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Unbekannter alter Boston-Tiegel
Da ich gerade wieder über diese alte Diskussion stolpere: In der Tat geht das sehr gut. Ich habe inzwischen die Riemen erneuert (schon die Ersatzteilbeschaffung ist da vergleichsweise bequem, festes glattes Chromo-Leder gibt's beim Geschirrsattler binnen 10 Minuten für fast kein Geld) und mit der Presse ganz unterschiedliche Sachen gedruckt, ohne Qualitätsprobleme aufgrund der Lederriemen festzustellen. Die Höhenverstellung durchs Unterfüttern empfinde ich sogar als Vorteil, weil das so sehr einfach möglich ist, wenn man z.B. mal Klischees mit einer abweichenden Dicke hat. Das einzige, was ein bißchen wacklig wirkt, ist eine kleine seitliche Bewegung der Riemen, aber die hat anscheinend keine praktischen Nachteile.
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Unbekannter alter Boston-Tiegel
Es gibt einen Erfolg zu vermelden: Heute abend habe ich es tatsächlich geschafft, den Kniehebel umzudrehen. Schmieren, hin und her drehen, wieder schmieren, ziehen... ein großer Spaß. Aber es stimmt schon, zu zweit handhabt sich so ein Ungetüm einfacher. Tatsächlich sieht die Bewegung des Bedienhebels und des Tiegels im Verhältnis zueinander jetzt aus, wie sie soll. Danke noch mal an alle helfenden Kommentatoren!
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Unbekannter alter Boston-Tiegel
Kein Problem, Deine Bestätigung, daß die Maschine falsch zusammengesetzt ist, war mir schon viel wert. Und ansonsten kann ich berichten, daß zumindest das untere Ende des Kniehebels gerade äußerst leicht herauskam. Am oberen Ende hab ich es tatsächlich mit einem paßgenauen Lager zu tun, aber wozu hat man WD-40 – das arbeitet jetzt erst mal für mich, während ich schreibe.
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Unbekannter alter Boston-Tiegel
Ich denke nicht, daß es mit dem Einklappen des Gelenks getan ist; wie gesagt, über die Streckung hinaus und ein Stückchen nach innen geht es ja jetzt schon. Aber dann stößt der Anschlagzapfen (rot eingekreist) unten gegen das Gehäuse, und die Presse ist nur halb offen, mit den Walzen gerade oberhalb der Form. Vielmehr glaube ich, daß beide Schenkel des Kniehebels mit geschlossenem Gelenk komplett ausgebaut, zusammen um 180° um die Vertikale gedreht, dann der Anschlagzapfen ins Innere der Maschine gefädelt und dabei das Gelenk nach innen eingeknickt, und dann die Lager wieder zusammengesetzt werden müssen. Den Tiegel würde ich dabei in der geschlossenen Position festzurren, das Schwierige werden vermutlich die paßgenauen Lager. Vielleicht geht's ja mit einem Abzieher.
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Unbekannter alter Boston-Tiegel
Nein, Zahnräder und Pleuelstangen sind da nicht verbaut. Dafür aber ein Kniehebel, und da mir die Sache keine Ruhe gelassen hat, habe ich das Gerät heute morgen ans Licht gezerrt und ein Foto von hinten gemacht. Auf dem Bild ist die Presse offen, der Bedienhebel unten (kaum zu sehen, weil er in dieser Perspektive von der Presse fast verdeckt wird), und der Kniehebel steht nach außen. Ich habe ja inzwischen den Verdacht, daß der tatsächlich falsch herum eingebaut ist und eigentlich nach innen gehört. Zuerst hatte ich den Gedanken verworfen, weil der Anschlag an dem oberen Schenkel des Kniehebels gerade so gut paßt, wenn die Walzen am unteren Ende der Form angekommen sind. Inzwischen habe ich noch mal die Innenflächen des Maschinenkörpers abgetastet und alles nachgemessen, und ich habe den Eindruck, daß es auf der im Bild hinteren Innenkante auf passender Höhe tatsächlich eine Anschlagstelle geben könnte. Übrigens: Sollte das Knie nach innen gehören, würde das wohl auch vermeiden, daß es über die volle Streckung hinweg bewegt werden kann. Da letzteres im Moment möglich ist, kommt diese schwer verständliche Bewegung des Aufzugs zustande, der bei einer vollen Bewegung des Bedienhebels sich erst schließt und dann wieder öffnet. Aber der Aus- und Einbau dieses Teils scheint keine Kleinigkeit zu sein, daher bleibt meine Frage weiterhin, ob es vielleicht doch sein kann, daß diese Bedienhebelbewegung nach oben zum Schließen der Presse ernstgemeint ist.
