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Noch 'ne Grotesk? Oder wohin wird die Reise gehen ...

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Das 20. Jahrhundert hatte ein bewegtes Typedesign. Fraktur bis Antiqua, Bauhaus bis Grunge-Typo und dem Sieg der Groteskschriften. Doch was wird der Trend für das 21. Jahrhundert werden? Brauchen wir noch mehr Kievits, Units und Myriads oder wie wird die Gegenbewegung dazu aussehen? Wie wird die Schrift sich in diesem Jahrhundert entwickeln? Wie sind eure Prognosen?

Ralf

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Ich bin mir nicht so sicher, dass Groteskschriften »gesiegt« haben. Klar, 1999 waren die viel häufiger als in 1901 gesetzt. Aber, so schnell als mann von Deutschland/die Schweiz/Holland rausfahrt, sieht mann mehr und mehr Serifs.

Heathrow Flughafen in London—eine Navigationsystem sogar aus eine halbfette Serifenschrift. Relativ neu.

Gerard Ungers Schrift für die Jubillee in Rome 2000—auch eine Groteskschrift.

In den USA sah ich immer mehr Serifenschriften als ohne.

Sogar hier in Deutschland ist den Lesetext in fast jeder Zeitung, Zeitschrift, und Buch in einer Serifenschrift gesehen.

An der TYPO habe ich mit jemandem unterhalten, welche Schrift »die« Schrift der 20. Jahrhundert war. Ich dachte, auf jeden Fall Helvetica oder Univers. Nein, sagte er. Die Times New Roman. Four Words: Microsoft Word Default Font.

In Eyewire Magazine (gibts nicht mehr), es gab eine Artikel zum Millenium: Was wird die Schrift des neuen Milleniums sein? Ganz einfach schreib Frau Robin Williams: ganau die glieche wie des letzten Milleniums—Garamond.

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Ich denke es werden zwei Dinge geschehen:

Es wird noch für einige Zeit weitere Mischformen geben: Serifenlose mit deutlichem Antiqua-Charakter, und umgekehrt (z.B. eine Gill, Syntax, oder – aktueller – FF Legato).

Und wesentlich deutlicher noch: Ein Trend zur Schriftsippe, die aus beiden Typen besteht und die sich so sehr vielseitig einsetzen lassen. Da gibt es ja in letzter Zeit sehr viele Beispiele (Thesis, Quadraat, Fedra, ...)

In der Buchgestaltung wird es bei Romanen wohl weiterhin bei gewohnten bleiben (Garamond und ähnliche), auch im Bereich Sachbücher habe ich jetzt schon einige neue Werke gesehen, die wieder in Antiqua gesetzt sind.

Auch Zeitschriften finden teilweise, wenn mich nicht alles täuscht, langsam zur Antiqua zurück (oder eben zu Mischformen wie oben genannt).

Im Corporate-Bereich werden sich die Sippen durchsetzen, da dadurch das leidige Problem "welche Schrift passt zu..." aus der Welt geschafft ist. Langsam kriegt man in diesem Bereich ja schon eine gute Auswahl.

Im Privatbereich tippe/hoffe ich auf die neuen Schriften die mit Windows Longhorn ausgeliefert werden sollen. Was man bisher gesehen hat verspricht immerhin besser zu werden als der Status Quo in diesem Bereich.

Welche Bereiche habe ich jetzt übersehen?

Und jetzt noch ein persönlicher Trend (der aber völlig unbedeutend ist): nach einem praktisch unbrauchbaren konstrukt-Font der weder das eine noch das andere ist, sind meine letzten beiden Entwürfe beides Antiquas... :wink:

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Ich bin mir nicht so sicher, dass Groteskschriften »gesiegt« haben.

Meine Frage zielte vor allem auf den werblichen Bereich ab. Natürlich werden Lesetexte auch sicher weiterhin in Serif bleiben.

@HD

Warst du gerade in Eile oder wie kommst zu dieser Antwort?

Es war zwar auch ein Trend des 20. Jahrhunderts das Ende von Buch und Schrift zu propagieren, aber die Erfüllung dieser Prophezeiung lässt wohl noch eine Weile auf sich warten …

Ralf

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>Meine Frage zielte vor allem auf den werblichen Bereich ab.

