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Schriftmischung Reforma 1969 und Garamond

Hervorgehobene Antworten

Hallo zusammen,

Ich habe mal eine Frage an die Experten. Ich habe gerade mal einen Layoutversuch gemacht. Es geht um einen belletristischen Buchtext, der in EB Garamond gesetzt ist. Normalerweise würde ich jetzt auch die Kapitelüberschriften etc. in der EB Garamond setzen, aber ich wollte mal einen Versuch machen und habe die Flare-Serifenschrift Reforma1969-Gris für die Überschriften genommen. Und jetzt die Frage aller Fragen: Passt das?

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Mir tun bei dem Anblick nicht die Augen weh. Aus meiner Sicht ist die Reforma, die ich bewusst in Versalien und größer einsetze, als Flare-Serifenschrift von der Garamond »weit genug weg« um sich nicht zu beißen.

Aber ich bin gerne bereit, mich von Experten eines besseren belehren zu lassen - allein schon, um mein Auge zu schulen.

Allen, die sich die Mühe machen zu antworten, schon mal vielen Dank.

  • Ersteller

Danke für den Hinweis. Ich hatte naiv angenommen, die Schrift habe ein Versal-ß ohne es nachzuprüfen. Nur eine neugierige Frage zurück: Woran hast Du erkannt, dass es kein Versal-ß ist? Kennst Du die Schrift? Oder machst Du das an Proportionen fest?

Wie sieht es sonst generell mit der Mischung aus? Ich sehe nichts, was gegen die Kombination der Schriftarten spricht, lasse mich aber gern eines Besseren belehren.

vor 9 Stunden schrieb gyps_ruepelli:

Und jetzt die Frage aller Fragen: Passt das?

Gegenfrage: Spricht etwas dagegen für den Fließtext die zur Reforma noch besser passende Serifen-Version zu verwenden?


Wenn eine Schriftdesign schon mehrere Stile enthält, könnte man das ja nutzen. 😉

Für Konsultationstexte könnte man dann sogar noch die Reforma 2018 in Betracht ziehen.

Außerdem sei auf die schönen Ligaturen verwiesen, die Deinen Überschriften noch etwas visuelle Würze geben könnten.

Bearbeitet ( von R::bert)

  • Ersteller
vor 1 Minute schrieb R::bert:

Gegenfrage: Spricht etwas dagegen für den Fließtext die zur Reforma noch besser passende Serifen-Version zu verwenden?

 Nein, überhaupt nicht. Das hatte ich auch schon ausprobiert (ich nutze LaTeX, da ist sowas vergleichsweise schnell implementiert). Das Beispiel, das ich gepostet habe, war mehr Spielerei. Ich wollte gucken, ob es passt und habe nichts gefunden, was dagegen spricht. Aber da ich kein ausgewiesener Typograph bin und weiß, dass der Teufel im Detail liegt, wollte ich Expertenrat haben - allein schon, um daraus zu lernen.

vor 2 Stunden schrieb gyps_ruepelli:

Woran hast Du erkannt, dass es kein Versal-ß ist?

Wie Phoibis schon geschrieben hat: Es ist im Vergleich mit den anderen Versalbuchstaben viel zu schmal. Und die obere Rundung scheint mir auch etwas höher als bei den anderen Buchstaben mit einer Rundung zu sitzen.

vor 5 Stunden schrieb gyps_ruepelli:

Woran hast Du erkannt, dass es kein Versal-ß ist?

Man kann es auch daran erkennen, wie und ob in der Glyphentabelle entsprechende Slots belegt wurden. Die Reforma wurde ursprünglich nicht mit einem ẞ ausgestattet. Es ist aber gut möglich, dass es bei Updates der Fontfamilie ergänzt wurde/werden wird.

  • Ersteller

Ich habe dann auch in die Glyphentabelle geschaut und gemerkt, dass in der Tat das Versal-ß fehlt. Deswegen musste man das Ganze umbasteln, was mich ein bisschen Frickelei mit Lua gekostet hat, bei der ich aber mal wieder was gelernt habe. 

Jetzt sieht es so aus:

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Und nochmal die Frage an die Experten: Kann man das machen oder sollte man das lassen?

