatzt wäre.

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Ich habe mich da immer an die Adressaten gerichtet, an den Usus bzw. Standards, die sie gewohnt sind, das spart mir einen Beipackzettel, wie der Text zu lesen ist 🙂  Das mag sogar scheinbare Inkonsequenzen mit sich bringen, wenn ich beispielsweise im Text Alexander Solschenizyn erwähne, dies dann aber in der Fußnote mit Александр Солженицын, Раковый Корпус, Seite 56 belege. Die Adressaten erkennen die deutsche Umschrift im Lesetext, sehen aber an der Fußnote, dass ich den Beleg in einer Ausgabe in der Muttersprache des Autoren nachweise.

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vor 2 Stunden schrieb Phoibos:

Ich habe mich da immer an die Adressaten gerichtet, an den Usus bzw. Standards, die sie gewohnt sind, das spart mir einen Beipackzettel, wie der Text zu lesen ist 🙂  Das mag sogar scheinbare Inkonsequenzen mit sich bringen, wenn ich beispielsweise im Text Alexander Solschenizyn erwähne, dies dann aber in der Fußnote mit Александр Солженицын, Раковый Корпус, Seite 56 belege. Die Adressaten erkennen die deutsche Umschrift im Lesetext, sehen aber an der Fußnote, dass ich den Beleg in einer Ausgabe in der Muttersprache des Autoren nachweise.

Die Inkonsequenz ist ja keine mehr, wenn Du mindestens einmal erklärend , etwa in der ersten vollständigen Nennung der Quelle, dem kyrillischen Text auch Deine obige Umschrift/Version von AS in [eckigen, um die eigene Hinzufügung zu markieren] Klammern beifügst,  dann wäre auch hier der Form Genüge getan.

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Weil eines der Smileys eher grübelnd aussieht: Ich habe mit solchen Dingen ständig zu tun, etwa mit arabischen Quellen. Dort wird dann etwa zwar im Text ständig von Ǧalāl ad-Dīn as-Suyūṭī gesprochen, in den Fußnoten aber gern in arabischer Schrift das in (eigener) Übersetzung paraphrasierte Werk angeführt. Goldstandard dazu ist, dann mindestens einmal (in der ersten, vollständigen Nennung) zu allem auch eine wissenschaftliche Transkription mitzuliefern (und noch einmal in der Bibliographie), während sonst im Text natürlich immer von as-Suyūṭī in Umschrift die Rede ist. Irgendwie muss das Ganze ja auch handhabbar sein und bleiben.

 

Interessant wäre, um wieder ins Thema der Frage zurückzuschwenken, was zu tun ist, wenn die unbedingt und unausweichlich zu verwendende Schrift "Sonderzeichen" wie ß oder ö gar nicht hat. Was ist dann die eleganteste Lösung? Umlaute auflösen und ß zu ss? Beim Transkribieren weicht man ja auch, vor allem im Englischen auf lautliche Entsprechungen und Umschreiben anstelle diakritischer Zeichen ("h mit Punkt drunter", "g mit Haken drüber") aus, etwa bei jihad.

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Gast bertel
vor 6 Minuten schrieb JulieParadise:

Weil eines der Smileys eher grübelnd aussieht

Da stolper ich auch gern drüber – es soll "sehr interessant" aussagen, sieht aber aus wie "äh? glaubichjagarnicht …"

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Apropos Umschreibungen, das ist immer lustig wenn das selbe Wort auf verschiedene Weisen übertragen wird, denn Umschreibungen richten sich ja meist nach der Zielsprache. In unserem "Melting Pot" ist das natürlich alles andere als einheitlich. So arbeite ich hier mit einem Herrn Eisenstein, und auch mit einer Frau Eyzenshteyn. 

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Und ich meine mich erinnern zu können, das in irgend einem US Bundessttat diakritische Zeichen in Namen einfach wegzulassen sind. Aus Müller wird dann Muller, und dasist in amtlichen Formularen dann auch so zu schreiben.

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Aus meiner Erfahrung hier in England kann ich vielem was gesagt wurde zustimmen. Es kommt vorallem darauf an ob mit dem Namen umgegangen werden muß oder nicht. Im Sinne von CD-Booklets zeigt mir mein Griff in's CD-Regal daß Namen fast immer korrekt dargestellt werden (also z.B. Neeme Järvi, Antonín Dvořák), aber in diesem Fall geht man eigentlich auch seltener mit dem Namen um. An der Uni habe ich einige Kollegen aus Deutschland und hier hat sich dann die Wandlung z.B. von ä -> ae etabliert, weil es ansonsten im täglichen Umgang zu viele Mißverständnisse gibt, studenten nicht wissen wie sie Namen aussprechen müssen, E-Mailadressen werden falsch geschrieben und kommen nicht an etc.

 

Als Randnotiz, weil es für mein Fach wichtig ist und immer wieder zu Belustigung führt, bei wissenschaftlichen Publikationen wird natürlich der Name immer korreckt geschrieben, was ganz offensichtlich den Verlagen immer wieder Kopfzerbrechen bereitet.

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  • 2 Wochen später...
Am 11.2.2021 um 20:36 schrieb R::bert:

Wenn man zum Beispiel mal nach Skandinavien schaut, bleibt da nach meiner Beobachtung auch alles so, wie es ist.

Irgendwie doch nicht. Beispiel: Flensburg, schreibt sich auf der Dänischen Seite mit o

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vor 1 Stunde schrieb catfonts:

Irgendwie doch nicht. Beispiel: Flensburg, schreibt sich auf der Dänischen Seite mit o

👇🏻
 

Am 11.2.2021 um 20:47 schrieb Norbert P:

Ortsnamen sind noch einmal etwas ganz anderes, denn hier gibt es historische Formen, die »gewachsen« sind. Kopenhagen heißt ja auf Deutsch auch nicht København.

 

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Das geht auch für deutsche Orte in anderen Sprachen. Wer vermutet hinter dem luxuriösen Aix-la-Chapelle schon das schnöde Aachen :lol:

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  • 2 Monate später...

Ich bin auch sehr dafür, Eigennamen mit den diakritischen Zeichen der Ursprungssprache zu schreiben.

 

Ein prominentes Beispiel für eine international recht geläufige Transkription ist Georg Friedrich Händel. Die anglisierte Form seines Namens, George Frideric Handel, hat er ab 1715 in London wohl auch selbst benutzt.

 

Als Referenz für die Schreibung von Komponisten eignet sich zum Beispiel das Nachschlagewerk »The New Grove Dictionary of Music and Musicians« (www.oxfordmusiconline.com).

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