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Gedanken kenntlich machen

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Hallo zusammen,

ich schreibe in TeX an einem Buch und habe mich für Guillemets als Anführungszeichen entschieden.

Leider habe ich bisher keine Regel für die Kenntlichmachung von Gedanken gefunden.

Es geht dabei speziell um Sätze, die ohne weitere Erklärung oder direkte Rede gedacht werden.

In meiner Schulzeit habe ich immer halbe deutsche Anführungszeichen benutzt.

In einigen Büchern habe ich die Verwendung von halben Guillemets für gedachte Sätze gefunden,

würde aber gerne wissen, ob es entsprechende Regeln oder Richtlinien dafür gibt.

Vielen Dank für eure Hilfe!

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ich schreibe in TeX an einem Buch und habe mich für Guillemets als Anführungszeichen entschieden.

Leider habe ich bisher keine Regel für die Kenntlichmachung von Gedanken gefunden.

Erstmal ein herzlicher Willkommensgruß!

Neben der Wahl des Satzprogrammes war auch die Entscheidung für Guillemets richtig, denke ich. Mir sind noch keine guten Argumente für deutsche Gänsefüßchen untergekommen. Was die Auszeichnung von Gedanken angeht, so stellt sich erstmal die Frage nach dem Charakter des Buches:

In sprachwissenschaftlichen Veröffentlichungen hat sich folgende Differenzierung herausgebildet:

  • Gebrauch eines Wortes (ohne Markierung)

  • Anführung einer »Wortform« (in Anführungszeichen)

  • Anführung eines Wortes (kursiv)

  • Anführung eines ›Begriffes/Gedankes‹

Diese Unterscheidungen sind erstens spitzfindig und zweitens keineswegs verbindlich.

In der Belletristik habe ich auch schon durchgehend einfache Guillemets für direkte Rede gefunden. Gedanken werden von der direkten Rede meist nicht unterschieden. Manchmal werden sie im Gegensatz zur Rede gar nicht ausgezeichnet, manchmal werden sie – besonders bei längeren Einschüben inneren Monologs – kursiv gesetzt. Es herrscht beinahe Beliebigkeit, eines würde ich allerdings nicht machen: verschiedene Anführungszeichen mischen.

Gruß, Georg

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Hallo und Danke für die Willkommensgrüße!

Vorab zum Thema TeX:

Ich bin TeX-Anfänger, aber dennoch jetzt schon begeistert von diesem Konzept und der damit verbundenen (erzwungenen) Arbeitsweise, im Gegensatz zu diversen Office-Paketen, bei denen ich diese Arbeitsweise, vermutlich aus Bequemlichkeit, bis jetzt nie erreicht habe, sprich, einfach munter formatiert, ohne sich Gedanken über die Auszeichnung der Elemente zu machen.

Vorab zum Thema Anführungszeichen:

Erst als ich vor kurzem gelesen habe, dass man Guillemets offiziell in der deutschen Schriftsprache benutzen darf, habe ich mich dafür entschieden. Mein subjektiven Gründe (als typografischer Laie) waren das bessere Aussehen und die klarere Erkennbarkeit, ohne sich dabei aber zu sehr aufzudrängen.

Zum Hauptthema:

Die von mir vergessene Information ist, dass es sich um Belletristik handelt, ich aber auf Grund der anscheinenden Wahlfreiheit alle Varianten in Betracht gezogen habe, außer eine Mischung von Anführungszeichen, welches für mich einfach schlecht aussieht.

Ich denke, die Wahl der Anführungszeichen für Gedanken ist (auch) eine Frage des Schreibstils. Ich möchte in Dialogen zwischen Charakteren, diesen auch den Charakteren überlassen und Deklarationen wie sagte er / dachte sie et cetera deshalb möglichst nicht benutzen. Somit scheidet eine Nicht-Anführung (welch ein Unwort) für mich aus.

Gleichzeitig finden öfters schnelle Wechsel zwischen Sprach- und Gedankenwelt statt, womit eine gleiche Anführung für mich auch ausscheidet.

Eine kursive Markierung wird in scrbook im KOMA-Script für die Betonung mittels \emph benutzt, was ich auch beibehalten möchte, womit kursiv für mich auch ausscheidet.

Somit bliebe mir nur noch die, eigentlch der wissenschaftlichen Literatur zugeordneten Form ›Gedanke‹. Da, wie geschrieben beinahe Beliebigkeit herrscht und die eigentliche zugeordnete Benutzung Zitat im Zitat bei mir eher selten auftritt, sollte es keine Probleme damit geben, hoffe ich.

Vielen Dank für die aufschlussreiche Aufklärung!

Nebenbei: Ein sehr interessantes Forum!

Gruß,

Marcel

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