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Weblizenz kaufen, weil kein kompatibler, echter Webfont-Ersatz für Verdana existiert?

Hervorgehobene Antworten

Treffende Ausarbeitung, @Sebastian Nagel.

Vor einer Stunde, Sebastian Nagel schrieb:

[Verdana] war ja von Beginn an (wie die Georgia, die deutlich besser gealtert ist) eine Schrift und ein Font, der auf Bildschirmen und Rendertechnik von anno dazumal endlich mal brauchbar lesbar war, aber eben mit eigentlich übertriebener x-Höhe, Zeichenbreite und aufwendigem Hinting. Das war damals echt ein Wurf, weil Arial und Times alles andere als bildschirmtauglich waren, aber gestalterisch war da natürlich nie ein Anspruch auf irgend eine Ästhetik da. Heute haben wir höher aufgelöste Bildschirme und wesentlich bessere Raster-Algorithmen, und da kommt dann die volle »Pracht« der Verdana zum Vorschein, und sie überkompensiert die Probleme, die heute nicht mehr akut sind.

Zu diesem Abschnitt über die Verdana noch der Vollständigkeit halber: In puncto Lizenzierung ist hier ja oft von Verdana Pro statt Verdana die Rede.

Die Pro-Version entschäft das Brachiale des Originalentwurfes durch ihre schmalere Subfamilie und die zusätzlichen, leichteren Schnitte vorzüglich, ohne den Verdana-Charakter zu verlieren. Obwohl keine Geometrische, haben die Condensed-Schnitte für mich ein wenig von der Nobel (ich kann gerade nicht definieren, warum – es ist die Textur).

Mit ein wenig Geschick ist damit für meine Begriffe zeitgemäßes Design möglich – über die originale Verdana würde ich das nicht sagen.

Aber keine Frage: es gibt deutlich handzahmere Schriften.

(Abgesehen davon, dass @Martinus seine Website nicht für die schmaleren und leichteren Schnitte optimiert hat und diese darum vermutlich auch nicht einsetzen wird. Mein Einwurf ist somit fürs Protokoll, nicht für den Thread)

  • Ersteller
Vor einer Stunde, Sebastian Nagel schrieb:

Die Frage ist schon, ob die Verdana die Verrenkungen mit Lizenz-Unklarheiten, Lizenz, etc. wirklich wert ist ­­...

Das war ja von Beginn an (wie die Georgia, die deutlich besser gealtert ist) eine Schrift und ein Font, der auf Bildschirmen und Rendertechnik von anno dazumal endlich mal brauchbar lesbar war, aber eben mit eigentlich übertriebener x-Höhe, Zeichenbreite und aufwendigem Hinting. Das war damals echt ein Wurf, weil Arial und Times alles andere als bildschirmtauglich waren, aber gestalterisch war da natürlich nie ein Anspruch auf irgend eine Ästhetik da. Heute haben wir höher aufgelöste Bildschirme und wesentlich bessere Raster-Algorithmen, und da kommt dann die volle »Pracht« der Verdana zum Vorschein, und sie überkompensiert die Probleme, die heute nicht mehr akut sind.

Ich wüsste eigentlich nicht, in welchem Fall die Open Sans, die ja auch »nur« ein Frutiger-Me-Too ist, wie die Verdana, wie die Segoe oder die Myriad, etc. etc., nicht die bessere Wahl wäre, und für die es eine unkomplizierte Lizenz auch für Selfhosting gibt. Wenn das hauptsächliche Problem ist, dass ein Schriftwechsel das bestehende Layout (zer)stört, dann ist (im Web) die Layout-Technik nicht richtig gedacht: es gibt heute defacto keine 4 »breakpoints« mehr, an denen man sich orientieren kann, sondern so viele Fälle, dass jede Optimierung auf bestimmte Breiten zum Scheitern verurteilt ist (das sind keine Exoten die wissen was sie tun). Einigermaßen verlässliche Breakpoints waren 201x, wir sind wieder (fast wie 1996) »fluid«, nicht responsive unterwegs, zumindest was Schrift und Typografie betrifft. Nur zum Glück mit viel viel besseren Steuermöglichkeiten, was die umgebenden Boxen betrifft, die die Texte enthalten (flex, grid, container-queries und -units, ...), damit das Umfeld der (frei fließenden) Texte nicht entgleist und somit steuerbare Typografie unmöglich machen würde.