Ach so. Dann erwarte ich viele Groteskschriften noch. Zumindest über die nächste 20 Jahren oder so. Vielleicht länger.

Obwolh Schriften wie Legato super-schön sind, ich denke lieder, dass sie nicht Schriften wie Thesis ersetzen wird.

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Ich denke, man darf das nicht so absolut sehen. Die Grotesk wird es auch weiter neben der Serif geben; die Verwendungen rechtfertigen den jeweiligen Gebrauch – und natürlich diverse Moden. Vielleicht geht der Trend allgemein sogar zu einer Wieder-Entdeckung der Fraktur...?

Wenn ich so meine kommenden Schriften anschaue, die ich gerade bearbeite, sind da sowohl neue Grotesk als auch neue Serifen-Fonts dabei. Aber eben auch Fraktur-Fonts.

Prinzipiell denke ich, daß es neben völligen Neuentwicklungen mit neuem (innovativen - wenn es sowas im Schriftbereich überhaupt gibt) Design a la emigres 'Ottomat' auch wieder viele neue Schriften geben dürfte, die alte Designs neu aufleben lassen. Es gibt wahrlich noch etliche Schätze zu heben - und ich bin auch gerade dabei.

Man darf also gespannt bleiben.

[preusss]

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Ich nehme an, dass sich die Auflösung der Computerbildschirme in Zukunft deutlich verbessern wird.

Von den derzeit meist 96 dpi geht's vielleicht in Richtung 300 dpi - bei Laptops ist der Trend zu besserer Auflösung schon länger sichtbar; leider noch nicht bei Tischmonitoren.

Was heißt das für Schriften? Vielleicht werden Verfahren wie Hinting und ClearType weniger wichtig oder sogar unnötig. Dann eignet sich jede Schrift auch als Bildschirmschrift, Schrifterstellung wird einfacher, und es gibt mehr interessante, gutaussehende Computerschriften - endlich mehr Optionen fürs Internet als Verdana und Georgia.

Nur so ein Gedanke.

Gruß,

Christian

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  • 3 Monate später...
[...]der Buchhandel bekommt Haarausfall.

Na klar, so wie seit Internet keine Zeitungen mehr gibt.

Dem Buchhandel geht es schlecht, das stimmt, aber ein

Buch ist einfach ein Buch. Egal wie hochauflösend oder wie

dünn - ein Display-Mobile kommt da nicht hin.

Hoffe ich zumindest.

Gruß

sleepless

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Wieviele Vinyl-Platten hast du dieses Jahr gekauft?

Sobald es zum Buch ein vergleichbares, haptisch gleichwertiges oder an praktischem Nutzen überlegenes Medium gibt, stirbt das Printmedium. Schon aus ökologischen und wirtschaftlichen Gründen.

Wenn ich morgen etwas kaufen kann, was sich anfühlt wie ein schönes echtes Hardcover-Buch, richtig edel, in dem ich Blättern kann, print-echte Typographie habe, daß meine gesamten Bücher in sich aufnehmen kann, aber auch Photos zeigt, Notizen in Dokumente umwandelt, Organizer und MNP3-Player usw pp ist... tschüss ihr lieben Paperbacke.

Wahrscheinlicher ist aber eine Art Gegenstück zum Kopfhörer, weil der Markt nicht der Ersatz vom Buch ist sonder Video-on-the-Go.

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Wieviele Vinyl-Platten hast du dieses Jahr gekauft?

Oh, das ist gerade ein schlechtes Beispiel. Der Absatz von Vinyl hat sich wieder belebt, die Verkaufszahlen sind wieder steigend.

Übrigens glaube ich auch, daß das Internet Printmedien nur in bestimmten Bereichen ersetzen kann - beim Lexikon zum Beispiel. Aber die Tageszeitung und den Roman wird es noch sehr lange geben ...

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Übrigens glaube ich auch, daß das Internet Printmedien nur in bestimmten Bereichen ersetzen kann - beim Lexikon zum Beispiel. Aber die Tageszeitung und den Roman wird es noch sehr lange geben ...

Bei den Lexika und Büchern stimme ich zu, aber gerade die Tageszeitung ist als Wegwerfprodukt prädestiniert für eine Digitalisierung. Ein automatischer Download auf das ePaper, interaktiv mit Videos statt Fotos (a la Daily Prophet :wink:) etc.

