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Hervorgehobene Antworten

Durch den Nachbarthread (Alternative zur Noma) bin ich über weitere Schriften gestolpert, die ein – in meinen Augen – seltsames g haben:

 

 

Ich weiß gar nicht, was ich davon halten soll. :-?Es gab vor Jahren mal eine Werbekampagne (irgendwas mit Lotto?), wo auch eine Schrift mit einem solchen g eingesetzt wurde; ich bin jedes Mal zusammengezuckt, wenn ich das gesehen habe.  :neenee:

vor einer Stunde schrieb R::bert:

Hehe, und ich wollte @Kathrinvdm schon fragen, wie wir es nennen wollen. 🤓

hmm, da fallen mir nur relativ unappetitliche bezeichnungen ein: »g« mit abgeschnittenem schwanz? brrrr

sorry, bin schon weg. :-?

:!: Das ist ein Flut-g. Daher kann man die Herkunft vermutlich auf die dänische Nordseeküste eingrenzen. Bei Ebbe sieht es ganz normal aus. ;-);-);-)

Herrlich!

Treffender hätte man es wohl für die spezielle noma-Form nicht formulieren können. 😅

 

Allerdings schwirren da auch noch andere Kaliber rum, wo die Wasserstandslogik leider nicht ganz aufgeht. 

Ich überlege ja schon ob man in Anbetracht der nun schon mal erfolgreich etablierten Elefanten-Bezeichnung auch hierfür im Tierreich bleiben kann:

Peter = Ente?

Nexa = Küken?

 

🤔

 

Aber was ist dann damit:

🥴

Moin

*hüstel*

Zustände sind Hochwasser und Niedrigwasser, Flut (auflaufendes Wasser) und Ebbe (ablaufendes Wasser) sind dagegen Vorgänge und jede Flut fängt mal ganz klein an, nämlich bei Niedrigwasser ... Da ist dann am g noch alles dran!

Für Typengestalter hat sich das g zu einem ähnlichen Spielplatz entwickelt wie schon das &. Da will man eben Eigenwillen zeigen. (Ich mach das auch)

  • Ersteller

Bei einer Schauschrift mag das ja angehen. Aber bei einer Werkschrift stößt mir so eine Eigenwilligkeit immer auf oder stößt mich sogar ab. Das ist wie mit dem Löffel, an den man sich erinnert (Adrian Frutiger, siehe hier dritter Absatz). Manche Schrift wird durch diese Eigenwilligkeit fast unbrauchbar.

 

Ich erinnere mich an die teff Geronimo, die wegen der kleinen Sporne an J und U durchgefallen ist. Oder die Tzimmes mit ihrem durchgezogenen Querstrich beim A (ich meine nicht den Scheitel, mit dem kann ich leben), der sie schwer einsetzbar macht. Bei vielen Schriften sind es ß und ẞ, die wie Fremdkörper wirken. Da scheint es weniger der Spieltrieb des Gestalters zu sein, als vielmehr Unvermögen sich in die Form dieser speziellen Buchstaben einzufinden.

 

Einen Spielplatz will ich dem Schriftdesigner ja gerne zugestehen. Dann aber bitte als StylisicSet.

vor 13 Stunden schrieb Thomas Kunz:

Einen Spielplatz will ich dem Schriftdesigner ja gerne zugestehen. Dann aber bitte als StylisicSet.

Das kann ich so unterschreiben. :gimmifive:

vor 16 Stunden schrieb Thomas Kunz:

Bei einer Schauschrift mag das ja angehen. Aber bei einer Werkschrift stößt mir so eine Eigenwilligkeit immer auf oder stößt mich sogar ab.

Ich würde keine der hier genannten Schriften mit »seltsamen g« als klassische Werkschrift bezeichnen – geschweige denn einsetzen. Als Schauschrift finde ich sie wiederum im Bereich Brand Design durchaus merkwürdig und damit interessanter als generische Werkschriften. Nichtsdestotrotz hast du natürlich recht: Am elegantesten sind Stylistic Sets, wenn man die Auswahl zwischen traditioneller und exotischer g-Form haben möchte.

»Welche Sporne« dachte ich mir, das sieht doch ganz normal aus … bis ich ein wenig nach rechts gescrollt habe. :oops:

 

Wieso macht man sowas? Das sieht (vor allem in kleineren Schriftgraden) doch eher nach einem drucktechnischen Fehler aus und nicht wie ein Gestaltungselement. Merkwürdig das.

 

Beste Grüße

Beim J dachte ich noch, er habe Sorge, dass es umfallen könnte. Aber beim U ergeben die zwei Hörnchen keinerlei Sinn. Reine Gestalterfürze – wenn Ihr mich fragt. ;-)

  • Ersteller

Die Sporne haben – glaube ich – historische Wurzeln in der hispanischen Typografie, auf die die teff Geronimo Bezug nimmt. Das ist bei einem Revival löblich. Aber wenn es die heutigen Sehgewohnheiten stört, sollte man zumindest Alternativen anbieten.

 

Ralf macht das vorbildlich bei seinen Nachbauten von gebrochenen Schriften. Seine Schriften Elfen-Fraktur, Wiking, Krimhilde und Pavillon Gotisch enthalten Glyphen, die dem Original entsprechen, und darüber hinaus solche, die dem Auge der Jetztzeit entgegenkommen. Zur Anschauung hier die Gegenüberstellung der Elfen-Fraktur:

elfen-alphabet0.gif.96dc3d9741bdc7cdb514elfen-alphabet1.gif.162af830ed6545f3e113

  • Ersteller
vor 5 Stunden schrieb StefanB:

Ich würde keine der hier genannten Schriften mit »seltsamen g« als klassische Werkschrift bezeichnen – geschweige denn einsetzen.

Stefan, so hatte ich es auch nicht gemeint. Mein Kommentar bezüglich der Brotschriften bezog sich nicht auf die oben genannten Schriften mit dänischem oder Flut-g, sondern generell auf Stolperfallen in Schriften.

  • 2 Wochen später...
  • Ersteller

sv%C3%A4ng-g.png

Wer erkennt ohne weiteren Kontext was oben dargestellt ist? Eine Straße, die in einen Tunnel führt?

 

 

 

 

 

 

 

sv%C3%A4ng-Egge.png

Es ist das Minuskel-g aus der Sväng. (Das ist natürlich auch keine Werkschrift.)

Esse … Eppe … ? Man kann’s auch übertreiben.

 

 

* landwirtschaftl. Gerät, vier waagerecht.

Objektiv betrachtet, ja. Ich bin dennoch erstaunt, wie gut sich die Schrift lesen lässt. Zumindest kann ich die Textbeispiele auf der Website flüssig weglesen.

vor 33 Minuten schrieb StefanB:

weglesen

… geht mir leider nicht so, obwohl ich sonst gut interpolieren kann. Ich verhake mich ständig und wandere dann 3 – 4 Buchstaben zurück.

vor 3 Stunden schrieb StefanB:

Objektiv betrachtet, ja. Ich bin dennoch erstaunt, wie gut sich die Schrift lesen lässt. 

Ich finde sie ist an einigen wenigen stellen (g, §, R) sehr speziell und an vielen Stellen (%, &, ...) fast schon langweilig normal. Beim Z sind die Horizontalen angeschrägt (sagt man das so?) – das taucht aber bei andere Buchstaben mit Horizontalen (T, E, ...) nicht wieder auf.

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