Die Schriftmischung kann man so machen, denke ich (Du solltest ggf. noch mal Gewichte gegenüberstellen und im Ausdruck vergleichen – am Bildschirm wirkt der Fließtext-Schnitt zumindest etwas hell). Wenn Du noch mehr Kontrast erzeugen willst (das ist meistens der sicherere Weg), nimmst Du die Reforma 2018 für die Headlines.
Aber ich finde alles in der Reforma-Familie gesetzt wäre noch eleganter gelöst – vorausgesetzt deren Zeichenrepertoire ist für Deinen Anwendungsfall ausreichend. 😉

 

Wenn Du willst, kannst Du einfach ein paar Varianten setzen und diese hier zum Vergleich nochmal posten.

Bearbeitet ( von R::bert)

  • Ersteller

Danke für den Tipp. Das ist in der Tat ein interessanter Überblick.

Die Reforma 1969 ist nun natürlich als Flare-Serifenschrift ein bisschen zwischen den Stühlen. Auf keinen Fall Grotesk, aber eben auch keine "echte" Antiqua.

Mein eigener Eindruck ist aber, dass durch die abweichende Größe und den Versalsatz genügend Abstand zur Garamond besteht.  Aber allein der Umstand, dass ich das falsche ß übersehen habe, zeigt, dass mein Eindruck nicht das Maß aller Dinge ist.

vor 39 Minuten schrieb gyps_ruepelli:

Mein eigener Eindruck ist aber, dass durch die abweichende Größe und den Versalsatz genügend Abstand zur Garamond besteht.

Ja, wie gesagt das passt so und man sollte bei der Schriftwahl auch den Inhalt nicht ganz außer Acht lassen. Vielleicht ist eine Flare da sogar stimmiger als eine Sans.

Bearbeitet ( von R::bert)

  • Ersteller
vor 26 Minuten schrieb Diwarnai:

Wie meinst du das?

Na ja - es ist ja eher eine Flare-Serifenschrift. Zumindest würde ich es so sehen.

  • Ersteller
Gerade eben schrieb Diwarnai:

Dann meinst du wohl die Hauptschriftgruppe und ich die Schriftgattung?

Das ist gut möglich. Ich kenne mich - zugegeben - mit der Hierarchie der Bezeichnungen nicht gut aus. 

  • Ersteller

Wie es @R::bertangeregt hat, habe ich nochmal ein bisschen rumgebastelt und tatsächlich für die Überschriften die Reforma 2018 genutzt. Das sieht in der Tat auch überraschend gut aus. Hier eine Kostprobe:

Screenshot_20251222_213203.png.3c455a882f0eca7c3e08e0bf18257ba2.png

  • Ersteller

Ich habe mir das gerade nochmal bei pampatype angesehen. Ganz offensichtlich sind diese Versalligaturen im Gebrauch der Universität vorbehalten.

  • Ersteller
Zeit: 22.12.2025 um 16:59, R::bert schrieb:

Die Schriftmischung kann man so machen, denke ich (Du solltest ggf. noch mal Gewichte gegenüberstellen und im Ausdruck vergleichen – am Bildschirm wirkt der Fließtext-Schnitt zumindest etwas hell).

Sorry, dass ich diesen Thread nochmal hervorkrame. Ich bin das gerade nochmal durchgegangen. Du meintest, dass der Fließtext Dir zu hell vorkäme. Bedeutet das, dass man mehr Zeichen pro Zeile haben sollte? Ich habe den Text so "eingemessen", dass ich möglichts nicht mehr als 70 Zeichen pro Zeile habe (ich zähle die Zeichen mit Hilfe einer Excel-Tabelle). Sollte das mehr sein? Und die Frage, die sich dann auch stellt: Hängt das vom Layout der Überschrift ab?

Vor 23 Minuten, gyps_ruepelli schrieb:

dass ich möglichts nicht mehr als 70 Zeichen pro Zeile habe

Das passt schon, mehr sollten es nicht sein … R::bert bezog sich wohl eher auf das »Gewicht« (Regular, Medium, Semibold etc.) der Schrift, das zu einem für ihn am Montior zu geringen Grauwert führt – so habe ich das zumindest verstanden.

Bearbeitet ( von Norbert P)

  • Ersteller

Mit anderen Worten: Ihm war die Schrift im Grunde zu dünn? Das Problem ist aber wahrscheinlich nur durch einen Wechsel der Schrift zu lösen, oder?

Vor 19 Minuten, gyps_ruepelli schrieb:

Mit anderen Worten: Ihm war die Schrift im Grunde zu dünn? Das Problem ist aber wahrscheinlich nur durch einen Wechsel der Schrift zu lösen, oder?

Tendenziell zu dünn, ja. Aber das kann gedruckt auf dem Papier auch passen. Man sollte es sich nur genau ansehen und ggf. mit einem nächst dickeren Schriftschnitt vergleichen.

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