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Beschränkungen im Layout beim Bleisatz
Ich bin zwar sicher, daß Du das weißt, aber für diejenigen Mitlesenden, die TeX nicht so gut kennen: genau das geht mit TeX schon seit eh und je.
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Unbekannter alter Boston-Tiegel
Ja, im Prinzip passiert das auch, nur daß die Hebelbewegung dabei von unten nach oben stattfindet (und eine weitere Bewegung des Hebels nach noch weiter oben den Aufzug wieder ein Stückweit nach unten bringt, und dann wird ein Anschlag erreicht, während die Walzen noch oberhalb der Form stehen). Bisher habe ich jedoch nur Tiegel gesehen, bei denen für den von Dir beschriebenen Vorgang der Hebel von oben nach unten gedrückt werden muß. Daher frage ich mich, ob das eine Wissenslücke bei mir oder ein Fehler am Tiegel oder der Bedienung ist. Wie gesagt, das dachte ich mir schon und will es auch gern machen, aber in der dunklen Ecke, wo der Tiegel derzeit steht, wird das nichts. Ich sehe zu, schnell Bildmaterial zu liefern.
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Beschränkungen im Layout beim Bleisatz
Ja, handelsübliche Vektorschriften ohne Entwurfsgrößen sind im Vergleich zu Metafont-Schriften ein Rückschritt – wenn nur ein Entwurf existiert, dann kann auch TeX nichts weiter machen als zu skalieren. Aber technisch hindert einen ja nichts daran, Vektorschriften in mehreren Entwurfsgrößen zu erstellen und dann als eine Schrift in TeX einzubinden. Solche Sätze von Vektorschriften wurden für die wichtigsten Metafont-Schriften erstellt, und wenn sich jetzt auch anderswo dieses Prinzip so langsam durchsetzt, dann sind diese Schriften mit TeX nutzbar.
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Unbekannter alter Boston-Tiegel
Hallo, während ich noch (mit freundlicher Hilfe aus dem Forum) an der Fehlersuche bei meiner Adana-Presse bin, habe ich begonnen, mich einem anderen Schätzchen zu widmen, das vor kurzem bei mir eingezogen ist und seither noch mangels Zeit und Platzes verschnürt in der Ecke stand: einem großen, alten, schweren A4-Boston-Tiegel. Ein Typenschild oder weitere Informationen fehlen leider, aber es erinnert mich ein wenig an dieses hier: http://www.blog.druckerey.de/?id=316 Nur daß mein Exemplar zusammengesetzt ist, vollständig und auch nicht rostig. Nachdem ich jetzt erstmals seit dem Transport den Handhebel angebaut und die Mechanik bewegt habe, bin ich reichlich verwundert: Eine Bewegung des Hebels von ganz oben nach ganz unten bringt den Aufzug aus einer etwa mittleren Stellung einmal hoch an die Druckform und danach in die untere Position, wobei erst bei der Abwärtsbewegung die Walzen über die Druckform laufen. Das bedeutet, für einen Druck, bei dessen Rücklauf die Form für den nächsten Druck eingefärbt wird, muß man den Hebel nicht nach unten drücken, sondern nach oben ziehen. So etwas habe ich noch nie gesehen und kann mir auch selbst unter der Annahme, daß die Maschine nach einer Wartung oder Restauration falsch zusammengebaut wurde, nicht vorstellen, wie es anders gemeint sein könnte. Daher möchte ich zunächst einmal fragen, ob dieses Bedienprinzip bei Boston-Tiegeln bekannt ist. Für Einzelheiten wird bestimmt gleich der Wunsch nach Fotos aufkommen, aber dafür muß ich das durchweg schwarze Gerät erst mal in den nächsten Tagen aus seiner Ecke herauswuchten. Herzlichen Dank und beste Grüße zur Nacht, Thomas
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Beschränkungen im Layout beim Bleisatz
Hier muß ich der Vollständigkeit halber aber mal auf TeX und Metafont hinweisen. Die stammen aus den späten 70er Jahren und haben von Anfang an mit größenabhängigen Entwürfen gearbeitet. Viele Jahre lang fanden da Rasterschriften Verwendung, die wurden mit Metafont aus einer größenabhängigen mathematischen Beschreibung für den Zieldrucker erzeugt, d.h. in dessen Auflösung und sogar unter Berücksichtigung des Druckbilds (z.B. Korrekturen für verlaufende Farbe bei Tintenstrahlern), und dann für alle definierten Schriftgrößen einzeln in TeX geladen. Als später (90er Jahre?) Vektorschriften in TeX benutzbar wurden, gab es einerseits die klassischen TeX-Schriften in verschiedenen Entwurfsgrößen als Vektorschriften und andererseits alle möglichen anderen Schriften, die dann tatsächlich auch da skaliert wurden.
