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Passender Schriftmix


Trenceval

Empfohlene Beiträge

Minimalist
Hauptsache eine dünne Groteske [...]

Aber auch nicht zu dünn ... Ich habe in meinem Beispiel absichtlich zum Book-Schnitt gegriffen: alles was noch dünner war hat mir einen zu starken Kontrast ergeben ...

Syntax gab es meines Erachtens sogar noch in Blei - ich glaube es jedenfalls und meine, es war eine der letzten überhaupt noch in Blei gegossenen Schriften.

Guter Hinweis. Bringhurst schreibt: »[syntax] was the last sanserif text face commercially cast in metal, and in my opinion the best.« :-D

[Georg Kraus’] halbbraunes Gesülze [...]

Dz ... Einmal ist Nationalismus nicht mit Nationalsozialismus gleichzusetzen. Dagegen würden sich sicherlich sowohl die Nationalisten als auch die Nationalsozialisten verwehren – zu recht. Und weiterhin empfinde ich es als einigermaßen geschmacklos, die tatsächlichen oder vorgeblichen Verfehlungen eines Verstorbenen zu kommentieren, der sich dagegen nicht mehr verwehren kann ...

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Trenceval

Danke nochmal für die zahlreichen Kommentare und Tips.

Die Minipressen-Messe in Mainz steht nun in meinem Terminkalender, die Officina Parnassia hatte ich sogar schon in meiner Linkliste, wusste aber nicht, ob deren Monotype-Satz für mich geeignet ist. Und wenn die noch auf deutscher Normhöhe gießen, umso besser.

Die Minipressenmesse wird auch aus anderer Sicht für mich interessant sein: ich habe kürzlich eine Korrex Hannover erstanden und auch bei dem Hersteller nach einer Bedienungsanleitung gefragt. Man hat mir dann auch sowas zugeschickt, leider bin ich jedoch kein Maschinenbauingenieur um mich mit diesen Rißzeichnungen zurecht zu finden. Vieleicht hat ja eine der dort ausstellenden Personen nen Tip für mich, wie ich das Ding in Betrieb nehme. Dagegen ist mein Boston Tiegel ja fast einfach, wobei der richtige Aufzug immer noch eine „trial and error“-Angelegenheit ist. Aber dank diverser Hinweise und Fachliteratur wird auch das immer besser.

Die Rhapsodie habe ich in 16 Punkt, in 10 Punkt hätte ich eine Erasmus Mediäval und eine kursive Garamond. Wobei mir 10 Punkt für die Adressangabe auf einer Visitenkarte schon wieder zu dominant wäre. Lange Rede, kurzer Sinn: ich probiere es am Wochenende einfach aus :-D

In diesem Sinne, genießt die (hoffentlich) arbeitsfreien Tage!

Grüße

Marcus

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gutenberger

weil es die extremen Schnitte wie thin und ultralight in Blei gar nicht gab, weil so etwas weder gegossen werden konnte und kaum eine Auflage im Druck ohne Schäden überstanden hätte. Schon eine gußfrische leichte Helvetica war nach der ersten größeren Auflage leicht dicker als vorher ... auch bei guten Druckern.

Dünne Groteske oder ähnlich empfindsame Schreibschriften beispielsweise hatten eine recht geringe Lebensdauer, man ging in der Praxis in "Highend-Buchdruckereien" von etwa 10 000 Druckauflage aus. Robustere Schriften haben natürlich wesentlich länger gut gehalten. In irgendwelchen kleineren Klitschen wurde natürlich manchmal gedruckt bis die Schrift total rund war ...

Im Übrigen ist mir egal, ob halbbraunes Gesülze von Nationalisten oder Nationalsozialisten kommt, ich finde es überall Scheiße. Natürlich auch in einem Typografieforum, wo beispielsweise die Verherrlichung von Naziidolen wie Schlageter u.a. rein gar nix zu suchen hat. Und wenn man über Tote grundsätzlich nur noch Gutes schreiben dürfte, dann müßten ja wohl mindestens allerhand Bücher (und einiges andere) schleunigst umgeschrieben werden.

Was die Korrex betrifft: Wenn Du einmal kapiert hast, wie das geht, druckt es sich auf dem Ding um Klassen leichter, besser und vor allem großformatiger als auf dem Boston. Wenn Dir bis Juni kein anderer Experte über den Weg gelaufen sein sollte (im Druckladen findest Du aber sicher ne Menge alter Drucker): Auf der Minipressenmesse turnt bestimmt auch Heinz Becker aus Mannheim als Aussteller herum, der kann Dir auf jeden Fall helfen, er druckt auch an einer Korrex. In Raunheim gibt es die Firma Dorndruck und darin die Firma Drucken und Lernen (die auch allen möglichen Buchdruckkram verkauft), die werden auch sicher auf der Messe (vermutlich sogar mit einer Andruckpresse zum Vorführen) rumstehen und der Bernhard Dorn kann Dir auch jede Menge technischer Tips geben ...

