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Duden oder DIN 5008


Ebunsen

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Hallo zusammen,

ich schreibe zurzeit an meiner Doktorarbeit (Fahrzeugtechnik) und bin auf einige Probleme bezüglich der korrekten typographischen Umsetzung des Textes gestossen. Sind die Vorgaben des DUDEN oder der DIN 5008:2005 bindend? Da gibt es ja durchaus einige Unterschiede. Sehr bedauerlich wie ich finde :( .

Einige Beispiele: der DUDEN sieht zwischen Zahl und Einheit (5 m) einen kleinen Leerraum vor, die DIN 5008 eine Leerzeile. Beim Strich für "bis" (234-350) sieht der DUDEN keinen Leerraum vor (kompress) wohingegen die DIN 5008 nun wiederrum eine Leerzeile empfiehlt usw.

In der Hoffnung, dass die Frage nicht schon x-mal gestellt wurde, aber die Suche hier im Forum erbrachte nichts.

Vielen Dank!

Gruß Eike

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Die DIN ist vor allem auf Textverarbeitung und Maschinenlesbarkeit ausgelegt, der DUDEN richtet sich eher an Lektoren und Setzer.

Ich würde im Zweifelsfall dem DUDEN den Vorzug geben.

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Gast njr
Einige Beispiele: der DUDEN sieht zwischen Zahl und Einheit (5 m) einen kleinen Leerraum vor, die DIN 5008 eine Leerzeile. Beim Strich für "bis" (234-350) sieht der DUDEN keinen Leerraum vor (kompress) wohingegen die DIN 5008 nun wiederrum eine Leerzeile empfiehlt usw.

Wenn das tatsächlich so geschrieben steht, spülst Du die DIN 5008 vorzugsweise irgendwo runter :wink:

Mit dem Duden – da hat Norbert Pautner sicher recht – bist Du meist auf der sicheren Seite. Und wenn Du Dich vielleicht noch fundierter einlesen magst, sei Dir Ralf Herrmanns Buch "Zeichen setzen" wärmstens empfohlen.

Grüße,

Norbert Riedi

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Hallo zusammen und Danke für die Antworten!

Die DIN 5008 Normen können z. B. hier eingesehen werden:

http://www.din5008.de/p0400010.htm

Die von mir angesprochenen Leerzeilen finden sich dort unter "Schriftzeichen für Wörter (2.5)" und unter "Größenangaben und Formeln (8.1)". Im aktuellen DUDEN sind aber auch an den entsprechenden Stellen Hinweise gegeben, sofern die DIN 5008 andere Normen vorschlägt.

Danke noch für die Buchempfehlung.

Gruß Eike

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Ähm, worauf der Namensvetter hinweisen wollte: Es sind, wenn überhaupt, Leerzeichen, nicht Leerzeilen.

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ich würde solche details immer abhängig von der schrift und

der drucksache entscheiden. bei zeitangaben setze ich beispielsweise

meist einen kleinen zwischenraum vor und nach dem strich. ich

bewege mich quasi zwischen duden und din!

:D

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  • 2 Wochen später...
Hallo zusammen,

Einige Beispiele: der DUDEN sieht zwischen Zahl und Einheit (5 m) einen kleinen Leerraum vor, die DIN 5008 eine Leerzeile. Beim Strich für "bis" (234-350) sieht der DUDEN keinen Leerraum vor (kompress) wohingegen die DIN 5008 nun wiederrum eine Leerzeile empfiehlt usw.

Hay Eike, in der Sache verlangt "Duden:Satz und Korrektur" ein geschütztes Leerzeichen.

alderman.

Hinkt zwar hinter der Zeit her - aber man darf ja mal eine längere Zeit kank gewesen sein...

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  • 13 Jahre später...

Für den o.a. Fall kommt das sicherlich zu spät, aber bei künftigen Fragen ist es vielleicht hilfreich:

 

Die Antwort ergibt sich, wenn man Duden und DIN näher betrachtet: Der Duden ist ein Rechtschreibwörterbuch, herausgegeben vom "Dudenverlag" bzw. vom Bibliographischen Institut. Dieses sitzt in Berlin und gehört zur Cornelssengruppe, einer GmbH.

Der Dudenverlag gibt Bücher heraus.

 

DIN, das Deutsche Institut für Normung, ist ein eingetragener Verein (e.V.). Über den sog. Normenvertrag besteht eine vertragliche Beziehung mit der Bundesrepublik Deutschland; das Deutsche Institut für Normung  ist die - wohlgemerkt: einzige! - nationale Normungsorganisation.

Das DIN gibt Normen heraus

 

 

Fazit:

Das, was der Duden in seinen Büchern schreibt, gehört zum Bereich 'Meinungsäußerung' und 'Empfehlung'.

Das , was das DIN in seinen Normen veröffentlich, gehört zum Bereich 'Normen' und 'Vorgaben'.