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Adana-Handtiegelpresse
Stimmt, auf die Idee mit der Cicero-Linie hätte ich auch kommen können. Dann hab ich ja jetzt am Wochenende was zu tun... Danke!
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Adana-Handtiegelpresse
Die Schraube kann ich ja mal lockern und nur so weit anziehen, daß sie gerade fest sitzt. Allerdings begannen die Probleme ja, nachdem ich lange gut drucken konnte, bevor die Schraube für die Vermessung herausgedreht wurde, und ohne daß die Schraube zwischendurch angefaßt worden wäre. Ich kann mir keinen rechten Reim darauf machen, aber Deine Einschätzung nehme ich mal als einen weiteren Anlaß, mir neue Laufräder zu besorgen. Es liegt schlicht daran, daß ich gerade noch mit der Walze gedruckt und sie vorm Fotografieren nicht gereinigt habe. Meine Walzen sind nach dem Reinigen von Ende zu Ende stumpf, auch wenn ihre jungfräuliche frische Farbe längst nicht mehr zum Vorschein kommt. Aber vielen Dank für den Hinweis auf die Paste. Da kann ich auch guten Gewissens sagen, daß ich das nie falsch gemacht habe. Das hab ich mir schon beim Abstellen des Motorrads für den Winter angewöhnt, da will man ja auch keinen Standplatten bekommen. Danke für die Hilfe bisher!
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Adana-Handtiegelpresse
Nachdem ich diese Woche überhaupt keine Zeit fürs Forum hatte, will ich nun noch versuchen, Bilder von meinen Laufrädern nachzuliefern. Schwarz auf Schwarz, da kann ich nur hoffen, daß man etwas Hilfreiches erkennen kann. Die benutzte Lauffläche ist die mit dem größeren Radius. Außer den Fotos habe ich noch eine Grafik angefügt, die den Verlauf der Abweichung vom perfekten Zylinder als Falschfarben sichtbar macht. Die Abweichung auf diesem Bild zwischen Blau und Rot beträgt etwa 0,3 mm. Um ehrlich zu sein, glaube ich nach einigen weiteren Druckversuchen eher tatsächlich an alternden Walzengummi, wobei ich das gut ein Jahr nach dem Kauf als Neuware als reichlich frühzeitig empfinde. Eine Walzenlehre steht auf dem Einkaufzettel, vielleicht bringt die ja etwas mehr Klarheit.
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Adana-Handtiegelpresse
Danke, auch für die Verwendung der Schrift... Aber ich fürchte, ich kann mich gerade nicht gut ausdrücken, denn das, was in der Skizze zu sehen ist, ist mir ja keineswegs unklar. Die Probleme gehen meiner Meinung nach vielmehr da los, wo Unregelmäßigkeiten in den abgenutzten Laufrädern ins Spiel kommen, sodaß die Situation komplexer ist, als es die Skizze nahelegt, in der die Laufräder als perfekte Zylinder mit konstantem Radius angenommen werden.
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Adana-Handtiegelpresse
Ich denke, hier merkt man, daß die Adana als Hobby-Gerät konzipiert wurde. Die Idee ist vermutlich, daß es erst mal schon nicht auffallen wird, und irgendwann ist der kleine Durchmesser der Läufräder dann eben weniger unpassend als der große. Sie wandern und ändern sich, wenn man die Walzen von Hand weiterdreht. Daher hatte ich angenommen, daß entweder die Walzen oder die Laufräder schuld seien, vermutlich eine Kombination aus der Alterung beider. Die Laufräder habe ich vor kurzem auch mal von einem Freund spaßeshalber recht präzise vermessen lassen, da kommen an jedem einzelnen Rad Änderungen des Radius um mehr als einen oder zwei Millimeter vor. Da ich die Höhe insgesamt mit Klebeband auf den Laufschienen korrigiert habe, kann das durchaus zum Abheben führen – denke ich mir. Klebeband wieder wegzunehmen führt aber sofort zu Quetschrändern. Ich denke, die Laufräder sind einfach hinüber. Und um auf den ersten Beitrag dieser Diskussion zurückzukommen: Da sehen die Räder zwar nicht mehr ganz taufrisch aus, aber immernoch besser als meine, wenn ich das jetzt genauer betrachte.