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Seitenzahl am Kapitelende weglassen

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Ich suche in der Detail-Typografie eine Regelung für die Paginierung an Kapitelenden. Könnt ihr mir einen Hinweis geben, ob das dort irgendwo festgelegt wird?

Ich kenne bisher die Drittel-Regel – dass also eine Paginierung bei einer nur zu einem Drittel mit Text befüllten Seite (am Kapitelende) weggelassen werden kann.

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Ich suche in der Detail-Typografie eine Regelung für die Paginierung an Kapitelenden. Könnt ihr mir einen Hinweis geben, ob das dort irgendwo festgelegt wird?

Wenn das irgendwo definiert sein sollte, dann wohl eher in der Lesetypografie.

Mir ist das auch in einigen Büchern bereits untergekommen, jedoch erschließt sich mir wie Pachulke kein Sinn in der Weglassung – allenfalls ein ästhetischer.

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So ein Detail wird nicht von Konventionen bestimmt und geregelt, das muß der Buchgestalter schon allein entscheiden. Wenn das Kapitel links endet und rechts ein neues beginnt, ist die Seitenzahl für den Leser nicht nötig. Ich habe allerdings in Textbüchern noch nie Seitenzahlen weggelassen, in Bildbänden kann das nötig sein.

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Der Sinn des Weglassens der Seitenzahl kann nur ein grafischer sein, etwa wenn es eine Vignette am Kapitelende gibt, die den Satzspiegel schließt und wo eine Seitenzahl stört. Es kann auch sein, daß man alle Kapitelanfänge auf die rechte Seite legt und eine linke Seite mal leerbleibt, weil das vorhergehende Kapitel auf einer rechten Seite endet. Die Seitenzahl am Anfang eines Kapitels wegzulassen, erscheint mir wenig sinnvoll, wenn es ein Inhaltsverzeichnis gibt, das auf diesen Kapitelanfang mit Seitenzahl verweist. Im Regelfall wird man Seitenzahlen setzen, aber es gibt wohl denkbare Gründe, sie wegzulassen. Regeln kann man das nicht, Regeln gelten nicht für Einzelfälle. In einem Bildband etwa, in dem ein Bild im Beschnitt die Seite füllt und kein Zierbild ist, sondern sinngebendes Material eines Urhebers, ist eine Seitenzahl nicht zulässig.

Auch ist eine Seitenzahl am Fuß der Seite auf Mitte mit Schmucklinien etwas anderes als eine außen stehende. Eine Seitenzahl im lebenden Klomnentitel wegzulassen, wäre wohl immer falsch, jedenfalls fällt mir dazu keine Ausnahme ein. Das sind Fragen, die entschieden werden müssen, das kann man nicht regeln, und deshalb ist es auch nicht geregelt.

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Ein Nachtrag: In der Essay-Reihe des Verlages zu Klampen, die ich innen und außen entworfen* habe, fangen die Kapitel stets rechts an. Endet ein Kapitel auf einer rechten Seite und zeigt die folgende linke Seite deshalb keinen Text, so wird sie auch nicht paginiert.

In einem Buch* mit Essays von Martin Mosebach war jedem Text ein Bild auf der linken Seite vorangestellt. Diese Bildseite blieb ebenfalls ohne Seitenzahl.

* Die Links verweisen auf meinen bebilderten Blog.

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Danke für eurer Feedback! Das hilft mir schon sehr weiter.

In meinem konkreten Fall ist es so, dass ich ein kleines Buch mit einer Kindergeschichte setze (108 Seiten, textlastig). Das Buch hat 12 Kapitel, und wenn ich nach der Drittel-Regel gegangen wäre, hätten 8 Kapitelenden »keine« Seitenzahl.

Mir erscheint es aber auch inkonsequent – vor allen Dingen bei einem relativ kleinem Buch mit überschaubarer Kapitelzahl – mal Kapitelenden ohne, und mal mit Seitenzahlen zu haben.

