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Fachartikel:

GROSZ, GRÖSSER, am GRÖẞTEN: Der Duden und das große Eszett

Konrad Duden

Die Arbeit von Konrad Duden hatte einen entscheidenden Einfluss auf die Etablierung einer einheitlichen deutschen Rechtschreibung. Duden engagierte sich aber auch im typografischen Kontext, etwa als Mitbegründer des Altschriftvereins oder als langjähriger Unterstützer des Eszett-Buchstabens in seiner kleinen und großen Form. Letzteres soll hier einmal genauer beleuchtet werden. Wir werfen einen Blick auf die Aussagen zur Schreibweise des ß im Versalsatz über sämtliche Duden-Ausgaben hinweg.

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Im 19. Jahrhundert herrschte bei der Schreibung der s-Laute noch ein reichliches Chaos und dies schließt auch das Eszett ein. Dessen Einsatz war zwar in gebrochenen Schriften einigermaßen klar, in Antiqua aber war das Zeichen noch gar nicht etabliert und man konnte es sich allenfalls auf Anfrage von den Schriftgießereien anfertigen lassen. Anfangs halfen sich die Druckereien meist mit der Ersatzschreibweise »ſs«, die der Form des Fraktur-ß zumindest ähnelte. Im Laufe des 19. Jahrhunderts verzichtete man aber zunehmend auf das ſ und für das ß trat dann meist »ss« ein. Ausſchluß in Fraktur wurde zu »Ausschluss« in Antiqua. Der einflussreiche Jacob Grimm grätschte dann Mitte des 19. Jahrhunderts noch mit seiner bevorzugten Schreibung »sz« dazwischen (»Ausschlusz«). So waren zur Repräsentation eines Buchstabens also ganze vier Schreibweisen (ß, ſs, ss und sz) parallel im Einsatz und dabei wurden noch nicht einmal alle, sondern nur die am meisten verwendeten Varianten berücksichtigt.

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1880 erschien der sogenannte Ur-Duden als »Vollständiges Orthographisches Wörterbuch der deutschen Sprache« im Verlag Bibliographisches Institut Leipzig. Konrad Duden legte damit den Grundstein für eine deutsche Einheitsorthografie. Nach dem politischen Scheitern der 1. Orthographischen Konferenz (1876) setzte sich Dudens Werk nach und nach im gesamten Reich durch, zunächst auch ohne amtliche Unterstützung und sogar gegen ausdrücklichen Widerstand, etwa durch Reichskanzler Bismarck. Dabei half auch, dass das Werk im Wesentlichen mit der preußischen und bayrischen Schulorthografie im Einklang stand. Auch Setzer, Drucker und Korrektoren richteten sich in der Folge immer mehr in orthografischen Fragen nach diesem Wörterbuch.

Zum Antiqua-Eszett heißt es im Ur-Duden:

Die S-Laute in lateiniſcher Schrift.

Zu merken iſt, daß man in lateiniſcher Schrift s für ſ und s ohne Unterſchied, ss für ſſ und ſs für ß anwendet. Statt ſs iſt auch ß zuläſſig.

Diese Regel ist in durchaus bemerkenswert. Für die zwei s-Formen wurden die Modernisierungsbestrebungen der Zeit aufgenommen und nur noch die Schreibung mit rundem s zugelassen. Der dadurch zementierte Bruch in den Satzregeln zwischen Antiqua- und Frakturschreibung wurde also bewusst in Kauf genommen. In gleichem Sinne hätte auch das Eszett leicht abgeschafft und durch zum Beispiel »ss« oder »sz« ersetzt werden können. Stattdessen wurde es aber ausdrücklich in die Antiqua übernommen. Und dies obwohl die gleiche Regel den ersten Bestandteil der Schreibung »ſs« in seiner einzelnen Anwendung für die Antiqua ausdrücklich verbot. Das Eszett war für die Wiedergabe der deutschen Sprache zu wichtig geworden und nicht mehr nur ein Zeichen des Fraktursatzes.

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Dass hier zunächst »ſs« die Hauptform war, zeigt ein typisches Henne-Ei-Problem bei der Fortentwicklung des Alphabets seit dem Buchdruck mit beweglichen Lettern. Vertreter der Rechtschreibung können nicht einfach Buchstaben erfinden. Sie könnten ja nicht einmal die entsprechenden Regeln in gedruckter Form verbreiten. Sie müssen auf dem aufbauen, was von Schriftgießereien angeboten und in Druckereien vorhanden ist. Doch warum sollte man sich in Gießereien und Druckereien die Mühe machen, neue Zeichen zu entwickeln respektive vorzuhalten, wenn es keine Rechtschreibregeln gibt, die sie legitimieren. Schrittweise Einführungen mit Varianten – wie wir sie hier sehen ­– sind also kein Zufall.