 

Handlungsempfehlung:

Im Zweifelsfall ist man mit der Anwendung von Normen auf der sicheren Seite. In konkreten Fällen ist es sicherlich eine Option, mit dem Auftraggeber (hier. Doktorvater)  zu klären bzw. zu vereinbaren, was anzuwenden ist.

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vor 30 Minuten schrieb SammyS:

Das, was der Duden in seinen Büchern schreibt, gehört zum Bereich 'Meinungsäußerung' und 'Empfehlung'.

Ich habe es nicht überprüft, aber ich gehe jetzt mal davon aus, dass der Duden nur das empfiehlt, was vom Rat für deutsche Rechtschreibung als amtliches Regelwerk definiert ist, und andere, widersprechende Vorschriften als optional anführt.
DIN war ursprünglich für Industrienormen vorgesehen und die Bedürfnisse von Industrien sind nicht mit denen von Menschen identisch.
Das Deutsche Institut für Normung ist weder das einzige noch ein verbindliches Institut, wie der BGH feststellte:
 

Zitat

DIN-Normen sind keine Rechtsnormen, sondern private technische Regelungen mit Empfehlungscharakter, die hinter den anerkannten Regeln der Technik zurückbleiben können (BGH, Urteil vom 14. Mai 1998 - VII ZR 184/97, BGHZ 139, 16, 19 f.; Urteil vom 14. Juni 2007 - VII ZR 45/06, BGHZ 172, 346, 355 f. mwN), weil technische Entwicklung und wissenschaftliche Erkenntnis in einem ständigen Wandel begriffen sind (Pastor in Werner/Pastor, aaO, Rn. 1970 f.; vgl. auch BGH, Urteil vom 14. Juni 2007 - VII ZR 45/06, aaO).

(Quelle: https://openjur.de/u/635670.html)

Lange Rede, kurzer Sinn: Der Adressat bestimmt die Form 🙂

  • Gefällt 2
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vor 9 Minuten schrieb Phoibos:

Ich habe es nicht überprüft, aber ich gehe jetzt mal davon aus, dass der Duden nur das empfiehlt, was vom Rat für deutsche Rechtschreibung als amtliches Regelwerk definiert ist …

Jein. Die amtliche Rechtschreibung ist eine Teilmenge der Duden-Empfehlungen. Aber ansonsten war der Hinweis auf die amtliche deutsche Rechtschreibung schon richtig und wichtig. Sie klärt halt nur viele Dinge der Zeichensetzung gar nicht im Detail. 

  • Gefällt 4
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Für die Ausgangsfrage, ob vor einer abgekürzten Einheit ein Leerzeichen oder ein kleiner Festabstand steht, ist die amtliche Rechtschreibung nicht zuständig. Die Rechtschreibung klärt nur, ob mit oder ohne Abstand, getrennt oder zusammengeschrieben wird. Nach den Regeln für den Schriftsatz, die der Duden in einer Kurzfassung enthält, wird zusätzlich zwischen Leerzeichen (Wortabständen) und Festabständen unterschiedlicher Breite unterschieden. Die aktuelle DIN 5008 von 2020 enthält Empfehlungen, wo Leerzeichen und geschützte Leerzeichen stehen sollen, zusätzlich können für »typografisch anspruchsvolle Texte« nun auch Leerzeichen und »Schmal-Leerzeichen« (kleiner Festabstand) unterschieden werden wie im Schriftsatz.

 

Für die Ausgangsfrage heißt das: Da Dissertationen in der Regel gedruckt werden, kann man sich für die differenzierteren typografischen Regeln entscheiden. Umfasst die Zahl oder die abgekürzte Einheit nur ein Zeichen, wird ein kleiner Festabstand empfohlen. Nach DIN 5008 wäre ein geschütztes Leerzeichen zu wählen.

 

Der  Bis-Strich  wird nach DIN 5008 in Leerzeichen eingeschlossen, im Schriftsatz (meist) kompress gesetzt. In der Rechtschreibung kommt das Zeichen zwar als Gedankenstrich vor, als Wortzeichen für »bis« aber nicht.

 

Und: Die DIN 5008 hat keine höhere Verbindlichkeit als die Regeln für den Schriftsatz; sie haben nur unterschiedliche Geltungsbereiche. 

  • Gefällt 4
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vor 7 Stunden schrieb SammyS:

wohlgemerkt: einzige! - nationale Normungsorganisation.

Auch der VDE ist eine anerkannte nationale Normungs-Organisation, und deren Normen sind sogar im ihem Pflivchtcharakter noch etwas höherrangig, auch wenn es siich hier auch nur um Empfehlungen handelt. Lediglich die ehemaligen ZGL-Standards (Hier hieß es bewusst nicht Normen) hatten Gesetzescharakter und mussten daher auch eingehalten werden.

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American National Standards Institute (ANSI), Austrian Standards Institute, Schweizerische Normen-Vereinigung ... sind alle nicht national?

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