Deswegen habe ich mit dem Gedanken gespielt, entweder an jedem Kapitelende konsequent die Seitenzahl wegzulassen* ODER eben die Seitenzahl an allen Kapitelenden zu setzen, egal ob die Seite zu einem Drittel oder der Hälfte mit Text befüllt ist.

* (es gibt sowieso keine weitere Markierung für ein Kapitelende, z. B. eine Vignette; und leider habe ich eine gewisse Seitenzahl vorgegeben und kann deswegen nicht so großzügig mit Leerseiten bzw. Kapitelbeginn auf Rechts arbeiten …)

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die Seitenzahl an allen Kapitelenden zu setzen, egal ob die Seite zu einem Drittel oder der Hälfte mit Text befüllt ist.

Das wäre auch für mich die sinnigste Lösung in Deinem Fall.

Kannste ja mal Beispielseiten einstellen!

bearbeitet von 109
Satzbau korrigiert ...
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Es gibt doch sicher Kapitelüberschriften (und wenn’s nur Nummern sind) oder ein anderes Kapitelanfangszeichen? Und Kapitel beginnen auf einer neuen Seite, oder es gibt wenigstens einen zusätzlichen Abstand zwischen Kapitelende und -anfang? Dann ist doch alles klar und Du brauchst gar keine zusätzlichen Kapitelende-Zeichen. Ich frage mich sowieso, ob der Leser die fehlende Seitenzahl überhaupt als Kapitelende-Zeichen deuten würde.

Ich würde deshalb auch einfach alle Seitenzahl setzen.

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Das sehe ich wie Joshua, Kapitelenden müssen nicht markiert werden. Man kann Schmuck einsetzen, aber man muß nicht.

Seitenzahlen sind übrigens fast immer vorgegeben durch die Bindung, weil man auf halbe oder ganze Druckbogen kommt. Bei der Buchgestaltung hat man öfter die Frage zu beantworten, was man mit leeren Seiten macht, ob der Verlag Anzeigen plaziert oder man sie unauffällig unterbringt oder einfach am Ende Seiten vakat läßt.

Die Drittel-Regel, von der hier die Rede ist, erscheint mir sinnlos. Daß ich nie davon gehört habe, heißt ja nur ein bißchen (aufgewachsen mit elterlicher Verlagsarbeit und als Jugendlicher mit Büchermachen begonnen), aber mir erschließt sich der Sinn nicht. Eine Seitenzahl ist auch eigenes typografisches Element, das die Seite abschließt und meistens auf einer Doppelseite die Funktion der Spiegelung der Gegenseite erfüllt. Wenn Seiten nicht ganz voll sind, sollte man die Seitenzahl deshalb eher setzen als sparen. Nur ganz leere Seiten zu paginieren, kann störend wirken und hätte ja auch keine Funktion. Aber sobald der Satzspiegel im Kopf und in der Breite angegeben ist, sollte man ihn auch mit der Seitenzahl schließen, sofern unten eine vorgesehen ist und auf der Folgeseite eine steht.

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  • 4 Jahre später...

Ich arbeite gerade an einer Sammlung von Kurzgeschichten und habe mir auch überlegt, die Kapitelenden nicht zu paginieren. Ein flüchtiger Blick ins Buchregal zeigte mir, daß sich viele Setzer an die oben angesprochene Drittel-Regel halten.

Auf die Schnelle habe ich drei Bücher (rororo) gefunden, bei denen die Seitenzahl sogar dann weggelassen wurde, wenn das endende Kapitel die Seite ganz ausfüllt.

 

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  • 8 Monate später...

Hier schreibt ein gelernter Schriftsetzer Baujahr 1955. Während meiner Lehre (1971-1974) habe ich gelernt, dass nicht komplett mit Zeilen gefüllte Seiten keine Pagina bekommen. Meiner Ansicht hatte das im Buchdruck einen technischen Grund: einzeln stehende Druckelemente (wie eben die besagte Seitenzahl) waren im Buchdruck schwierig zu drucken. -LeseBrille-

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