In der Auflage von 1888 erhielt die Antiqua-Eszett-Regel dann eine neue, interessante Fußnote:

Preußen verlangt ſs, Württemberg ß. Da die Anwendung zweier Buchſtaben für einen Laut ein Notbehelf iſt und namentlich für die Schüler, z. B. bei der Silbentrennung, etwas Irreführendes hat, ſo verdient ß den Vorzug. Nur muß es in einer Weiſe dargeſtellt werden, daß es nicht aus dem Charakter der lateiniſchen Schrift herausfällt.

Konrad Duden bekannte sich hier klar zum Eszett als einzelner Buchstabe und begründete dies auch. Er sah im Eszett die Repräsentation eines Lauts und dies verlangte für ihn einen einzelnen Buchstaben – alles andere wäre nur ein »Notbehelf«.

Die 2. Orthographische Konferenz im Jahr 1901, an der auch Konrad Duden teilnahm, war dann die endgültige Verwirklichung der einheitlichen deutschen Rechtschreibung. Die Regeln traten nun amtlich für Deutschland, Österreich und die Schweiz gleichermaßen in Kraft. Zu den S-Lauten in Antiqua heißt es nun:

Amtliche Rechtschreibung von 1901

In lateiniſcher Schrift ſteht s für ſ und s, ss für ſſ, ß (beſſer als ſs) für ß, für ß tritt in großer Schrift sz ein, z. B. MASZE (Maße), aber MASSE (Maſſe).

Das kleine Eszett wurde damit ausdrücklich für die Antiqua bestätigt und die Schriftgießereien im deutschsprachigen Raum verständigten sich in der Folge auf die Einführung des kleinen Eszett in sämtliche Schriftarten ab 1903/04. Die zeitgleiche Einführung eines großen Eszett wurde 1903 besprochen, letztlich aber vertagt.

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Beispiele neuer Antiqua-Eszett-Formen im frühen 20. Jahrhundert

Das Eszett im Versalsatz

Mit den amtlichen Vorgaben bekam nun auch die Versal-Schreibweise des ß in Antiqua erstmals eine klare Regel, die überraschenderweise aber von der üblichen Ersatzschreibung mit Doppel-S abwich. Wie schon erwähnt, konnten die Rechtschreibvertreter nicht einfach einen Buchstaben erfinden. Ein großes Eszett war zwar schon seit 1879 diskutiert worden, fand sich aber noch nicht in gängigen Satzschriften. Grund für die gewählte neue SZ-Regel war die bessere Repräsentation des Eszett im Versalsatz, die durch das Beispiel MASZE/MASSE demonstriert wurde. In Fachkreisen kam diese Regel jedoch nicht sonderlich gut an und wurde vielfach auch einfach ignoriert. Zu sehr hatte man sich schon an Schreibweisen wie PREUSSEN gewöhnt. Und diese Gewöhnung hatte ein Gefühl einer Richtigkeit erzeugt. Die Schreibweise PREUSZEN wurde in Fachkreisen als hässlich und fremdländisch wirkend beschrieben.

Nichtsdestotrotz war die bloße Existenz einer einheitlichen amtlichen Rechtschreibung im Grundsatz ein Segen für das druckgrafische Gewerbe. Nur an einer Sache störte man sich noch sehr: es gab noch zu viele Varianten. Man wollte mehr Eindeutigkeit. So kam es zu Gesprächen mit Konrad Duden über die Erstellung eines speziellen Dudens für das druckgrafische Gewerbe. Dies scheiterte jedoch an den vertraglichen Beziehungen Dudens mit dem Bibliographischen Institut und so wurde das Buch letztlich vom Verlag selbst angeboten. Im neuen Buchdrucker-Duden taucht die obige Regel dann folgendermaßen auf:

Für ß wird in großer Schrift (bei Verſalien und Kapitälchen) sz angewandt, z. B. MASZE (Maße), aber MASSE (Maſſe) –, STRASZE, PREUSZEN, MEISZNER, VOSZ.

Neu ist folgender Zusatz:

Die Verwendung z w e i e r Buchſtaben für e i n e n Laut iſt nur ein Notbehelf, der aufhören muß, ſobald eine geeignete Type für das große ß geſchaffen iſt.

Was Duden früher schon zum kleinen Eszett schrieb, wurde nun auch auf das große Eszett übertragen. Er wünschte sich auch im Antiqua-Versalsatz zur Repräsentation eines Lautes einen Buchstaben, also ein großes Eszett. Die SZ-Schreibweise hatte er in der Orthographischen Konferenz mitgetragen. Denn seine oberste Priorität war immer die Einheitlichkeit der Rechtschreibung und er stellte diese notfalls auch über seine persönlichen Vorlieben. Entsprechend unglücklich war er über die Abweichler, die die amtlichen Regeln ignorierten und etwa das ſ in der Antiqua weiterbenutzten oder im Versalsatz das ß durch SS wiedergaben. Dies bezeichnete er als »falsch und mit Nachdruck zu bekämpfen«.

