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Small Caps in OT?

Hervorgehobene Antworten

:) Konsequent (und in der Praxis nicht einführbar) wäre ja gewesen, den Versalien auch keinen Unicode-Point zu geben und die Glyphenersetzung Minuskel>Versal über ein Opentype-Feature zu regeln ...

:mrgreen:I like it!

Das Ausweichen mit den Kapitälchen auf Codepoints, die dafür nicht vorgesehen sind, zieht einen so großen Rattenschwanz hinter sich her, dass man das zwar als "Sonderanfertigung" machen kann (warum dann aber nicht gleich PUA?), aber ich würde das niemals in einer öffentlich lizenzierbaren Schrift anbieten und dann Support dafür leisten wollen ...

Wie schon geschrieben: ich wäre auch eher dafür, ganz auf Codepoints für Kapitälchen zu verzichten. Aber wenn es aus welchen Gründen doch sein soll – vielleicht in einer Lowtech-Variante des Fonts für Opentypeunfähige? – wieso sollte das A dann nicht auf die Position small latin capital A kommen?

Wo wäre da jetzt der höhere Support-Aufwand? Dokumentieren musst du die Sache sowieso. Wenn die Kapitälchen ins PUA sollen, ist das sogar noch wichtiger, weil es die Eselsbrücke small latin capital … nicht gibt.

Im Übrigen könnte man, wenn man sehr feine Haare spalten will, debattieren, ob die Aussage überhaupt stimmt, dass die einzelnen Positionen innerhalb der IPA-Bereiche nicht für Kapitälchen »vorgesehen sind«. So wie ich Unicode verstehe, sind die Namen der Zeichen/Codepositionen ausschlaggebend dafür, was canonical ist. (Die Namen der Bereiche sollen hingegen nur dabei helfen, den Standard zu organisieren. Deswegen werden Zeichen, die in anderer Verwendung bereits existieren, routinemäßig wieder verwendet, ohne sie in jedem Bereich, in den sie semantisch passen, neu aufzunehmen.) Und U+1D00 heißt nun einmal latin small capital A und nicht etwa IPA character A.

Ralf Herrmann schrieb:
Zusätzliche Schnitte führen also zu völlig unnötigen Verdoppelungen des Zeichenvorrats. Der Logik nach könnte man dann auch für jeden Ziffernsatz […] einen eigenen Font bauen. Das wäre ein ziemliches Durcheinander und eben gerade nicht »logisch«.

Solche Schriftmenu-Killer werden angeboten. So sieht die Aufteilung der verschiedenen Ziffernarten bei Primetypes Minimala aus:

· Regular mit proportionalen Majuskelziffern

· Regular mit dicktengleichen Majuskelziffern

· Expertschnitt (wie früher bei PS-Fonts)

· Kapitälchenschnitt mit proportionalen Minuskelziffern

· Kapitälchenschnitt mit dicktengleichen Minuskelziffern

· Kapitälchenexpertschnitt mit Kapitälchenziffern

Das ist ja alles gut und schön, um Unzulänglichkeiten von weniger OT-affinen Programmen als InDesign abzufangen. Aber noch schöner wäre es, wenn Ole dem Grundschnitt alle Ziffernarten und die Kapitälchen angefügt hätte.

Dann könnte derjenige, der ein beschränktes Textverarbeitungsprogramm hat, alle Schriftschnitte laden, um so an alle Ziffernarten und Kapitälchen zu gelangen (64 Tf-/Exp-/SC-Schnitten von Thin bis Black); und ich bräuchte nur den Grundschnitt laden, hätte über InDesign gleichwohl Zugriff auf alle Glyphen und mein Schriftmenu bliebe übersichtlich (8 Schnitte in den Fetten Thin bis Black).

Schriftmen%C3%BC.png

Bearbeitet ( von Thomas Kunz)
Bild neu verlinkt

Ja, für ein Anwender von beispielsweise InDesign oder QuarkXPress ist das keine praktikable Lösung. Ich vermute aber, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis die OT-Version erscheint, worin die Kapitälchen und alle Ziffern enthalten sind. Am besten bei PrimeType anrufen.

Im Übrigen könnte man, wenn man sehr feine Haare spalten will, debattieren, ob die Aussage überhaupt stimmt, dass die einzelnen Positionen innerhalb der IPA-Bereiche nicht für Kapitälchen »vorgesehen sind«.A[/i].

Etwas weniger haarspalterig habe ich mir die in Unicode definierte IPA-Extensions angeschaut: http://www.unicode.org/charts/PDF/U0250.pdf und http://www.unicode.org/charts/PDF/U1D00.pdf

Abgesehen davon, dass A-Z noch nicht mal komplett ist, kann ich da keine latin small caps mit Akzente entdecken.

Was mich wiederum zu der Frage führt ob wir es hier überhaupt mit eine real-existierende Problematik zu tun haben.

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