Ich würde Energie eher da rein stecken das flexibel zu machen, statt alles auf eine Schrift zu optimieren und dann doch noch davon ausgehen zu müssen, dass das bei vielen Betrachtern schlimmer ankommt als etwas das gar nicht optimiert ist – spätestens mittelfristig lohnt sich das.

Georgia bzw. deren free-Ersatz Gelasio habe ich für Überschriften.

Bei mir, also für mittlere Fließtextgrößen und eher nicht hochauflösende Displays sieht Verdana sehr gut aus. Ästhetik ist halt zum einen auch Geschmackssache und zum anderen eine Frage des Einsatzweckes.

Zu hochauflösenden Displays kann ich aber tatsächlich nicht viel sagen. Wie sehen die unguten Überkompensationen denn aus, die vielleicht User mit ihren Smartphones oder FHD/4K-Monitoren wegen der hohen dpi sehen? Wenn da vieles im Argen liegt, was die User erleben und ich nur nicht kenne, dann wäre das ein Grund gegen Verdana. Denn viele sind hochauflösend unterwegs, v.a. mit Smartphones vermutlich.

Hat die neue Verdana Pro denn diese Probleme nicht gelöst?

Ich habe mal zwei screenshots von Text im kleinsten Smartphone-Viewport aus meiner Testumgebung angehängt, der eine mit Verdana, der andere mit (bez. Hinting und Kerning für alle Schriftgrößen und dpi gut optimierten) Inter, ein Px größer. Die Zeilenhöhe ist beim einen etwas mehr, das müsste man sich wegdenken für einen fairen Vergleich. Nur mal so zum Vergleich, der angesichts des fehlenden HW-Aspekes/Auflösung und eines simplen screenshot-Bildes nur als Vergleich zwischen beiden Aussagekraft hat.

Meine Seiten sind mit einem dreispaltigen Grid, mehreren Media Queries und durchgehend fluide gebaut. Die Seiten sind nicht "alles auf die Schrift hin ausgerichtet", aber nach mehreren Monaten bin ich jetzt fast fertig und habe das mit den Systemschriften erst jetzt bemerkt. Jetzt möchte ich weitgehend metrisch kompatible Schriften, die nicht wieder alles ändern. Das ist ein ganz normales Anliegen, das Webdesigner (der ich nur hobbymäßig bin) bestimmt öfters haben.

Open Sans habe ich auch schon probiert. Ich müsste sie wie Inter 1px erhöhen, aber da hat etwas nicht gepasst.

t5-verdana12normalundfett.png

t4-inter13normalundfett.png

  • Ersteller
Vor einer Stunde, D2C schrieb:

Schreib der Schriftgestalterin doch mal. Wer nett fragt und sein Projekt einigermaßen plausibel elaboriert, bekommt nach meiner Erfahrung bei den meisten Foundries Testfonts gestellt.

Danke für den Link, interessant. Wenn ich bei Fontspring nach “Verdana” suche, kommen nur andere Fonts. Aber die Seite ist bei mir auch fehlerhaft, seit sie von Creative Market / Dribbble übernommen und umgebaut wurde, und ich hatte bislang keinen Anlass dazu, dem auf den Grund zu gehen.

Gerne.

Ja, wenn für solche Zwecke Testfonts bereit gehalten werden (würde eigentlich Sinn machen), dann wäre das einen Versuch wert.

22 Stunden her, Martinus schrieb:

Verdana gibt es bei fontspring, 45 EUR pro Schnitt.

Nur zur Klarstellung: Die Verdana Pro wird bei Fontspring nur als Desktop‐, nicht aber als Web‐Lizenz angeboten:

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