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Zwei Beispiele für Antiqua-Buchdruckschriften, die Anfang des 20. Jahrhundert mit kleinem und großem Eszett erschienen (links: Grimm-Antiqua, rechts: Koralle)

Für Duden war der Weg zum großen Eszett also klar: es musste erst eine schriftgestalterische Lösung her und die Anwendung musste dann durch politischen Beschluss legitimiert werden. Konrad Duden erklärte sogar, wie er sich das große Eszett gestalterisch vorstellte:

Konrad Duden, 1908

❞ Schon bei früheren Gelegenheiten, wo ich um meine Meinung gefragt wurde, habe ich mich dahin ausgesprochen, daß die Lösung nur in der Schaffung eines Versal-ß, d. h. einer Vergrößerung des kleinen ß zu suchen sei. Ein solches Versal-ß wäre keine neue Letter; es hätte nichts fremdartiges und würde sich daher viel leichter einbürgern als jede noch so geschmackvolle Neubildung aus den beiden Elementen S und Z. Es gefällig und deutlich zu gestalten und besonders seine zu große Ähnlichkeit mit B zu vermeiden, ist eine gewiß nicht ganz leichte, aber jedenfalls doch lösbare Aufgabe.

Konrad Duden konnte nicht ahnen, dass noch mehr als 100 Jahre vergehen sollten, bis dieser Wunsch in Erfüllung ging und das große Eszett in genau dieser Gestaltungsweise üblich und in der Anwendung amtlich wurde. Dabei gingen die Debatten um das große Eszett Anfang des 20. Jahrhunderts durchaus weiter und einige Schriftgießereien boten das Zeichen sogar für ihre Schriften an. Von einer Üblichkeit oder gar Durchsetzung war man allerdings weit entfernt.

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Duden, 1919

1941: Eine Zäsur

Die Eszett-Regeln von 1901 hatten im Wesentlichen 40 Jahre lang Bestand. Im Zuge von Hitlers Durchsetzung der Antiqua statt der Fraktur ab 1941 gab es in den Reichsministerien auch Diskussionen über eine gleichzeitige Umsetzung von Rechtschreibreformen. Viele Details waren strittig, aber man verständigte sich zumindest darauf, in der nun Normalschrift genannten Antiqua das Eszett der Fraktur durch Doppel-s darzustellen. Diese Idee schaffte es im Innenministerium bis hin zu einen Erlass-Entwurf. Letztlich urteilte Hitler selbst und seine Entscheidungen sind in einem Schreiben des Reichsministers und Chefs der Reichskanzlei an den Reichsminister des Innern so dokumentiert:

Der Führer hat sich für die Beibehaltung des »ß« in der Normalschrift entschieden. Er hat sich aber gegen die Schaffung eines großen »ß« ausgesprochen. Bei der Verwendung großen Buchstaben soll das »ß« als »SS« geschrieben werden.

Der Große Duden änderte entsprechend seine Regeln. Das Eszett wurde im Versalsatz nun mit SS wiedergegebenen und SZ nur noch bei möglichen Missverständnissen erlaubt. Konrad Dudens Beschreibung als Notlösung und der Wunsch nach einem echten großen Eszett wurden übrigens auch in der Auflage von 1941 noch abgedruckt, lange nach dem Tod Konrad Dudens im Jahr 1911.

Der Große Duden, 1941, 12. Auflage

Für ß wird in großer Schrift allgemein SS angewandt, z. B. STRASSE, PREUSSEN, doch kann man um Verwechslungen vorzubeugen, auch SZ anwenden, z. B. MASZE (Maße), aber MASSE (Maſſe);

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Der Duden in Ost und West

Nach dem 2. Weltkrieg entstanden unabhängige Duden-Ausgaben in Ost- und Westdeutschland. Die 1941 aufgestellten Regeln zur Darstellung des ß im Versalsatz blieben im Wesentlichen bis zur Rechtschreibreform von 1996 unverändert. Nur Formulierungen und Beispielwörter wurden hier und da abgewandelt. Es blieb bei SS und dem optionalen SZ bei möglichen Missverständnissen.

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Nach dem Ende der Fraktur als allgemeine Verkehrsschrift lag der Fokus nun ganz auf der Antiqua und es standen auch schon bald wieder Rechtschreibreformen im Raum, die erneut eine mögliche Abschaffung des Eszett beinhalteten. In der DDR reagierte man darauf nicht nur ablehnend, sondern setzte diesen Bestrebungen vielmehr die Verbesserung der Eszett-Anwendung durch Schaffung eines großen Eszett entgegen. Der Duden ging gleich mit gutem Beispiel voran und brachte ein großes Eszett auf den Buchdeckel.