Eine Korrex ist eine ganz normale Andruckpresse wie beispielsweise die FAG oder Grafix auch: Kurz gesagt schließt Du die Druckform auf dem Fundament. Den Zylinder umwickelst Du mit einem Aufzug und dann wird jeder Bogen einzeln angelegt und durchgeleiert. Es gibt ein Buch namens "Hochdruck" von zwei Autoren, deren Namen mir grade nicht einfallen (ich glaub einer heisst Sturm oder so ähnlich), welches glaube ich auch gerade bei Wohlthat und Konsorten günstig zu haben ist. Darin wird die ganze Prozedur sehr anschaulich und mit vielen Fotos recht gut beschrieben. Das bringt einen Anfänger deutlich weiter als eine Maschinenbeschreibung ...

Viel Spaß, für praktische Hilfe sitze ich aber zu weit weg von Frankfurt.

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Jenita

Wie wäre es denn mit einer Akzidenz Grotesk, die gabs ja zu Bleisatzzeiten als eine art könglicher Sans-Serif auch schon.

„Bereits um 1880 entwarf der deutsche Typograf und Hieroglyphen-Experte Ferdinand Theinhardt (1820–1909) für die Publikationen der Königlich-Preußischen Akademie der Wissenschaften zu Berlin vier Schnitte einer Serifenlosen, die er Royal Grotesk nannte. 1908 übernimmt Hermann Berthold die Theinhardtsche Schriftgießerei und integriert die inzwischen sehr beliebte »Royal« in seine Akzidenz Grotesk-Schriftfamilie unter der Bezeichnung »AG Mager«.“

(http://www.fontblog.de/category/schriftgeschichten/page/4)

Stellt sich aber doch die Frage wofür? Wie soll die Mischung denn aussehen? Um welchen Inhalt geht es denn?

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Doppelmittel

Um Versuch und Irrtum kommst du im 21. Jahrhundert nicht rum, wenn du dir den Bleisatz nebst Buchdruck raussuchst. Auf EU-genormte bilderschwangere Bedienungsanleitungen in Landessprache wartest du da vergeblich. Aber das schaffst du - macht auch Spaß. Da völlig ohne Elektronik, hast du noch ne echte Chance. Die Korrex Hannover ist ein feines Mädel - arbeitet hier seit mehr als 10 Jahren brav für mich. Sei froh und dankbar, dass Simmel die Zeichnungen rausrückt - damit kannst du im Bedarfsfall zu nem guten Schlosser gehen und dir was feilen lassen, wenn es denn nötig werden sollte.

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gutenberger

Zweck einer Einführung und als Anleitung für erste praktische Schritte an Zylinderdruckmaschinen geeignet, genauer gelesen hab ich es aber nicht. Die Reihe ist aber ganz gut, zumindest das Buch über den Steindruck in gleicher Ausstattung ist gewissermaßen das Einsteigerstandardbuch geworden. Ansonsten gibt es natürlich diverse andere Druckerlehrbücher - vor allem die aus den 60er Jahren sind da zu empfehlen - und man bekommt sie antiquarisch relativ günstig. Aber die sind eben für Autodidakten meist etwas zu fachspezifisch und nicht anschaulich genug, weil sie vieles aus der Druckerlehre voraussetzen, vor allem die ganz normalen Arbeitsschritte, Handgriffe und Abläufe bei der Druckmaschinenbedienung. Am besten wäre es natürlich, bei einem versierten Kollegen ein Praktikum von sagen wir mal mindestens vier Wochen zu machen, da lernt man am meisten. Weil: Drucken lernt man nur beim Drucken.

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Doppelmittel

neben dem "Hochdruck" von Wolfsturm gibt es noch eines für alle, die mit englisch können:

Paul Maravelas "Letterpress Printing - A manual for modern fine press printing" ist 2005 erschienen bei Oak Knoll Press (die sind googelbar). Es behandelt Bleisatz und Buchdruck, Zylinderandruckpressen und Bostons mit vielen detailliert beschrifteten Zeichnungen (bei Wolfsturm ist viel Holzschnitt und Linolschnitt mit drin - der Teil über Bleisatz und Buchdruck ist dennoch gut zu gebrauchen).

Ja, und: streiche "Versuch und Irrtum" setze "Learning by doing" - da hast du völlig recht, Gutenberger.

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Trenceval

Ich muss mich erstmal entschuldigen, daß ich noch keine Beispiele gezeigt habe.

Mich fesselt derzeit eine Magen-Darmgrippe ans Bett bzw. an was anderes. :-(

Aber das gibt mir Zeit und Gelegenheit wichtige Dinge anzulesen.

Viele Grüße

Marcus

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