Da ist der Mehrwert mit Verdrängungspotential offensichtlich.

Ralf

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Viny verkauft sich nur noch an Spezialgruppen... Vintage-Hifi-Freunde mit tonnenschweren Plattenspielern, Oldiesammler und als wahrscheinlich größte Zielgruppe an DJs und Techno/House/Electronica-Fans. Ebenso werden sich Brockhaus immer an Sammler und Regale-Vollmacher verkaufen. Dennoch sind online-Nachschlagewerke medial sinnvoller und werden das Hauslexikon ablösen, haben es größtenteils schon.

Die wenigen Leute, die überhaupt noch lesen, hängen am nostalgischen Papierbuch, sicher (und da gehöre ich auch zu). Ich lese eBooks, weil ich so unterwegs nur mit dem PDA bewaffnet wenigstens ETWAS zum Lesen dabeihaben kann :-D... aber bis jetzt ist das nicht das gleiche. Das wird sich so in 5 bis 10 Jahren grundlegend geändert haben und ein Wechsel wird unter dem Aspekt Alle-Gadgets-in-einem und auch unter ökologischen Gesichtspunkten Sinn machen. Die Bücher, die man hat, liegen dann zusammen mit Videos und Musik brav auf einem zentralen Server und können bei Bedarf abgerufen werden. Das Leseerlebnis wird sich haptisch entweder gar nicht vom Buch unterscheiden (inklusive evtl. umblättern) oder so anders und so viel praktischer sein, daß der Vergleich Vinyl-iTunes durchaus gerechtfertigt ist. Es sind verschiedene Erlebnisse und beide haben ihre Nische, aber man merkt schon schnell, was retro und was Zukunft ist. Und Papierbuch ist retro.

Was die Tageszeitung angeht... außer Zeit und Spiegel lese ich momentan fast alles nur noch online. Geldsparen, Müllsparen, Zeitsparen. Bei der Zeit sind die Artikel zu gut und zu lang, um sich stundenlang am Rechner aufzuhalten, mit dem Spiegel will ich Montags abends in der Wanne liegen dürfen... bei einer Tageszeitung ist das komplett anders.

Und... man darf die Vernetzung, die wir in ein paar Jahren haben werden, nicht mit dem Web von heute vergleichen, nicht einmal ansatzweise. Datendurchsätze werden so sein, daß man sie nicht mehr thematisiert... wann hat man das letzte Mal beim TV über die Downstreamgeschwindigkeit diskutiert?... , es wird komplett mobil sein (ist es in Japan bereits heute, es wird mehr via Handy gesurft als via Computer). Es macht Sinn, dann eine Medienkovergenz vorherzusehen... und braucht auch nicht mehr allzuviel Phantasie, find ich.

Wobei ich nie den absoluten Tod des Buches vorhersagen würde, aber die generelle Medientendenz geht zum digitalen Content. Und das schneller, als ich vor ein paar Jahren noch angenommen hätte. Ich gehe also davon aus, daß die Entwicklung sich zunehmend beschleunigen wird.

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Genau, Ralf. Man darf nicht den Fehler machen, heutige technische Geräte auf morgen zu projizieren.

Wenn man zu Zeiten des Gramophons von tragbarer Musik gesprochen hätte, hätten die Leute nicht an den Walkman oder den iPod gedacht (beides ja auch eher unpraktische Zwischenstufen), sondern sich mokiert, das man sich so einen Plattenspieler mit Trichter auf den Rücken binden wolle.

Ich rede nicht vom Palm. Ich rede vom digitalen Buch. Entweder via e-Papier oder via einer Goggles-Lösung oder holographieartiger Projektion.

Der tatsächliche große Nachteil digitaler Medien ist das Verfallstempo.

Während in meinem Keller noch ein Brockhaus von 1886 vergammelt, kann ich Datenbestände von Digital-Lexika, die wenige Jahre alt sind, nur noch bedingt updaten. Die Frage ist eher: Wie lange hält eine Vinyl-Platte und wie lange können wir Mp3s lesen. Schon heute ist ein nicht zu unterschätzender Berufszweig nur damit beschäftigt, Daten jeweils auf neue Plattformen usw. zu konvertieren.

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