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Im Innenteil hieß es:

DER GROẞE DUDEN (Leipzig), 15. Auflage, ab 1957

Das Schriftzeichen ß fehlt leider noch als Großbuchstabe. Bemühungen, es zu schaffen, sind im Gange. Es wird jetzt noch ersetzt durch SS oder, falls Mißverständnisse möglich sind, durch SZ.

Beispiele: STRASSE, ROCKSCHÖSSE, IN MASSEN GENOSSEN, aber: IN MASZEN GENOSSEN

Die Meinungen zum großen Eszett waren im druckgrafischen Gewerbe der DDR zumindest tendenziell durchaus recht wohlwollend, aber der einzige Schriftanbieter der DDR (VEB Typoart Dresden) nahm das große Eszett nicht in seine Schriften auf und so blieb es letztlich bei Einzelanwendungen als Lettering-Arbeiten oder Drucken mit speziell angefertigten Bleisatzbuchstaben.

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Eine Lettering-Anwendung mit großem Eszett. Mitteldeutscher Verlag Halle-Leipzig ­• 1968• Gestaltung: Günter Gnauck

Spätere Duden-Ausgaben in der DDR benutzen dann wieder eine gemischte Schreibung für den Buchdeckel. Die Einführung des großen Eszett scheiterte abermals. In Westdeutschland hatte es entsprechende Bestrebungen gar nicht erst gegeben. Der Wiesbadener Duden erklärte nur neutral: »Das Schriftzeichen ß fehlt als Großbuchstabe«.

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In den 1980er-Jahren war das große Eszett im Duden kein Thema mehr

Nach der Rechtschreibreform von 1996

Mit der letzten Rechtschreibreform wurde die optionale SZ-Schreibung entfernt und nur noch SS beibehalten. Der Grund dürfte sein, dass die Schreibung mit SZ in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kaum noch angewendet wurde.

Duden, Die deutsche Rechtschreibung, 21. Auflage, ab 1996

[…] Auch bei Verwendung von Großbuchstaben steht SS für ß ⟨§ 25 E3⟩.

Das gilt besonders für Überschriften, Buchtitel, Plakate u. Ä.

STRASSE, AUSSEN, FUSSBALL

Diese Schreibung stand jedoch im Widerspruch zur wiedereingeführten Heyse’schen s-Schreibung in der regulären gemischter Schreibung. Dies befeuerte zur Auflösung der Inkonsistenz ein weiteres Mal die Forderungen nach einem großen Eszett.

Nach der Aufnahme des großen Eszett in den Unicode-Standard im Jahr 2008 wurde die Anwendung des großen Eszett zumindest in technischer Hinsicht möglich und immer mehr Fonts enthielten nun ein entsprechendes Zeichen. Die Duden-Ausgabe von 2009 bemerkte jedoch gleich mahnend, dass diese Form noch nicht amtlich legitimiert ist.

Duden, Die deutsche Rechtschreibung, 25. Auflage, ab 2009

Für den im internationalen Standard-Zeichensatz »Unicode« (ISO/IEC 10646) verzeichneten Großbuchstaben für das ß gibt es derzeit noch keine allgemein verwendete Schriftform. Er ist nicht Gegenstand der amtlichen Rechtschreibregelung.

Amtliche Rechtschreibung von 2017

Mit der amtlichen Rechtschreibung des Rechtschreibrates aus dem Jahr 2017 wurde das große Eszett endgültig zum vollwertigen 30. Buchstaben des deutschen Alphabets. Die seither erschienenen drei Duden-Ausgaben (2017, 2020 und 2024) erlaubten nun auch die Anwendung des großen Eszett als »fakultative« Variante.

Duden, Die deutsche Rechtschreibung, 27. Auflage (2017), 28. Auflage (2020), 29. Auflage (2024)

[…] 2. Bei Verwendung von Großbuchstaben steht traditionellerweise SS für ß. In manchen Schriften gibt es aber auch einen entsprechenden Großbuchstaben; seine Verwendung ist fakultativ ⟨§ 25 E3⟩. […]

STRASSE, AUSSEN, FUSSBALL
Auch: STRAẞE, AUẞEN, FUẞBALL

Die Formulierung ist dabei zurückhaltender als in der amtliche Rechtschreibung selbst. Dort ist seit 2024 das große Eszett die Hauptform und die Schreibung mit SS ist die mögliche Variante geworden.

Doch wie dem auch sei: Konrad Dudens Wunsch aus dem Jahr 1888 ist erfüllt. Die vielen Varianten des 19. Jahrhunderts und die Notlösungen des 20. Jahrhunderts sind nicht mehr nötig. Das Eszett kann als ein Buchstaben für einen Laut in groß und klein dargestellt werden:

  1. Der große Duden

  2. DER GROẞE DUDEN


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